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  • Wissen(schaft) online - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    der Bibliographie auf Bibliothekskataloge Diese konzeptionellen Erweiterungen des Buches in den digitalen Editionen brächten jedoch einige Herausforderungen mit sich Bei den Mehrfachsichten gelte es das Problem der Zitierfähigkeit der Seiten und der hypertextuellen Kohäsion zu lösen Inwiefern gehören Paratexte zur Edition und wie sind sie zu zitieren Stäcker sprach auch die wichtige Frage der Versionierung von digitalen Editionsprojekten an und thematisierte das Problem der Langzeitarchivierung Hubertus Kohle Professor für Kunstgeschichte an der LMU München forderte in seinem Vortrag Die Zukunft war immer schon anders als die Vergangenheit Über Kunstgeschichte im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit seine Kollegen pointiert dazu auf das aktive Mitgestalten an den Publikationsweisen der Zukunft besser zu vermarkten Die unerbittliche Logik des ökonomischen Modernisierungsprozess werde unausweichlich dazu führen dass zukünftig ausschließlich elektronisch publiziert werden würde Geisteswissenschaftler müssten die weiche Qualität des Computers als Medium der Assoziation und Phantasie vermitteln anstatt wie bislang häufig das Internet generell für die Flachheit der Diskurse verantwortlich zu machen Insbesondere die Hochschulen seien gefordert eine Pädagogik des Umgangs mit elektronischen Medien zu entwickeln Im Gegensatz zu seinen Vorrednern trat Kohle dafür ein die Qualitätssicherung der elektronischen Publikationen vollständig einem öffentlichen Prozess zu überlassen wobei er eingestehen musste dass das Modell der öffentlichen Begutachtung von Artikeln bei dem unter anderem von ihm herausgegebenen Kunstgeschichte Open Peer Review Journal bislang sehr wenig genutzt werde Eine kritische Masse von Internet Usern die solche Crowd Review Angebote nutzen sei für das Funktionieren des Modells unabdingbar Hubertus Kohle trat dafür ein den Long Tail also die große Masse an Online Publikationen die in der Fachwelt nicht die Aufmerksamkeit einer Print Monographie erregen inhaltlich aber auf lange Sicht womöglich größere Bedeutung besitzen ernst zu nehmen Damit sprach er sich für Quantität bei elektronischen Veröffentlichungen aus Das Internet sei unendlich verfügbar und Speicherplatz vergleichsweise billig weshalb durch Peer Review Prozesse keine künstliche Verknappung notwendig sei Publish first filter later So with the internet and e books do we really need millions for libraries Die Rolle der Bibliothek im Zeitalter des Online Publizierens war Thema des Vortrages von Jan Simane Bibliotheksleiter am Kunsthistorischen Institut in Florenz und Vorsitzender der Sektion Kunstbibliotheken der IFLA dem Internationalen Verband der bibliothekarischen Vereine und Institutionen Die provokante Frage im Titel seines Vortrages stammt aus einem US Fernsehbericht des vergangenen Jahres jedoch auch hierzulande werden Bibliotheksleiter von Unterhaltsträgern mit zwar weniger spitz formulierten jedoch in dieselbe Richtung zielenden Fragen konfrontiert Wichtig sei deshalb hervorzuheben welche Dienste die Bibliotheken bei der Erstellung Bereitstellung und Organisation von elektronischen Publikationen leisteten Dem online publizierenden Wissenschaftler komme es vor allem auf die Sichtbarkeit seiner Beiträge an so Simane Hier bieten Bibliothekskataloge und Bibliographien vor allem was die inhaltliche und sprachenunabhängige Erschließung durch intellektuelle Verschlagwortung angeht Leistungen die weit über das hinausgehen was Internet Suchmaschinen bislang erfüllen David Ludwig wissenschaftlicher Mitarbeiter am Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik in Berlin und einer von knapp 300 Administratoren der deutschen Wikipedia sprach über Wikipedia als Modell für Chancen und Probleme digitaler Publikationen So stellte er überzeugend die Online Enzyklopädie als positives Modell für die moderne

