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  • Charlotte Schreiter: Antike um jeden Preis - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    stieg der umtriebige Leipziger Kunsthändler Carl Christian Heinrich Rost mit seiner Kunstfabrick in dieses Geschäft ein Wettbewerbsvorteile errang er 1782 mit der Abformung und Vermarktung der Hauptstücke der Dresdner Antikensammlung darunter der Großen und der Kleinen Herkulanerin Dieser allgemein für den damaligen Kunsthandel so erfreuliche Zuwachs verstärkte allerdings den mitteldeutschen Zuschnitt des Verfügbaren Denn mangels Alternativen einigten sich Produzenten und Kunden auf eine regionale Antike mit eigenen Verkaufsrennern die keineswegs dem international gültigen Kanon entsprechen mussten so wie die Thalia oder auch die Tanzende Bacchantin einer bereits im 17 Jahrhundert aus verschiedenen Fragmenten zusammengesetzten Kompositfigur Rost vertrieb zunächst Gipse betrieb dann aber auch eine Werkstatt die Antikenkopien in einer nicht näher verifizierbaren Tonmasse fertigte Rosts Beispiel folgte ab 1789 auch der vom Journal des Luxus und der Moden kräftig protegierte Weimarer Hofbildhauer Martin Gottlieb Klauer mit seiner Toreutica Fabrik und schließlich auch Friedrich Wilhelm Doell in Gotha ebenso ein Hofbildhauer der im Zusammenwirken mit seinem Bruder einem Altenburger Töpfer Statuen aus gebranntem Ton produzierte Hinzu kam die Herzogliche Carton Fabrik im was den von der Autorin postulierten geographischen Bezugsrahmen Mitteldeutschland kräftig dehnt mecklenburgischen Ludwigslust von wo mit Statuen aus Papiermaché die leichtesten und preiswertesten Antikenkopien kamen Am anderen Ende dieser Gewichts und Preisskala rangierten die Erzeugnisse der Gräflich Einsiedel schen Eisengießerei im heute brandenburgischen Lauchhammer Jedem dieser Unternehmen widmet Charlotte Schreiter erschöpfend Raum sie erläutert Betriebsstruktur Technik Preise Marketingmaßnahmen sowie Kundenkreis und rekonstruiert soweit möglich sogar die einzelnen Sortimente und deren Besonderheiten eine tiefgehende Bestandsaufnahme der eine geradezu detektivische Recherche vorausgegangen sei muss Die Sortimente weisen neben detailtreuen Antikenkopien die die Kunstkritik zunehmend einforderte auch zahlreiche Variationen auf hervorgerufen durch Detailanpassungen Armhaltung Attribute durch die man dem jeweils gewünschten Nutzungsprofil zu entsprechen strebte Ergänzenden Charakter hatten klassizistische Neuschöpfungen die oft Bedarfslücken schließen sollten die sich dort auftaten wo bei Musengruppen beispielsweise Antikes fehlte Die damals recht populäre Vestalin gehört dazu modelliert von Doell nach einer Vorlage Houdons der sich wiederum von antiken Vorlagen hat inspirieren lassen Nach 1798 änderten sich die Rahmenbedingungen Die Einrichtung großer Gipsgießereien in Paris und Berlin nicht zuletzt als Folge der napoleonische Umverteilung des europäischen Kulturgutes schwemmte eine große Zahl neuer und vor allem formtreuer Gipskopien auf den Markt Doell und andere Töpfereien zu denen der Rezensent auch die Großtöpfereien von Johann Gottfried Höhler in Berlin und Heinrich Wagener in Magdeburg zählen möchte flüchteten sich um diese Zeit in die Produktion von Nutzantiken Figurenaufsätzen zu Öfen beispielsweise die sich noch heute vielfach in Museen und Schlössern finden lassen Den größten Gewinn dieses Buches bringt der 228 Positionen umfassende reich bebilderte Katalog mit einer Zusammenschau der in Gips und Alternativmaterialien produzierten Statuen und Büsten Neben der Herkunft der Formen erfährt der Leser von welchem Hersteller dieses Kunstwerk vervielfältigt wurde wobei sich zeigt dass die Sortimentsschnittmengen zwischen den einzelnen Anbietern ungemein groß waren welche Abnehmer nachweisbar sind und in welcher Sammlung sich Exemplare dieses Modells bis heute erhalten haben Den Abschluss bildet ein in seiner Umfänglichkeit und sorgfältigen Detailtreue ganz ungewöhnlicher Quellenanhang mit Nachdrucken und Auszügen aus Werbematerialien

