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  • Wolfgang Brückle: Civitas terrena - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    dass das Herrscherbildnis keiner heilsgeschichtlichen Legitimation bedürfe ließe sich noch durch eine Reihe zeitgenössischer Beispiele untermauern Ebenso überzeugend ist der hier erstmals skizzierte Funktionswandel Dienten die seit dem 12 Jahrhundert vermehrt aufkommenden Stifterporträts an Portalen vor allem dazu die engen Beziehungen zwischen dem König dem heiligen Patron und der empfangenden Institution zu veranschaulichen so ändert sich im 14 Jahrhundert zunehmend der Adressatenkreis Der Herrscher zeigt sich hier im Sinne der aristotelischen Theorie als Wohltäter für seine Untertanen als idealer Lenker des Staatswesens der durch seine Stiftungen Bildung Kultur und dem Schönen im Allgemeinen zur Blüte verhilft Tatsächlich tritt an den benannten Portalen die Vermittlung einer Heilstatsache hinter die Repräsentationsform zurück Die Analyse des Staatsporträts leistet einen wichtigen Beitrag zur Entstehungsgeschichte des profanen Bildnisses Weniger schlagend sind die Argumente die die heute verlorene Reihe von 42 französischen Königstandbildern als gleichsam entsakralisierte Nachfolger der Königsgalerien an den Kathedralen interpretieren wollen Im Unterschied zur Figurenserie der Kathedrale reichen die dargestellten Könige nicht nur bis in die Zeit des frühen Christentums sondern sogar bis Troia zurück Zudem fehlen einige Herrscher aber nicht aus dynastischen Gründen sondern anscheinend wegen ihrer ungenügenden Amtsführung Die Gegenüberstellung mit den kaum zu identifizierenden Königsgalerien der Kathedralen erscheint nicht zwingend Viel näher hätte ein Vergleich mit den Amtsgenealogien in Kloster und Königschroniken gelegen die vor allem seit dem 12 Jahrhundert auch mit Bildnissen versehen werden und die nicht selten bis zu mythischen nichtchristlichen Herrschern zurückreichen So spiegelt sich in der Königsreihe im Palais de la Cité wohl weniger ein Profanisierungsprozess als vielmehr das von Brückle bereits herausgearbeitete neue Bedürfnis nach monumentalisierter Repräsentation mit eher traditionellen ikonographischen Mitteln Unser Wissen über die Architektur des Palastes und seiner Benutzung ist sehr vage Im Referat über den Forschungsstand erweist sich der Verfasser abermals als gewissenhafter Forscher Seine These von einer zunehmenden funktionalen Differenzierung ist zweifellos richtig Inwieweit sich hier auch ein neues Staatsverständnis ausdrückt ist schwer zu entscheiden lässt sich doch ein ähnlicher Bürokratisierungsprozess bereits im 13 Jahrhundert im kommunalen Bereich auch in anderen Regionen zum Beispiel am Lübecker Rathaus sicherlich ohne aristotelischen Einfluss beobachten Auch die Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen spielt dort eine Rolle freilich beschränkt auf politisch rechtliche Akte und ohne eine Zuspitzung auf die Person des Herrschers Die auffällig intensivierten baulichen Aktivitäten Philipps des Schönen und Karls V interpretiert die Untersuchung ebenfalls als Ausdruck eine Wandels im Herrschaftsverständnis vom christusgleichen Herrscher zum roi architecte Aus dem rex sapiens wird ganz im Sinne von Aristoteles und dessen zeitgenössichen Kommentators Nicolas d Oresme ein rex literatus Der König der sich für die Verschönerung seines Staates und für Kultur und Bildung einsetzt ist ein guter Herrscher Allerdings ist diese Forderung nicht so neu Erst kürzlich haben André Vauchez und Paul Binsky 1 auf ähnliche Phänomene in der englischen Hagiographie um 1200 hingewiesen Bereits hier wird die Heiligsprechung einiger Bischöfe ausdrücklich mit deren baulichem Engagement und ihrem Einsatz für die Wissenschaft gerechtfertigt Dies führt zu einer grundsätzlichen Frage in der Einschätzung der Aristotelesrezeption seit dem 13 Jahrhundert Führt die Wiederentdeckung aristotelischer Schriften

