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  • ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Hecht 8 févr 2006 Fischer Leonhardt Dorothea Hrsg Die Gärten des Bauhauses Gestaltungskonzepte der Moderne Berlin Jovis Verlag 2005 Reviewed by Susanne Schindler Reinisch 30 janv 2006 Kahsnitz Rainer Bunz Achim Hrsg Die großen Schnitzaltäre Spätgotik in Süddeutschland Österreich Südtirol München Hirmer Verlag 2005 Reviewed by Ralf Dorn 19 janv 2006 Göckede Regina Adolf Rading 1888 1957 Exodus des Neuen Bauens und Überschreitungen des Exils Berlin Gebr Mann Verlag 2005 Reviewed by Markus Schmitz 10 janv 2006 Schmidt Siegfried J Hrsg Medien und Emotionen Münster LIT Verlag 2005 Reviewed by Hans J Wulff 19 déc 2005 Liebelt Udo Metzger Folker Hrsg Vom Geist der Dinge Das Museum als Forum für Ethik und Religion Dokumentation der Fachtagung Vom Geist der Dinge das Museum als Forum für Ethik und Religion 28 bis 30 Oktober 2004 in Dresden Bielefeld Transcript Verlag für Kommunikation Kultur und soziale Praxis 2005 Reviewed by Maren Ziese 14 déc 2005 Bock Sebastian Ova struthionis Die Strausseneiobjekte in den Schatz Silber und Kunstkammern Europas Freiburg im Breisgau Selbstverlag 2005 Reviewed by Philippe Cordez 5 déc 2005 Majetschak Stefan Hrsg Bild Zeichen Perspektiven einer Wissenschaft vom Bild München Wilhelm Fink Verlag 2005 Reviewed by Jan von Brevern Carolin Behrmann 30 nov 2005 Bork Robert Great Spires Skyscrapers of the New Jerusalem Kölner Architekturstudien 2003 Reviewed by Achim Timmermann 29 nov 2005 Hensel Thomas Köstler Andreas Hrsg Einführung in die Kunstwissenschaft Berlin Dietrich Reimer Verlag 2005 Reviewed by Jan von Brevern 17 nov 2005 Bätzner Nike Hrsg Kunst und Spiel seit Dada Faites vos jeux 10 Juni 23 Oktober 2005 Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz 17 Dezember 2005 29 Januar 2006 Akademie der Künste Berlin 12 Februar 7 Mai 2006 Museum für Gegenwartskunst Siegen Ostfildern Ruit Hatje Cantz Verlag 2005 Reviewed by Thorsten Tynior 13 nov 2005 Sachs Hombach Klaus Hrsg Bildwissenschaft Disziplinen

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  • Christine Tauber: Manierismus und Herrschaftspraxis - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    natürlich bereits an dieser Stelle eine zentrale Problematik deutlich Der Betrachter bleibt von den Arcana Regis weitgehend ausgeschlossen Das Modell Franz I eignete sich jedenfalls nicht für eine europaweite Rezeption wie später das Modell Ludwig XIV Der unberechenbare König der sich immer neu und anders zeigt erscheint dadurch gleichsam als ein Rex artifex und erweist sich als überlegener und moderner Herrscher Hierin erkennt Christine Tauber eine Besonderheit der Kunstpatronage des Königs wie sie im fünften Kapitel darlegt S 131 193 Konkret liefert sie Fallstudien u a zu Rosso Fiorentinos Gemälde Mose verteidigt die Töchter des Jethro Sie interpretiert das Bild als Entréebillet des Künstlers bei Hofe ein Gedanke der bisher analytisch noch nicht durchgeführt wurde der aber wesentlich dazu beiträgt die Charakteristika des Bildes zu verstehen Breiten Raum nimmt ferner die Saliera Benvenuto Cellinis ein sowie dessen weitere Projekte für Franz I In der von Franz I geübten Form von Kunstpatronage kam es zu einer Reziprozität der Abhängigkeiten zwischen Auftraggeber und Künstler Der König braucht grenzüberschreitende autonome Künstler will jedoch die Deutungshoheit über die für ihn geschaffenen Werke behalten und kann letztlich nur allein souverän sein Der Bruch mit Cellini war also von Anfang an programmiert da dieser die Reziprozität der