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/8882 (2016-02-12)
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  • Timothy Brittain-Catlin: Bleak Houses - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Missgunst unpassenden Kooperationen und Inkompetenz über Schicksalsschläge hin zur nachträglichen Verunstaltung des Werkes durch andere Dabei kommt auch die Komplexität der Kombination aus Talent Fleiß Beziehungen und Glück zum Ausdruck die dafür sorgt dass die Helden Eingang in den Kanon finden der anderen nicht unbedingt weniger begabten Architekten schlicht und einfach verwehrt bleibt In There is real and there is fake folgt eine intelligente Analyse der Schwächen der Architekturkritik die sich weitgehend auf die Avantgarde beschränkt und ausgerechnet den Bereich des Mediokren der weitgehend den architektonischen Alltag bestimmt ignoriert und damit auch jeglicher konstruktiver Kritik beraubt Als Folge macht Brittain Catlin einen architektonischen Analphabetismus aus der den Großteil der Laien betrifft und für eine Kritikunfähigkeit sorgt aus der letztlich die erschreckende Vielzahl minderwertiger Häuser resultiert die unsere gebaute Umwelt weitgehend prägt Seine plausible Beobachtung dass die Schöpfer erfolgreicher Architektur häufig sprachgewandt waren und sich somit ihren Platz in der von der Wirkung der Worte bestimmten Geistesgeschichte sicherten beleuchtet diesen Umstand mit einer bislang kaum beachteten Erklärung Damit einher geht auch die Vereinnahmung des Architekturdiskurses durch Avantgarde und Moderne wodurch sich auch schon leichte Anzeichen von Sentimentalität Behaglichkeit und Idylle als Makel darstellen und sich als architektonische Qualitäten selbst disqualifizieren Als Nachweis der soziokulturellen Unzulänglichkeit einer solchen hochästhetisierten Architekturkritik führt der Autor literarische Architekturbeschreibungen von Charles Dickens und Elizabeth Bowen bis zu zeitgenössischen Passagen von Alan Hollinghurst an die weniger in einem abstrakten Formalismus gründen als vielmehr in Lebenserfahrung und Emotionen Werte die für die Architektur des Alltags ungemein wichtig sind Angesichts der gebauten Highlights an denen sich der architektonische Diskurs orientiert sind sie jedoch mit dem Anschein des Trivialen behaftet So erklärt sich auch der sinnfällige Titel mit dem sich der Autor auf die literarische Hauptrolle eines Hauses in einem Roman von Charles Dickens bezieht Bleak House 1852 53 Es geht ihm dabei um die Rolle der zu wenig beachteten poetischen Qualitäten von Architektur die im professionellen Diskurs zu häufig übersehen werden aber dennoch weitreichenden Einfluss auf unser Leben und Erleben haben Wenn Brittain Catlin in diesem Zusammenhang qualitätvolle und zugleich epigonale historistische Werke des 20 Jahrhunderts lobt offenbart er zum einen zwar eine eher konservative architektonische Haltung zum anderen führt er dem Leser vor Augen inwiefern Horizont und Urteilsvermögen vom Gestus der Architekturkritik geprägt sind und wie stark der Blick für die Qualitäten und Werte des weniger progressiven beeinträchtigt ist Durch die Lektüre zeichnet sich klar der Gedanke ab dass unsere Geschichte der Architektur nur ein kleines von Zufällen Glück und Macht selektiertes Resümee ist das auch ganz anders erzählt sein könnte Mit Ironie und Charme entführt Brittain Catlin aber auch in die Abgründe der Architektur den Bereich unterhalb des Mediokren indem er sich mit der kleingeistigen Modifikation von unverstandenen Bauten der ästhetischen Berichtigung durch Banausen und insbesondere dem sich beinahe jeglicher wissenschaftlicher Aneignung entziehenden Bereich der Innenarchitektur widmet In dieser Darstellung wird im größeren Rahmen ausgeführt was Martin Parr einst mit der Fotografie einer unfreiwillig komisch dekorierten Couch ins Auge fasste als er ihr den Titel gab We