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  • "Baut auf die Vergangenheit!" - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    sich wandelnden Stadt der eigentliche Wert des Denkmals eine Bewusstseinsschärfung für Gestaltung und Charakter des Gemeinwesens zu Gunsten ökonomischer Verwertungsoptionen gerahmt durch Event und Imagekultur verloren geht Geschichte als Wert an sich wird durch ihren Anmutszauber ersetzt S 29 Insofern ist es bemerkenswert dass nicht die Elbphilharmonie Projekt 20 das Titelbild des Architekturführers schmückt sondern die durch Alexis de Chateauneuf errichtete sich im Umbau befindende völlig entkernte Alte Post Projekt 23 dafür gewählt wurde Doch so blau wie der Hamburger Himmel durch die leeren Fensteröffnungen ihrer Fassaden scheint so idealistisch schließt der Autor in seinem Plädoyer für eine Neuentdeckung der Bedeutung des Denkmalschutzes Der Denkmalpflege wächst die Rolle zu in einer Zeit in der alles verfügbar zu sein erscheint auf Unverfügbarkeit zu beharren S 29 Aber woran müßte festgehalten werden in einer mittelmäßig traditionslosen Denkmallandschaft Der sittliche Appell den Rauterberg dem Gemeinwesen in seinem Bewusstseinsprozess anheim gibt ist dafür kein Instrument Aufrichtigkeit Anstand und Respekt sollten eine Auseinandersetzung über Werte und Erinnerungen bestimmen sind aber auch an den ausgesuchten 75 Projekten nicht immer ablesbar Vielleicht müßten die Fragen an den Denkmalschutz selber und anders gestellt werden Hierzu sollte die Diskussionsveranstaltung Gelegenheit geben Für einen kritischeren Blick auf die Hamburger Verhältnisse wäre es womöglich anregender gewesen hätten die ursprünglich eingeladenen auswärtigen Diskutanten teilgenommen 7 Mit Rauterbergs Thesen von der Stadt in der sich selbst die Vergangenheit rechnen muss konfrontiert kam ein Meinungsstreit erst auf als Frank Pieter Hesse Leiter des Hamburger Denkmalschutzamtes bekannte nicht mitmachen zu wollen bei der Lüge einer auf entkerntem Inneren bauenden Fassadenkultur für historische Adressen Hanno Rauterberg der zuvor den Verlust an Denkmalschutz mit Verlust an bürgerlichem Zusammenhalt gleichgesetzt hatte pflichtete dem bei Dagegen konfrontierte Oberbaudirektor Jörn Walter die Institution Denkmalschutz mit ihren oft kontra produktiven Instrumentarien Gutachten würden die Unterschutzstellung formal verneinen wo die Öffentlichkeit entsprechende Bauten als alte Stadt wahrnimmt Hier kam nun die vergleichsweise flache Denkmallandschaft als Problem zum Tragen und auch Hanno Rauterberg bekannte dass die Stadtbildqualität nicht unbedingt durch den Denkmalschutz gedeckt wird Doch wie ist es um die herausragenden Beispiele für Bauen im Bestand bestellt Einig war man sich in der Beurteilung der ursprünglich 1932 von Martin Elsässer errichteten Villa Reemtsma die mit den 1954 von Godber Nissen ergänzten Bauten eine Umnutzung vom Verwaltungssitz zum exklusiven Wohnquartier erfuhr Dass der Um und Rückbau der Villa in die Anmutung der guten Moderne die dunkle Zeit und Bauschicht von 1939 zugegebenermaßen mit den Holzpaneelen Schnitzereien und Schmiedeeisengittern kein schönes aber ein laut Denkmalschutzgutachten im Gesamtkomplex unter Schutz stehendes Teil Denkmal 8 weitgehend entfernte blieb in den Statements wie auch im Führer unerwähnt Von Unverfügbarkeit war hier nie die Rede Wie ist es nun an einem solchen Punkt um das kollektive Gedächtnis und den bürgerlichen Zusammenhalt bestellt Was sollte ein Denkmalschutz hier bewirken Tatsächlich klammerte die Diskussion diese Fragen aus Es bewahrte sich einerseits das Bild machtloser Denkmalpflege deren Kriterien andererseits kontra produktiv angesichts der allgemeinen Empfindung agieren Verdeutlicht wurde letzteres durch eine Anregung aus dem Publikum Prof Hermann Hipp lange Zeit selber Denkmalschützer