Abhängigkeiten nicht respektierte während Rosso die innere Struktur der neuen Verhältnisse besser erkannt hatte Der sechste große Abschnitt S 195 289 widmet sich der Grande Galerie in Fontainebleau in der nicht nur die Ideale des Königs besonders deutlich zur Geltung kommen sondern die überhaupt sein wichtigstes Kunstprojekt war das immer wieder ganz unterschiedlich gedeutet wurde Logisch schließt sich dieses Kapitel an die vorangegangenen an da hier Kunst Politik und Patronageverhältnis zu den ausführenden Künstlern zusammenhängend dargeboten werden können ebenso der italienische Kulturtransfer Besonders wichtig dürfte der überzeugende Besichtigungsvorschlag sein den die Verfasserin macht S 206 230 Bis heute erweist sich ja ein Besuch der Galerie durchaus als intellektuelle Überforderung des Betrachters Nicht zuletzt weil die italienischen Vorbilder transformiert und z T auch persifliert und ironisiert werden vor allem aber weil ein einheitlicher Concetto verweigert wird Diese Verweigerung verstanden als programmatische Programmlosigkeit bot dem König die Möglichkeit seine autoritative Deutungshoheit zu wahren Und das hat er tatsächlich getan nutzte er doch die Galerie um hier Besucher zu empfangenen denen er stundenlang die Darstellungen an den Wänden erläuterte Man hat mit gutem Grund angenommen die Anlage sei vor allem für den Besuch Karls V bestimmt gewesen den der König tatsächlich am 25 Dezember 1539 durch die Galerie führte Der Kaiser war nicht beeindruckt Die Mittel die italienischen Vorbilder zu überbieten waren vielfältig und nicht unproblematisch Das gespiegelte Zitat das seinerseits ein anderes Zitat zitiert wird eben nicht von jedermann verstanden Besonders deutlich wird die Komplexität der Galerie bei den metamorphotischen Spiegelungen die ein Höchstmaß an Gelehrtheit und ein großes Bildgedächtnis erfordern Dafür bieten sie aber auch die Möglichkeit sich an der eigenen Erkenntnis zu erfreuen Der König konnte hier seine eigenen Kenntnisse glänzen lassen und unangenehme Fragen hatte er als Meister des Spiels nicht zu befürchten Karl V der die direkte

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  • C. Bohlmann, Th. Fink, Ph. Weiss (Hg.): Lichtgefüge des 17. Jahrhunderts - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Obwohl sich einige Ähnlichkeiten zwischen den theoretischen Reflexionen über das Licht und seiner künstlerischen Darstellung finden lassen scheinen diese mitunter wohl die Folge des spezifischen Erkenntnisinteresses zu sein weswegen beide Autoren einräumen dass die dargelegten Beziehungen im Quellenmaterial nicht explizit vorlägen ja im Falle von Huygens auch keine wechselseitigen Einflüsse von Optik und Kunst nachweisbar seien Die damit nahegelegte Autonomie von naturphilosophischer Optik und künstlerischen Lichtdarstellung gegenüber einer rückhaltlosen wechselseitigen Einflussnahme scheint die kategorialen Grenzziehungen zu bestätigen die der Philosoph Thomas Leinkauf in seiner Darstellung der Implikationen des Begriffs Licht in der frühen Neuzeit vornimmt Der wissenschaftliche Licht Begriff der Frühen Neuzeit so Leinkauf koppelt sich grundsätzlich von den anderen Dimensionen desselben Begriffes ab 94f Wobei Leinkauf eine Wissenschaft im Auge hat die sich wesentlich durch eine Geometrisierung ihrer Gegenstände auszeichnet weswegen Autoren wie Franceso Patrizi oder Bernardo Telesio und man könnte wohl noch Robert Fludd und Henry More für das 17 Jahrhundert ergänzen die naturphilosophische und theologische Ansätze verbanden nur in den Fußnoten auftauchen 96f Leinkauf unterscheidet insgesamt vier Typen