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9171 (2016-02-12)
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  • Gundolf Winter: Bilderräume. Schriften zu Skulptur und Architektur - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    auf den Weg gebracht haben Winter vollzieht darin Relationen Koordinaten und Vektoren nach um sich dem immer erst über eine Distanz und unterwegs etablierendem Milieu zwischen dem jeweiligen Artefakt und dem Betrachter zu vergewissern Dieses wird stets unterschiedlich auf eine bestimmten Art und Weise optisch bewältigt und verspricht keinesfalls eine dauerhafte autonome und gleichbleibende Anschaulichkeit Einheit und Ordnung Am Durchgang der einzelnen Madonnenfiguren zeigt sich neben dem formalen Ansatz dezidiert die topologische Herangehensweise Winters Über diesen versucht er das Problem der nicht genau geklärten jeweiligen Herkunft der Figuren zu umgehen und sich dennoch ihrer Qualitäten Verschiedenheiten und Gestaltungsprinzipien bewusst zu werden Noch behilft sich Winter mit Begriffen wie Ordnungseinheit Sinnbestimmung Gesamterscheinung Existenz Erst in seinen folgenden Texten wird Winter sein Vokabular des Formästheten mit medientheoretischen Beschreibungen ergänzen So definiert er dann im Text Skulptur und Virtualität oder der Vollzug des dreidimensionalen Bildes von 2006 am Beispiel von Berninis Skulpturenkonzeption zur Aeneas Anchises Gruppe das entscheidende Stichwort zur Bestimmung einer bildhaften wie räumlichen Gesamterscheinung und Wirkung als einen Modus von Mediatisierung Winter Es ist dieser spezifizierte und also gewordene gerade nicht konkrete aber auch nicht abstrakte sondern virtuell ermöglichte Sinn der als Raumbildlichkeit jenes skulptural erzeugte Imaginäre nämlich zwischen Haptischem und Virtuellem Konkretem und Virtuellem Körper und Bild vermittelnde Zwischen als Medium verantwortet S 118 Ein weiterer der nach Winters Emeritierung veröffentlichte und damit jüngste Text von 2009 der einem abschließendem Resümee über das Spannungsverhältnis von Bild Raum Raumbild als Phänomen dreidimensionaler Bildlichkeit gleicht erschien als der Bilddiskurs mitsamt Debatte im vollen Gange war Winter markiert dann auch gleich zu Beginn des Textes die problematische Unterscheidung zwischen Bild und Raum um sie dann in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit zu begreifen An drei Beispielen aus unterschiedlichen Zeiten wird diese nach Winter deutlich An Rupprecht Geigers panoramaartigen Farbtanks aus den 1970er Jahren an einer Installation Dan Grahams von 1991 und schließlich an Gian Lorenzo Berninis Baldachinentwürfen aus der Mitte des 17 Jahrhunderts In dieser von Winter gewählten Genealogie zeigt sich bereits dass Raumbildlichkeit kein modernes Signum ist lediglich lässt sich das Raumbild anhand gegenwärtiger Positionen aus der Kunst am vielfältigsten und nachvollziehbarsten problematisieren An Geigers Bildflucht in den Raum ohne sich dabei von der Malerei zu entfernen oder an Grahams performativ d h räumlich prozessual zu erfahrenden Installation die zugleich bildlich gerahmt ist und den Betrachter distanziert also in eine Partizipationspause versetzt wie es für Bild wahrnehmungen charakteristisch ist Daher erlaubt sich Winter in seinen Texten in denen er Raumbildlichkeit zu definieren versucht oftmals eine kurzweilige Lesung der modernen Beispiele während er für die