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  • Kristine Schönert: Weltskepsis und Bildkrise - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    zu fassenden ambivalenten Charakter des Jansenismus der ja keine Konfession sondern nur eine protestantisierende Geistesströmung gewesen ist die aber nicht den Rahmen des Katholischen sprengen wollte In den folgenden Passagen gelingt es der Verfasserin erstmals und zweifelsfrei die Textgrundlage für Le Sueurs Zyklus zu identifizieren Die Wiederauffindung der Quellenvorlage gehört zu den besonders gewichtigen und glücklichen Ergebnissen der vorliegenden Arbeit Es handelt sich um eine seltene Fassung der Bruno Vita die allerdings einige im 17 Jahrhundert längst als unhistorisch erkannte erzählerische Elemente enthält Dankenswerterweise wird diese Vita zusammen mit zwei weiteren im Anhang wiedergegeben Dieser Text war schon für den Vorgängerzyklus verwendet worden Wahrscheinlich wollten die Oberen der Kartäuser in ihrem Kreuzgang also einfach dieselben Szenen dargestellt wissen die sie schon immer an den entsprechenden Stellen gekannt hatten Und wenn diese immer schon dort gewesen waren können sie ja nicht falsch gewesen sein Wieder einmal hatte also das Traditionsargument mehr Gewicht als die veritas historica Ebenso zeigt sich wie wenig zentral die Bilderfrage war noch dazu wenn es sich nicht einmal um verehrte Bilder handelte Gerade weil Bilder im 17 Jahrhundert keineswegs im Zentrum theologischer Auseinandersetzungen standen war man relativ frei in ihrer Gestaltung In einem weiteren Abschnitt wird das Bildprogramm im einzelnen untersucht Die Bildbeschreibungen der Verfasserin sind insgesamt sehr gelungen weisen jedoch hier und da kleinere realienkundliche Fehler auf etwa wenn ein Pluviale zu einem auffällig besticken prächtigen Talar wird S 98 Kristine Schönert nimmt den Zyklus als solchen sehr ernst und kann jedem Bild die richtige Bezeichnung zuweisen Mehrfach werden ältere Fehler korrigiert Keine kleine Leistung Überhaupt darf ihre durch eigenes Aktenstudium gestützte Rekonstruktion des schon längst zerstörten Kartäuserkreuzgangs in dem sich der Bilderzyklus einst befand als vorbildlich angesehen werden In diesen Abschnitten wird die vorliegende Arbeit nicht mehr einholbar sein In weiteren Passagen versucht die Verfasserin ihre These von der direkten Abhängigkeit Le Sueurs von der jansenistischen Theologie zu belegen Hier zeigt sich wie schwer es ist in einer fächerübergreifenden Studie Kunstgeschichte und Theologie zu verbinden Die gedankliche Durchdringung dieser Texte ist allerdings im Rahmen einer kunsthistorischen Dissertation kaum zu leisten weil der Jansenismus ein dickes Bündel zentralster theologischer Probleme ist die im Kern noch aus der Spätantike stammen und die gerade erst in der Reformation neue Aktualität gewonnen hatten In Frankreich standen sie zudem noch vor dem Hintergrund der ständigen Spannungen mit der römischen Kurie hinzu kommt der geradezu pathologische Abscheu vieler Jansenisten vor den Jesuiten Wahrscheinlich bieten immer noch die allerdings erst nach dem Bildzyklus veröffentlichten Verurteilungen jansenistischer Thesen durch Alexander VII Alexander VIII und vor allem Clemens XI den besten Zugang um den gesamten Komplex zu verstehen auch wenn die jeweiligen Sätze aus größeren Zusammenhängen stammen Der Jansenismus ist in erster Linie eine rigoristische Gnadenlehre in der die Natur des Menschen als total verderbt und die Gnade als freies göttliches Geschenk betont wird während auf der anderen Seite den eigenen Werken des Menschen keine heilsrelevante Bedeutung beigemessen wird Aus dieser Sicht sind sowohl Ordensleben als auch Askese schwerlich positiv zu würdigen auch wenn

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  • Sammelrezension: Kunstgeschichten nach 1945 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    die Propagierung eines freiheitlichen modernen deutschen Kunstschaffens ging es wie Schieder aufzeigt nicht zuletzt auch bei der Gründung des deutsch französischen Publikationsorgans Cahiers d Art das unter anderem dazu beitragen sollte die deutsch französischen Kunstbeziehungen zu reaktivieren und das Bild von einer rückständigen und missbrauchten deutschen Kunst zu korrigieren Um die deutsch französischen Kunstbeziehungen nach 1945 geht es denn auch in dem von Martin Schieder und Isabell Ewig herausgegebene Band In die Freiheit geworfen Positionen zur deutsch französischen Kunstgeschichte nach 1945 Die ebenfalls 2006 erschienene Aufsatzsammlung ist aus zwei am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris veranstalteten Kolloquien hervorgegangen die im Rahmen des dort angesiedelten Forschungsprojektes zur Französischen Kunst im Nachkriegsdeutschland Deutsche