des Lichtbegriffs wobei er neben dem wissenschaftlichen noch den philosophisch theologischen näher erörtert und beide gegen die kurz umrissenen natürlich phänomenbezogegen und den ästhetisch poetischen Bedeutungsfelder absetzt Im Kontext der frühneuzeitlichen Philosophie und Theologie überwiegen das legt Leinkaufs Analyse nahe Derivate der neuplatonischen Lichtmetaphysik in denen kognitive Prozesse ebenso wie intelligible Seinswirklichkeiten in Figurationen des Lichts ihr einleuchtendes Bild finden Dem Übergang von philosophisch theologischen Denkfiguren in künstlerische Gestaltung sub specie lucis ist der Beitrag des Kunsthistorikers Joseph Imorde gewidmet Ausgehend vom bekannten Theologem dass das als überhelles Licht lux gedachte Göttliche ausschließlich in verschleiertem Zustande für menschliche Augen sichtbar ist untersucht Imorde Erscheinungsformen des Schleiers von der diaphanen Wolke bis zum Leib Christi in ihrer künstlerischen Umsetzung Paradoxes Ziel der Darstellungen und Inszenierungen des Lichts als einem verschleierten etwa in den aufwändig gestalteten theatra sacra der römischen Ordenskirchen war die Sichtbarmachung und Erlebbarkeit der unsichtbaren Seinswirklichkeit Das künstlerisch gestaltete Kunstlicht so zeigt der Beitrag kann diese zugleich ästhetische wie symbolische Dimension behaupten gerade weil es sich durch seinen indirekten Schein einer Erfassung oder gar naturphilosophischen Zerlegung entzieht Einen ganz anderen Aspekt der Wissensgeschichte des Lichts behandelt der Kunsthistoriker Hilmar Frank dessen bemerkenswerter Beitrag die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Bedingungen und Möglichkeiten der künstlerischen Nachahmung natürlicher Licht bzw Helligkeitsverhältnisse vom 17 bis an die Wende zum 20 Jahrhundert nachzeichnet Lange bevor die physikalische Optik die philosophische Ästhetik und später die Physiologie erklären konnten wie Gemälde trotz ihrer erheblich geringeren Leuchtdichte natürliche Lichtverhältnisse nachahmen können war dieses Phänomen Frank zufolge Teil des künstlerischen Erfahrungswissens Es gehört dabei zu den ironischen Pointen dieser Geschichte dass gerade der Einsatz von Instrumenten die das urteilsschwache Auge ersetzen sollten und auf deren Messungen sich die Bildkritik gründete den wesentlichen Anteil des Auges am Helligkeitseindruck übersehen lässt Als die Sinnesphysiologie der Moderne schließlich entdeckte dass der Eindruck natürlicher Lichtverhältnisse im Bild häufig durch eine deutliche Abweichung von diesen erreicht wird hatte die Malerei den Weg der Mimesis bereits verlassen während das neuartige optische Wissen in

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/260 (2016-02-12)
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  • Steffen Krämer: Herrschaftliche Grablege und lokaler Heiligenkult - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    den Bogen hierbei nicht etwas überspannt hat Kein Zweifel kann an der wichtigen Funktion als Familiengrablege bestehen Die mit Wappen versehene Ikonographie des bauzeitlichen Ostfensters und die für die Seitenfenster zu rekonstruierenden gemalten Ritterfiguren legen hierfür ein beredtes Zeugnis ab Inwieweit die Quertonnen der Seitenschiffe tatsächlich zur Akzentuierung der Einzelgräber entwickelt worden sind ist schwer zu entscheiden Es ist aber zu bedenken dass die Sicht vom Mittelschiff in die Seitenschiffe schon immer durch Schranken stark behindert war so dass man kaum jemals Gewölbe und Monumente gleichzeitig sehen konnte Hat der Betrachter überhaupt das Mittelschiff betreten können Es stellt sich die