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  • Bernd A. Stiegler (Hg.): Texte zur Theorie der Fotografie - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    sondern auch in den Quellentexten wieder auftauchen Die darin behandelten Aspekte betreffen z B die Fotografie als Spur des Realen 74 die Fotografie als Reflexionsmedium 22 23 oder auch die Fotografietheorie als Wahrnehmungsgeschichte 158 Zwar werden in der Vorbemerkung die wichtigsten Fragestellungen und Probleme innerhalb der Fotografietheorie benannt Stiegler verzichtet aber weitestgehend darauf sie mit weiterführenden Literaturhinweisen zu fundieren Auch die knappe Bibliographie im Anhang 362 367 gleicht diesen Mangel nicht aus So fehlt z B hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Kunst und Fotografie der Verweis auf Aaron Scharfs Art and Photography und bezüglich des reflexiven Charakters der Fotografie hätte sich ein Hinweis auf Karlheinz Lüdekings Text Vierzehn Beispiele fotografischer Selbstreflexion anerboten Wenn Stiegler über die vielfältigen Gebrauchs und Distributionsweisen der Fotografie spricht so hätte auch eine Fußnote zu Matthias Bruhns grundlegender Studie Bildwirtschaft Verwaltung und Verwertung der Sichtbarkeit nicht fehlen dürfen 5 Die Zusammenstellung der 26 Texte ist rundum geglückt Auch die Gliederung der Texte in die sechs Abschnitte leuchtet ein und bietet einen guten Überblick über die wesentlichen fototheoretischen Diskurse Am besten gelungen ist vielleicht die Textauswahl für die Themenblöcke Fotografie und das Reale Fotografie und Wahrnehmung sowie Fotografie und Gesellschaft Allerdings wäre es sinnvoll gewesen wenn Stiegler die Wahl seiner Blöcke ausführlicher begründet hätte denn aus der Vorbemerkung wird nicht ganz klar warum gewisse Themenbereiche wie z B Fotografie und Reproduzierbarkeit Dokumentarische vs inszenierte Fotografie oder Identität und Ähnlichkeit in der Fotografie sowie Fotografie und Propaganda ausgespart wurden Eine weitere Schwäche des Bandes sind Stieglers oftmals zu unspezifisch geratenen Einleitungen zu den einzelnen Abschnitten Hier wären differenziertere Analysen der doch sehr heterogenen Beiträge wünschenswert gewesen da dies ihre Verständlichkeit stark erleichtert hätte Leser die weniger gut informiert sind über einzelne Autoren sind daher gezwungen neben Stieglers Band noch andere fototheoretische Darstellungen zu konsultieren 6 Die Mehrzahl der im Sammelband enthaltenen Texte wurde für die vorliegende Publikation gekürzt Bei Charles Sanders Peirces Beitrag Die Kunst des Räsonierens 1893 hätte sich jedoch ein Abdruck des gesamten Aufsatzes gelohnt Liest man nämlich den gekürzten Text könnte dies zu Missverständnissen über den Peirceschen Beitrag zur Fotografietheorie führen Peirce war kein genuiner Fotografietheoretiker sondern er benutzte die Fotografie lediglich als ein Beispiel neben zahlreichen anderen in seiner triadischen Zeichentheorie Nicht ganz nachvollziehbar ist zudem die Aufnahme von Jean Baudrillards Beitrag Denn die Illusion steht nicht im Widerspruch zur Realität 1998 in den vorliegenden Sammelband Baudrillard spricht in seinem Text lediglich von Bildern aber nie von Fotografien Es bleibt daher ungewiss was Baudrillard mit Bildern überhaupt meint und welche Rolle Fotografien für seinen Bildbegriff spielen Zudem ist dieser voraussetzungsreiche Text in Stieglers Einleitung weitgehend unterbelichtet und wird deshalb für eine Leserschaft die mit der Simulationsdebatte der 1980er Jahre nicht vertraut ist unverständlich bleiben müssen Für eine Anthologie zur Theoriegeschichte der Fotografie hätten sich hier sicherlich auch zugänglichere Texte von Baudrillard finden lassen 7 Im letzten Abschnitt zur Fotografie im digitalen Zeitalter ist unverständlicherweise lediglich ein einziger Quellentext nämlich derjenige von Peter Lunenfeld zu finden Gerade die Diskussion zur digitalen Fotografie die in den letzten

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/358 (2016-02-12)
