archive-org.com » ORG » A » ARTHIST.ORG

Total: 981

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • Born, Robert; Jagodzinski, Sabine (Hrsg.): Türkenkriege und Adelskultur in Ostmitteleuropa vom 16.-18. Jahrhundert - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Mittler zwischen den Konfliktparteien bzw zwischen den osmanischen Herrschern und der christlichen Bevölkerung untersucht werden Hervorzuheben sind hier die instruktiven Aufsätze von Radu G P un 59 85 und von Domagoj Maduni 29 47 P un zeichnet in seinem Beitrag die Karriere einiger post byzantinischer Familien nach die sich statt des Exils oder der Konvertierung zum Islam für einen Mittelweg entschieden hatten und als orthodoxe Christen innerhalb des Osmanischen Reiches eine eigene Elite ausbildeten Als Händler Steuereintreiber und Finanziers konnten diese archontes ihre sozialen Netzwerke und kulturellen Kompetenzen für den Staat fruchtbar machen und nach anfänglich überwiegender Tätigkeit in den Grenzregionen des Reiches sogar eine Art Institutionalisierung ihrer Position im Zentrum der Macht im Amt des obersten Dragoman Übersetzers erreichen Eine ganz andere Mittlerposition nahmen die Morlacchi Wlachen in Dalamatien ein Maduni beschreibt den Versuch der venezianischen Regierung diese aus dem osmanischen Territorium nach Westen auswandernde Bevölkerungsgruppe von Hirten als irreguläre Truppen einzusetzen Durch ihren häufig sehr verlustreichen Kampf erreichten die als unbeherrschbar und tapfer geltenden Morlaken in dem selbstkreierten und nach osmanischen Vorbild betitelten Amt des Serdar das schließlich von der venezianischen Administration anerkannt wurde ein hohes Maß an politischer Autonomie Entgegen den vielfältigen Formen politischer und gesellschaftlicher Interaktionen mit den Osmanen zeichnet die mediale Selbstdarstellung der ostmitteleuropäischen Elite ein eindimensionaleres Bild Hier überwiegen Darstellungen der Adeligen als Türkenkämpfer bzw die Präsentation der Osmanen als barbarischer und meist schon überwundener Gegner Beiträge zur Tradition osmanischer Feuerwerksburgen die während höfischer Feste erstürmt und abgebrannt wurden Borbála Gulyás 217 236 und zur Verwendung von Türkenköpfen in Reiterspielen künstlerischen und heraldischen Darstellungen der Zeit Herbert Karner 317 329 analysieren die Hintergründe und Aussageintentionen dieser Inszenierungen Wie Nóra G Etényi 201 215 in ihrer Untersuchung eines deutschen Gesprächsspiels von 1688 darlegt gelang es den Adeligen aber nicht immer ihre Selbstdarstellung als Glaubenskrieger in politisches oder soziales Kapital umzusetzen Trotz der Betonung eines christlich islamischen Antagonismus lassen sich auch in der Präsentation der Osmanen und vor allem in der geteilten materiellen Kultur zahlreiche Formen transkultureller Prägung ausmachen So zeigt Heinke Fabritius 179 198 entgegen der im selben Band vertretenen Annahme Václav B žek 287 298 dass sich die bildlichen Darstellungen der Osmanen nicht allein über den Topos des Religionskonfliktes erklären lassen sondern dass in den Porträts von Sultanen und hohen osmanischen Beamten gerade das mediale Spiel zwischen Bild Text und Rahmen zu einer Reflexion jenseits polarer Identifikationen anregte Noch greifbarer werden die kulturellen Aushandlungen in Ferenc Wathays autobiographischem Bericht seiner osmanischen Gefangenschaft Ágnes Drosztmér 237 252 Der ungarische Festungskommandant verzichtete weitgehend auf antiosmanische Töne und orientierte sich in den Illustrationen sogar an osmanischer Buchmalerei Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung orientalischer Teppiche und Textilien in der Schwarzen Kirche in Kronstadt in Siebenbürgen Überzeugend zeigen die Autorinnen Evelin Wetter und Ágnes Ziegler 269 285 dass die Textilien ein wichtiges Element für die Repräsentation der konfessionellen und ständischen Identität der evangelischen Gemeinde war die nach der Eroberung durch die Habsburger so ihrer Unabhängigkeit und dem über drei Jahrhunderte florierenden Handel mit dem Osmanischen Reich gedachte Ein