historischen Positionen mehr Zeit und Raum in Anspruch nimmt Berninis Baldachinentwürfe zeichnen sich laut Winter durch den Einsatz und die Wirkung performativer Bildakte aus Sie sind zum einem an der bildlichen Einheit sowie der spielerischen Inszenierung architektonischer Elemente und deren Komposition zueinander abzulesen und fordern somit eine eigentümliche Wahrnehmungslage des Betrachters zum und im Raum heraus In zwei weiteren Texten spielt Bernini ebenfalls eine wesentliche Rolle So werden zwei Versionen einer Büste des Scipione Borghese von Bernini aus dem Jahr

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/8382 (2016-02-12)
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  • Pfeiffer-Helke, Tobias; Schmitt, Lothar (Hrsg.): Mit den Gezeiten - Frühe Druckgraphik der Niederlande - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    besonderer Prägnanz am Salzburger Hausaltar des Meisters Perchtold zu erkennen sind Joyce G H Zelen Die medialen Wechselbeziehungen sowie deren unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten zeigt besonders eindrucksvoll eine Collage mit einer ohnmächtigen Mutter Gottes die aus einer Kreuzabnahme des Meisters mit den Bandrollen um 1470 5 ausgeschnitten wurde Aufgeklebt auf einem mit roter und schwarzer Handschrift versehenem Papier avanciert sie zu einem privaten Andachtsblatt Zusammen mit dem Text steht das Bild in einem interagierenden Verhältnis zum Gebet welches zudem durch die rote Rahmung der Figur die teilweise an die ebenfalls rote Schrift grenzt und mit ihrem Kopf die schwarze Schrift sogar berührt befruchtet wird Denn die rote Farbe besticht durch ihre sinnliche Qualität und fördert die private Kontemplation der Leiden Christi So werden die medialen Möglichkeiten des Kupferstichs ausgelotet und die Grafik erfährt neue Verwendungsmöglichkeiten die den Betrachter zu neuen Assoziationsketten führt Dass Handschrift und Grafik sich nicht gegenseitig ausschließen wie die Forschung nicht selten suggeriert sondern ein produktives Spannungsverhältnis eingehen wird im Katalog deutlich Alle Beiträge eint dass formalästhetische und kennerschaftliche Fragen nicht im Vordergrund stehen die vielmehr mit den Sinnebenen sowie Gebrauchsfunktionen der Blätter in Verbindung gebracht werden Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Dresdner Kabinetts ebenfalls programmatisch Zwei der Beiträge Tobias Pfeifer Helke und Lothar Schmitt befassen sich mit den Vätern der Sammlung Carl Heinrich von Heineken und Max Lehrs letzterer seine Dissertation über den Meister der Bandrollen Heineken gewidmet hatte Die Katalogbeiträge enthalten ebenso kritische Anmerkungen zum zeittypischen Positivismus der beiden Gelehrten wie sie deren wegweisende Grundlagenforschung würdigen Alle Thesen und Argumente im Katalog werden durch die Blätter aus dem Dresdner Kupferstichkabinett nicht bloß illustriert sondern stets als direkte Bildargumente fruchtbar gemacht Auch der Leser der nicht in der Ausstellung war kommt anhand der klugen Bebilderung und Bilderklärungen des Katalogs unweigerlich zu der Erkenntnis dass sich die frühe Graphik nicht illustrativ zum Text verhielt sondern ein eigenes Recht beanspruchen konnte eine Bild Text Synthese die in der Kataloggestaltung ihre kongeniale Sichtbarkeit erfährt Gewisse Wiederholungen in den Argumenten und Redundanzen der Fragestellungen einzelner Beiträge fallen weniger ins Gewicht vor dem Hintergrund dass alle AutorInnen über den bisherigen Forschungsstand zum historischen Gebrauch der Graphik hinausgehen Exemplarisch verwiesen sei auf die oben skizzierte Interaktion des Betrachters mit dem Bild Sie ist im Hinblick auf den Bilderkult als ein Zugang zum Glauben körperlich konkret und wird mit sensorischen und sinnlichen