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  • Kemperdick, Stephan; Rößler, Johannes: Der Genter Altar der Brüder van Eyck - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    1815 nach Gent zurück der Altar blieb dort aber nicht lange vereint Die Kirchenverwaltung verkaufte Ende 1816 aus Geldnot dem Kunsthändler L J Nieuwenhuys aus Brüssel sechs der acht beidseitig bemalten Flügeltafeln Die Tafeln mit Adam und Eva blieben in Gent sie gelangten 1861 an das Königliche Museum in Brüssel und 1920 wieder nach Gent Als man sich dieses Verlusts bewusst wurde waren die Flügel bereits im Besitz des englischen Sammlers Edward Solly der sie 1821 an Preußen weiterverkaufte Der folgenden hundert Jahre andauernden Berliner Zeit der Altartafeln die ab 1830 im Königlichen Museum dem heutigen Alten Museum ausgestellt und zum Publikumsmagneten wurden wird in einem gemeinsamen Aufsatz von Kemperdick und Rößler besondere Aufmerksamkeit geschenkt Sie war durch einen Aufschwung der Forschung zur altniederländischen Malerei charakterisiert Deren Entwicklung zeichnet der Aufsatz nach und fragt einsetzend bei Schlegel und den Brüdern Boisserée auch nach der wechselseitigen Beeinflussung von Forschung und Sammlungsausrichtung Wesentlich ging es in der Forschungsdiskussion um die Frage nach der kunsthistorischen Einordnung und Bedeutung Jan van Eycks und des Altars Hegel der sich in seinen Vorlesungen über Ästhetik mit van Eyck befasste wirkte hier ausgleichend zwischen Schlegels Betonung der religiösen Dimension der Darstellung und Goethes Augenmerk auf den Realismus der malerischen Behandlung Zu Hegels großem Hörerkreis gehörten Gustav Friedrich Waagen Franz Kugler Carl Schnaase und Heinrich Gustav Hotho Die mit Goethe befreundete Johanna Schopenhauer publizierte 1822 eine erste Monografie zu Jan van Eyck Gustav Friedrich Waagen beteiligte sich mit seinem kurz darauf erschienenen Buch über die Brüder van Eyck an der folgenden um größere sachliche Genauigkeit bemühten Forschungsdiskussion Er wurde in die Aufbaukommission für das Königliche Museum in Berlin berufen und war dann über dreißig Jahre lang dessen Direktor Der Genter Altar bildete weiterhin eines seiner wichtigsten Forschungsthemen Er ließ die Schrift auf den Rahmenleisten der Flügel freilegen und versuchte in seinen Publikationen eine Rekonstruktion des Retabels Ein entsprechender Gesamteindruck war im Berliner Museum nur durch Ergänzung der Original Altarflügel zu erreichen Hier kommen die Kopien ins Spiel deren komplizierten Weg der Beitrag nachverfolgt Coxcies Kopie war in der Zeit des Spanienfeldzugs Napoleons entwendet und dann von Brüssel aus in Teilen verkauft worden die nach München nach Berlin und über die Niederlande und den belgischen Staat 1861 nach Gent gelangten In Berlin konnten die Originalflügel 1823 um Coxcies Kopien der Mitteltafeln Trinität bzw Gottvater und Anbetung des Lammes ergänzt werden Um auch die noch fehlenden Teile zu erhalten gab Friedrich Wilhelm III eine weitere Kopie in Auftrag die von Carl Friedrich Schulz ab 1824 in Gent ausgeführt wurde Bei der Eröffnung des Königlichen Museums wurden in der Hängung Waagens aber nur die Originaltafeln und Coxcies Kopien in goldenen doppelseitigen Rahmen von Schinkel gezeigt und markierten den Anfang der zweiten Abteilung am Berührungspunkt zwischen der niederländisch deutschen und der italienischen Sammlung Nach dem Einbau von Oberlichtern ab 1869 wurden die Hängung und Rahmung geändert ein weiteres Mal nach der Spaltung der Flügel 1894 Bei der Eröffnung des Kaiser Friedrich Museums war für den Genter Altar mit Originalen und Kopien ein