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/10955 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • The Dialogic City – Berlin wird Berlin - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    charakteristisch Auch die internationale Popularität die die Stadt nach dem Mauerfall erlangte verdankt sie weder einem geschlossenen Stadtbild noch einem historischen Zentrum keinem Inbegriff eines spezifischen Lebensentwurfs und auch keiner glanzvollen sondern eher einer turbulenten Geschichte Die Beiträge des Buches sind so heterogen wie die Stadt Sie befassen sich mit ihrer Geschichte einzelnen Stadtvierteln Grünflächen dem Unfertigsein diversen Versprechen der Wohnfrage und Wohnexperimenten Flüchtlingen Bürgerentscheiden einzelnen Bauwerken der Baugesetzgebung und zahlreichen anderen Aspekten Was einen Großteil der Beiträge eint ist das erkennbare Anliegen mehrere auch widersprüchliche Erzählungen zu integrieren und jeweils nur ein Teil eines größeren Ganzen sein zu wollen Die Mitwirkenden bilden dabei wiederum eine heterogene Konstellation Zu ihnen zählen u a Architekten wie zwei der Herausgeber oder Philipp Oswalt und Eugenia Freund aber auch Rob und Léon Krier Stadtplaner wie Werner Durth und Hans Stimmann Kulturtheoretiker und manager wie Diedrich Diedrichsen und Tim Renner die Kunst und Architekturkritiker Niklas Maak und Anh Linh Ngo Künstler Historiker und Studierende Folglich vermittelt die Lektüre die Stadt anhand verschiedenster Perspektiven beispielsweise aus dem Blickwinkel von Skateboardern Markus Streber der Technoszene Ulrich Gutmair selbstverwalteten Wohn und Kulturprojekten Mariam Gegidze Maria Hudl Naturliebhabern Sandra Bartoli Silvan Linden Flüchtlingen Stephan Lanz und Wohnenden Sarah Michels Es werden Entwicklungen nachvollzogen die den Club in die Tradition des Salons stellen Kathrin Schömer und einzelne Architekturen wie der Boros Bunker oder das NKZ in ihrer sozialräumlichen Wirkung beleuchten Christian Posthofen Fee Kyriakopoulos Die unterschiedlichen Perspektiven aus denen Berlin und Berlins Geschichte betrachtet werden führen auch vor Augen wie heikel sich hier jegliche historische Bezugnahme durch Architektur und Stadtplanung gestaltet Welches Berlin bei so viel Geschichte Die Stadtlandschaft deren Protagonisten sich auf Schinkel beriefen ist ebenso historisch und legitim wie Hobrechts steinernes Berlin die Repräsentationsbauten der Monarchie ebenso Teil der Geschichte wie die Hauptstadtplanung der DDR Kein Teil davon ist historischer oder charakteristischer als der andere Diese Problematik berührt nicht nur die stadträumliche Formfindung sondern auch soziale und kulturelle Gesichtspunkte Das Buch lässt aber auch Entscheidungsträger zu Wort kommen die mit der vorgeschlagenen Form des Dialogs wenig anfangen 6 können So erfahren wir von Hans Stimmann im Interview mit Arno Brandlhuber dass der Potsdamer Platz heute vielleicht anders aussähe wenn Rem Koolhaas im Oktober 1991 einen Flug verschoben hätte und dass das damalige Planungskonzept der Berliner Innenstadt einer aus zeitlicher Überforderung resultierenden genehmigungsrechtlichen Position geschuldet sei An der Frage ob der Schlossrekonstruktion eine Grünfläche gegenüberstehen kann zerbricht der Dialog zwischen den Gesprächspartnern Drei Kapitel später wird besonders deutlich dass es wichtig ist ihn fortzuschreiben wenn Robert Burghardt einen architektursoziologischen Blick auf die in nächster Nähe des Schlossplatzes entstandenen Townhouses wirft und deren Beitrag zur Raumverwertung und Kapitalkonzentration hervorhebt Seine Kritik muss auch im Hinblick auf das was auch immer gegenüber dem Schlosses entstehen mag berücksichtigt werden Stadt ist exemplarisch eine kollektive Produktion durch all diejenigen die in ihr leben und wirken und nicht nur derer die dort Eigentum besitzen 7 The Dialogic City zeigt wie komplex fragil und lebenswert ein heterogenes Berlin ist welcher kulturelle Reichtum durch die