Moderne in Frankreich nach 1945 veranstaltet wurden Der Band zeigt unterschiedliche Aspekte des deutsch französischen Kunst und Kulturtransfers nach 1945 auf und verdeutlich eindrücklich dessen Relevanz Wie Thomas W Gaehtgens in seinem Vorwort herausstellt war dieser Transfer zunächst eher einseitig was mit den unterschiedlichen historischen Ausgangspositionen aber auch in der Vormachtstellung begründet lag die man der französischen Kunst zusprach Die Deutschen suchten die Moderne in Frankreich Französische Künstler nahmen hingegen nur vereinzelt Notiz von den Entwicklungen in der deutschen Kunst Dass die Renaissance der deutsch französischen Beziehungen nicht zuletzt Politik und Diplomatie bedeuteten machen die ersten Beiträge des Aufsatzbandes deutlich die von der versöhnenden Rückführung der von den Nationalsozialisten aus Frankreich geraubten Kunstgutes Aymone Nicolas bis zum Ausbau der kulturellen Beziehungen durch das deutsch französischen Kulturabkommen 1954 Ulrich Lappenküper reichen Jedoch verdankt sich der bilaterale Kulturdialog in erster Linie nicht der Politik sondern der Initiative von deutschen und französischen Kunsthistorikern Künstlern Sammlern Kritikern und Händlern Dies stellen die unter dem Kapitel Kunst Vermittlung zusammengefassten Beiträge heraus So präsentierten die deutschen Museen nach 1945 zusammen mit jüngeren deutschen Tendenzen schon relativ früh Arbeiten der École de Paris Diese Integration der französischen Moderne stellte nicht zuletzt den Versuch dar was auch Kimpel anhand von Werner Haftmanns Interpretation der Malerei des 20 Jahrhunderts zeigt die deutschen zeitgenössischen Tendenzen in die europäische und damit vor allem französisch dominierte Gegenwartskunst einzubinden Andererseits gab es durchaus einen Einfluss des deutschen Kunstschaffens auf französische Maler zumindest das der Vorkriegsavantgarde wie der Beitrag von Guitemie Maldonado über L Atelier d art abstrait et le modèle Bauhaus 1950 1953 zeigt Deutlich wird dass dieser Dialog immer auch eine nationale Komponente beinhaltete die darin bestand das Spezifische nicht nur der eigenen sondern auch der fremden Kunst zu bestimmen Dies vermitteln eindrücklich die im dritten Kapitel unter dem Titel Kunst Diskurs zusammengestellten Artikel Während man zunächst auf form und gestaltungsspezifische Wahrnehmungsmuster der Zwischenkriegszeit zurückgriff wie der Beitrag über die Rezeption des Expressionismus in Frankreich Laurence Bertrand Dorléac und die des Kubismus in Deutschland Nicolaj van der Meulen belegen verlagerten sich die Diskussionen in beiden Ländern bald auf die Fragen nach Abstraktion und Figuration in der zeitgenössischen Kunst Harriet Weber Schäfer weist in ihrem Aufsatz auf die trotz des unterschiedlichen historischen Ausgangspunktes existierenden Parallelen und Unterschiede in den jeweiligen Argumentationsmustern der in beiden Ländern geführten kunsttheoretischen Debatte hin Eine interessante

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/1 (2016-02-12)
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  • Daniela Mondini: Mittelalter im Bild. Séroux d'Agincourt - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    It originated in the sixteenth century with Vasari s discussion of Renaissance art in the Vite and was given new form in the middle of the eighteenth cen tury by Caylus and Winckelmann in respect to classical art By applying it to the Middle Ages d Agincourt aimed to bridge the gap be tween classical and modern art In the period from the fourth to the sixteenth century he recognized several phases of decay renais sance and renewal These phases which were in a variation likened by d Agincourt to Buf fon s Les époques de la nature seem easily comparable to the system of stylistic periods which characterize overviews on art history in the nineteenth century 2 Mondini however convincingly argues that d Agincourt s empiri cal method in which a detailed connoisseur ship of art works reigned supreme stood as yet in the way of a coherent periodization The emphasis on connoisseurship accounts for the unusually large amount of illustrations in the Histoire which receive ample attention in Mondini s study D Agincourt s book was a history of art by its monuments meaning that art works instead of artists had now become the main actors in the story of