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  • Hubertus Kohle: Digitale Bildwissenschaft - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    das bedeutet ist der Semantic Gap Diesen zu überbrücken also unsere komplexe auch auf Sprache und Begriffen basierende Denkwelt mit der Anschauungswelt in Verbindung zu bringen gehört zu den Herausforderungen digitaler Bildwissenschaft Es war schon immer eine der Hauptaufgaben kunsthistorischer Betätigung die Bedeutungen und Kontexte zu erkennen bzw durch Beschreibung und Klassifizierung an Kunstwerke heranzutragen Hiervon ausgehend hatte das Fach auch seine ersten Schritte in die digitale Welt getan Unter diesem Blickwinkel könnte man das heute als Digital Humanities bezeichnete Gebiet in zwei komplementäre Bereiche einteilen Einerseits die formalisierte Dokumentation und Beschreibung von Objekten Bildern und Sachverhalten und andererseits die Analyse von Materialcorpora kurz Datenaggregation versus Datenanalyse Der Einsatz des Computers in der Kunst und Bildgeschichte erwuchs zunächst insbesondere aus den Aufgaben der Dokumentation von Artefakten also letztlich aus dem Katalogisieren wie es im Museum bei der Denkmalpflege bei der Erstellung von Werkverzeichnissen der Erfassung von ikonographischen Merkmalen oder von schulmäßigen Zusammenhängen notwendig ist Aus der Perspektive der Kunst und Bildgeschichte erschiene es nun besonders interessant aufzuzeigen wie sich dieses Arbeitsfeld mit dem Fortschreiten der digitalen Möglichkeiten immer mehr zur cross medialen Virtualisierung der materiellen Überlieferung und ihrer historischen Kontexte gerade entwickelt Objekte werden sowohl beschrieben und quantitativ dargestellt als auch mit Bildern repräsentiert und räumlich nachgebildet Dieser Ganzheit des Virtuellen steht die Gliederung des Buches entgegen Kohle richtet den Blick vorwiegend auf die Analyse von bereits in digitalem Format vorliegenden Daten die bei den textbasierten Geisteswissenschaften seit jeher im Vordergrund steht Zweifellos kommt ihr auch in der kunst und bildwissenschaftlichen Forschungspraxis eine wachsende Bedeutung zu sei es in der Auswertung der Bildstrukturen oder sei es in der Auswertung der beschreibenden Metadaten die in immer größerem Umfang vorhanden sind oder auch in der Auswertung von zugehörigen Quellentexten Dennoch kann diese Entwicklung auch so gelesen werden dass sich die beiden Bereiche der Aggregation und der Analyse immer mehr verzahnen indem etwa die Ergebnisse der Analysen die Grundlage für weitere Aggregations und Virtualisierungsschritte von Artefakten und Sachverhalten bilden Unter der Perspektive einer sich unendlich fortsetzenden und immer komplexer werdenden Virtualisierung ist für eine abschließende sprachliche Darstellung eigentlich kein Platz mehr und so erscheint der Zuschnitt des folgenden Kapitels 97 129 das sich unter dem Titel Schreiben Publizieren Bewerten überwiegend mit klassischen Textformen auseinandersetzt wie eine Einengung Hier stehen wenn auch in digitaler Form nach wie vor das Buch und der wissenschaftliche Aufsatz im Zentrum denn dazu gehören praktisch sämtliche vorgestellten Formate vom Wikipedia Artikel über das Online Rezensionsjournal bis hin zur Retrodigitalisierung von Printpublikationen durch die Universitätsbibliothek Heidelberg in ArtDok S 104 123 Allen Versuchen zum Trotz kommen neue Formen interaktiver Diskussion in diesen Formaten nur schwer zustande wie auch Kohle einräumt in Bezug auf die Open Peer Review Praxis S 128 Es ist andererseits ein Merkmal der digitalen Formate dass das Erzeugen von Daten und das Publizieren unmittelbar zusammenfallen können Insofern verdient das Konzept der Mikroaussagen oder Nanopublikation also die Dokumentation von Material Beobachtungen und Forschungserkenntnissen unterhalb der Schwelle eines Meinungsaustausches und zugleich in maschinell verarbeitbarer Form wohl größere Aufmerksamkeit als