Frage ob die Wahrnehmung des Betrachters bei der Konzeption einer Kirche relevant war oder ob dies nicht eher eine moderne Vorstellung ist Wir wissen es nicht Die gleiche Skepsis regt sich auch bei der Deutung der Schwibbögen und der Maßwerkbrücken Wird hier wirklich auf eine Burg also die weltliche Regierung und damit die gesellschaftliche Stellung der Berkeleys angespielt Dass es um 1300 in England einen engen Austausch von Kirchen und Burgenbau gegeben hat ist zweifellos richtig Die Frage ist aber ob die jeweiligen Formen dann auch noch semantisch zu verstehen ist etwa nach dem Muster offener Dachstuhl mit Schwibbogen profan Schon die Beispiele an mehrschiffigen Pfarrkirchen mit offenen Dachstühlen die Günter Kowa in diesem Zusammenhang aufzählt geben Anlass zu Zweifel 2 Der ab 1256 begonnene Engelschor der Kathedrale von Lincoln dient dem Autor als Beispiel für die architektonische Inszenierung eines lokalen Heiligenkultes namentlich der Bischöfe Hugo v Avalon und Robert Grosseteste Es mag an der langwierigeren Drucklegung der bereits 2004 abgeschlossenen Habilitationsschrift liegen dass die grundlegenden Erkenntnisse von Paul Binski zu diesem Thema nicht mehr berücksichtigt wurden 3 Steffen Krämer sieht die primäre Zweckbestimmung des Engelchores in der architektonischen Zurschaustellung der beiden Heiligenschreine Sie wird für ihn zum Politikum zu einer bewussten Abkehr von dem vom erfolgreichen Becket Kult geprägten Canterbury und einem Wettstreit mit dem königlichen Westminster Der Autor stützt sich auf ikonographische und stilistische Argumente In der Darstellung des Königs Eduard I mit seinen beiden Gattinnen als lebensgroße Skulpturen am Südportal sieht er zu Recht eine direkte Bezugnahme auf das Königshaus Die Verbindungen sind auch vielfach historisch verbürgt 1290 wurde die Königin in Lincoln begraben An der vom Autor postulierten von der Forschung immer schon betonten Abhängigkeit des Baus von Formen aus Westminster und Ely kann ebenfalls kein Zweifel bestehen Schwieriger ist das schon für die Engelsfiguren in den Zwickeln der Emporen nachzuweisen denn im 13 Jahrhundert waren Engelsdarstellungen in England geradezu inflationär Allerdings haben diese Engel wie Paul Binski überzeugend ausführt in Lincoln im Gegensatz zu Westminster und Worcester kaum einen Bezug zum Schrein des heiligen Hugo Vielmehr gehören die Himmelswesen zu einer eigenständigen Chor Ikonographie einem differenzierten Lobpreis des Paradieses Wie ist der deutliche Bezug auf Westminster und Ely zu erklären Krämer unternimmt hier erneut eine politisch inhaltliche Deutung Lincoln habe bewusst den Umgangschor des Vorgängerbaus beseitigt und sich für den geraden Kastenchorschluss nach dem Vorbild Ely entschieden um damit eine Abkehr von dem Modell in

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  • Caroline Welsh (Hg.): "Interesse für bedingtes Wissen" - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Charakteristika des modernen Subjekts Wissenschaftliche wie künstlerische Strategien erweisen sich hier häufig als überraschend ähnlich wie die Untersuchungen von Britta Hermann über Produktionsmythologeme also Vorstellungen der Schöpfung zeigen Zur gleichen Zeit um 1800 werden künstlerischen wie naturwissenschaftlichen hier konkret embryogenetischen Studien ebenfalls vergleichbare Strukturen zugrundegelegt zum Beispiel die Figur des Rhythmus die in der Naturforschung und in der Kunsttheorie gleichermaßen grundlegend wird wie Janina Wellmann ausführt Anders gestalteten sich die Bemühungen die scheinbare Dichotomie von Wissenschaft und Kunst seit der Zeit