art The plates on which often whole groups of art works ap peared are typified by a specific image didac tics resulting for example in chronological systematic plates devoted to church façades or columns and in those devoted to painting schools such as the Tuscan or the Venetian Mondini justly appreciates the careful organization of the illustrations but dismisses their proclaimed fidelity She is generally right stating that many inaccuracies occur in the images and that they are of varying quality especially if they are judged against today s standards of reproduction However measured by eighteenth century standards d Agincourt did occasionally produce faithful images in particular when he used the technique of tracing for the reproduction of miniatures Mittelalter im Bild proves to be a valuable contribution to the knowledge on d Agincourt and his work A remark should however be made on its one sided focus on the architecture section Mondini points out that only the section on architecture in d Agincourt s manuscripts has been studied and that those on sculpture and painting await further study Indeed in the paragraphs entitled Erzählung durch die Monumente for example sculptures and paintings do occur but most works discussed are buildings They illustrate the artistic events in the Middle Ages such as the S Paolo Fuori le Mura exemplifying the phase of decay the S Vitale that of a temporary revival and the Notre Dame Gothic architecture Yet the architecture section is not representative for the whole book As Mondini states not the architecture section but the painting section was probably the most important to d Agincourt since 204 of the total of 325 plates were devoted to painting whereas 73 plates were devoted to architecture and only 48 to sculpture A theme which is mentioned but deserves

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/16 (2016-02-12)
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  • Adorf/Gebhard Fink/Schade (Hgg.): Is it now? Gegenwart in den Künsten - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    Berücksichtigung der regionalen sozio politischen Bedingungen im Falle des Kunsthauses Baselland dessen periphere Position die sie als reflexives Potenzial wertet Mit einer Ausstellung wie Cooling Out Zur Paradoxie des Feminismus kann so auf Unabgegoltenes reagiert werden beispielsweise von feministischen Forderungen die sich in blasse neoliberale Rhetorik verwandelten und danach geforscht werden in welchen Formulierungen das Unbehagen an der patriarchalen Gesellschaft heute künstlerisch artikuliert wird Philosophische und kulturhistorisch fassbare Möglichkeiten die Flüchtigkeit von Gegenwart rhetorisch in eine Dauer zu verwandeln skizziert Wolfgang Bock neben der Ausdifferenzierung von Kategorien die zwischen zeitlichen und räumlichen Bestimmungen schwanken Allgegenwart Dauer Finalität Die Verdächtigung von Gegenwart als tröstendem Verweismittel und die Abwertung des Jetzt im Zuge einer idealistischen Vision auf einen Konnex von Vergangenheit und Zukünftigem bei Nietzsche wird der politisch bedeutsamen Aktualisierung bei Benjamin wo Gegenwart bekanntlich als Ort der Konstruktion von Geschichte gesetzt wird gegenübergestellt Unabgegoltenes vermag eine Korrespondenz zwischen den Epochen herzustellen wodurch ein ideelles Kontinuum zugunsten von Überlappungen Brüchen bedeutsamer Leere in die das Ferne eben einzutreten vermag aufgebrochen wird Es ist dies eine Aufwertung des zunächst vielleicht unerkannten Moments von der auch Vera Frenkels Reflexion in Bezug auf ihren künstlerischen Werdegang spricht Ihre Vorliebe für Satire und Parodie die sich neben ihrer Auseinandersetzung mit der emphatischen Malerei der Abstrakten Expressionisten entwickelte begreift sie nachträglich von einer Position der Kunstpraxis als kritischem Instrument im sozialen Raum aus als ein Moment des Widerstands als Konstituente für ihre Zeitgenossinnenschaft Sigrid Adorf rahmt ihre beispielhafte Analyse der Vidoearbeit Now 1973 von Lynda Benglis mit einer prägnanten Kritik an der Renaissance von Präsentischem im Diskurs um Performance wo Fragen nach der kulturellen Konstruktion von Erleben erneut hintangestellt werden Benglis thematisierte das Verhältnis von Bild und Körper in Form eines instabilen Szenario Präsenz wird etwa durch das Ineinandergreifen von