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/5332 (2016-02-12)
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  • Dehnel, Regine (Hrsg.): NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    diagnostiziert Weber in der Bibliotheksgeschichtsschreibung Klagen über die Verluste durch den Krieg während Umfang und Folgen der politischen Verstrickungen in den NS Staat über Jahrzehnte unterschätzt oder ausgeblendet wurden 35 ein Topos der gleichermaßen für die deutschen Museen gilt die sich lange Zeit als Opfer nicht als Akteure verstanden 6 Als paradigmatisch für die Kontinuität der Funktionseliten die institutionelle Tabuisierungstendenzen zu verstehen hilft gilt Weber das Handeln von Gisela von Busse 1899 1987 Geschäftsführerin des Beschaffungsamtes der deutschen Bibliotheken und stellvertretende Geschäftsführerin der Reichstauschstelle die seit 1941 an der Verwertung beschlagnahmter und geraubter Sammlungen beteiligt war und von 1949 bis 1964 das Bibliotheksreferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG leitete Die Reichstauschstelle und ihre Bücherlager zwischen 1943 und 1946 untersucht Cornelia Briel 133 145 deren ausführliche Schilderung der Abtransporte der Bücherlager nach der Kapitulation 1945 durch amerikanische und durch sowjetische Truppen die Frage aufwirft wie heute der Raub von Raubgut recherchiert werden kann oder muss 7 Auf einen konkreten Bestand gehen Stephan Kellner und Susanne Wanninger ein Nach Durchsicht von knapp der Hälfte der 130 000 Bände die zwischen 1936 und den Nachkriegsjahren in den Bestand der Bayrischen Staatsbibliothek eingearbeitet wurden konnte bisher ungefähr ein Prozent rund 500 Bücher als unrechtmäßiger Erwerb ermittelt werden Juliane Deinert kommt angesichts einer Prüfung von 100 000 Einträgen in den Zugangsbüchern Akzessionsjournalen der SUB Göttingen der Jahre 1933 bis 1950 259 275 zu einem grosso modo vergleichbaren Ergebnis wenn sie festhält dass zunächst 8 200 Verdachtsfälle notiert und nun rund 680 unrechtmäßige Erwerbungen sowie ca 400 Bücher als Raub bzw Beutegutverdachtsfälle ermittelt worden seien 263 Das Gespann von Museumsmann und Händler 102 d h die enge Beziehung des Kustos bzw Museumsdirektors Ferdinand Stuttmann 1897 1968 zum hannoverschen Kunstversteigerer Emil Backhaus 1873 1955 thematisiert Claudia Andratschke in ihrem faktenreichen Beitrag 89 108 Sie macht damit deutlich wie wichtig die Analyse persönlicher Beziehungen sie nennt auch Briefwechsel zwischen Gert von der Osten und Wilhelm August Luz sowie zwischen Alexander Dorner und Eduard Plietzsch auch für die Provenienzforschung ist sind doch die vielfältigen Beziehungsgeflechte zwischen dem Personal in öffentlichen Einrichtungen und dem Kunsthandel ein weiteres Exemplum für die Aneignungswege von NS Raubgut 101 Ähnlich wie Ernst Buchner der in München von 1933 bis 1945 und von 1953 bis 1957 als Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen amtierte leitete Stuttmann das Landesmuseum in Hannover nicht nur von 1938 bis 1945 sondern auch von 1952 bis 1962 Der Protagonist des kurzen Beitrags von Frank Möbus der Sprachwissenschaftler Wolfgang Krause 1885 1970 war von 1937 bis 1963 Professor für bzw Direktor des Instituts für Deutsche Philologie da er und viele andere nach 1945 noch jahrzehntelang in Amt und Würden blieben hatten sie alle Zeit der Welt ihre Spuren zu beseitigen 284 Eine gegenläufige Perspektive zum Text von Andratschke die den Akteuren nachspürt weil sie in deren Korrespondenz nach Angaben zu Werken sucht entwickelt Sabine Arend die sich im Anschluss an ihre überragende Dissertation 8 erneut mit Dagobert Frey und Otto Kletzl beschäftigt indem sie sich deren Beteiligung an Beschlagnahmungen in Polen widmet 219 230