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  • Sonne, Wolfgang: Urbanität und Dichte im Städtebau des 20. Jahrhunderts - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    vor obwohl er beispielsweise über Dieter Hoffmann Axthelm schreibt Sein Beitrag liegt in der Betonung der Rolle der rechtlichen Grundlagen von Urbanität und insbesondere der Rolle der Parzelle im Städtebau S 34 Zugleich aber verkennt Sonne daß die von ihm selbst anvisierte Stadtgestalt und mehr noch Urbanität und Dichte mit der Parzellierung in engster Verbindung stehen Damit unterschlägt er zugleich eine Tendenz die der an Urbanität und Dichte dingfest gemachten städtebaulichen Kontinuität im 20 Jahrhundert entgegensteht die Ausräumung der bislang parzellierten Blockinnenbereiche zugunsten gemeinschaftlicher Außenräume Dies wird bereits in der ersten thematischen Gruppe den Reformblöcke n für das Wohnen in der Großstadt 1890 1940 deutlich besonders eindrücklich beim Hornbækhus in Kopenhagen 1922 1923 S 84 f Die großen begrünten Innenhöfe der Reformblöcke werden zwar fortwährend erwähnt die drastischen Konsequenzen für die Parzellierung und den privaten Außenraum aber nicht weiter erläutert Der Bewahrung eines traditionellen städtebaulichen Bildes der Vorderseite geschlossene Baublöcke welche den öffentlichen Außenraum definieren steht das Desinteresse des 20 Jahrhunderts an der Parzelle ja geradewegs die Negation der Parzelle als städtebaulichem Konstituens Bodenbesitz der früheren Jahrhunderte gegenüber Davon gibt es nur wenige Ausnahmen etwa den Wiederaufbau Münsters S 231 235 Zahlreiche Beispiele des Buches belegen den damit einhergehenden typologischen Paradigmenwechsel Die Möglichkeit einer allmählichen baulichen Verdichtung in die Tiefe der Parzelle wird durch Vorderhäuser mit freigeräumtem Hofbereich ersetzt Diese Vorderhäuser werden bei Planungen aus einer Hand zu Quasi Zeilenbauten zusammengefaßt die städtebauliche Gewebebildung im Sinne des tessuto urbano Saverio Muratori wird aufgegeben Verglichen mit der baulichen Dichte Anpassungsfähigkeit Nutzungsvielfalt und Lebendigkeit traditioneller innerstädtischer Baublöcke in den 1920er Jahren wirken die zeitgleichen Reformblöcke noch heute kaum weniger antiurban und monofunktional als eine Siedlung in Zeilenbauweise Es enstand das moderne Paradoxon der abgewinkelten Zeile die nur gerade die Figur des öffentlichen Raumes definiert die Ausbildung eines Stadtgewebes aber genauso negiert wie es der Siedlungsbau der Moderne tat Das gilt in weiten Teilen selbst für Sonnes Hauptbeispiele wie etwa den Wiederaufbau Le Havres Auguste Perret et al 1945 ff Titelbild und S 254 258 Auch bei diesem betont Sonne die städtebauliche Kontinuität bei der die neue Stadt aus konventionellen städtebaulichen Elementen S 255 bestehe Bei der Aufzählung dieser Elemente bleibt die Parzelle außen vor und der radikale Bruch wird nur am Rande erwähnt zur Errichtung ganzer Blöcke durch einen Architekten hatte eine generelle Umlegung des Grundbesitzes stattgefunden auch waren die einzelnen Besitzer in großen Kooperativen als Bauherren gebündelt S 255 Eine hybride Städtebauvorstellung wird sichtbar Die abgewinkelte Zeile erlaubt es nach vorn einen traditionell erscheinenden öffentlichen Außenraum zu realisieren während das gemeinschaftliche Block innere den Idealen der Moderne folgt wo Nutzungsmischung und soziale Vielfalt zugunsten hygienischer Bestrebungen Licht Luft und Sonne aufgegeben oder zumindest stark reduziert werden Dabei erfolgt eine Angleichung von Straßen und Hofseite von öffentlichem und privatem gemeinschaftlichem Außenraum analog dem Zeilenbau Hat man dies einmal erkannt erscheint ein beträchtlicher Teil der von Sonne vorgetragenen Fallbeispiele als ein Städtebau mit abgewinkelten Zeilenbauten der Bautyp des antiurbanen Siedlungsbaus der Moderne wurde für traditionelle städtebauliche Vorstellungen adaptiert Das Buch belegt nolens volens