Aufnahme und Wiedergabe durch die wiederholt artikulierte Frage Is ist now in Frage gestellt Sie arbeitet mit zweierlei Realitätsebenen der Überlagerung ihrer Gesichter mit einem bildlichen Echo das dem sprachlichen Echo vorauszueilen scheint Es ist eine scheinbare asynchrone Kommunikation mit sich selbst eine Inszenierung die gerade Vergangenes Jetzt und zukünftige Reaktion in sich verwirrt ein Überholmanöver der Vergangenheit Diese Auffaltung von Selbst Bezügen denkt Adorf als videografische Einsicht 106 in Prozesse der Subjektkonstitution und setzt diese kritisch von einer Euphorie um technisch machbare Verlebendigungststrategien wie sie etwa in Maurizio Lazzaratos Videophilosophie deutlich wird ab Der Beitrag von Sabine Gebhardt Fink ist einer Dislokation einer Verschiebung im sozialen Raum gewidmet Im Musée Précaire Albinet 2004 präsentierte Thomas Hirschhorn Meisterwerke der Moderne in einem Pariser Vorort und verlieh ihnen so flüchtige Präsenz Die partizipatorische Geste ermöglichte neue Reaktionsweisen auf die Werke sie wurden einer Situation von Unvorhersehbarkeit ausgesetzt Entauratisierung im Sinne eines Offenlegens der repressiven Autorität der Institution Museum stehe dabei in einem Spannungsverhältnis zu Momenten des Vergegenwärtigens zu mit Michael Fried gesprochen Anti Theatralizität Ein gegen kulturelles Projekt wie das Musée Précaire laufe in seinem Gestus der Kritik auch Gefahr Affekt und Situationsbezogenheit zu überhöhen die Situation Kunst bleibe ein Moment des Aufschubs Momente der Überhöhung kritisiert auch

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/166 (2016-02-12)
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  • Dorothee Schmidt-Breitung: Der mittelalterliche Bildzyklus in der Sakristei - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    in zwei etwa gleichgroße Teile nämlich einer Objektbeschreibung mit kunsthistorischer Analyse für die Uta Hengelhaupt verantwortlich zeichnet sowie einer präzisen Präsentation der im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen gewonnenen kunsttechnologischen Ergebnisse samt kurzer Restaurierungsgeschichte aus der Feder von Dorothee Schmidt Breitung Uta Hengelhaupt weist zu Recht auf die böhmischen Voraussetzungen der Malerei hin und votiert für eine Datierung ins ausgehende 14 Jahrhundert Die kunstgeschichtliche Einordnung geht mit einer ausschweifenden Skizzierung der künstlerischen Großwetterlage einher vom italienischen Trecento über die Malerei am Prager Hof bis zu den Retabeln in Schotten und Netze doch für die konkrete vergleichende Analyse wird ausschließlich auf Prager Buchmalereien etwa aus der Morgan Bibel Miniatur des schreibenden Lukas und der Wenzelsbibel Bild eines Löwen in der Bestattung des Gottesmannes verwiesen was allein schon aufgrund der unterschiedlichen Dimensionen und der andersartigen Aufgabenstellung problematisch erscheint Nicht ganz glaubhaft ist die Vermutung Schreibsessel und Lesepult in der Miniatur des Evangelisten Lukas aus der Morgan Bibel könnten die unmittelbare Vorlage zur Beeskower Hieronymusdarstellung gegeben haben S 13 Sollte man nicht zunächst eher vergleichbare Medien zum Vergleich heranziehen Hier böten sich die jedoch nur durch Aquarelle überlieferten thronenden Gestalten des Luxemburger Stammbaumes aus dem Palas der Burg Karlstein an Mittlerweile wies Jan Raue auf die motivisch teilweise sehr eng verwandten Wandmalereien in der Dominikanerinnenkirche St Anna in der Prager Altstatt hin Doch fehlt es auch nicht an näher gelegenen Beispielen Problematisch erweist sich das Bestreben einen kulturellen Austausch von wahrhaft europäischen Dimensionen erkennen zu wollen an der die Beeskower Bürgerschaft als vermeintlicher Auftraggeber der Wandmalereien teilnahm Auch erscheint es zumindest in Ermangelung entsprechender Quellen fragwürdig ein Reflex kunstpolitischer Orientierung mit der die Beeskower Gemeinde sichtbar auf die politischen Veränderungen ihres politischen Umfeldes reagierte S 16 erblicken zu wollen Hier wurde einerseits nicht berücksichtigt dass das Patronatsrecht über die Beeskower Kirche beim Zisterzienserkloster Neuzelle lag dessen mögliche Rolle zu bedenken wäre Andererseits wird nicht ausreichend beachtet dass die Niederlausitz zu der Beeskow gehörte und die benachbarte Mark Brandenburg die beide seit Kaiser Karl IV mit