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/11756 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Mittelalterliche Textilien. Stickerei bis um 1500 / Zwischen Europa und China - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    gut aufgearbeiteten Bestände von Brandenburg oder Stralsund sondern auch auf die wichtigen siebenbürgischen Paramente an deren Erforschung die Abegg Stiftung ebenfalls maßgeblich beteiligt ist In der Zwischenzeit hat Evelin Wetter einen zweibändigen Katalog der Gewänder der Schwarzen Kirche zu Kronstadt vorgelegt Auf diesen Seiten zeigt sich eine streng historistische Vorgehensweise wie sie für das wissenschaftliche Verständnis der Abegg Stiftung charakteristisch geworden ist Es soll nämlich soweit das überhaupt möglich ist immer die gesamte Geschichte der jeweiligen Objekte in den Blick genommen werden einschließlich aller Umarbeitungen und Veränderungen bis in die unmittelbare Gegenwart vgl S 24 Der Katalogteil beginnt mit grundsätzlichen Ausführungen zu Fragen der Stickerei S 27 40 Er ist in vier unterschiedlich große Kapitel gegliedert die jeweils bestimmten Werkgruppen gewidmet sind deren Charakteristika am Beginn jedes Abschnitts vorgestellt werden Die Nummern 1 bis 36 sind Stickereien verschiedener Art Nummer 37 ist eine bestickte Brettchenborte die als einzige Vertreterin ihrer Gattung ein ganzes Kapitel einnimmt Bei den Nummern 38 bis 47 handelt es sich um die weitverbreiteten Samitborten Kölner Borten Die vierte und letzte Abteilung die Nummern 48 bis 66 wird von Lampasborten Florentiner Borten gebildet Unbedingt zu erwähnen ist das Glossar S 329 331 Angenehm berührt die sprachliche Gestalt von Wetters Arbeit vor allem ihre konsequente Verwendung der traditionellen Rechtschreibung was sich positiv auf die Lesbarkeit von Wörtern wie Meßgewand usw auswirkt Natürlich gibt es bemerkenswerte Spitzenstücke von denen nur einige genannt werden können ein Manipel Kat Nr 3 der vielleicht um 1200 entstanden ist eine Reliquiarhülle Kat Nr 6 mit Darstellungen aus dem Leben des hl Thomas Becket die nicht nur zu den wenigen erhaltenen Stücken ihrer Art zählt sondern die auch noch bestens erhalten ist ein englisches Pluviale des ausgehenden 13 Jahrhunderts Kat Nr 7 eine Florentiner Kasel des späten 14 Jahrhunderts die schon genannte Figurenborte Kat Nr 37 eine ungewöhnliche Florentiner Borte mit der Darstellung des Schmerzensmanns Kat Nr 61 usw Dank der Vielfalt der bearbeiteten Objekte ungewöhnliche und typische entsteht ein eindrucksvoller Überblick über die bildtragenden Textilien des Mittelalters und nicht zuletzt wird auch die Internationalität der Textilkunst schlagend unter Beweis gestellt Evelin Wetters Katalog aus dem Jahr 2012 schließt direkt an den Katalog den Karel Otavský und Anne E Wardwell ein Jahr zuvor vorgelegt haben und in dem in 126 Katalognummern ein weiterer großer mittelalterlicher Textilienbestand der Abegg Stiftung vorgestellt wird und zwar unter der Überschrift zwischen Europa und China Wie eingangs schon gesagt Weltkunst war während sehr vieler Jahrhunderte zuerst Textilkunst und in mancher Hinsicht sind Textilien das natürlich immer noch Der kulturenübergreifende und kulturenverbindende Charakter des Textilen erfordert eine entsprechende interkulturelle wissenschaftliche Kompetenz über die die beiden Verfasser in herausragender Weise verfügen Der Katalog besteht aus drei Teilen die jeweils einzeln eingeleitet werden Im ersten Teil stellt Karel Otavský frühmittelalterliche Stoffe zwischen Persien und China vor Unter diesen 22 Katalognummern finden sich etwa eine spektakuläre chinesische Seidendecke des 7 oder 8 Jahrhunderts Kat Nr 2 Der zweite Teil der die Katalognummern 23 bis 36 enthält wurde von Anne E Wardwell bearbeitet Es