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/10338 (2016-02-12)
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  • Necker, Sylvia: hamburger bauheft 09 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Denkmalstatus ihrer tatsächlichen Bedeutung nicht gerecht wird und die vom Abriss bedroht sind oder gar bereits abgerissen wurden Bauheft 6 nimmt die Wohnhäuser in den Blick die der 1938 ins Exil gezwungene Hamburger Architekt Karl Schneider 1927 für den Architekturkritiker Rudolf Spörhase und 1928 für seine eigene Familie erbaut hat Diese konsequent modernen Häuser fanden früh internationale Beachtung Allerdings ist das Wohnhaus Schneider dessen Grundstück heute unmittelbar an die Einfahrt des Elbtunnels grenzt in einem bedauerlichen jedoch nicht hoffnungslosen Zustand Daher plädiert Ulrich Garbe in einem abschließenden Resümee für eine denkmalgerechte Instandsetzung und eine seiner Bedeutung gerechte Nutzung beispielsweise als Sitz des Karl Schneider Archivs Bauheft 7 rückt mit den 1960 61 erbauten Esso Häusern an der Reeperbahn einen inzwischen abgerissenen Großwohnblock der Nachkriegsmoderne in den Focus Die Esso Häuser bargen neben einer Tankstelle und einem Parkhaus auch ein Hotel beliebte Clubs und günstige Mietwohnungen für Arbeiter Künstler Studenten und Migranten In seinem Editorial macht Jörg Schilling auf die Problematik der Gentrifizierung aufmerksam Das subkulturelle Flair des Stadtteils St Pauli wird auch für einkommensstärkere Bewohner attraktiv und renditeorientierte Investoren halten Einzug Dieser Prozess ist mit sozialer Verdrängung einer Umwälzung des Stadtbildes und dem Verlust urbaner Lebensqualität verbunden Die Event und Imagekultur wird zu einem Wirtschaftsfaktor demgegenüber die Bewohner zunehmend in den Hintergrund rücken So machten viele in St Pauli ansässige Kulturschaffende bereits mit der Kampagne Not in our name auf die Problematik aufmerksam zwar als Statisten eines lebendigen und kreativen Stadtteils herhalten zu müssen von der Wertschöpfungskette die mit einer solchen Kulisse wirbt jedoch ausgeschlossen zu sein Gegenüber den geplanten Neustrukturierungen die ohne Partizipation der Bewohner vor allem Investoreninteressen berücksichtigen fordern die aus ihrem Stadtteil Verdrängten entsprechend der Maxime von Henri Lefebvre ein Recht auf Stadt Bauheft 7 hat mit dem jüngst erschienenen Bauheft 9 das dem Cityhof gewidmet ist gemeinsam dass hier Bauten aus der Zeit des Wiederaufbaus vorgestellt werden Sie haben im Kontext des aktuellen Stadtumbaus das Nachsehen So soll der in städtischem Besitz befindliche Cityhof trotz bestehenden Denkmalschutzes Investoreninteressen geopfert werden Für die Enkelgeneration der Moderne symbolisiert die Architektur der Nachkriegszeit das Wirtschaftswunder und den demokratischen Neuanfang An die 1920er Jahre anknüpfend vertreten die Bauten der Nachkriegsmoderne die Doktrin von der gegliederten und aufgelockerten Stadt Sie steht im Gegensatz zu der heute favorisierten Blockrandbebauung die jeden Quadratzentimeter Bruttogeschossfläche einer intensiven renditeorientierten Nutzung unterwirft Auch die Hamburger Baubehörde spricht sich für eine Blockrandbebauung als Neuinterpretation des Kontorhaustyps anstelle des City Hofes aus Die heute als hässlich deklassierten Gebäude sind Denkmäler des politischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg Mit ihrer baulichen Integration von Tankstelle Parkhaus Ladenzeile und Wohnungen oder Büroeinheiten sind sowohl die abgerissenen Esso Häuser als auch der Cityhof beispielhafte Zeugnisse der Utopie einer autogerechten Stadt In ihrem Text zum Cityhof geht Sylvia Necker ausführlich auf den Architekten Rudolf Klophaus ein der in drei politischen Systemen arbeitete und dessen Bauten das Hamburger Kontorhausviertel prägen Bereits 1924 nahm er an einem Wettbewerb für ein Messehaus teil das auf dem Grundstück des heutigen Cityhofs entstehen sollte Schon

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/10093 (2016-02-12)
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  • Espacios de espiritualidad femenina. Una mirada interdisciplinar - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    und Cousine von Jaume II sowie Isabel von Portugal dessen Schwester situiert Dies zeigt dass die Vernetzungen der Klöster auf mehreren Ebenen zu suchen sind Dementsprechend ist nicht bloß Elisenda als prägende Persönlichkeit zu sehen sondern zahlreiche weitere adlige Frauen allen voran Francesca Saportella die durch Stiftungen und Schenkungen an der Konfiguration des Klosters mitbeteiligt waren Ein noch weitgehend unerforschtes Kloster ist Santa Clara von Teruel eines von fünf in Aragón befindlichen königlichen Gründungen dessen Archive während des Spanischen Bürgerkriegs vollständig zerstört wurden Sebastian Roebert rekonstruiert dessen Gründungsgeschichte anhand von Quellen aus diversen Archiven unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Gründerfigur Leonor von Sizilien 1349 1375 Roebert kann aufzeigen dass zwar sämtliche Privilegien des Klosters von Pedro IV ausgestellt wurden Leonor aber entscheidende Stiftungen tätigte und personelle Entscheidungen traf beispielsweise durch direkte Vermittlung bei der Kurie Diese Einflussnahme Leonors führte zu weiteren Privilegien für die Turolenser Niederlassung Bemüht um die Memoria ihrer Dynastie nahm sie auch Einfluss auf die Gestaltung des religiösen Lebens innerhalb des Klosters Damit reiht sich ein in die Tradition von Herrscherinnen die Niederlassungen der Klarissen begründeten und förderten Salopp gesagt entstanden auch aus illegitimen Verbindungen Klöster Wie Maria del Mar Graña Cid anhand dreier Beispiele aus dem 13 und 14 Jahrhundert zeigt hatten die Könige Alfonso X und Pedro I mit ihren Mätressen bzw mit den aus diesen Verbindungen hervorgehenden Töchtern Niederlassungen in Kastilien gegründet wobei sie annimmt dass die Initiative auch hier zu einem Großteil von den Frauen ausgegangen ist Zum einen geschah dies als eine Art Buße für die Sünde der illegitim eingegangenen Verbindung bezüglich Mayor Guillen für Santa María de San Miguel de Monte bzw auch im Fall der María de Padilla für Santa Clara de Astudillo Zum anderen sollten auf diese Weise uneheliche Nachkommen legitimiert werden Infantinnen Beatriz und Isabel für Santa María de Tordesillas Auch auf diese Weise zustande gekommene Gründungen erfüllten einen klaren Zweck Sie stärkten den Zusammenhalt der Dynastie weil es auch hier die Verwandtschaft derselben war die Stiftungen tätigte und oder als Äbtissinnen die Geschicke der Klöster weiter bestimmten Anna Rapetti untersucht inwiefern im Venedig des 9 bis 13 Jahrhunderts die Profilierung der Aristokratie am Verhältnis ihrer Exponenten zum Benediktinerinnenkloster San Zaccaria und weiterer Häuser abzuleiten ist Dabei wird deutlich dass innerhalb der venezianischen Gesellschaft zahlreiche Familien gezielt ihre Mitglieder in Klöstern unterbrachten