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/7027 (2016-02-12)
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  • Lawrence W. Nichols: The Paintings of Hendrick Goltzius (1558-1617) - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    278 Van Mander in his Schilder Boeck of 1604 described seven paintings four of which are still in existence Nichols demonstrates that nevertheless Goltzius s fame as a painter spread rapidly and his paintings were much sought after almost immediately Among the first collectors were Emperor Rudolf II in Prague also an admirer of his prints and drawings and Henry Prince of Wales the elder brother of the future Charles I Throughout the seventeenth century Goltzius s paintings featured in prominent collections in the Netherlands and abroad and were usually given high valuations in inventories In the eighteenth and nineteenth centuries his fame rested almost exclusively on his prints partly because of the rarity of his paintings partly for reasons of taste It was only in the twentieth century that scholars such as Otto Hirschmann and Wolfgang Stechow reconsidered the painter Goltzius followed by Emil Reznicek and Nichols himself This last chapter like the one on the artist s biography is largely based on the immensely useful appendix of documents and printed references to Goltzius predating 1800 This appendix of more than one hundred pages the essays comprise sixty six pages is an updated and expanded version of Nichols s ground breaking article of 1993 6 A few additions may be considered a remarkable piece of evidence for Goltzius s early international fame albeit as a printmaker is not mentioned by Nichols In Gabriel Kaltemarckt s Bedencken wie eine Kunst Cammer aufzurichten sein möchte written in 1587 at the court of Prince Elector Christian I in Dresden Heinrich Gholz features in the list of famous printmakers past and present whose works are regarded as the cornerstone of the ideal print collection 7 Kaltemarckt s reference came at a time when Goltzius had only just started to make engravings after designs by Bartholomäus Spranger These prints made him famous across Europe almost immediately so it seems Nichols mentions that Jan van de Velde dedicated a page of his calligraphy book Spieghel der Schrijf konste 1605 to Goltzius 42 but did not include this text in his appendix 8 He also briefly refers to Edward Norgate s Miniatura or the Art of Limning 1627 28 1648 which contains a reference to a lost life size pen work on canvas depicting a Sleeping Diana 135 36 note 8 that would have deserved an entry in Nichols s Catalogue B covering paintings known only from description Norgate had met Goltzius in Haarlem perhaps in or after 1612 Henry Goltzius of Harlem shewed mee some of his doeing in dry colours upon writing Vellim after the life the faces about the bignes of a Jacobus a coin of about 35mm diameter exceeding well and neatly done 9 Henry Peacham in the chapter on drawing limning and painting of his Compleat Gentleman 1622 recommended For a bold touch variety of posture curious and true shadow imitate Goltzius his prints are commonly to be had in Popes head alley in London and continues Himselfe was living at

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/6661 (2016-02-12)