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  • Wolfgang Kemp: Architektur analysieren - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Giulio Romano und Giuseppe Terragni trennt folglich nur eine Seite S 70f nicht vier Jahrhunderte Bestimmte Termini oder analytische Konzepte z B Der architektonische Raum Kap 3 S 115 166 werden dagegen als historisch bedingte Sichtweisen vorgestellt deren Gegenstand vor 1890 zwar bereits vorhanden aber noch nicht als Kategorie der Beschreibung definiert war vielleicht ist dieses das am meisten abgerundete überzeugendste Kapitel des gesamten Werks Ein echter Mangel des Buches liegt in seiner durchgehenden formalen Nach Lässigkeit Ein sorgfältigeres Lektorat hätte manchen Fehler oder Widerspruch vermeiden können der Architekturinteressierte nicht unbedingt am Nachvollzug des jeweiligen Gedankengangs hindern dürfte aber eher in einem schnell redigierten Vorlesungsskript als einem dauerhaften und nicht ganz preisgünstigen Hardcoverbuch zu entschuldigen wäre 11 Ähnliches gilt für die nur sehr allgemein benannten Abbildungen So ist der auf der letzten Seite gegebene pauschale Hinweis Alle weiteren Abbildungen stammen aus Publikationen die im Text bzw in den Fußnoten erwähnt werden in Zeiten verschärfter Bildrechtsfragen nur als Chuzpe zu bewerten und lediglich dann zur Nachahmung zu empfehlen wenn man sich notorisch auf ein weit ausgelegtes Zitatrecht hier freilich ohne Einzelnachweise berufen möchte Da alle SW Abbildungen des 17 x 25 cm messenden Bandes maximal eine Viertelseite umfassen reduziert sich der Informationsgehalt mancher Briefmarke auf die Funktion einer Gedächtnisstütze 12 In wenigen Fällen betreibt Kemp explizite Abbildungskritik 13 oder reflektiert die Bedeutung bestimmter bewusst eingesetzter graphischer Darstellungsmodi für die Präsentation von Bauwerken in Publikationen 14 Staunenswert und überaus anregend ist die geradezu enzyklopädische Belesenheit des Autors der vom Reiseführerauszug über den Zeitschriftenaufsatz den klassischen Text der Architekturtheorie z B Alberti Schinkel Venturi und Kunstgeschichte z B Schmarsow Sedlmayr zweimal auch Kemp bis zu aktuellen Dissertationen alle nur denkbaren Textgattungen zu seinem Thema heranzieht und weitgehend gleichwertig als Material auswertet Wer aufmerksam die Fußnoten studiert wird die Lektüre mit einer langen Liste von bisher nicht bekannten aber offensichtlich lohnenden Literaturhinweisen beenden Hierbei sind mehrheitlich deutschsprachige aber auch zahlreiche fremdsprachige bevorzugt angelsächsische Texte Zitate dankenswerterweise in Übersetzung berücksichtigt Ein roter Faden und Hauptbezugspunkt der Argumentation liegt in der Architekturtheorie der klassischen Moderne und Postmoderne die Wolfgang Kemp mit oft scharfzüngigen kritischen das innere Engagement verratenden Worten seziert 15 So beginnt das 5 Kapitel über die Fassade S 219 264 mit der Negation dieser Formgelegenheit in der Moderne eine virtuose aber auch verwirrende Volte denn erst auf S 235 wird Eine Definition der Fassade nachgereicht Nicht immer zwingend und manchmal beliebig erscheint die Zuordnung der Beispiele und Fragestellung zu einem bestimmten Kapitel genauso gut hätte dieser Aspekt jener Bau unter einer anderen Überschrift verhandelt werden können So fragt man sich warum die ohne Zweifel körperhafte Außenansicht romanischer Großbauten mit dem Beispiel des Doms von Modena im Kap 2 Die architektonische Einheit S 89ff statt unter Kap 6 Der architektonische Körper oder Kap 5 Die Fassade vorgestellt wird Dem Autor geht es eben nicht um scharf getrennte Kategorien und genau definierte Begrifflichkeiten sondern eher um den Erkenntnisweg des Analysierens selbst Ein diskursiv argumentativer Prozess der mäandernd durch die Maßstäbe Epochen Textsorten Baugattungen und Fragestellungen geführt

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/268 (2016-02-12)