Erfahrungen verbunden Ohne dass die Katalogtexte einen theoretischen Überbau zu Bild und Körper liefern scheinen ihnen vielfach Überlegungen implizit die in Richtung eines verkörperten Denkens durch Bilder gehen Sie liefern Anreize für künftige Forschungen Das Thema der frühen Druckgraphik dem sich die Ausstellung widmete hat seit den letzten fünfzehn Jahren eine starke Konjunktur die sich der Katalog gewinnbringend zunutze macht Gleichzeitig rückt er als Fallstudie die sammlungseigenen Bestände in den Fokus und verknüpft sie mit dem aktuellen Stand der Grafikforschung der letzten 10 Jahre wie etwa die Publikationen von Jan van der Stock Peter Schmidt Ursula Weekes Peter Parshall Rainer Schoch Ilja Veldman Parshall und David Areford 1 Vor

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9009 (2016-02-12)
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  • Nicola Lauré al-Samarai: Creating Spaces - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    to identifying a number of gaps in criticism and raising various new research questions the authors convincingly show that recent African communiqué and survey literature tends to reproduce overpowering Western generated paradigms For instance the adoption of neo liberal discourses on Creative Industries and on Culture and Development has led to the idealisation of the cultural entrepreneur a chameleonic if not opportunist artistic role model Cultural entrepreneurs are expected to tackle social economic and heritage related challenges in their surroundings upon their own creative initiative Urgent matters like cultural education as a form of civic education and educational reforms remain invisible in these Western derived narratives In the study at hand the private initiatives are placed in opposition to academic institutions as the sole agents in the field inventing and developing up to date site responsive pedagogic solutions for both cultural education and artists training Lauré al Samarai describes how in the professionalization courses conceived by these organisations aspiring artists are given extended access to knowledge 161 This knowledge is composed of technical skills as well as of indispensable proficiency in terms of administration fund raising and project management Additionally the students are differently encouraged to develop their visual literacy and with it their criticality while also learning how to situate themselves intellectually within their respective artistic field in order to be able to make informed references 161 Preferred pedagogical formats to achieve this skilling are modular teaching units with changing teachers and regular peer critique sessions According to the authors these informal training settings with their typically horizontal teacher learner relationships can be easily distinguished from those in the academic institutions on the continent which tend to perpetuate colonial time didactics Creating Spaces also draws attention to the efforts of the private initiatives under scrutiny to anchor their pedagogic interventions in the local and its histories For instance as part of their training students are encouraged to investigate the immediate surroundings of the venue with their cameras or in their performances In this respect the initiative s pedagogic activities run parallel to their investment in space making as their promoters intend to establish liberating artistic cultural social cognitive and professional spaces within constrained and constraining framework conditions 145 On the basis of their field research Lauré al Samarai and her colleagues have several conclusions in regards to the structural conditions of non formal educational work in the arts in Africa They deplore the interstitiality of the