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  • Giovan Paolo Lomazzo: Idea of the Temple of Painting - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    and erratic word order and Chai s choice is to keep most of this awkwardness in order to reveal something of the author s thought processes through the way ideas are juxtaposed and articulated This authenticity agenda is combined with a meticulous editing when the awkwardness would otherwise hinder comprehension and the work is magisterially achieved Chai does not ignore the issue of translating key Italian terms such as istoria or discrezione and she bravely decides not to leave them in the original vernacular but to translate them into modern English The equivalent terms she chooses are in the reviewer s opinion appropriate and for the most part satisfactory In many cases the author does not give a mere translation of these slippery artistic terms but she provides either in the preface or in the footnotes an interpretation and an explanation of them To give a couple of examples moto is translated into movement with the meaning of movement of the body and soul or figurative expression instead of the more neutral but also less significant motion and the even more difficult word decoro with the meaning of appropriated to the subject and inner harmony of the parts is eventually translated with the bald discernment Before the translation Chai introduces the figure of the artist in a forty page long introduction which is both informative and enjoyable and overall it allows the reader to get a glimpse of Lomazzo s personality and achievements analyzing his career from painter to academician and writer on art Many scholars throughout the twentieth century have worked on the artist s theoretical writings Since their rediscovery by Panofsky 1924 they have been considered one of the most complete attempts to give painting a defined structure Blunt 1940 Ackerman 1967 Kemp 1987 they have been taken as an example of the rise in painting s status during the sixteenth and early seventeenth centuries Ciardi 1965 and 1973 Isella 1993 Williams 1997 and they have been used as evidence of the reception of Leonardo s works Berra 1993 Bora 1998 Porzio 1998 3 Lomazzo s books have also been seen as a milestone in early Mannerist art theory and to attempt to give a complete overview of all the scholarly work done would have been a challenging task for anyone Overall the complexity of this figure is faithfully sketched Last but not least Lomazzo s interest in subjects beyond those practical for a painter such as natural philosophy and the occult is quite interestingly hinted at in The Aesthetics of Fascination p 29 ff Chai concludes the introduction with a brief discussion on the reception of the painter s writings The Delayed Reaction and she includes at the end of the book an interesting compendium of images unfortunately black and white some of which are not widely known to people outside Lomazzo s scholars such as his The Agony in the Garden 1572 or The Crucifixion with the Virgin Saint John and Saint Mary 1571 She also

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  • Moskatova, Reimann, Schönegg (Hg.): Jenseits der Repräsentation - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Peselmann beschreibt sie hingegen als Entweder oder Kippstruktur Bolin ist gleichzeitig transparente Figur und opaker Grund Die Stoßrichtung der Arbeiten bleibt allerdings in der Schwebe zwischen ästhetischem Schauspiel versuchter Sozialkritik und subversivem Potenzial Während in den Texten über die Arbeiten der Gutai Gruppe und Bolin noch die Körper der Künstler selbst im Mittelpunkt stehen handelt Alexander Schwans Aufsatz über Trisha Browns Werk Locus 1975 von den Körpern der Tänzerinnen die Browns Choreographie aufführen Obgleich die Aufführung auf Diagrammen basiert die Zahlen in bestimmten Positionen mit Buchstaben koppeln und somit ermöglichen einen Text in Bewegungen umzusetzen erweist sich die Beziehung