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  • Jennifer Montagu: Antonio Arrighi. Silversmith and Bronze Founder in Baroque Rom - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    sich die offensichtlich gesondert geführten Unterlagen nicht erhalten zu haben scheinen oder aber weil es sich um Werkgruppen aus jenen wenigen Jahren handelt in denen die Aufzeichnungen lückenhaft sind Ergänzt werden die akribischen aber nicht immer inspirierten Einträge der Werkstattbücher von Briefen die den Entstehungsprozess über die nüchterne Buch und Rechnungsführung hinaus mit Leben füllen Dieser Dokumententeil nimmt auf rund 250 Seiten die gesamte zweite Hälfte des Buches ein das in seinem ersten Teil von einem langen Essay eingeleitet wird in dem die Protagonisten Antonio Arrighi der Vater Francesco und der Bruder Agostino Autor der Werkstattbücher ebenso eingeführt werden wie einzelne Werkstattmitarbeiter und Auftraggeber Und natürlich werden in diesem Teil auch die wichtigsten Werke selbst besprochen sowohl die erhaltenen als auch die nicht erhaltenen Zu den erhaltenen Objekten zählt beispielsweise ein Tabernakel in Montecassino das einen Prototypen in S Andrea al Quirinale variiert dazu zählen ebenfalls Teile der Ausstattung der Kapelle des Hl Philipp Neri in S Maria in Vallicella wo Arrighi auch Eingriffe an Ciro Ferris Tabernakel vornahm Erhalten hat sich auch der nach dem Vorbild der kolossalen Apostelstatuen im Langhaus der Lateransbasilika geschaffene Apostelzyklus zuzüglich einer Marienstatue für die Kathedrale in Malta ferner mehrere in den Büchern unerwähnt gebliebene Bronzereliefs SS Vincenzo und Alessandro in Bergamo die qualitätvolle möglicherweise nach einem Stich Pier Leone Ghezzis geschaffene Figur des hl Josef mit Kind in Montecassino eine Reliquienbüste des Hl Philipp Neri in Sant Elpidio a Mare bzw zwei sonderbar nordalpin anmutende Reliquienbüsten heiliger Bischöfe in einer Privatsammlung In einer Privatsammlung befindet sich von der Hand Antonio Arrighis auch ein stupendes Silberrelief mit der Verkündigung Mariae Erwähnung verdient schließlich noch die zuletzt verschiedentlich auf Ausstellungen gezeigte Hl Palazia die aus der Sammlung Zeri an die Accademia Carrara gelangt war Von einzelnen Kelchen Monstranzen Tabernakeln Reliquiaren Bischofskrümmen oder Kerzenleuchtern soll an dieser Stelle gar nicht erst die Rede sein Nicht erhalten hat sich leider der vielleicht spektakulärste Auftrag dessentwegen Antonio Arrighi sich von 1728 bis 1732 eigens in Florenz niederließ ein für die Sé Patriarcal in Lissabon vom portugiesischen König Johannes V in Auftrag gegebenes Ensemble bestehend aus sieben monumentalen silbervergoldeten jeweils unterschiedlichen Kerzenleuchtern und einem über 3m hohen mit 60 rund 30cm großen Figuren versehenen Kruzifix desselben Materials das erklärtermaßen die Konkurrenz mit der entsprechenden Garnitur in St Peter aufnehmen sollte Dem verheerenden Erdbeben von 1755 zum Opfer gefallen hat sich davon immerhin eine 1732 in Florenz im Druck erschienene sehr ausführliche Beschreibung von Benvenuto Benvenuti erhalten die sich im Annex des Buches S 171 179 wiedergegeben findet In ihren Dimensionen bescheidener in Material und Ausführung wohl aber durchaus vergleichbar dürften Antonio Arrighis Anteile an der ebenfalls von Johannes V in den 1740er Jahren in Auftrag gegebenen Ausstattung der Kapelle des Hl Geistes und Johannes des Täufers in São Roque in Lissabon sein die sich nur deshalb erhalten haben weil die Kirche dank ihrer Lage das Erdbeben überstanden hat Zu diesem Komplex ist obendrein auch die Entstehungsgeschichte durch mehrere Zeichnungen verhältnismäßig gut dokumentiert und entsprechend gründlich aufbereitet Umso mehr hätte

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/274 (2016-02-12)