discursive space in which this work takes place The unglamorous task 219 of operating between art culture and education is considered a major challenge in the initiatives attempts to access consequential funds for staff venues and infrastructures This holds all the more true since they depend for the most part on international funding bodies that rely on a neoliberal shortsighted project logic and on narrow definitions of fields of support art or education And although there is evidence of energy intensive tactics to counter balance the chronic limitations of support and the impossibility

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9011 (2016-02-12)
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  • Thürlemann, Felix: Mehr als ein Bild - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Sinnbezüge einzufügen Mit Wölfflin Warburg und Malraux nimmt Thürlemann anschließend die Bildpraxis der eigenen Zunft ins Visier Die drei Protagonisten zeichneten sich durch ihr geschärftes Bewusstsein für die neuen Möglichkeiten aus die die photographische Reproduktion für Forschung und Lehre eröffnet habe Alle drei entwickelten neue wissenschaftliche Methoden die erst durch die Verfügbarkeit und uneingeschränkte Vergleichbarkeit der reproduzierten Objekte möglich wurde So habe Heinrich Wölfflin in seinen Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen 1915 die Doppelprojektion aus dem Hörsaal auf die Doppelseiten des Buches übertragen und binäre Hyperimages geschaffen die die Stildifferenz zwischen Renaissance und Barock veranschaulichen und seine Grundbegriffe exemplifizieren sollten Dabei habe er zwei unterschiedliche Diskurse den kategorial artikulierten Bilddiskurs und den graduell artikulierten sprachlichen Diskurs zu einem dialektischen Zusammenspiel von bildlicher Evidenz und subtiler Sprachlichkeit verbunden S 95 Aby Warburgs Mnemosyne Atlas stellt Thürlemann als ein bis heute an Komplexität kaum zu überbietendes Experiment vor das mit den Bildtafeln als Hyperimages ein heuristisches Instrument für die Veranschaulichung bildgeschichtlicher Entwicklungs und Transferprozesse darstellt Und André Malraux schließlich habe in seinem Musée imaginaire 1947 den neuen Status der Bilder im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und den damit verbundenen Wechsel vom Kulturwert zum Ausstellungswert reflektiert indem er die Visualisierung transhistorischer und kultureller Bezüge zwischen einzelnen Objekten in innovativen Formen des Buchlayouts erprobte Das letzte Kapitel ist den Hyperimages der Künstler gewidmet exemplarisch anhand von Ensembles die Pablo Picasso Pierre Bonnard und Wolfgang Tillmanns aus einzelnen ursprünglich autonomen Werken zusammenstellten Auch hier komme das Prinzip der Distanzierung zum Tragen indem die Künstler durch die ordnende Tätigkeit zu kritisch distanzierten Beobachtern ihres eigenen Schaffens würden So photographierte Picasso 1912 Arrangements in denen er seine ersten papiers collés um eine Gitarre aus braunem Karton anordnete In diesen photographischen Hyperimages die Picasso gleich dreifach als Autor ausweisen als Autor der einzelnen Werke der jeweiligen Bildarrangements und der Photographien dokumentierte und reflektierte er seinen Entwicklungsschritt hin zum synthetischen Kubismus Um eine künstlerische Selbstverortung ging es auch Pierre Bonnard 1867 1947 als er gegen Ende seines Lebens ein Bildensemble aus eigenen Werke und Arbeiten anderer Künstler aus Kunstpostkarten einem Stadtplan und bedruckten Schokoladenpapierchen zu einem zweiteiligen Hyperimage zusammenstellte Thürlemann arbeitet differenziert heraus wie sich Bonnard mit dieser Bilderwand seines eigenen Platzes in der Kunstgeschichte versicherte und zugleich die Prämissen seiner Kunst