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/3661 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Charlotte Colding Smith: Images of Islam, 1453-1600 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    den biblischen Feinden Israels Gog und Magog identifiziert und ihr Vordringen so als Zeichen der nahenden Apokalypse gedeutet Ältere Vorstellungen von Türken als Heiden Häretiker oder Glaubensfeinde erlaubten es während der Reformation zudem den jeweiligen konfessionellen Gegner mit den Türken gleichzusetzen und diesen so als Feind des wahren Glaubens zu brandmarken Nicht nur durch den militärischen Kontakt im Rahmen der türkischen Feldzüge sondern auch durch Reisen an den osmanischen Hof von Gesandtschaften und Händlern nahmen das Bildwissen um Kostüme und Gebräuche der Osmanen zu Im vierten Kapitel untersucht die Autorin Bilder die im Zusammenhang mit diplomatischen Missionen und anderen Reisen an den osmanischen Hof entstanden Diese werden als Antwort auf die zunehmende Faszination eines europäischen Publikums an Prunk und Macht und der Andersartigkeit der Osmanen gedeutet und als Ausdruck eines allgemeingesellschaftlichen Strebens nach Wissen und Verständnis des Unbekannten in der Frühneuzeit verstanden Ein solches frühneuzeitliches Streben nach Wissen sieht Colding Smith auch hinter der Darstellung türkischer Figuren in Kostümbüchern wie sie in der zweiten Hälfte des 16 Jahrhunderts entstanden und die neben Trachten europäischer Länder auch Kleidung und oft auch Gebräuche fremder Länder versammeln Im fünften Kapitel werden dabei in kurzen Abschnitten unterschiedliche Fragen angerissen So die nach Gender und sozialer Ordnung 135 142 nach wechselseitigem Einfluss und Austausch von osmanischen Miniaturen und europäischen Drucken 131 133 nach Sammlungspraktiken von Kostümdarstellungen im Topkap Palast und Heiligen Römischen Reich 133 135 oder nach dem Gebrauch von osmanischen Kostümen in theatralen Inszenierungen 145 147 Das abschließende sechste Kapitel widmet sich Darstellungen osmanischer Herrschaft und osmanischen Herrschern wie sie sich in Genealogien Chroniken und Geschichtswerken des 16 und frühen 17 Jahrhunderts finden Die Bildfunde der Autorin werden dabei vor allem als ein Zuwachs an Bildwissen gedeutet und im Kontext eines sich weitenden europäischen Horizonts gesehen Das beeindruckend umfangreiche Quellenmaterial das die Autorin für ihre Analyse aus verschiedenen Textgattungen zusammengetragen hat ist klar nach Kapitelthemen strukturiert Diese Unterteilung unterstreicht die Grundthese des Buches dass die Darstellung des osmanischen Reiches auf der Matrix vorbestehender Typen erfolgte die sich unter verschiedenen Einflüssen und je nach Wahrnehmungsinteresse wandelten Militärische Bedrohung und Glaubensfragen wirkten auf diese Darstellung ebenso ein wie Gelehrtendiskurse über den Ursprung der Türken oder die frühneuzeitliche curiositas am Fremden Prunkvollen und Exotischen Im Großen lässt sich diese These gut nachvollziehen Im Detail vermisst man allerdings bisweilen die Unterfütterung mancher Behauptung mit Belegen und Beobachtungen Um nur ein Beispiel zu geben Wenn die Autorin auf Seite 47 behauptet dass nach dem Ende der Belagerung Wiens in den Jahren 1532 1540 die Zahl der Flugblätter über türkische Soldaten und militärische Themen merklich zurückgegangen sei sie aber im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen dem Habsburger Reich und den Osmanen nach 1540 wieder anstieg würde man diese sehr detaillierten quantifizierenden Aussagen gern belegt wissen um sie nachvollziehen zu können Ein Verweis auf einzelne illustrierte Quellentexte kann dies nicht leisten Beim Umgang mit den konkreten Bildern zeigt sich bezüglich der Nachvollziehbarkeit eine ähnliche Schwierigkeit Wie häufig bei geschichtswissenschaftlichem Umgang mit Bildern und Fragen des Visuellen steckt der Methodenteufel im Detail Werden