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  • Kristina Kratz-Kessemeier: Kunst für die Republik - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    miteinander betrachtet und zueinander in Beziehung gesetzt In ihrem Hauptteil beleuchtet die Arbeit auf mehr als 300 Seiten für das Jahrzehnt zwischen 1921 und 1932 die großen kunstpolitischen Handlungsstränge des Ministeriums Kratz Kessemeier gelingt dabei eine inhaltlich klar gegliederte gut lesbare Analyse des ministeriellen Wirkens gegenüber den institutionalisierten Bereichen wie auch den Kunstakademien und Museen Ebenso untersucht werden die Anstrengungen des Ressorts das Verhältnis von Kunst und Volk durch neue Bildungskonzepte und Popularisierungsmodelle auf eine breite Basis zu stellen sowie die zeitgenössische deutsche Kunst durch neue Formen der Künstlerhilfe und eine staatliche wie private Ankaufs und Auftragspolitik zeitgemäß zu fördern Schwerpunkte der ministeriellen Arbeit in den zwanziger Jahren waren die Modernisierung der hauptstädtischen Akademie der Künste die grundlegende Reform der Künstlerausbildung der internationale Kulturaustausch eine sozialpolitisch ausgerichtete Förderung von Kunst und Künstlern sowie ganz wesentlich die Fertigstellung der Bauarbeiten am Berliner Pergamonmuseum Dabei auftretende Konflikte mit dem immer noch einflussreichen früheren Generaldirektor der jetzt Staatlichen Museen zu Berlin Wilhelm v Bode einerseits sowie Auseinandersetzungen mit Akademiepräsident Max Liebermann um die Zusammensetzung der Ankaufskommission der Nationalgalerie andererseits offenbarten dass der demokratisch verfasste preußische Staat und sein Kultusministerium sich nicht mehr nur als administrativer Sachwalter und Förderer der Künste verstanden Vielmehr machten die Kontroversen unmissverständlich deutlich dass man im preußischen Kultusministerium jetzt den Anspruch erhob das Kunst und Museumsleben im Interesse der Künste auch politisch und inhaltlich mit zu gestalten Für die über 13 Jahre lang agierende Reihe der demokratisch legitimierten preußischen Kultusminister von Konrad Haenisch über Carl Heinrich Becker und Otto Boelitz bis hin zu Adolf Grimme werden Kontinuitätslinien in der Kunstpolitik ebenso plausibel herausgearbeitet wie auch die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen die Inflation Währungsstabilisierung und Weltwirtschaftskrise und die sich dadurch ändernden sozialen Rahmenbedingungen erzwangen Anders als in der vorangegangenen knapp 100 jährigen Geschichte der Kunstpolitik des preußischen Staates 1 verfolgte dieser nach dem November 1918 eine dezidiert konzeptionelle Kunstpolitik die auf eine pädagogisch intendierte Heranführung der Bevölkerung an die Künste abzielte Dem preußischen Kultusministerium als Behörde ist es dabei in achtenswerter Weise gelungen deutschnationale und später nationalsozialistische Angriffe auf die Moderne abzuwehren und das hohe Gut der Kunstfreiheit tatsächlich bis 1932 als den Lebensnerv seiner Politik wach zu halten Preußen hat mit seiner Kunstpolitik zwischen 1918 und 1932 den Beweis erbracht so der Grundtenor der Studie dass der Staat durchaus Kunst und Künstler ohne Bevormundung Gängelung und Ausgrenzung wirkungsvoll fördern und dabei gleichzeitig für die bestehende Staatsform eintreten kann Es war allein die Finanzsituation durch die sich das Ministerium letztendlich in seinem Willen die noch junge parlamentarische Demokratie mit Hilfe der Kunstpolitik verteidigen zu wollen gehindert sah Die Studie ist in einem ebenfalls umfänglichen Anhang mit mehreren Übersichten unter anderem zur kulturministeriellen Künstlerbeihilfe zur Auftrags und Ankaufstätigkeit zur Prämierung von Künstlern sowie zum Kunstetat des Ministeriums ausgestattet Als wahrlich hilfreich in dem umfangreichen Werk erweisen sich die konkret gehaltenen Kolumnentitel sowie die präzisen Querverweise auf andere Teilkapitel Bedauerlich ist es dass im Text mehrfach Feststellungen getroffen bzw Wertungen vorgenommen werden deren Beweisführung dann nur in den Anmerkungen erfolgt wofür die Schilderung der

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/3 (2016-02-12)