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  • Tombe dogali - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Grabmäler der Familie Mocenigo an der Innenfassade von Santi Giovanni e Paolo wo die Monumente dreier Dogen zu einem einzigen gigantischen Monument zum Ruhme der Familie verschmolzen wurden In diesem Zusammenhang ist auch der Vortrag von David Drogin New York zu sehen der den generationsübergreifenden Dialog der Dogen in ihren Grabmälern verfolgte und herausstellte dass die Monumente niemals als Solitäre zu begreifen seien sondern stets auf eine präexistente Grabmalstradition reagieren Dass dies auch die Abkehr von Konventionen bedeuten konnte zeigte die von Janna Israel Washington D C untersuchte Bodenplatte für Cristoforo Moro reg 1462 1471 in San Giobbe Da deren scheinbare Bescheidenheit aber nicht allein durch Qualität und Größe sondern auch durch die Platzierung im liturgischen Zentrum der Kirche konterkariert wird ist dies wie die Referentin betonte keineswegs als Akt der Humilitas zu deuten Durchsetzen sollte sich dieses Modell Vorsprung durch Zurückhaltung jedoch nicht Das späte 15 Jahrhundert wurde von einer Reihe ehrgeiziger Grabmalsprojekte geprägt für die erstrangige Künstler wie Tullio Lombardo verpflichtet wurden Umso erfreulicher ist es dass die Werke der Lombardi Werkstatt nun in hochwertigen Fotos durch das an der Fondazione Giorgio Cini angesiedelte Forschungsprojekt Opere di Tullio Lombardo online zugänglich sind www cini it Das Grabmal des Dogen Niccolò Tron reg 1471 1473 in der Frari Kirche galt bisher als programmatisches Idealbild für das Selbstverständnis der Dogen So wie sich über dem Standbild des Verstorbenen die Venedig repräsentierenden Tugenden erheben sollte sich auch der Doge in den Dienst und damit den Schatten der Republik stellen Benjamin Pauls New Brunswick Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte dieses Monumentes ließ es nun allerdings in gänzlich neuem Licht erscheinen Indem er dessen Auftraggeber den Sohn des Dogen Filippo Tron in den Fokus nahm offenbart sich das republikanische Grabmalsprogramm als eine nachträgliche Rehabilitationsmaßnahme des massiv in die Kritik geratenen Vaters und stellte eine wichtige Investition in die weitere Karriere des Sohnes dar Dennis Romano Syracuse bezeichnete die Dogengrabmäler denn auch konsequenterweise als family concerns Finanzierung und Ausführung der Monumente lagen in der Verantwortung der Dogenfamilien die ein vitales Interesse hatten das Andenken ihres Dogen positiv zu inszenieren Mit Familie Republik und Person arbeitete Romano eine Triade von Parteien heraus die im Ringen um das angemessene Andenken des verstorbenen Dogen konkurrierten Vor diesem Hintergrund ist es zu bedauern dass die Rolle der Dogaressa in der venezianischen Grabmalstradtion nur am Rande der Tagung Beachtung fand Am Beispiel von Grabmalsver und Neusetzungen im Zuge des Neubaus von San Giorgio Maggiore untersuchte Tracy Cooper Philadelphia die Mechanismen von Aktualisierung und Nutzbarmachung von Geschichte anhand des Erinnerungsensembles einer ganzen Kirche Als ein besonders sprechendes Beispiel stellte Giulia Ceriani Sebregondi Verona das Grabmal des Leonardo Donà reg 1606 1612 in eben dieser Kirche vor Martin Gaier Basel lenkte in seinem Vortrag zum dogalen Begräbniszeremoniell den Blick auf den wohl auch wegen der geringen Anzahl überlieferter Artefakte kaum erforschten Effigiesgebrauch der sich im Venedig des 16 Jahrhunderts durchsetzte und im Zusammenhang mit dem ausgedehnten Begräbniszeremoniell zu sehen ist das mit dem Ius spolii also der rituellen Beraubung des Dogen endete