um 1900 zu überbrücken sowohl von der Seite der Wissenschaft wie sich etwa anhand der Neuausrichtung des Intelligenz Begriffs in der Verhaltensforschung konstatieren lässt Stefan Rieger als auch von der Seite der Künste Sabine Flach legt dar wie Wassily Kandinsky die Intuition programmatisch als wichtigen Erkenntnisweg in den Vordergrund stellte wobei sein Entwurf wie viele Annäherungsversuche der tatsächlich nur scheinbar streng getrennten Bereiche Kunst und Wissenschaft zugleich eine Kritik am positivistischen Wissenschaftsideal darstellt Die derzeitigen kulturwissenschaftlichen Bemühungen um eine Überbrückung der Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft sind also keineswegs neu Was im Vorwort als Trennungsnarrativ ausgeschrieben wurde könnte ebenso gut als eine Geschichte der Synthetisierungen von Kunst und Wissenschaft interpretiert werden einer Folge von Überbrückungsversuchen die bis in die Kunst und Wissenschaft des 18 Jahrhunderts zurückverfolgt werden kann Ähnliche Bemühungen sowohl in der Geisteswissenschaft als auch in der Naturwissenschaft zeigen dass diese gerade in der Gegenwart von besonderer Aktualität sind Dies betrifft zum Beispiel die in Deutschland heftig geführte Debatte über die Rolle und die Funktionen des Gehirns in Bezug auf das Selbstbewusstsein des Menschen und Idealen wie dem der Willensfreiheit die zugleich einen Konflikt um die Deutungshoheit über das Selbstbild des Menschen zwischen Natur und Geisteswissenschaften aufwirft Dem können die Hirnforscher und Neurolinguisten David Poeppel und André L Blum einen auch für Geisteswissenschaftler verständlichen und überaus produktiven Aufsatz über die menschliche Intuition als Gegenstand der Neurowissenschaften entgegensetzten Poeppel und Blum stellen die Intuition als eine Herausforderung an die Neurowissenschaft dar die sie vorsichtig als primär unbewusste oder vorbewusste Mechanismen beschreiben die letztlich dem Bewusstsein zukommen Die Begriffe unbewusst und vorbewusst dienen hier als Arbeitshypothesen die den jeweiligen Experimenten der Neurobiologie angepasst werden Mit Intuition ist zugleich eines wichtigsten und vielversprechendsten Themen des Bandes genannt dem sich besonders die Wissenschaftshistoriker aber auch die Naturwissenschaftler und Schriftsteller Aris Fioretos auseinandersetzen In den Künsten wie in den Wissenschaften wird sie als Königsweg zu neuen Erkenntnissen und bahnbrechenden Entdeckungen beschrieben Für die Wissenschaftsgeschichte stellt dieses Thema ein geradezu bahnbrechendes Novum dar Hier wird ein bisher stets als unwichtig eingeschätzter Faktor naturwissenschaftlichen Forschens in den Mittelpunkt gestellt ohne diesen auf die Subjektivität und die persönliche Begabung eines individuellen Wissenschaftlers zu reduzieren Zugleich wird mit der Frage nach der Intuition ein Thema angesprochen das in der diskursanalytischen und soziologischen Methodik der aktuellen Geschichtsschreibung und das gilt auch für die Kunstgeschichte nirgends vorkam das aber ohne Zweifel eine zentrale Rolle in künstlerischen wie wissenschaftlichen Prozessen spielt Wo und wie genau finden Erfindungen statt wie kommt es zu Neuerungen wie können nicht antizipierbare Elemente auftauchen die