zwischen Text und Tanz als äußerst vermittelte und offene wodurch sich Abstraktionseffekte vom Ausgangstext bemerkbar machen der sich einer Lesbarkeit entzieht und nach Schwan zu einer ornamentalen Körperschrift wird hier ist jedoch an Ornamente islamischer Kunst zu erinnern die gleichermaßen als Bild betrachtet und als Schrift gelesen werden können Der menschliche Körper als Leib Rezeptionsseite Wird der menschliche Körper nicht als passives Objekt sondern als aktiv fühlendes und sinnliches Subjekt aufgefasst so spricht man von Leib ein Begriff der besonders mit Maurice Merleau Pontys Phänomenologie assoziiert wird Mehrere Beiträge nehmen auf dessen Ansätze Bezug und setzen sich mit ihnen kritisch oder affirmativ auseinander Kristin Wenzel vertritt in ihrem Aufsatz die zuerst paradox wirkende These dass gerade die Stille Abstraktion im Sinne eines akustischen Entzugs zu einer Forcierung leiblicher Partizipation der Betrachtenden bzw Zuhörenden führt Die Rücknahme von erwartetem Klang oder Ton schärft die Aufmerksamkeit auf Geräusche etwa des eigenen Körpers oder der Umgebung wie Wenzel am Beispiel von John Cages 4 33 1952 und Videoinstallationen des niederländischen Künstlers Aernout Mik in denen Handlung ohne Ton gezeigt wird erläutert Barbara Lange nimmt in ihrer Besprechung der Soundinstallationen von Haroon Mirza scheinbar die genaue Gegenposition zu Wenzel ein Rezipierende werden in diesen Installationen durch elektronisch erzeugte Töne Klänge und Geräusche in einer irritierenden Schallblase unausweichlich leiblich affiziert Allerdings kann diese Beschallung bis zur Stille abnehmen in der sich wiederum die Wahrnehmung des eigenen Körpers aufdrängt An die Texte von Wenzel und Lange lässt sich die Grundthese des Beitrags von Sabine Flach anschließen dass gerade die Abstraktion eine Erforschung sinnlich konkreter Wahrnehmung und Empfindungsweisen ermöglicht da der Wahrnehmungsakt dabei selbst in den Vordergrund tritt Das Medium der abstrakten Kunst scheint einen geeigneten Forschungsrahmen bereitzustellen wobei die Russische Avantgarde eine wichtige Rolle spielt Paradox ist dabei aber dass die künstlerische Praxis einerseits ein genuines Forschungsfeld für spezifisch ästhetische Erfahrungen darstellen andererseits aber auch Grundlagenforschung für andere Wissensbereiche liefern soll Obwohl Flach die Aktualität der von ihr analysierten Fragestellungen für Diskussionen betont die bis heute über Wahrnehmung anhalten wäre es produktiv gewesen hierfür ein konkretes Beispiel anzuführen etwa die gegenwärtige empirische Bildwissenschaft die ihre eigene Historizität mitunter stärker reflektieren sollte Sebastian Egenhofer unternimmt in seinem Aufsatz eine kritische Revision der phänomenologischen Minimalismus Rezeption womit er auch deren Relevanz für die Konzeption des Minimalismus relativiert Dieser Rezeption zufolge besteht der Reiz minimalistischer Objekte in der Spannung zwischen ihrer einfachen oder prägnanten Gestalt und einer komplexen leiblichen Erfahrung

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/6439 (2016-02-12)
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  • Klaus Jan Philipp; Kerstin Renz (Hrsg.): Architekturschulen. 