Böhmen verbunden waren zu den Regionen gehörten in denen es zahlreiche Malereien und Skulpturen gibt die von der böhmischen Kunst abhängig sind Im benachbarten Frankfurt führte ein Wandmaler der mit der Prager Malkultur gut vertraut gewesen sein dürfte das monumentale Gemälde einer apokalyptischen Madonna aus Zu nennen wäre das seit dem Krieg verschollene Hochaltarretabel der Müncheberger Marienkirche dessen Malereien in der Nachfolge des Wittingauer Meisters standen und für das man wohl eine Frankfurter Werkstatt annehmen könnte Für die thronenden Beeskower Kirchenväter könnte man auch auf das Heiligen Apostelkollegium auf den Flügelaußenseiten des Hochaltarretabels der Gardelegener Marienkirche um 1380 verweisen Insgesamt fügen sich die Beeskower Malereien gut in die lokale Kunst des späten 14 Jahrhundert ein und belegen einmal mehr den eindrucksvollen Kulturtransfer vom Zentrum Prag in die nördlichen Provinzen des böhmischen Herrschaftsgebietes sowie dessen Rezeption daselbst Trotz des verführerischen Gedankens an eine konkret greifbare Internationalität ist es insgesamt von Bedeutung den regionalen Kontext nicht zu vernachlässigen Bezugspunkt für die kleine Stadt Beeskow war sicher das nahe Frankfurt das für das

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  • Kirk Varnedoe: Pictures of nothing - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    representation which have survived in such art historical masterpieces as his seminal Art and Illusion Positioning himself opposite Gombrich is intriguing and poignant because Gombrich was the first Mellon lecturer in 1956 the same year in which Pollock died Whereas Gombrich argued that the history of art from the early Renaissance on was a long pathway toward greater illusionism in visual arts and that such illusionism was the result of an inner social cultural necessity Varnedoe takes Gombrich s arguments and theories as a parallel basis for the inner necessity of abstract art since the beginning of the twentieth century Although this chapter is intended to set up the rest of the series it is especially powerful in making profound claims for the importance and validity of abstraction without any trace of hesitation Anyone who has taught modern art to college students or in similar settings realizes that this is no small feat Varnedoe positions Neo Dada and Pop Art as a counterpoint of more figurative representational art to post World War II abstraction but he demonstrates that the opposition between the abstract and the figurative is often unclear permeable and irrelevant Most of the remaining chapters deal with Minimalism and important aspects of post Minimalism in particular Richard Serra Eva Hesse and Earth Art The book s use of the word pictures in the title is somewhat of a misnomer for much of the art discussed is not pictorial in function meaning or effect and sculptures by their physical nature would not be considered pictures The period of the 1960s and early 1970s is of great interest to Varnedoe perhaps because this is when he was coming of age personally and intellectually Varnedoe acts more as a scholarly critic than a critical historian in this book and relishes the opportunity to take this approach to post war abstraction His well informed interpretations are crisp direct and provocative Some are likely to inspire debate but most are quite persuasively explicated His most useful critical device is to compare and contrast movements artists and artworks He is not afraid to take sides make judgements and show his personal preferences but he always does so in a gentlemanly manner He puts Color Field Painting up against Minimalism Ellsworth Kelly up against Frank Stella Richard Serra up against Jackie Windsor Robert Smithson up against Michael Heizer and Agnes Martin up against Robert Ryman He often makes strong arguments for why some artists artworks and movements are aesthetically and intellectually superior than others and his preferences and favorites are explained with clarity and passion He takes issue with feminist critiques of Minimalism as masculine aggression and corporate glorification but does so with gentlemanly grace that is uncommon in art historical discourse The fact that he considers Earth Art a manifestation of abstraction is interesting in and of itself and open to further debate His assertion that there are two strains of Minimalism one on the East Coast and another on the West Coast is