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9587 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Pleasure and Piety. The Art of Joachim Wtewael - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    to Gerrit Adriaensz Berkheyde the subject of music making being a subtle overture to subsequent romantic events 20 7 It is no wonder that such works contributed to Wtewael s fall in popularity during the modern rise of prudery Many paintings by Wtewael and certainly all of the family portraits remained in the artist s possession at his death possibly on account of Wtewael s situation as a businessman artist never needing to realise the market potential of a fully operational workshop 8 The current exhibition has done much to draw paintings from private collections onto the art market over the past auction season Over time more will hopefully be flushed out to add to the ninety eight paintings published by Lowenthal as autograph in 1986 9 Perennial issues of attribution still emerge Judith and Holofernes cat 8 Art Museum Princeton is currently given to Wtewael though a case could also be argued for Bloemaert issues heightened by the existence of numerous high quality replicas of his compositions The second room of the exhibition offered viewers the chance to examine two versions of the Adoration of the Shepherds side by side cat 24 1606 Sarah Campbell Blaffer Foundation Houston cat 25 c 1606 Rijksmuseum Amsterdam the prototype apparently the Houston picture generally exhibits more finesse in handling according to Lowenthal 9 Beyond the physical comparison in the exhibition and a few references in the catalogue however it remains unclear why so many replicas exist Perhaps as in the well known case of Rubens the lower quality of some of these replicas possibly executed by Wtewael s son Peter were less expensive alternatives for potential clients This much may have been the case with his drawings as Stijn Alsteens suggests in his lucid study of Wtewael s draughtsmanship the first since Lindeman s 1929 monograph 56 It is also possible that without a commercial need and as the inventories show Wtewael retained his own prototypes for himself The last room really an annex to the second presented Wtewael s efforts in graphic media He did not engage in printmaking like many of his Mannerist contemporaries The group of drawings ascribed to Wtewael is even more fraught with problems of attribution than his painted oeuvre so it is regrettable that the catalogue does not feature proper entries for each exhibited work Alsteens speculates that Wtewael may have used compositional drawings destroyed during transfer to painting 57 This might explain the number of extant ricordi or drawings that were made after finished paintings Of the secure drawings the largest number of which date from the beginning of the second decade of the seventeenth century his Allegory of the Dutch Revolt The Twelve Years Truce cat 49 1612 Maida and George Abrams Collection Boston is a stunning example exhibiting the artist s accomplished skill in pen and ink and subtle gradations of washes on a par with his minute handling of paint on copper James Clifton s introduction to the religious complexities of early