um ihre Position zu festigen und an Einfluss zu gewinnen Auch mit den politischen und institutionellen Erneuerungen verlor die Aristokratie ihr Interesse an der Besetzung beispielsweise administrativer Positionen innerhalb der Frauenklöster nicht was als Indikator für deren nach wie vor einflussreiche Position innerhalb der venezianischen Gesellschaft gesehen werden muss Carola Jäggi widmet sich der Frage welchen Zweck Bildwerke in Frauenkonventen erfüllten Dazu nahm sie überlieferte Schwesternbücher in den Blick Ihre Analyse legt nahe dass bei individuellen Gebetsübungen der Nonnen vornehmlich Bilder der Jungfrau Maria oder des Kruzifix eine Rolle spielten Ebenfalls um Devotionsübungen geht es bei Núria Jornet Benito Sie präsentiert verschiedene Dokumenttypen aus den Inventaren der Sakristei des Klosters Sant Antoni und Santa Clara

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/9238 (2016-02-12)
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  • Christian Hecht: Katholische Bildertheologie der frühen Neuzeit - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    sondern zugleich auch eine grundlegende Darstellung ihrer Modernisierung durch die immer weiter ausgreifende Autonomie der Rolle des Künstlers Dabei gibt es natürlich Grenzen etwa bei der Frage häretischer Bilder die sich für Hecht als nichts anderes erweisen als abzulehnende protestantische Bildthemen Solche finden sich beispielsweise in der lutheranischen Fassung der Reformation in Gestalt der hier besonders beliebten Porträts der Reformatoren Häretische Bilder sind insofern nichts anderes als Bilder der Häretiker Damit stößt Hecht zugleich in das Wespennest der Konfessionalisierungsdebatte die sich auch für die säkulare Ordnung der nachreformatorischen Welt als Feld der Kontroverstheologen auf beiden Seiten decouvriert Doch Hecht zeigt auch Ausnahmen gegenüber solchen Brüchen So können katholische Bildtheoretiker lutherische Varianten von Allegoresen zentraler reformatorische Thematiken wie Gesetz und Gnade durchaus akzeptieren indem sie sich einer dogmatischen Interpretation verweigern sie also nicht als Verbildlichung der Rechtfertigungslehre verstehen sondern als wesentliches Moment der Heilsgeschichte Auch hier zeigt Hecht pointiert und eindringlich zugleich die ungewöhnliche Flexibilität der Bildtheologie und ihre Fähigkeit gleichsam unter dem Wahrnehmungshorizont der Konfessionalisierungsdebatte nahezu subversiv hindurchzutauchen und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Konfessionen auszumachen ohne sie als solche zu bezeichnen Damit sind im Flexibilisierungsbild das der Verfasser so signifikant von dieser Bildtheologie zeichnet zugleich weit über den Gegenstand hinausweisende Potentiale durch alle Zeiten hindurchwirkender christlicher Verständigung angedeutet Auf merkwürdige Weise durchdringen sich somit Bildhäresie und Bildakzeptanz als Motive einer nahezu transkonfessionellen Rolle des Bildes auch in den Zeiten heftigster theologischer und politischer Kontroversen Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings daß Hecht solche Möglichkeiten eher bei Molanus als bei Paleotti verwirklicht sieht dem er eine dogmatischere und am Ende aber erfolglosere Rolle bei der Entwicklung des katholischen Bildverständnisses zuweist Die Differenzen zwischen Molanus und Paleotti zeigen sich ganz konsequent auch im Kontext möglicher Rhetorisierungen des Bildes also bei der Betrachtung des Verhältnisses von Bild und Rede Hier ist das Feld der Rolle der Bilder als Didaktik der Ungebildeten angesprochen Indem Paleotti diese Funktion ins Zentrum seiner Bildtheologie stellt