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/164 (2016-02-12)
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  • Jeroen Goudeau: Nicolaus Goldmann (1611 - 1665) en de wiskundige architectuurwe - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Reviews
    6 und andererseits für den von Goldmann erfundenen Baustab 7 ein Spezialinstrument für das Proportionieren der Säulenordnungen Diese Schrift in der sich Goldmann erstmals unmittelbar der Theorie der bürgerlichen Baukunst zuwendet enthält neben der Beschreibung des Baustabs auch seine eigene durchaus eigenwillige Theorie der Säulenordnungen Der dritte und vierte Hauptteil ist Goldmanns Hauptwerk der Vollständigen Anweisung zu der Civil Bau Kunst gewidmet Zunächst folgt Goudeau der Spur der Manuskripte welche nach Goldmanns Tod unpubliziert den Weg nach Berlin Wolfenbüttel Leipzig und Kopenhagen fanden Ausführlich werden die drei Manuskript Bestände vorgestellt und gewertet um schließlich die Drucklegung durch Leonhard Christoph Sturm 1696 quellenkritisch genauestens bestimmen zu können Als wichtiges Ergebnis muss hier festgehalten werden dass der Text der 1696 von Sturm herausgegebenen Vollständigen Anweisung vollständig dem von Goldmann 1665 hinterlassenen Manuskript entspricht Das folgende 9 Kapitel Das universelle System ist das eigentliche Herzstück von Goudeaus Buch Goldmanns Architekturtheorie wird hier als höchst anspruchsvolle mathematische Architekturwissenschaft vorgestellt Seine methodischen Prämissen werden vor dem Hintergrund der Entwicklung der zeitgenössischen Wissenschaften erläutert wobei Goudeau zu Recht der Synopse jenem baumartig verästelten Übersichtsschema das anschaulich Form und Inhalt des wissenschaftlichen Denkens verbindet eine zentrale Bedeutung zuweist Mit Hennig Hasemans Synopsis Architecturae 1626 und der Methodus Architectonicae Johann Heinrich Alsteds Encyclopaedia 1630 kann er der Methode Goldmanns zwei einflussreiche Texte zur Seite stellen die mit ihren Schematisierungsoperationen ebenfalls danach strebten alle architektonisch relevanten Kenntnisse in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und die Architektur somit als Wissenschaft zu präsentieren Um den mathematischen Charakter der Architekturtheorie Goldmanns genau bestimmen zu können widmet sich Goudeau nun kurz der Mathematik als wissenschaftlichem System der mathesis universalis und der Axiomatik Im Ergebnis beschreibt Goudeau das Mathematische in dieser Theorie auf vier Ebenen Erstens suche Goldmann indem er sich des universellen allen Wissenschaften zugrunde liegenden mathematischen Systems bediene die Architektur kompatibel mit allen Wissensgebieten und Fachrichtungen zu machen und sie so letztendlich in Übereinstimmung mit Gott zu bringen Zweitens bediene er sich bei seiner deduktiv logischen Argumentation der axiomatischen Methode Drittens strebe er nach einer enzyklopädischen Ordnung die durch die hierarchische Ordnung des Materials in Dichotomien erreicht werde und viertens schließlich gelinge es Goldmann dadurch dass er den Stoff in einer Synopse visualisiere den Inhalt des Buches und die Entwurfsmethode kontrollier und reproduzierbar zu machen Man kann Goudeau schließlich nur zustimmen wenn er Goldmanns Theorie als das anspruchsvollste umfangreichste und konsistenteste originär architektonische System des 17 Jahrhunderts bezeichnet 253 Der vierte Hauptteil befasst sich mit Themen aus Goldmanns Architekturtheorie Ausführlich wird der Gebrauch der vitruvianischen Grundbegriffe die Auffassung von Zeichnung und Modell und das Verständnis von Gotik diskutiert Wichtig ist ferner Goudeaus Untersuchung darüber auf welche Art und Weise Goldmann den salomonischen Tempel vor allem in der Rekonstruktion von Villalpando 1605 zum universellen Ausgangspunkt für die zivile Architekturtheorie machte Wohnhaus Universität Kirche Stadt alles ist aus der Gestalt des Salomonischen Tempels abgeleitet und dieses befremdliche Verfahren folgt innerhalb des theoretischen Systems Goldmanns einer stringenten mathematischen Logik 342 8 Eingebettet in diesen Zusammenhang stellt Goldmanns Vorstellung von einer mustergültigen Stadtanlage die Goudeau eindringlich

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