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/11235/mode=exhibitions (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Regine Heß: Emotionen am Werk - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    dritte Kapitel beschließt die historische Grundierung mit zentralen gestalt psychologischen Kategorien des frühen 20 Jahrhunderts nämlich Symbol und Bild Von jetzt an richtet Regine Heß den Blick nicht mehr nur auf die theoretische sondern auch auf die produktionsästhetische Seite der Thematik Die Schriften und Sakral Bauten des von Wölfflin und Schmarsow beeinflussten Architekten Rudolf Schwarz bilden daher auch ein Scharnier zwischen dem ersten und zweiten Teil der Studie Wie Heß eindrücklich zeigt entwickelt Schwarz einen dynamischen Gestaltbegriff der emotionale Momente von Wahrnehmung in das Konzept bewohnbarer Bildern integriert und die Leere des Raumes vergleichbar mit El Lissitzkys Überlegung zur Leere als Fülle 106 als Bild versteht das durch Nutzung gefüllt wird 110f Spätestens hier wird deutlich dass die Autorin Ansätze der kunstwissenschaftlichen Forschung und der Bildenden Kunst wie selbstverständlich in die Architekturforschung integriert 5 Immer wieder öffnet Heß das Feld zu den benachbarten Künsten und resümiert zurecht Der fehlende Konnex der raumbildenden Künste Architektur Skulptur und Musik aber auch jener zwischen Architektur Performance und Theater ist für die Architekturanalyse heute umso bedauerlicher da dadurch wichtige raumbildende und wirkungsästhetische Strategien leicht übersehen werden 199 Auf diese Strategien fokussiert der zweite Teil des Buches der einen jeweils eigenen Zugang zu den Arbeiten von Zumthor Libeskind und Spuybroek bietet Dass es sich in allen drei Fällen um schreibende Architekten handelt ist eine entscheidende Voraussetzung für ihre Wahl doch beschränkt sich Heß Analyse keineswegs auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen schriftlichem und architektonischem Werk Vielmehr werden wie im Falle von Zumthor auch in der gegenwärtigen Kunst und Wissenschaftsgeschichte verankerte Themen wie Stimmung Atmosphäre Präsenz und Bild für die Werkanalyse der Kapelle Sogn Benedetg und des Kunsthaus Bregenz fruchtbar gemacht Auch im fünften Kapitel erweist sich die Öffnung der Gattungsgrenzen als erhellend wenn Libeskinds Œuvre auf das Konzept der Writing Architecture hin befragt wird die sich als eine von Erinnerung und Erfahrung geprägte Spur in den Ort einschreibt Dabei wird dem Verhältnis zwischen Ordnung und Unordnung besonderes Gewicht verliehen und anhand von Libeskinds syntaktisch ungeordneten 164 Architekturzeichnungen wird deren enger Bezug zu Luigi Nonos atonaler Musik herausgearbeitet Ebenso pointiert wie umsichtig gelingt es der Autorin damit die Bedeutung von Musik und Akustik für Libeskinds Architekturverständnis zu erschließen und als Bestandteil seines rezeptionsästhetischen Ansatzes zu deuten Dieses Kapitel das selbst postminimalistische Skulpturen wie Bruce Naumans Korridore zum Vergleich mit Erfahrungsarchitekturen einbezieht zählt zu den umfang und lehrreichsten der Studie Diese schließt mit der Werkanalyse des niederländischen Architekten Spybroek der für seine biokonstruktvistischen Verfahren bekannt ist Spybroeks Anliegen Flexibilität in der Architektur herzustellen die selbst Ereignis sein sowie Ermöglichung ermöglichen soll 206 und daher als Morphologie begriffen wird diskutiert Heß im Kontext phänomenologischer und sozialer Raumtheorien wie Bernd Tschumis Versuch der Verbindung des topologischen Raumes mit dem Sozialen oder Frei Ottos Skelett und Membranbauten Skelett Membran Körper Haut Begriffe und Konzepte wie diese lassen deutlich erkennen wie eng das Nachdenken über emotive und affektive Eigenschaften der Architektur mit spezifischen Vorstellungen von Körper und Leib verbunden sind Hier kann eine emotionsgeschichtlich orientierte Architekturforschung auch in Zukunft ansetzen