2012 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    zugleich als Lehrende tätig waren die Forschung zur Geschichte der akademischen Ausbildungsinstitutionen und die Forschung zur Entwurfs und Gestaltungslehre 12 Für die Tagung wurde der Untersuchungsschwerpunkt ganz bewusst auf die traditionsorientierte Stuttgarter Schule gelegt nicht jedoch auf ihren Gegenpart das Weimarer und später Dessauer Bauhaus über das sich in diesem Band kein Beitrag finden lässt Nichtsdestotrotz schwebt das Bauhaus nach Aussage der Herausgeber über allen Beiträgen 13 Diese umspannen einen Zeitrahmen von rund 200 Jahren beginnend mit der bereits seit den 1850er Jahren so bezeichneten Schinkel Schule wie im Beitrag von Elke Katharina Wittich herausgearbeitet wird Die jüngeren Strömungen reichen bis in die Gegenwart bis hin zu heute noch aktiven Architekten wie Christoph Mäckler oder das Büro gmp Die ersten beiden Beiträge von Frank R Werner und Katja Bernhardt leiten in das Thema ein Werner spricht in seinem Beitrag Prägungen epigonale Netzwerke oder Verweigerungshaltungen von schulbildenden Architekten deren Nachfolge innerhalb einer Architekturschule bis zu einem gewissen Grad immer etwas mit Nachahmung zu tun 19 hatte Werner nähert sich dem Problem des positiv konnotierten Imitierens und negativ besetzten Kopierens anhand bekannter Architekturschulen und lehrer und kommt abschließend zu dem Urteil dass Architekturschulen eine relativ zwiespältige Angelegenheit seien die oftmals mit Übervätern und Epigonen zu kämpfen haben Dennoch kommt er zu dem Schluss dass sich Architekturschulen gleich welcher Provenienz auch künftig als höchst ergiebige weil gesellschaftlich wie kulturgeschichtlich aufschlussreiche Terrains architekturhistorischer Forschung erweisen 27 In ihrem Beitrag Schule ein überholter Ordnungsbegriff mit Potenzial beschäftigt sich Katja Bernhardt mit dem Schulbegriff innerhalb der Architekturdisziplin ohne diesen zu definieren geschweige denn ein allgemeingültiges Modell für einen Umgang mit ihm 29 entwerfen zu wollen In ihrer historiographischen Anamnese arbeitet sie die ihrer Meinung nach wichtigsten Aspekte zur Charakterisierung einer Schule heraus Dazu gehört das Ziel einer direkten und intentionalen Wissensvermittlung und tradierung eine gemeinsame Auffassung von Architektur und das unmittelbare und institutionalisierte Lehrer Schüler Verhältnis welches Wissensvermittlung und Traditionsbildung sichert und lenkt 31f In einer heuristischen Wendung kommt Bernhardt schließlich zu einem Analysemodell für die Untersuchung von Architekturschulen unter Anwendung dreier Strukturmerkmale Institution Auffassung und Vermittlung sowie zweier Querschnittsthemen Sichtbarkeit und Verortung 34f Diese machen es ihrer Meinung nach möglich sich dem Thema Architekturschule zu nähern Der darauf folgende Teil des Aufsatzbandes beinhaltet vier spezifische Beiträge zur Stuttgarter Schule aus der Feder von Klaus Jan Philipp Kerstin Renz Mark Escherich und Kerstin Zaschke und einen fünften allgemeinen Beitrag zur Geschichte der Stuttgarter Schule Gerade Philipp macht deutlich dass der Stuttgarter Schule und Paul Bonatz ebenso wie seinerzeit dem Bauhaus und Walter Gropius durchaus an einer Mythenbildung gelegen war 51 Renz Beitrag über den Neuanfang in den Nachkriegsjahren zeigt die Suche nach Orientierung anhand der Person Günter Wilhelms exemplarisch auf Mark Escherich überrascht in seinem Beitrag mit der Erkenntnis dass es in der sowjetischen Besatzungszone der späteren DDR eine Rezeption der Stuttgarter Schule gegeben hat Die anschließenden Beiträge reichen von der Weinbrenner Schule und der Berliner Schule des 19 Jahrhunderts bis in das 20 Jahrhundert beginnend mit der Braunschweiger Schule Dort lassen sich Kontinuitätslinien bis in