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  • Hans Belting: Florenz und Bagdad. Eine westöstliche Geschichte des Blicks - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    der Orient nicht zum Bild sondern begnügt sich mit der Mathematik des Blicks Und umgekehrt In welcher Weise schiebt sich im Okzident das Bild zwischen Blick Wahrnehmung und Wahrgenommenem Für Belting hat Alhazens Mathematisierung der Optik alle Voraussetzungen zum Blick in die Welt gelöst kehrt diesen aber kurz vor dem Ziel der Außenwelt um lenkt ihn zurück zur Imagination des Betrachters Der menschliche Blick erscheint als Derivat des Blicks Gottes der als einziger die Wirklichkeit zu erkennen vermag Und so ist dieser Derivatsblick zwar mathematisierbar und als geometrisches Bild von Sehstrahlen vorstellbar aber die genuine Einsicht in das Gesehene erfolgt durch die Übersetzung des allein wirklich Geschauten des Lichts Somit transponiert der arabische Blick das geschaute Licht in mehrschichtige und mehrfarbige Muster die seine Ordnung reflektieren und zugleich den Blick Gottes von oben imitieren Dem Westen sind solche platonische Konzepte nicht unbekannt Belting selbst weist auf die entschiedene Kritik Wilhelm von Ockhams an jedweder Fähigkeit des Augensinns zur Erkenntnis hin Zugleich aber setzt er ihn damit von Roger Bacon gest 1292 ab dem er den entscheidenden theologischen Durchbruch zur Bindung der Erkenntnisfähigkeit an den Augensinn attestiert Bacon habe die revolutionäre Übertragung von Alhazens Formbegriff jedes Objekt erzeugt eine spezifische Sehform species auf die Analogisierung von Bild und Ähnlichkeit vorgenommen An dieser Stelle kommt nun wieder Ernst Cassirer ins Spiel Belting folgt ihm insofern er Cassirers Kontextualisierung von Kunst und symbolischer Form benötigt um überhaupt Bild und Blick aufeinander beziehen zu können Das neuzeitliche perspektivische Bild wird ihm nur deswegen zum spezifischen Träger dieses Zusammenhangs als es am konsequentesten den von Bacon begründeten Weg zur Realisierung des Zusammenhangs von Blick in die Außenwelt Bild und Ähnlichkeit abschreitet Belting folgt somit Panofskys Entdeckung der Perspektive als symbolischer Form nur scheinbar Alle Kunst ist symbolische Form auch das orientalische Ornament als Repräsentant der orientalischen Lichtwahrnehmung Die Perspektive schaltet sich als Konzept zur Mathematisierung des Raums und Geometrisierung des Bildes sowie mit Hilfe der optischen Erkenntnisfähigkeit im Sinne Bacons und Biagio Pelacanis als Konstrukt des Wirklichen in die Fähigkeit der Kunst symbolische Form zu sein ein Pointierte Träger dieser Intervention des perspektivischen Bildes sind nach Belting Spiegel und Fenster Mit Spiegelbild und Fensterblick so Belting konditioniert sich die westliche Kultur fast ist man geneigt zu schreiben überredet sie sich zur Entfaltung des perspektivischen Bildes als genuiner Form der Kunst Belting liefert hübsche Beispiele für die soziale und heuristische Leistungsfähigkeit dieser Form So zeigt er an den berühmten Paradeperspektiven idealer Stadtpanoramen für Federico da Montefeltro wie entschieden der Fürst mit der Perspektive sich selbst aus dem engen Raum der real beherrschten Stadt in den imaginären Raum von Idealherrschaft hinausprojizierte die Idealperspektive somit im Namen der Wirklichkeit als trompe l oeil politischer Imagination einsetzte Klug und pointiert auch seine Beobachtung zu Piero della Francescas umstrittener Geißelung Wie entschieden der Maler hier mit der Perspektive als Narrativ und historischem Ordnungsmuster zugleich umgeht vermag er in prägnanter Kürze anzusprechen und zugleich die Fähigkeit der Perspektive zu erläutern sich als Blick in Raum und Zeit zugleich zu konstellieren Beltings