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/5257 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Jöchner, Cornelia: Gebaute Entfestigung - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    diese lokalen Bezüge zurückzuführen sind Um die Spezifika der Turiner Lösung herauszuarbeiten hätte außerdem ein genauer Blick auf die Parallelaktionen des Wiener Verbündeten der Savoyer im Spanischen Erbfolgekrieg Kaiser Karls VI nahegelegen Dessen Projekte die in vergleichbar bevorzugter landschaftlicher Lage nahe der Hauptstadt initiierte Escorial Paraphrase Klosterneuburg sowie die Karl Borromäus Kirche in der Stadt selbst böten erstaunlich viele und vielsagende Parallelen Besonders der letztgenannte Bau Fischers von Erlach im gleichen Jahr 1716 begonnen könnte in viel wörtlicherem Sinne als gebaute Entfestigung gedeutet werden wurde er doch jenseits des Glacis der nach 1683 anscheinend nicht mehr limitierend verstandenen innerstädtischen Bastionen Wiens in direkter Blickverbindung zur Hofburg errichtet Die formale Verwandtschaft beider Entwürfe stark von der Bernini Nachfolge der römischen Akademie um Carlo Fontana geprägt ist so auffällig dass gerade aus raumanalytischer Sicht eine detaillierte Gegenüberstellung aufschlussreich gewesen wäre 8 Ein weiteres Anliegen der Verfasserin ist die Wiederbelebung zahlreicher aus der Raumtheorie des letzten Jahrhunderts entlehnter Wortschöpfungen z B Wirkungsbezugsraum Raumgestalt Zeigfeld Vorne Raum Architektur des Horizonts Körper Grund Konstellation Darstellungsform deren erkenntnisleitende Notwendigkeit und hermeneutische Praktikabilität sich dem Rezensenten freilich nicht durchgängig erschließt So wird z B die Piazza Vittorio Emmanuele neben dem für Jöchners Deutung zentralen Terminus Aktionsraum auch mit den nicht wirklich scharf zu unterscheidenden Begriffen Eingangsplatz Chronotopische Struktur und Wegraum charakterisiert offensichtlich beschreiben die vielfältigen Termini ein und dieselbe städtebauliche Situation unter jeweils leicht variierenden Aspekten Das zweite Hauptbeispiel des Buches S 195 322 die Neuanlage eines großen zum Po hin abfallenden Platzes am Ostrand der Stadt mit dem Neubau einer Kirche als Point de vue auf dem anderen Flussufer kann dann im Wortsinn als Gebaute Entfestigung verstanden werden Napoleon hatte nach dem Sieg von Marengo infolge der Integration der annektierten Territorien des Hauses Savoyen in sein neugeschaffenes Regno italico im Jahr 1800 die Schleifung der Festungsmauern Turins und den Bau der ersten steinernen Brücke über den Fluss verfügt Kaum fertiggestellt diente sie 1814 dem Einzug der ihr zurückgewonnenes Territorium erneut in Besitz nehmenden piemontesischen Dynastie Zum Gedenken an die Restauration wurde daher am östlichen Brückenkopf als epochentypische Pantheon Adaption ab 1818 die Rundkirche Gran Madre di Dio durch den Architekten Ferdinando Bonsignore 1760 1843 errichtet Ab 1825 folgte die Neugestaltung des ehemaligen Glacis zwischen der barocken Stadttor Exedra Guarinos und dem westlichen Brückenkopf durch einen großzügigen einheitlich gestalteten straßenartigen Platz nach dem Entwurf Giuseppe Frizzis Cornelia Jöchner leitet die Gestalt der weitgehend uniformen Platzwände sehr überzeugend aus der Turiner städtebaulichen Tradition ab betont aber auch die zeittypischen Eigenarten dieser spezifischen Lösung So sind hier die Mitten der Langseiten durch Baublöcke mit vorspringenden Eckrisaliten betont welche optisch auf die Portikus der Kirche am anderen Flussufer überleiten Die äußerst schlüssige Deutung des Platzes als Wegraum S 298 306 bestätigt das hermeneutische Potential der hierbei angewandten Methode Jöchners Leitbegriff für das zugrundeliegende gestalterische Ideal des Klassizismus ist die Wand als Masse S 277 im Gegensatz zur barocken Raumschale S 102 Leider gelingt die Einbeziehung der Analyse des Kirchenbaus der Gran Madre di Dio S 277 298 in den Gesamtzusammenhang