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  • Networked Humanities - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Neuseeländer Erik Champion von der Massey University in Auckland Als außerordentlicher Professor ist er seit einiger Zeit im Bereich Game Design tätig Neben vielen weiteren Projekten ging Champion der Frage nach wie sich Lehre und Computerspiel miteinander verbinden lassen So entwickelte er beispielweise im Jahr 2006 gemeinsam mit seinen Studenten ein PC Spiel dass zu Zeiten der ägyptischen Hochkultur spielt und bei dem sich der Protagonist innerhalb eines realistischen dreidimensionalen Settings bewegt So sind etwa die Texturen ihren realen Vorbildern nachempfunden Es ist also beispielsweise möglich antike Bauten zu begehen und die detailgetreue Hieroglyphen Malerei zu betrachten Um bestimmte Quests zu lösen ist es zudem nötig sich mit der ägyptischen Geschichte zu befassen Champions Projekte gehen in viele unterschiedliche Richtungen Aus kunsthistorischer Sicht interessant ist aber vor allem das Einbinden von Kunst im weitesten Sinne in seine Spiel Projekte In Zeiten in denen Computerspiel und Film miteinander verschmelzen ergeben sich in diesem Bereich ganz neue Möglichkeiten Kunst zu repräsentieren sei es nun via Bild im Spiel also die Repräsentation von Gemälden in Spielen oder durch die Texturgestaltung die einen virtuellen Rundgang durch verschiedene Kunst Settings zulässt im Prinzip ist diesem Bereich kaum Grenzen gesetzt digitale Kunstgeschichte zu medialisieren und zu popularisieren Art History II Social Tagging und das Lazy Web Wie kaum ein anderer Begriff hat sich The Wisdom of Crowds also die Weisheit der Vielen in der digitalen Kunstgeschichte etabliert Die Möglichkeiten die sich aus dem Anzapfen der Wissensbestände vieler Personen ergeben sind groß Das bekannteste Beispiel ist natürlich die Online Enzyklopädie Wikipedia Ein Bereich in dem sich die Weisheit der Vielen in der Kunstgeschichte manifestiert hat ist das Social Tagging also die Verschlagwortung meist großer Bildbestände durch eine große Masse an Usern Das vorrangige Ziel ist es möglichst schnell möglichst günstig und möglichst umfassend Bilder mit adäquaten Tags zu versehen Es lassen sich jedoch auch weitere Erkenntnisse gewinnen wie Gerhard Nauta Professor an der Universität Leiden und Laura Commare Magistrandin an der LMU München verdeutlichten Letztere referierte über einige Ergebnisse die sie im Rahmen ihrer Magisterarbeit über das LMU Tagging Projekt Artigo gewann Bei Artigo handelt es sich um ein Online Kunstgeschichtsspiel bei dem die Spieler Abbildungen Gemälde Architektur Skulptur etc mit Schlagworten versehen Ziel ist es durch die spielerische Partizipation vieler Personen vielen Bildern viele Tags zuzuordnen damit das Suchen in großen Bilddatenbanken vereinfacht wird In ihrer Arbeit hat sich Commare nun mit der Frage auseinandergesetzt inwiefern die abgegeben Tags Rückschlüsse auf die Spieler zulassen Ihr Ergebnis Sowohl der Aufbau des Spiels als auch die spezifischen Eigenschaften der Spieler Alter Geschlecht Bildungsstand etc wirken sich auf die abgegebenen Begriffe aus Zudem lässt sich ein bestimmtes Muster erkennen mit welcher Priorität Tags vergeben werden Dadurch wiederum lassen sich Erkenntnisse gewinnen wie zum Beispiel das Spiel verändert werden muss um besonders wertvolle d h aussagekräftige Schlagworte zu erhalten Im Gegensatz zu Artigo werden bei Nautas Iconclass Bilder nicht mit Begriffen sondern mit Bildern getaggt Für sein Projekt erstellte er einen Katalog von unterschiedlichen abstrakt gestalteten Symbolen die verschiedene geometrische

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  • Interpositions. Bildgrenzen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Denken in Bildern befassten Während Ute Holl am Beispiel von Friedrich Wilhelm Murnaus Faust eine deutsche Volkssage 1926 zeigte welche Bedeutung dem reinen Licht in der Montage der filmischen Bilder zukomme und wie der Film davon ausgehend zu neuen Formen der Evidenz finde setzte sich Luc Vancheri mit der Rhetorik des filmischen Bildes auseinander und erläuterte am Beispiel von Pier Paolo Pasolinis Il Vangelo secondo Matteo 1964 wie die Montage und die Wahl des Bildausschnittes die Interpretation des Filmes lenkten Geradezu als künstlerisches Experiment zum Zusammenhang