verschließt er sich jedoch zugleich den Möglichkeiten des Bildes jenseits aller Rhetorik Symbolik mit Anschaulichkeit zu verbinden Ihm bleibt gleichsam nur noch der Literalsinn und damit eine materiellere Positionierung und Bindung des Bildes an die theologische Dogmatik Demgegenüber öffnet die freie Bildtheologie des Molanus gänzlich neue Felder für die geistige und symbolische Bildgestaltung durch die Inventio des Künstlers Damit öffnet Hecht auch den Blick auf die berühmten vermeintlich strittigen Felder katholischer Bildpraxis nach der Reformation Besonders eindrucksvoll sind hier seine Hinweise auf die für die Bildtheologen gänzlich unproblematische Nuditas in Michelangelos Jüngstem Gericht oder sogar dessen Christus in Santa Maria Sopra Minerva Der Angriff auf das Nackte im Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle erfolgte ausgerechnet aus der Feder Pietro Aretinos dessen bekannte Ragionamenti nicht gerade als Spiegel frommer Sitten betrachtet werden kann Aber offenbar hatte auch Aretino mit seinem Angriff auf Michelangelo weniger fromme Sittlichkeit im Blick als den Künstler für seine Weigerung zu strafen ihn mit einem Bildgeschenk zu bedenken Aber selbst diese nahezu förmliche Anzeige des Schriftstellers an die Inquisition vermochte die Bildtoleranz der gegen den Protestantismus um die Freiheit

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  • Zářivý krystal. Bohumil Kubišta a české umění 1905-2013 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Vielzahl von Selbstbildnissen die den Künstler bezüglich seiner Inszenierung und der symbolischen Hinterfragung seiner Person darstellen die Bilder Dreierporträt 1907 Selbstporträt mit Havelock 1908 und Blaues Selbstporträt 1909 erschienen neben weiteren Bildnissen in Form einer Selbstporträtgalerie gleichsam als Höhepunkt dieses Abschnittes der Präsentation Sehr schön ergänzte das Selbstporträt Der Raucher diese Reihe in dem Kubišta zu einer ersten kubistischen Formensprache in diesen Jahren gelangte Daneben gab es mit dem Kaffeehaus von 1910 ein weiteres wegweisendes Werk zu sehen welches durch die vorbereitenden Skizzen ergänzt wurde Die beeindruckenden Tuschpinselarbeiten in Form von Selbstporträts und Porträts sowie Stadtansichten von Paris erweiterten den Blick auf Kubištas Œuvre und wurden bislang selten präsentiert Weitere Landschaften Stilleben und Bilder aus dem Zirkusmilieu hier hervorragend der Pierrot von 1911 vervollständigten das Werk dieser Jahre Bereits um 1910 setzte die theoretische Reflexion von Kubišta ein und er gelangte zu einer ihm eigenen Farbsymbolik Die Farbe diente zunehmend als Eigenwert für gesteigerte Dynamik und psychologisierende Wirkung Zudem standen spätestens in dieser Zeit die Zusammenhänge von Flächenhaftigkeit und Plastizität zur Disposition sowie die Auflösung dieser Antagonismen im Mittelpunkt Dies verdeutlichte auch die Porträtserie des Physikers Václav Posejpál mit dem Kubišta in regem Austausch stand Ein weiteres Kapitel der Ausstellung widmete sich Kubištas Beschäftigung mit geradezu klassischer Landschaftsmalerei Der Bereich bildete quasi ein Intermezzo der Schau Einige Landschaften stammten aus seiner frühen Militärzeit Ein großformatiges Prager Stadtpanorama in traditioneller Ausführung bildete einen attraktiven Kontrast zu dem kubistischen Alt Prager Motiv von dem allerdings nur die Detailstudie zu sehen war Der abschließende Bereich widmete sich neben den kubistischen Hauptwerken weiteren Besonderheiten seines Schaffens Er bildete gleichsam das Finale der Präsentation und offenbarte sein künstlerisches Vermächtnis Ein eigenes Kapitel war