offenlegte Und die Ausstellungspräsentationen schließlich die der Photograph Tillmans in der Doppelrolle als Künstler und Kurator für seine eigenen Werke entwirft können Thürlemann zufolge als gleichberechtigt neben seinen Photographien und als bildliche Selbstkommentare des Künstlers betrachtet werden Thürlemann eröffnet mit diesem Band einen erkenntnisreichen und zukunftsweisenden Blick auf ein zentrales Phänomen der westlichen Bildkultur das man als kontinuierlichen Prozess der Neuordnung alter und neuer Bilder beschreiben könnte in deren wechselnden Arrangements sich jeweils auch Neudeutungen der Objekte vollziehen Konzise anschaulich und ohne aufdringliche semiotische Rhetorik führt er in die Komplexität pluraler Bildgefüge ein entwickelt einen methodischen Ansatz und kommt in den Fallbeispielen zu einer ganzen Reihe neuer Ergebnisse Nachdem die bildwissenschaftliche Forschung den Kollektivsingular Bild gerne und nicht selten verabsolutierend in den Vordergrund gerückt hat ist Thürlemanns Hinwendung zu den

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9015 (2016-02-12)
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  • Meyer, Corina: Die Geburt des bürgerlichen Kunstmuseums - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    19 Jahrhunderts eingeordnet Städels Gemäldeinventar im Spiegel der zeitgenössischen Kunsttheorie betrachtet und mit einem Rundgang durch die Räume Städels vervollständigt Der erste Teil endet mit einer Erörterung der Stiftung Städels und einem Vergleich zu europäischen sowie lokalen Frankfurter Vorbildern wie dem Arzt und Naturforscher Johann Christian Senckenberg S 136 Der zweite Teil ist den Gründungsjahren des Städelschen Kunstinstituts und seinen Akteuren gewidmet Hier legt Meyer dar wie die erste Administration nach dem Tode Städels im Jahre 1816 mit seinem Erbe umging und welche musealen Konzepte und Präsentationsmodelle daraus entstanden Neben den Veränderungen der Stiftersammlungen 1817 1833 ist ein Unterkapitel der Einführung einer Kunstausbildung ab 1817 gewidmet welche ebenfalls durch Städel testamentarisch vorgesehen war Auch die Machtstrukturen und Differenzen zwischen den Protagonisten der ersten Administration werden dargestellt Im dritten und letzten Teil stehen die personellen sowie museologischen Veränderungen und Entwicklungen im Zentrum welche in den 1820er Jahren folgten Das Bemühen der zweiten Verwaltergeneration um ein zeitgemäßes Konzept für das Kunstinstitut wird von Meyer in einen europäischen Kontext eingeordnet und befragt Die Gründung von Kunstakademien in ganz Europa die Kunstströmung der Nazarener die Museumsgeschichte und Kunstkennerschaft werden als zeitgeschichtliche Strömungen mit Einfluss auf den Gang des Städel gedeutet und dabei für die verschiedenen Protagonisten differenziert untersucht Entscheidungen für Ankäufe und Geschmacksurteile sind wie Meyer zeigt mitunter Spiegel europäischer Debatten und personeller Verflechtungen Schließlich endet dieser letzte Teil mit der Frage nach der Wirkung von Städels Stiftung einer Frankfurter Unternehmung die im 19 Jahrhundert republicanisch S 341 gedeutet wurde In ihrer Zusammenfassung arbeitet Meyer heraus welchen Einfluss das Städel auf die Gründung bürgerlicher Museumssammlungen in Deutschland nehmen sollte In ihrer Analyse und Diskussion der Hängung gelingt Meyer im ersten Teil ein wesentlicher Beitrag zur aktuellen Display Forschung Meyer zeigt dabei dass die barocke Hängung von Städel nicht nur als rein dekoratives Ordnungssystem verstanden werden darf sondern der auf den ersten Blick egalitär tapezierten Wand durchaus Gewichtungen und Wertungen zugrunde liegen Seit den 1990er Jahren wurden Hängungs und Ordnungssysteme höfischer Sammlungen rekonstruiert so von Deborah Meijers