von Montage und Sinnproduktion mutete der von Christa Blümlinger vorgestellte Film Coming Attractions 2010 von Peter Tscherkassky an Darin hat Tscherkassky die Abfälle von Werbefilmen der 60er und 70er Jahre zu elf Kapiteln zusammengefügt welche die Nähe zwischen Reklame und den Anfängen des Kinos dem Kino der Attraktionen herausstellen Ausgehend von Coming Attractions rückte Blümlinger zwei zentrale Aspekte der Montage in den Vordergrund welche auch in den übrigen Tagungsbeiträgen eine Rolle spielten die wirkungsästhetische Dimension der Montage auf der einen sowie der Zusammenhang von Montage und Historie auf der anderen Seite Die Wirkungsfrage kann als Ergänzung zur epistemologischen Dimension der Montage verstanden werden So wird mit Hilfe der Montage nicht nur Wissen vermittelt und Erkenntnis gestiftet Wie Antonio Somaini am Beispiel von Sergej M Eisenstein ausführte ziele die Montage ebenso auf die intellektuelle sowie körperliche Dynamisierung des Betrachters Mit der Wirkung der Montage im Sinne von monter le spectateur même habe sich Eisenstein nicht nur in seinen Filmen sondern auch in seinen theoretischen Schriften und schließlich in seinen Zeichnungen wiederholt auseinandergesetzt Eine Vorform der Mobilisierung der Massen stellte zudem Godehard Janzing mit den Quarante Tableaux 1569 70 von Jacques Tortorel und Jean Perrissin vor So hätten Tortorel und Perrisin die Zeugenbekundungen zu Massakern und weiteren Ereignissen der französischen Glaubenskriege in Druckgrafiken übersetzt und mit ihrem Bilderbuch eine Internationalisierung des Konfliktes angestoßen Auch die Montage der historischen Zeit läßt sich mit Eisenstein diskutieren In seinem unvollendeten Filmprojekt Que viva México 1930 31 habe sich Eisenstein so Somaini mit verschiedenen Stationen der Geschichte Mexikos beschäftigt sie de und remontiert um schließlich zu einer Komposition verschiedener Zeiten zu gelangen Laut Christa Blümlinger richte sich das Spiel mit der Geschichte bei Tscherkassky hingegen auf die Historie des filmischen Mediums selbst Coming Attractions suche die Anbindung an die Anfänge des Kinos ebenso wie an den Avantgardefilm Auf diese Weise stelle Tscherkassky einem teleologischen Verständnis der Filmgeschichte eine anachronistische Perspektive entgegen Unter dem Blickwinkel der Montage welche Ordnungen gleichermaßen aufstellt wie verwirft wird auch die historische Ordnung somit zu einer Ordnung unter vielen Weitere Denkanstöße hierzu gab Angela Mengoni mit ihrem Vortrag zu Gerhard Richters Bilderatlas der Zeitungs Familien und Werbebilder nebeneinander versammelt Richters Bilderatlas frage damit nach dem Zusammenhang von Fotografie und historischer Erinnerung und zeige zugleich die Unmöglichkeit auf die Bilder zu einem historischen Ganzen zusammenzufügen Über die intermediale Ebene hinaus geriet auch der Umgang mit den Bildern in den Blick Einen äußerst anschaulichen Übergang leistete diesbezüglich Philippe Alain Michaud welcher in seinem Vortrag zu El Lissitzky Friedrich

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  • Transformationen – Entgrenzung in den Künsten - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Schindler die Überschreitung der Grenze zwischen Bild und Realraum anhand der Darstellung von Textilien in der holländischen Genremalerei des 17 Jahrhunderts In die Gegenwart führte der Beitrag Vanessa Marlogs über Ästhetisierungsstrategien im ethnologischen Dokumentarfilm in dem die Referentin den Objektivitätsanspruch der Repräsentation von Fremdheit durch die Vermischung von Animation Fiktion und Dokumentation kritisch hinterfragte Ruth Reiche analysierte Eija Liisa Ahtilas Dreikanal Installation The House 2002 Davon ausgehend dass Erzählstrategien einer ständigen Transformation unterliegen demonstrierte sie unter Verwendung des Begriffs Multiperspektivität welche Bedeutung dem Einsatz mehrerer Projektionen zukommt Den Abschluss dieser Sektion bildete der Vortrag von