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/11139 (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Alberto Saviello: Imaginationen des Islam - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    ob Begegnungen und kultureller Austausch mit dem osmanischen Reich und dessen Darstellung nicht auch auf das Islambild durchgeschlagen und dieses auf andere Weise beeinflusst und geformt haben könnte als dies in den Darstellungen Mohammeds zum Ausdruck kommt wird nicht gestellt Dabei wäre eine Gegenüberstellung der eher religionstheoretisch beeinflussten Repräsentationen des islamischen Propheten mit der Wahrnehmung religiöser Praxen wie sie etwa in den zahlreichen Reiseberichten des 16 Jahrhunderts zum Ausdruck kommt sicher aufschlussreich gewesen Zumindest aber hätte man sich hier eine detailliertere Reflexion über die Quellenauswahl gewünscht als sie auf den nur knapp dreizehn Seiten der Einleitung erfolgt die daneben noch die Aufgabe übernimmt in Thematik und Fragestellung einzuführen und einen kurzen Überblick über die bisherige Forschung zu bieten Hinter der selbstgestellten Aufgabe den spezifischen Beitrag und die Funktion der Bilder in den Diskursen über den Islam 14 zu erörtern bleibt die Arbeit jedenfalls bisweilen zurück Die Stärke der Arbeit liegt aber ohnehin weit weniger in methodischen Reflexionen oder in Fragen der Bildrezeption als vielmehr in einer klar strukturierten chronologisch geordneten Aufbereitung des Bildmaterials sowie in den scharfsinnigen Bildanalysen die zudem oft in Fragen der Medienreflexion übergehen oder in kenntnisreichen Analysen des zeitgenössischen Bildverständnisses münden wie etwa in der pointierten Deutung des Titelblattes von Andrea Arrivabenes 1547 in Venedig verlegtem L Alcorano di Macometto 65 80 Inhaltlich gehen die fünf Kapitel des Buches die sich chronologisch etwa je einem Jahrhundert widmen auf Vorbilder und Ikonographien der Graphiken ein untersuchen die Text Bildbezüge und bemühen sich um eine Einordnung der Bilder in ihre jeweiligen historischen Zusammenhänge Der rund dreihundert Seiten starke Haupttext wird zudem abgerundet durch einen umfangreichen Katalog der sämtliche Mohammed Darstellungen aus gedruckten Koranübersetzungen und eine Sammlung der gesichteten Propheten Biographien umfasst Das erste Kapitel stellt Visualisierungen des islamischen Propheten im frühen Buchdruck vor Überzeugend setzt sich die Arbeit hier mit Darstellungsstrategien Mohammeds auf der Folie älterer Figurentypen auseinander Anhand des Quellenmaterials wird die Verschiedenartigkeit an Bedeutungen greifbar mit der die Darstellung Mohammeds im 15 und frühen 16 Jahrhundert verbunden war Der Autor zeigt dabei auf dass neben den negativen Auffassungen des islamischen Propheten wie sie in Darstellungen Mohammeds als Häretiker oder gar Antichrist greifbar sind durchaus auch ein ambivalentes bis positives Bild Mohammeds existierte das ihn als Antiheld Kriegsherr Richter und Gesetzgeber zeigte Im Verlauf des 16 Jahrhunderts wurde Mohammed vermehrt in türkischer Kleidung dargestellt Diese Osmanisierung in Prophetenbildern wird im zweiten Kapitel einerseits vor dem Hintergrund der Expansion des osmanischen Reiches andererseits vor dem Hintergrund einer sich ändernden Bildauffassung diskutiert Mit der gestiegenen Bedeutsamkeit visueller Wahrnehmung und Wirklichkeitsaneignung habe so die Argumentation auch das Bedürfnis einer lebensechten Darstellung des Propheten zugenommen Die Aktualität der osmanischen Bedrohung sowie der Rückgriff auf nach realen Vorbildern gefertigte Studien osmanischer Gewänder habe die Glaubwürdigkeit der Mohammed Darstellungen gesteigert Umgekehrt sei die Figur des Propheten aber auch zur bildlichen Reflexion über die Zuverlässigkeit von Bildern im Allgemeinen eingesetzt worden Mittels der Darstellung vermeintlicher Wunder aus dem Leben Mohammeds sei dieser nicht nur als Produzent falscher Bilder entlarvt worden sondern geradezu zum Sinnbild für

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9588 (2016-02-12)
    Open archived version from archive



  •