für die Habsburger Gemäldegalerie in Wien 1991 1995 von Andrew McClellan für die Anfänge des Louvre in der Galerie du Luxembourg 1994 von Tristan Weddigen für die Dresdener Galerie 2007 sowie Thomas W Gaehtgens und Louis Marchesano in Bezug auf die Düsseldorfer Galerie 2011 2 Nun befragt Meyer in ihrer Untersuchung erstmals die Choreographie einer solchen barocken Bilderwand für eine bürgerliche Sammlung im 18 Jahrhundert in Deutschland Die Rekonstruktion der Gemäldesammlung im Hause von Städel gelingt Meyer durch eine Zusammenschau dreier Datensammlungen den Plänen zur Hängung Catalogue des Tableaux dem Gemäldeinventar von 1817 und der aktuellen Datenbank des Städelmuseums Diese Informationen überführt Meyer mithilfe des Programms Gallery Creator das an der Universität Bern unter der Leitung von Tristan Weddigen entwickelt wurde schließlich in Visualisierungen der Gemälde Displays Entgegen der bisherigen Überzeugung Städel habe hautpsächlich deutsche und holländische Malerei gesammelt wird er von Meyer als ein Sammler europäischer Malerei dargestellt Zudem zeugen auch seine Präsentationsentscheidungen von der breiten Kenntnis anderer europäischer Sammlungen Besonders hervorzuheben sind die umfassende Bearbeitung von

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/8897 (2016-02-12)
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  • Denk, Claudia; Ziesemer, John: Kunst und Memoria - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    den neuen Zentralfriedhof erlangten Dieser glückliche Sonderfall führte dazu dass sich unter der Ägide des Monarchen in den nachfolgenden Jahrzehnten die Münchner Bürger und Hofgesellschaft einen Ort erschaffen konnte der in intellektueller wie künstlerischer Weise europäischen Rang für sich behaupten kann Der ergänzende planungs und baugeschichtliche Abriss 59 75 stellt die Leistungen Friedrich Ludwig von Sckells Gustav Vorherrs Friedrich Gärtners aber auch nach 1945 Hans Döllgasts vor Augen Auch wenn ein unbekannter Autor 1818 schrieb dass der Friedhof ein Vorbild für alle deutschen Gemeinden seyn möge 71 und der Vergleich mit dem Kölner Melaten und dem Frankfurter Hauptfriedhof ins Kalkül gezogen wird werden Bezüge außerhalb Münchens nur angerissen aber nicht vertieft 1 Im Kapitel Kunst und Memoria 77 129 das die Funktion der Grabmonumente beleuchtet wird aufgezeigt wie eng der Zentralfriedhof mit der Kunststadt München Denk verknüpft ist Sie unterscheidet Denkmäler personenbezogene Büsten und Standbilder und Kunstwerke worunter das Grabmal Caroline von Mannlichs nach Christian Daniel Rauch und Johann Baptist Stiglmaier 1831 33 oder das der Edlen von Kerstorf nach Leo von Klenze Ludwig von Schwanthaler und Bertel Thorwaldsen herausstechen Die Ruhmeshalle unter den Arkaden 97 108 mit den Büsten verdienter Künstler und Wissenschaftler sowie der Campo Santo Ludwigs I als Königliches Gedächtnisprojekt Denk nehmen eine Sonderstellung ein da es sich nicht um Grabdenkmäler handelt sondern ein Pantheon Gedanke angesprochen wird Einen ideengeschichtlichen Bogen schlägt der Abschnitt Edle Monumente 131 155 der zunächst einmal zwischen Vorlagenwerken und eigenständigen künstlerischen Entwürfen unterscheidet dennoch aber die Interdependenzen deutlich macht Damit bewegen sich die Autoren mitten in den kunstästhetischen Auseinandersetzungen des 19 Jahrhunderts die sowohl zwischen Antike und Gotik pendeln als auch der von Klenze geförderte Diskussion um die antike Farbigkeit Rechnung trägt 157 167 Letzteres wird erfreulicherweise durch Mikroskop Untersuchungen unterlegt Ähnliches gilt auch für die Materialität der Grabdenkmäler die in den

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/8773 (2016-02-12)
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