Lars Robert Krautschick der Horrorfilme unter intermedialen Gesichtspunkten untersuchte Sektion 3 unter der Leitung von Regina Wohlfarth hatte die interdisziplinäre Entgrenzung der Kunstwissenschaften zum Thema Während Theresa Leonhardt Modelle der Kulturfinanzierung zwischen Kunstanspruch und Ökonomie beschrieb stellte Johanna Eder Vorteile für Vermittlungsprozesse durch interdisziplinäre Kooperationen heraus Iris Cseke demonstrierte anhand von Online Clips als hybrider Form zwischen Kunst und Werbung das Aufweichen von Fachgrenzen Anastasia Dittmann präsentierte Akademien fotografische Aktdarstellungen die als eine besondere Spielart von Tableaux vivants gelten können und durch den Medienwechsel vom realen Modell hin zur Reproduktion nicht eindeutig als Kunstwerk klassifizierbar sind Der erste Tag schloss mit einem Gastvortrag von Lydia Haustein Kunsthochschule Berlin Weißensee Freie Universität Berlin Haustein stellte die Entwicklung eines globalen Bildatlasses vor welcher nach ikonographischen Motiven geordnet auch nicht kanonische Künstler einbezieht Im Zuge dessen wies sie auf die Probleme einer einseitig westlich orientierten Kunstgeschichtsschreibung hin wobei sie davor warnte die verbreitete Vorstellung einer globalen Kunstgeschichte unhinterfragt zu akzeptieren Der zweite Tag startete mit Sektion 4 unter der Moderation von Lorenz Welker Diese Sektion befasste sich mit Transformationen des Gedächtnisses wobei auch hier intermediale Erscheinungsformen auftraten In einem Rückgriff auf die Gotik belegte Christian Nille Transformationen kultureller Sinnbezüge Magdalena Zorn stellte die Werke von Karlheinz Stockhausen in den Kontext von Transkonfessionalität und Universalität Miriam Schoofs thematisierte die immanente Intermedialität im Werk Hanne Darbovens Nadine Söll die anhand der Videoarbeiten Slater Bradleys einen Grenzbereich zwischen Realität und Fiktion auslotete und Stefanie Loh welche fotografische Tagebuchstrategien vorstellte beschäftigten sich intensiv mit der Transponierung von Erinnerungen Sektion 5 wurde von Fabienne Liptay moderiert und widmete sich der Entgrenzung von Wahrnehmung in den Künsten Angesichts von Crossover Phänomenen wurde nicht nur der Wandel von Begrifflichkeiten sondern auch die Rolle des Rezipienten thematisiert Frédéric Döhl verdeutlichte am Beispiel André Previns die Folgen musikalischer Diversifikation Astrid Hackel erörterte den Einfluss völliger Dunkelheit auf den Zuschauer am Beispiel von Meg Stuarts Tanzperformance All together now 2008 Saskia Jogler zeigte die Funktion von Velázquez Hofnarrenporträts als Medium künstlerischer Selbstreflexivität auf indem sie die Desillusionierung des Betrachters hervorhob Im Mittelpunkt des Interesses von Corinna Bauer standen die Stadt und Landschaftsansichten Anonymus Fabriczys die bisher nur unter rein künstlerischen Aspekten untersucht wurden doch auch im wissenschaftlichen bzw geographischen Kontext des 16 Jahrhunderts beleuchtet werden können Stephanie Sarah Lauke formulierte die These dass Mitschnitte Videoinstallationen nacherlebbar machen können und funktional als Surrogat an die Stelle der unmittelbaren Kunstrezeption des Originals treten Alexandra Vinzenz untersuchte die Transformation des Begriffs

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  • Vom Frosch zum Prinzen. Kommunikation sozialen Aufstiegs. - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    die erste Sektion der Tagung Glasers familiär berufliche Herkunft stand seinem Zugang zur akademischen Medizinerschicht im Wege Durch sein Universitätsstudium in Erfurt Altdorf und Wittenberg welches seinem älteren Bruder noch versagt geblieben war und die Vermählung mit der Tochter eines Amtsrates konsolidierte Glaser seinen sukzessiven Aufstieg Schilling gelang es sehr deutlich aber auch die Grenzen seiner Aufstiegsmöglichen aufzuzeigen Ein Changieren zwischen Glasers scharfrichterlicher Tätigkeit und der Präsentation als