dabei Kubištas großformatigen arkadischen Landschaften vorbehalten wie Badende Männer von 1911 Auch konnte Kubištas Beschäftigung mit Alten Meistern wie Poussin oder Rembrandt nachvollzogen werden In diesem Zusammenhang entstanden Werke mit religiöser Thematik wie Kreuztragung von 1910 und Auferweckung des Lazarus von 1911 Aber auch die Wirkung von Kräfteverhältnissen unterschiedlicher Art und die Darstellung von psychischen Seelenzuständen wurden in dieser Zeit virulent Werke wie Epileptische Frau und Der Doppelgänger beide von 1911 verdeutlichten dies genauso wie der Hypnotiseur von 1912 Es sind in der Folge vor allem Stilleben sowie weitere Hauptwerke des ihm eigenen Kubismus die religiöse Themen und Vanitasdarstellungen weiter vertiefen Dazu gehören Der Heilige Sebastian Der Todeskuss und vor allem Stilleben mit Totenkopf die alle 1912 gemalt wurden Die Beschäftigung mit Geometrie und Physik bekam in diesen Werken eine neue Ausrichtung und mathematisch bestimmbare Maßverhältnisse wurden den Bildern im Stil des analytischen Kubismus zu Grunde gelegt Die Gemälde entfalten eine monumentale Wirkung durch kantig kristalline Formen und bestechen durch eine exakte Ausführung der mitunter strengen Gestaltung Kubišta folgte hierbei seinen theoretischen Vorstellungen und die Farben sind in dieser Zeit bis zur Monochromie reduziert Kubištas eigene Formulierung des sogenannten Penetrismus die Ansätze einer Gesellschaftstheorie beinhaltet kann einerseits auf die spirituelle Auffassung des Künstlers zurückgehen andererseits spiegelt sich darin sein Interesse für die neuen Erscheinungsweisen der Physik Ab 1913 entstanden bedingt durch die

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  • Niehr, Klaus (Hrsg.): Historische Stadtansichten aus Niedersachsen und Bremen 1450-1850 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    und Silhouetten entwickelte Die Stadtansicht wird damit als Ergebnis künstlerisch ästhetischer Vorlieben erforderlicher Funktion und Interessenlage sowie pragmatischen Entscheidungen hinsichtlich Form und Technik definiert Welchen Einfluss politische Ereignisse und komplexe Zusammenhänge auf bildliche Darstellungsweisen ausüben konnten erörtert Niehr u a anhand einer Ansicht Oldenburgs von 1671 in der die Stadt kleinmaßstäbig im Hintergrund präsentiert wird während im Vordergrund der Landesherr Graf Anton Günther das Bild dominiert um die Unterwerfung des Ortes demonstrativ zu inszenieren Solche historisch politisch aufgeladenen Perspektiven wurden ab 1800 durch vorrangig ästhetisch bestimmte Landschaftswahrnehmungen ersetzt weshalb das Jahr 1850 auch den Endpunkt der Studie markiert Städte in Regionalkarten des 16 bis 18 Jahrhunderts stehen im Zentrum von Beate Christine Fiedlers Archivstudie deren zeitgenössischen Kontext sich intensivierende landesherrliche Verwaltungsstrukturen bilden Fiedler erläutert anhand von Augenscheinkarten die vor allem in juristischen Kontexten beispielsweise bei Grenzstreitigkeiten eingesetzt wurden den Wandel von detaillierten Veranschaulichungen hin zur pragmatischen Reduktion auf Charakteristika der jeweiligen Orte Dieses Verhältnis von Detailreichtum und ausgewählten Akzenten greifen auch zwei weitere Beiträge auf Der Pflanzenökologe Hansjörg Küster beleuchtet die Aussagekraft von Stadtansichten zur zeitgenössischen Landschaftstopographie Er kann festhalten dass Nutzungsweisen des städtischen Raums wie stadtnah gelegene Viehweiden individualisiert in die Abbildung integriert wurden Bettina Schleier betrachtet Frühdrucke mit dem Ergebnis dass sich zwar Wirtschaft und alltägliche Abläufe der Städte widerspiegeln