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  • Christina Strunck: Berninis unbekanntes Meisterwerk - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    freilich auch eine gewaltige Mitgift in Höhe von 200 000 scudi ein die zu guten Teilen in signifikanter Weise investiert wurde nämlich in den Bau und die Ausstattung der gewaltigen Galerie Der thematische Gegenstand der Deckenfresken die Rolle von Lorenzo Onofrios Vorfahr Marcantonio Colonna beim Sieg der christlichen Flotte über die Türken in der Seeschlacht bei Lepanto am 7 Oktober 1571 weicht in der Darstellung vieler Details höchst aufschlussreich von den historischen Ereignissen ab wie die Autorin akribisch nachweist Dadurch zeigt sie einmal mehr dass die Kunstpatronage im Rom des 17 Jahrhunderts nicht zum wenigsten dem Kampf zwischen den alten Baronal und den neureichen Papstfamilien um kulturelles Prestige und damit soziopolitische Handlungschancen diente Das Herzstück der Arbeit die Planungs Bau und Ausstattungsgeschichte der Galleria Colonna wird auf der Basis wahrer Massen von bisher unbekanntem Archivmaterial entwickelt das die Autorin im erst seit 1996 einer breiteren Öffentlichkeit zugänglichen Familienarchiv der Colonna gefunden und zu guten Teilen im Anhang des Bandes erstmals publiziert hat Dank dieser überreichen Quellenfunde gelingt ihr nicht nur die Nachzeichnung einer in vielen Punkten neuen präzisen Chronologie des Bauverlaufs sondern die erstmalige Identifikation daran beteiligter Künstler bis hin zum Nachweis dass das Konzept der Galerie in wesentlichen Punkten auf Gianlorenzo Bernini zurückgeht S 185 191 Die Deutung der Galerie als Gesamtkunstwerk profitiert von einigen Exkursen etwa zur Sonnensymbolik S 177 183 zur Säulen Exegese im Hause Colonna S 207 218 zur Epischen Malerei im 17 Jahrhundert S 261 277 oder zu Lorenzo Onofrio Colonnas kulturellem Umfeld S 278 291 Auch bautechnische Fragen werden wo nötig ausführlich behandelt Schließlich sagt es einiges über die Begeisterung der Autorin für ihr Thema aus dass die Arbeit zeitlich weit über die Entstehungsgeschichte der Galerie hinausgreift und die weitere Geschichte des Palazzo Colonna bis ins 20 Jahrhundert behandelt so verweist Strunck unter anderem darauf dass die Galerie ihren hollywoodreifen Glanz 1953 in William Wylers Film Roman Holiday unter Beweis gestellt hat als Audrey Hepburn die von Gregory Peck verzauberte Prinzessin auf Romurlaub auf dem ehemaligen Thronpodium eine Pressekonferenz gab S 137 Betrachtungen über die Rezeption die Berninis meisterliches Konzept in späterer Zeit erfuhr etwa im Spiegelsaal von Versailles aber auch im Berliner Stadtschloss dessen Bildergalerie Formmotive des römischen Vorbilds zitiert bis hin zum Ballsaal des Luxuskreuzfahrtschiffs Conte di Savoia in den dreißiger Jahren des 20 Jahrhunderts schließen die mit einem glänzenden Abbildungsteil Stammbaum Chronologie Glossar Bibliographie und Personen sowie Sachregister opulent ausgestattete Untersuchung ab Es sind lediglich Kleinigkeiten die gelegentlich kritisch zu vermerken bleiben etwa im Abschnitt über die Verbindungen zwischen den Colonna und der Papstfamilie Barberini Hier konstatiert die Autorin Anfang der dreißiger Jahre des 17 Jahrhunderts wurde auf einmal wieder massiv an die nun sechzig Jahre zurückliegende Seeschlacht von Lepanto erinnert S 35 Zwar erwähnt sie auch die in diesem Zusammenhang ergriffenen militärischen Maßnahmen enthält dem Leser jedoch die politischen Hintergründe dieser Ereignisse vor indem sie in einer kryptisch wirkenden Fußnote lediglich einen nicht näher erläuterten Hinweis auf die Borgia Affäre gibt Dass Urban VIII aufgrund seiner frankophilen politischen Haltung seit