Amtsträger und Wissenschaftler hatte sich bezeichnenderweise besonders in seinen Publikationen niedergeschlagen die wiederholt wissenschaftliche Rand bzw Grenzgebiete zum Gegenstand hatten Glasers sozialhistorisch beispielslose Karriere manifestierte sich so nicht zuletzt gerade in dem Offenlegen seiner Herkunft und dem damit verknüpften semi akademischen Bildungshintergrund Marieke von Bernstorffs Rom thematisierte Inszenierungsstrategien adliger Dilettanten und nobilitierter Künstler am Beispiel des römischen Patriziers Giovanni Battista Crescenzi 1577 1635 Crescenzi der seine adlige Kunstausbildung in höfischen Kreisen als Distinktionsmerkmal einsetzte agierte sehr erfolgreich als Mediator zwischen Künstlern und Auftraggebern und ermöglichte sich so eine neue Laufbahn in dem sich neu konstituierenden Kunstmarkt Die Tatsache dass nobilierte Künstler bisweilen ihren Statusaufstieg durch die Befolgung spezifischer Regeln ihrer Ausbildung und Kunstausübung legitimieren mussten um als gleichberechtigtes Mitglied der Aristokratie anerkannt zu werden zeigte hier soziale Mobilität als eine Art Rollenspiel welches Crescenzi nicht nur aufgrund seiner Kenntnis der künstlerischen Arbeitsweise sondern auch wegen seiner Sammlertätigkeit mit Erfolg zu spielen wusste Monika Melters München diskutierte das Potential architektonischer Neuerungen für Kommunikationsstrategien der sozialen Mobilität am Beispiel adliger Aufsteiger in den habsburgisch regierten Ländern Die Rezeption königlicher Vorbilder in Elementen der Fassaden und Raumgestaltung der mitteleuropäischen Nouveaux Riches in Wien Prag und Böhmen als Kommunikationsform des sozialen Aufstiegs zu diskutieren mag die Frage aufwerfen ob es sich dabei um eine explizit repräsentative Kommunikationsstrategie handelte oder vielmehr um einen bloßen Ausdruck angepasster Modernität Auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zur Ausstattungspraxis in der Frühen Neuzeit führte der Vortrag von Katja Heitmann Marburg in das soziale Kommunikationspotential der raumkünstlerischen Einheit im deutschen Schlossbau über Am Beispiel von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt diskutierte Heitmann den prachtvoll gestalteten Hauptsaal als eine statusbewusste Inszenierung welche tradierte konventionelle Ausstattungselemente mit innovativen und bis dahin völlig ungewöhnlichen baulichen und dekorativen Lösungen kombinierte Vor dem Hintergrund eines jahrzehntelangen Ringens um Anerkennung der Schwarzburg Rudolstädter im Reichsfürstenstand konnte die Anders und Einzigartigkeit dieser Raumgestaltung als eine nachdrückliche Repräsentationsgeste an die Adresse der Standesgenossen gelesen werden Trotz der über Generationen fortgeführten Baumaßnahmen blieb dem Haus die reichsfürstliche Anerkennung jedoch versagt Annika Höppner Marburg demonstrierte die phasenweise extremen Möglichkeiten der sozialen Mobilität innerhalb der venezianischen Oberschicht Nach dem Verlust des Königsreichs Kreta im Türkenkrieg 1645 wurden in der Folgezeit Ankäufe von Adelstiteln möglich wodurch ein mannigfaltiges Spektrum an altadeligen und neuadeligen Repräsentationselementen miteinander in Konkurrenz trat Auf der Basis theoretischer Überlegungen Bourdieus zum sozialen kulturellen und ökonomischen Kapital versuchte Höppner die Strategien des sozialen Aufstiegs zu kategorisieren und graphisch zu visualisieren Ein interessanter Aspekt ist hierbei die an europäischen Modellen orientierte Selbstdarstellung des venezianischen Neuadels In der Forschung wurde bislang übersehen dass der erhaltene Titel dabei selbst ins Bild gesetzt wurde um dezidiert auf