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  • Silvia Schlegel: Mittelalterliche Taufgefäße - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Dabei wird eine Auswahl möglicher Themenfelder Apostelreihen Gut Böse Schema Paradiessymbolik sowie die beiden traditionellen Taufdeutungen nach Paulus und Johannes exemplarisch anhand einzelner Fallbeispiele erörtert welche die summarischen Angaben innerhalb des Katalogteiles durch weiterführende und kontextualisierende Überlegungen ergänzen Vor allem die überzeugende Deutung des Bildprogramms des Taufbeckens von Limburg ist hier hervorzuheben S 291ff Da die Inschriften in einem separaten sehr kurzen Kapitel von den Bildprogrammen getrennt vorgestellt werden ab S 266 und auch die Angaben im Katalog nicht auf intermediale Bezüge verweisen blieb leider auch die kontextualiserende sowie intermediale Lesung oft aus Neben diesen inhaltlichen Ausführungen denen die grundlegende Differenzierung der Taufgefäße als stringentes Argumentationsmuster zu eigen ist liefert die Untersuchung ein umfassendes Inventar an Taufbecken die sich innerhalb der heutigen Staatsgrenzen Deutschlands erhalten haben Am Ende der Arbeit sind alle Taufgefäß bis um das Jahr 1500 listenartig mit kurzen Informationen zum verwendeten Material und zur Datierung sowie einer formalen Beschreibung aufgeführt Für die Untersuchung Schlegels die als zeitliche Eingrenzung das 11 Jahrhundert bis um 1300 angibt ist jedoch ein dieser Inventarliste vorangestellter Katalog mit einer Auswahl an 100 figürlichen Taufgefäßen grundlegend Die Auswahlkriterien des vorliegenden Katalogs für die Objekte dieses Zeitraumes sind im Einzelfall nicht immer nachvollziehbar Doch die präsentierten Taufbecken zählen zu den wichtigsten in der Arbeit besprochenen Artefakten und werden daher jeweils auf ein bis drei Seiten größtenteils mit Schwarz Weiß Abbildungen Literaturangaben Forschungsgeschichte Beschreibung und summarischer Deutung als Kurztext vorgestellt vgl S 26 Angesichts des beinahe unüberschaubaren Bestandes an erhaltenen Taufbecken liefert die Autorin damit ein umfassendes Inventar der Taufgefäße wobei sie die selektive Objektauswahl im Katalog durch die Inventarliste ergänzt Diese Objektsammlung kann auch weiteren Untersuchungen zu Taufbecken als einschlägige und unverzichtbare Grundlage dienen Einzig die Qualität einzelner Fotos im Katalog und die Beschränkung auf das heutige Staatsgebiet Deutschlands bleibt kritisch anzumerken da so vor allem die weitläufigen Verbreitungen und Handelswege von in großer Auflage produzierten Exporttaufbecken bspw Bentheim Namur vernachlässigt werden mussten und auch die möglicherweise die Objekte prägenden Zusammenhänge historisch verbundener Bistümer oder Regionen kaum dargestellt werden können Im Ganzen gesehen lassen vor allem die funktionstypologische Differenzierung der Taufbecken sowie auch die umfassende Materialsammlung die vorliegende Untersuchung zu einem unverzichtbaren Beitrag zur Erforschung mittelalterlicher Liturgiegeräte werden Schlegel hat im Besonderen die These der Ausdifferenzierung nach repräsentativen und alltäglichen Taufgefäßen stringent verfolgt und in den meisten Fällen überzeugend dargestellt soweit dies auf Basis der liturgischen wie historischen Quellen möglich erscheint Fraglich bleiben allein jene Fallbeispiele für welche die Autorin allein auf Basis kirchenrechtlicher Zusammenhänge von einer repräsentativen Ausgestaltung oder Inszenierung ausgeht obwohl entweder kein Taufgefäß erhalten oder eine zugehörige Taufanlage archäologisch nicht nachweisbar war bspw Lüttich St Adalbert oder Cappel bei Lippstadt Diese Schlussfolgerungen wären im Einzelfall kritisch zu überprüfen Denn es haben sich auch weniger repräsentative Taufgefäße im Kontext von Stifts oder Klosterkirchen erhalten bspw Köln St Aposteln Des Weiteren sind teilweise formal und ikonographisch identische Objekte sowohl in Pfarr als auch Stiftskirchen anzutreffen bspw Metelen oder Marienhafe oder theologisch komplexe Programme auch in Pfarrkirchen verwirklicht worden bspw Vellern Vor allem an