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  • Christoph Brachmann: Um 1300 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    lagen Brachmanns Fragen zielen auf die für den künstlerischen Austausch geradezu prädestinierten Regionen Elsaß und Lothringen Fungierten diese als eine Großregion 13 und zwar trotz der Tatsache das erstere eher dem deutschen Kulturraum letztere dem französischen zuzuordnen ist Und welchen Einfluss besaß zu dieser Zeit noch die Bistumsstadt Metz Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Kirche der ehemaligen Antoniterpräzeptorei in Pont à Mousson die Brachmann schon zuvor in Bezug zur Metzer Architektur um 1300 gestellt hatte 3 An ihr verdeutlicht er mit den Mitteln von detaillierter Bauanalyse stilkritischem Vergleich mit zeitgleich anzusetzenden Kirchenbauten sowie umfassender Quellenauswertung eine Entstehung um 1300 Durch den Vergleich mit den Kirchen angrenzender Regionen gelingt es dem Autor den Blick auf bisher weitgehend unbeachtet gebliebene Bauten und die innovative Architektur der Zeit um 1300 zu lenken die einer bewussten Einfachheit huldigt Dies gilt insbesondere für die Antoniterkirche in Pont à Mousson die als ein Meisterwerk von geradezu aufgeräumter straffer Gestalt von großer auf jeden Dekor verzichtenden Eleganz 193 charakterisiert wird Aus der Gruppe der betrachteten Vergleichsbauten ragen die Stiftskirchen St Nikolaus St Nicolas in Münster Munster bei Albestroff heute in tiefster lothringischer Provinz 119 gelegen und St Maria in Kyllburg für die auf rheinland pfälzischer Seite gleiches zu bemerken ist besonders heraus Die enge Übereinstimmung einzelner Bauformen insbesondere der Fenstermaßwerke und der Dienstvorlagen lassen gar an eine Planung und Ausführung wohl von gleicher Hand 130 denken und erklären so den intensiven künstlerischen Austausch zwischen weit entfernt liegenden Orten Ein kurzer Schwenk in den Bereich der Skulptur zu den Schlusssteinen der Antoniterkirche stützt auch hier Brachmanns Datierungsansatz nachvollziehbar Angesichts des Vergleichs von Pont à Mousson mit der Mutterabtei in St Antoine en Viennois stellt sich Brachmann die Frage nach einer genuinen antonitischen Architektur dies wurde von der Forschung bisher immer verneint wird vor diesem Hintergrund jedoch erneut virulent Zu den Ergebnissen der Untersuchung gehört die Erkenntnis dass Pont à Mousson nach der Mutterabtei St Antoine en Viennois zu bedeutendsten Abteien des Antoniterordens gehörte Dies gilt insbesondere für die Kirchenbauten der beiden Institutionen deren Grundriss Aufriss und Detailformen ausgesprochen eng miteinander verwandt sind Im Zuge dieser Überlegungen bringt Brachmann die Kathedrale von Metz sowie das Baugeschehen in der Stadt um 1300 zur Sprache Die Kathedrale stand zu dieser Zeit noch immer im Zentrum der Bautätigkeit Allein die 15 Ablässe die zwischen 1319 und 1337 ausgestellt wurden sprechen eine deutliche Sprache Doch orientierte man sich bei dem Kathedralbau traditionsbewusst an dem seit der ersten Hälfte des 13 Jahrhunderts vorgegebenen Aufrissschema So bot sich lediglich bei Neubauten wie den Kreuzgängen der Klarissen und der Franziskaner sowie der als Ruine auf uns gekommenen Karmeliterkirche die Möglichkeit zu baulichen Innovationen Sie belegen dass Metz und im weiteren Umfeld Lothringen letztendlich als Ideengeber für die weiter östlich gelegenen Gebiete 192 anzusehen sind In der Conclusio unterstreicht Brachmann die hohe Bedeutung der ehemaligen Antoniterkirche in Pont à Mousson für die gotische Architektur um 1300 Sie stelle einen wichtigen Baustein am Übergang von der Rayonnant zur Spätgotik dar der nun auch sinnvoll in die allgemeine

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