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  • Häuslich – persönlich – innerlich. Bereiche der privaten Frömmigkeitsausübung - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    dem öffentlichen Raum z B der Kirche in die individuelle oder häusliche Andachtspraxis behandelten Volker Leppin Jena Susanne Kimmig Völkner Leipzig und Vera Isaiasz Berlin Untersuchungsmaterial lieferten hierfür Leichenpredigten die Rezeption mittelalterlicher Retabel in zur Erbauung bestimmten Denkmälerbeschreibung eines lutherischen Pfarrers Ende des 17 Jahrhunderts sowie die komplizierten Aushandlungsprozesse zwischen privaten Zirkeln und Religion als öffentlicher Repräsentationsform im Gefüge der multikonfessionellen Stadtgesellschaft Berlins im frühen 18 Jahrhundert Den Einstieg zur nächsten Sektion Modelle der Frömmigkeit lieferte das Referat von Reindert L Falkenburg Abu Dhabi zur visuellen Typologie als grundlegendem Andachtsinstrument und Strukturmodell frühniederländischer Gemälde Im Akt des vergleichenden Sehens fördert diese eine Zusammenführung von Innen und Außen von realen Objekten und ihrer symbolisch allegorischen Überhöhung die zur Läuterung der Seele beitragen soll Ursula Kocher Wuppertal ging anhand der Analyse nichtreligiöser Emblemata der These nach dass sich in diesen eine christlichen Andachtsmodellen verwandte innere Struktur erkennen ließe In einer Darstellung verschiedener räumlicher Dispositionen analysierte Jörg Jochen Berns Marburg die Beziehung zwischen dem frommen Betrachter und dem Sakralbild sowie den Sakralitätsverlust im Zuge mehrfacher Reproduktion Die beiden Pole bildeten hier das unverrückbare Wunderbild in einem entfernt liegenden Kultzentrum und das massenhaft reproduzierte Andachtsbild in unterschiedlichen Kontexten gemeinschaftlicher und privater Frömmigkeit Ulrike Heinrichs Berlin beschrieb drei Bildstrategien in der spätmittelalterlichen Druckgraphik mittels derer sich Künstler unter den Bedingungen der zunehmend realistischen Darstellungsweisen mit der Aufgabe der Andachtserzeugung auseinandersetzen Reduzierung durch perspektivische Verkürzung Einsetzung kalkulierter Leerstellen und Umkehrung der Bedeutungsperspektive Agnieszka Madej Anderson Berlin Leipzig setzte sich anhand von Seuses Exemplar mit den Medien Bild und Schrift bzw mit dem Buch als dem bevorzugtem Ort ihres wechselseitigen Zusammenwirkens auseinander Die intermediale Darstellung diente der intensiven Erfahrbarkeit religiöser Inhalte das Buch konnte regelrecht zum Substitut und Modell des religiösen Subjekts werden Mit dem Motiv des Herzens als Wohnung der Seele untersuchte auch Peter Schmidt München ein Modell der Innerlichkeit Anhand vornehmlich druckgraphischer Darstellungen wurde dabei untersucht inwiefern sich theologische Konzepte der Verinnerlichung zwischen Spätmittelalter und konfessionellem Zeitalter wandelten Das Haus als umfassendes Modell und gleichzeitig Ort der Frömmigkeitsausübung thematisierte Andreas Gormans Aachen bei seiner Analyse eines Gemäldes von Emanuel de Witte In den protestantischen Konfessionen wurde das Haus zur Hauskirche Durch de Wittes Gegenüberstellung eines bürgerlichen Interieurs in welchem der Vater als geistliches Familienoberhaupt residiert mit einer in das Gemälde integrierten Innenraumdarstellung der Amsterdamer Oude Kerk wurde dies visualisiert und kommentiert Berndt Hamm Erlangen Nürnberg legte dar wie das neue Medium des Einblattdruckes eine Transformation der Theologie zu seelsorgerlich ausgerichteter Frömmigkeitstheologie befördert Objektive Zueignung und subjektive Aneignung des Heils bedingen sich dabei gegenseitig und werden zu neuen individuellen Zugangsformen Hamm betonte dass die Tendenz zur Verhäuslichung der Frömmigkeit die bereits für das Spätmittelalter bezeugt ist keineswegs mit ihrer Individualisierung im modernen Sinn gleichzusetzen ist Die letzte Sektion die sich der Bibel als Medium Modell und Ort der religiösen Praxis widmete wurde durch Maria Deiters Berlin eingeleitet Am Beispiel zweier illustrierter und kolorierter Prunkbibeln demonstrierte sie den Prozess der individuellen und familiären Aneignung der Heiligen Schrift durch das Hinzufügen persönlicher Kommentare Bilder und im Falle der

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