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  • Robert Suckale: Die Erneuerung der Malkunst vor Dürer - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Der zweite Teil widmet sich Hans Pleydenwurff und seiner Werkstatt Bd 1 S 103 212 der dritte Martin Schongauer und den Nachfolgern des Hans Pleydenwurff Bd 1 S 215 289 der vierte untersucht Wolfgang Katzheimers Werkstatt und Nachfolger Bd 1 S 291 359 In diesen zentralen Abschnitten verbirgt sich eine ungeheure Arbeit und ein staunenerregender logistischer Aufwand denn die Bestände sind auch heute noch unwahrscheinlich reich trotz aller Verluste Die Studie bietet aber nicht einfach lange Reihen von isolierten Katalognummern sondern echte Gruppen weshalb sich tatsächlich eine Zusammenschau ergibt Daher kann man diesen Text auch wirklich im Zusammenhang lesen und zwar mit echtem Vergnügen Suckale behauptet nämlich nicht einfach sondern er begründet immer was er schreibt und er argumentiert dabei auf eine eminent kunsthistorische Weise mit den Bildern selbst Da er eben immer begründet kann Suckale viel wagen So setzt er etwa Schongauer in Beziehung zu Hans Pleydenwurff und er rekonstruiert einen Nürnberger Aufenthalt Schongauers woraus er sogar eine persönliche Beziehung Schongauers zu Vater und Sohn Dürer ableitet Das würde nämlich u a erklären wieso sich Zeichnungen des jungen Schongauer im Besitz Dürers befanden bes Bd 1 S 215 219 Aus der Menge der dargebotenen Informationen sei noch eine kleine Sensation herausgegriffen nämlich die Zuschreibung einer Zeichnung an Hans Pleydenwurff Bd 1 S 115 119 Es handelt sich um ein Amsterdamer Blatt das zwei Frauenbüsten zeigt Es wäre zweifellos interessant diese Federzeichnung mit der in Erlangen befindlichen farbigen Studie kämpfender Vögel zu vergleichen die Stephanie Buck ungefähr zeitgleich ebenfalls an Hans Pleydenwurff gegeben hat Stephanie Buck Guido Messling und Iris Brahms Zeichnen vor Dürer Die Zeichnungen des 14 und 15 Jahrhunderts in der Universitätsbibliothek Erlangen Hg von Hans Dickel Petersberg 2009 S 104 108 Besonders die beiden skizzierten behelmten Köpfe die sich auf der Rückseite des Erlanger Blattes befinden bieten vielleicht Vergleichsmöglichkeiten zur Amsterdamer Zeichnung In den folgenden Abschnitten werden jeweils thematische Schwerpunkte gesetzt der Bezug zu den Hauptwerkstätten bleibt jedoch erhalten Im Mittelpunkt des Interesses steht immer deren Innovationskraft Diese zeigt sich nicht zuletzt in der Landschaftsmalerei die gern als Hintergrund verwendet wird Weiterführend sind hier sicher besonders die Passagen in denen Suckale die Landschaft als Bedeutungsträger zeigt die auf das inhaltliche Hauptgeschehen kommentierend reagieren kann Dem entspricht es wenn immer wieder Formeln benutzt werden vgl z B Bd 1 S 384 Nicht selten wird dabei die Landschaft auch zu einem locus amoenus der etwas überspitzt gesagt für Humanismus und Renaissance steht Das verhindert jedoch nicht die Darstellung von Industrieanlagen d h vor allem von damals hochmodernen Mühlen Fast ein wenig versteckt findet sich hier auch eine Zuschreibung an Dürer Bd 1 S 389 391 Es handelt sich um den Landschaftshintergrund von Michel Wolgemuts Ständetafel in der Nürnberger Lorenzkirche Obwohl die Zuschreibung eines Frühwerkes besonders schwer plausibel zu machen Bd 1 S 390 ist wiegen die Argumente Suckales schwer in erster Linie der Verweis auf Formeln die auch der spätere Dürer verwendete Außerdem ist der Brauch Werkstattmitglieder Hintergründe ausführen zu lassen bestens belegt Was sollte der junge Dürer sonst

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/338 (2016-02-12)
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  • Florence Chantoury-Lacombe: Peindre les maux - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    of the author s doctoral thesis is much more than a descriptive inventory In fact Chantoury Lacombe has several other aims in mind The most urgent perhaps is calling for a radical change in the way art historians look at Renaissance paintings and write about them In particular the author criticizes repeatedly the naturalistic prejudice that interprets works of art this is especially true for depictions of illnesses as these have a scientific aura as mere reproductions of reality Here the question is more what an image does and how it does what it does than just what it shows and whether it corresponds to some external historical reality In this sense Chantoury Lacombe relies on a tradition both highly important