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  • Noémie Étienne: La restauration des peintures à Paris - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    52 Gleichzeitig verlor der mechanisch handwerkliche Teil der Bildträgermaßnahmen teilweise zelebriert wie ein Mysterium etwa bei der Leinwandübertragung S 191 gegenüber dem als künstlerisch genialisch verstandenen Bereich der Maloberflächenbehandlung immer mehr an Ansehen und Wert S 71f Restauratoren betätigten sich darüber hinaus als Autoren von Praxistraktaten und Experten in der Kunstgeschichte wobei sie hier bald von den Museumskuratoren in ihre Schranken gewiesen und zu lediglich ausführenden Händen degradiert wurden S 88 Der zweite Teil untersucht das sich wandelnde Verhältnis zu Materialität und Originalität der Werke selbst Actualiser les œuvres S 95 181 Was ein Kunstwerk ausmachte läßt sich an den Restaurierungsmaßnahmen ablesen Bei der Oberflächenbehandlung setzte sich ein Ideal der Reinigung durch jedoch ohne Altersspuren gänzlich zu eliminieren auch diese Differenzierung kam mit dem Museum zur Ausprägung S 98f Paradoxe Folge war die Patinierung von Gemälden im Kunsthandel um sie älter und damit wertvoller erscheinen zu lassen S 99f Damit einher ging der zunehmende Verzicht auf Trägerübertragung und Formatbeschneidung Bemerkenswert ist die Ansicht Etiennes daß die Restaurierung selbst ein neues Verhältnis zum Objekt herstellte und veränderte Normen provozierte anstatt theoretischen Überlegungen zu folgen Die Eingriffe etwa Reinigung und Formatwiederherstellung verliehen den Werken erst meinungsprägende Kraft S 180 Hinzu kamen detaillierte und widersprüchliche Diskussionen etwa um Retuschetechniken und Firnisrezepte die je nach Wahl dem Objekt eine gegensätzliche Erscheinung verleihen konnten Rezeption und Rekreation gingen so Hand in Hand S 133 Wichtigster Paradigmenwechsel war die Transformation der Kunstwerke hin zu Museumsobjekten womit ein Korpus von Kulturgut patrimoine geschaffen wurde S 181 271 War dabei in den 1770er Jahren eine Vorbildsammlung für französische Malereischüler das Ziel dienten die Werke nach 1789 zur Repräsentation der revolutionären Werte der befreiten Nation und Menschheit Befreit wurden auch die Objekte selbst sowohl durch das Reinigen und Aufarbeiten als auch durch ihre Funktionsänderung von Dekorations oder Ausstattungsstücken hin zu autonomen Zeugnissen menschlichen Könnens S 158 161 In ähnlicher Art erfuhren die Bilder eine Anthropomorphisierung Sie konnten durch mißlungene Retuschen oder Trägerübertragungen lebendig begraben oder durch geschickte Eingriffe wieder zum Leben erweckt werden S 114 Der dritte Teil nimmt das Publikum in den Blick die öffentliche Sichtbarmachung und Besprechung der Eingriffe Faire voire les tableaux restaurés S 183 263 Frisch restaurierte oder in Restaurierung befindliche Werke wurden schon vor der Revolution ausgestellt Doch gewann das Kollektivurteil nach 1775 an Bedeutung bedingt erst durch das Wachstum einer kennerschaftlichen Öffentlichkeit S 192f während etwa die Akademie an Bedeutung verlor Entsprechend änderten sich auch Preise und Wertvorstellungen Übermalungen wurden nun als wertmindernd betrachtet und in die Nähe von Fälschungen gerückt Übertragungen und Doublierungen dagegen bedeuteten Werterhöhung vor allem wenn sie durch prestigereiche Restauratoren ausgeführt wurden S 265 Die politischen Umstände des revolutionären Kunstraubes in Europa prägten auch die Diskussionen um die Restaurierung der Werke im Louvre Neben der Ideologie von Rettung und Verfügbarmachung der Werke verband sich damit auch ein Akt der Aneignung symbolisch etwa durch die Übertragung vom alten italienischen Holzträger auf eine neue französische Leinwand als auch ökonomisch indem der Besitzanspruch an die Investition zur Erhaltung und Restaurierung geknüpft wurde

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