aber die Ansichten vor allem markante Inhalte mit Wiedererkennungswert in Szene setzten ohne die Einzelheiten besonders zu gewichten Festungsanlagen demonstrierten die städtische Wehrhaftigkeit so dass sich wie Ulrich Schütte dokumentiert ihre verschiedenartigen Bauformen gut in Bildformate integrieren ließen Anhand einer Auswahl von Stadt und Befestigungsplänen die von mittelalterlichen Stadtmauern bis hin zu bastionären Anlagen des 17 Jahrhunderts reichen belegt er die im Zuge einer Modernisierung der Wehrtechniken vollzogenen baulichen Anpassungen Norbert Fischer beleuchtet aus kulturhistorischer Sicht die neuzeitlichen Veränderungen von Städten in Richtung eines öffentlichen Raums der Möglichkeiten zur Herausstellung von Bürgerlichkeit als Lebensstil bot Zur Erläuterung dient ihm das Beispiel der Friedhöfe Mithilfe von Stadtplänen verdeutlicht Fischer dass diese Orte im 16 und 18 Jahrhundert oft aus Platzmangel außerhalb der Stadtmauern verlagert und zu repräsentativen parkähnlichen Anlagen umgestaltet wurden die letztlich das Bürgertum als landschaftlichen Fluchtraum nutzte Abschließend wirft der Historiker Thomas Vogtherr einen umfassenden Blick auf die vielfältigen Wandlungsprozesse frühneuzeitlicher Städte beispielsweise im Zuge der Reformation Dabei reflektiert er die von Kontroversen geprägte Forschung zur frühneuzeitlichen Stadt die lange Zeit im Sinne eines Autonomieverlusts gegenüber den fürstlichen Autoritäten erzählt wurde Die skizzierten Auseinandersetzungen über die Wiederherstellung frühneuzeitlicher Stadtbilder machen deutlich dass dieser Abschnitt der städtischen Geschichte auch heutzutage noch Aktualität besitzt Der auf die Essays folgende Katalogteil präsentiert alphabetisch geordnet 235 Stadtansichten in adäquater Größe und hochwertigem Druck Neben Angaben zu Titel Autor Maßen sowie zur Provenienz ergänzt jeweils ein kurzer Text die Ansichten Außer einer Bildbeschreibung liefert er auch Informationen zur jeweiligen Ortsgeschichte sowie zur Art des Darstellungstyps und dessen Entstehungskontext Das Beispiel Braunschweig für das der Katalog sowohl Kupferstiche u a von Franz Hogenberg als auch Vogelschauen und einen Stadtplan beinhaltet eignet sich um den unterschiedlichen Darstellungstechniken wie Stich oder Handzeichnung sowie verschiedenen Perspektiven

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  • ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Archivio
    Prof Dr Fernando Valdés Prof Dr Dirce Marzoli 11 feb 2016 CFP Netzwerk jüd Sachkultur Objekt Schrift Braunschweig Hannover 13 15 Apr 16 Katrin Keßler 11 feb 2016 CFP Gender in Art Production Collection Display Loughborough 8 9 Jun 16 Tilo Reifenstein 10 feb 2016 ANN Bauhaus Lab 2016 Desk in exile Dessau 9 May 5 Aug 16 Sascha Stremming 10 feb 2016 CFP Revue Histoire de l art L artiste historien Revue Histoire de l art 10 feb 2016 STIP Fellowships within the program Connecting Art Histories in the Museum Berlin Kunsthistorisches Institut in Florenz Max Planck Institut 10 feb 2016 JOB Professur Neuere und Neueste Kunstgeschichte Uni Duisburg Essen Alma Elisa Kittner 10 feb 2016 JOB H Net Job Guide Weekly Report For H ArtHist 1 8 Feb 16 H ArtHist Redaktion 10 feb 2016 CFP Visualising Chinese Borders in 21st Century Manchester 5 6 Apr 16 Beccy Kennedy 10 feb 2016 CFP Journal of Surrealism and the Americas Max Ernst Issue Fall 2017 Claudia Mesch 10 feb 2016 STIP Aide à la mobilité Recherche innovante en art contemporain Plumejeau 10 feb 2016 CONF Parahuman Leben mit Technik Dresden 17 18 Mar 16 Marian Zabel 09 feb 2016

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