and desperately marginal in French art history the heritage of EHESS art historians Louis Marin Georges Didi Huberman and Daniel Arasse she does not hesitate to usefully cite other important French intellectuals such as Derrida Kristeva or Foucault who would be considered irrelevant and heretic in normal iconographical studies She reads anthropologists semioticians and philosphers and not just previous art historians and the result is a highly interdisciplinary work Images for Chantoury Lacombe are what she calls l image methexis 3 a network of forces and energies sometimes opposed here to l image mimesis In itself this idea has already been brought up but in the context of health and illness it is extremely useful It is combining the post modern interest in the body and corporeality with early modern canonical artworks Moreover Chantoury Lacombe analyzes the sophisticated play on showing and hiding that Renaissance images of illnesses and infirmities so often activate after all they are bound by the contradictory requirements of decorum and truth of piety and beauty and they ingeniously treat their subject matter in ways that satisfy all of these norms A particularly interesting aspect of the book is the detailed formal analyses showing us how supposedly random artistic choices can create meaning and affect After all if art history has one important task it would be that to demonstrate that form and content are impossible to distinguish What Chantoury Lacombe tries to uncover is a different visibility or how these images instead of obeying the binary oppositions of visibility invisibility the figurable vs the unspeakable create a novel original way of showing A striking example analyzed at length is Tintoretto s St Roch Healing the Plague Victims or St Roch in the Hospital from the San Rocco church in Venice The author shows how the work conflates the bodily stain that is one of the disease s symptoms effaced by the form giving gesture of the cross and the figurative power of painting itself The result of the Saint s gesture is echoed by the mysterious absence of color from part of the depicted floor In a different part of the book it is shown how the complex axial structure of the same image is creating a temporally entangled trajectory of spectatorship Yet another

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/388 (2016-02-12)
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  • ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    déc 2006 Georgen Theresa Muysers Carola Hrsg Bühnen des Selbst Zur Autobiographie in den Künsten des 20 und 21 Jahrhunderts Kiel Muthesius Kunsthochschule 2006 Reviewed by Anja Herrmann 5 déc 2006 Marin Louis Das Porträt des Königs Berlin diaphanes 2005 Reviewed by Horst Bredekamp 4 déc 2006 Baas Jacquelynn Smile of the Buddha Eastern philosophy and Western art from Monet to today Berkeley Calif u a University of California Press 2005 Reviewed by Herbert R Hartel 30 nov 2006 Nees Georg Generative Computergraphik Berlin Vice Versa Verlag 2006 Reviewed by Christoph Klütsch 3 nov 2006 Deiters Maria Kunst um 1400 im Erzstift Magdeburg Studien zur Rekonstruktion eines verlorenen Zentrums Berlin Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft 2006 Reviewed by Dirk Schumann 26 oct 2006 Schrader Monika Laokoon eine vollkommene Regel der Kunst Ästhetische Theorien der Heuristik in der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts Winckelmann Mendelssohn Lessing Herder Schiller Goethe Hildesheim u a Georg Olms Verlag Weidmannsche Verlagsbuchhandlung 2005 Reviewed by Christoph Schmälzle 13 oct 2006 Magnago Lampugnani Vittorio Hrsg Vom Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur zeitgenössischen Stadt Berlin Gebr Mann Verlag 2005 Reviewed by Ulrike Sturm 30 sept 2006 Hudson Wiedenmann Ursula Schmeichel Falkenberg Beate Hrsg Grenzen überschreiten Frauen Kunst und Exil Würzburg Verlag Königshausen Neumann 2005 Reviewed by Burcu Dogramaci 29 sept 2006 Bergermann Ulrike Hrsg Überdreht Spin doctoring Politik Medien Bremen thealit Verlag 2006 Reviewed by Kerstin Brandes 28 sept 2006 Heise Carl Georg Persönliche Erinnerungen an Aby Warburg Wiesbaden Harrassowitz Verlag 2005 Reviewed by Mark Russell 25 sept 2006 Orchard Karin Schulz Isabel Hrsg Kurt Schwitters 1905 1922 Ostfildern Ruit Hatje Cantz Verlag 2000 Reviewed by Ines Katenhusen 16 sept 2006 Dückers Rob Roelofs Pieter Bakker Boudewijn Limburg Herman Limburg Paul Hrsg Die Brüder van Limburg Nijmegener Meister am französischen Hof 1400 1416 aus Anlass der Ausstellung

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  • Aby Warburg: Werke - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Mnemosyne Atlas sind wie es bereits das Titelblatt annonciert auf der Grundlage der Manuskripte und Handexemplare herausgegeben und kommentiert worden Damit ist die Ausgangsidee eine Art Lesebuch für Studierende zusammenzustellen in eine Ausgabe mit editionskritischem Anspruch verwandelt worden ohne dass die beiden apostrophierten Publika die Warburg Einsteiger auf der einen und die Warburg Forscher auf der anderen Seite aus dem Blick geraten wären Ob jedoch diese Doppelfunktion erfüllt wird wird sich mit der Zeit erweisen In mancher Hinsicht werden die Warburg Texte durch die diversen Kommentar und Anmerkungsebenen recht stark in die Zange genommen das heißt von Sekundärtexten die man vielleicht besser in einem Anhang oder zweiten Teil hätte kumulieren können umstellt Ob das den Zugang eines Debütanten erleichtert steht dahin Hilfreich sind die recht ausführlichen Einführungen zu den sieben Kapiteln allemal selbstverständlich auch die Übersetzungen der fremdsprachlichen Zitate von denen Warburg in seinen Texten und Anhängen häufig Gebrauch macht ebenso wie die Wort und Sacherläuterungen oder das Register der Eigennamen Nur ein Sachindex fehlt Da Warburgs Schriften der wissenschaftlichen Seite nach hoch spezialistisch sind bedarf es der Erläuterungen Darüber hinaus hat der Hamburger Gelehrte auch mit den Worten im besten demnach schöpferischen Sinn gespielt und gerungen um die Sachverhalte die ihm wichtig waren möglichst treffend das heißt nicht selten auch in Neologismen oder eindringlichen Sprachbildern auf einen Begriff zu bringen Auch in diesem Punkt versteht sich nicht alles von selbst so dass Hinweise angelegen sind Auch der Forschung mag der Band mit seinen jeweils aus den Manuskripten und Handexemplaren erhobenen Annotationen und Ergänzungen ohne Frage willkommen sein Das Fortlassen des umfang und inhaltsreichen Apparates den Bing und Saxl ihrer Ausgabe beigesteuert haben und der nicht nur kluge Zusätze der Herausgeber sondern in erster Linie auch spätere Ergänzungen Warburgs enthält irritiert jedoch In der Einleitung heißt es eher lapidar dass auf eine Diskussion der Forschung selbst bewusst verzichtet werde weil in einer Edition der Texte diese selbst sprechen sollen Heißt das aber auch dass man die Annotationen von 1932 als Ballast abwerfen kann Um nur ein Beispiel dafür zu geben was da alles ausgeklammert wird Unter den Zusätzen zum Luther Aufsatz findet sich unter anderem der Hinweis auf den berühmten Holbein Holzschnitt der Luther als Hercules Germanicus zeigt Diese Notiz aber zugleich auch die in der alten Ausgabe im Anhang beigegebene Illustration ist entfallen und damit eine zentrale Position in der Diskussion um die sogenannten Kampfbilder des Reformators In einer Leseausgabe wie sie über den Titel Werke in einem Band assoziiert werden könnte mag das angehen in einer wissenschaftlichen Ausgabe nur schwer Insofern ist die Focussierung auf zwei Leserschaften auch eine Crux der vorliegenden Ausgabe So wird man insbesondere auch fragen müssen wie sinnvoll es ist den drei dokumentierten Vorträgen zum Komplex des Schlangenrituals nicht eine einzige Abbildung beizugeben In jedem Fall handelt es sich um lichtbildgestützte Vorträge Nicht zufällig lautet einer der Titel explizit Bilder aus dem Gebiet der Pueblo Indianer aber auch die beiden anderen Vorträge bestehen in allererster Linie aus Kommentaren zu einer Vielzahl von Bildern die

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