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  • Die Universalität der Kunstgeschichte? - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    a von Monica Juneja Heidelberg kritisiert Mit der Suche nach nicht eurozentrischen indigenen Konzepten als Lösungsansatz für die Kunstgeschichte unterwerfe Elkins nicht nur Künstler innen und Wissenschaftler innen einem Selbstethnisierungszwang sondern gehe eben immer noch von geteilten westlichen und nicht westlichen Welten aus 2 Die vielleicht wichtigste Frage wurde gleich zu Beginn der Tagung gestellt Wer hat eigentlich ein Interesse an einer globalen Kunstgeschichte Zu überlegen ist wem ein solches Unterfangen eigentlich von Nutzen ist und welche Motivationen hinter entsprechenden akademischen Aktivitäten stehen Eine universale Kunstgeschichte die in Deutschland oder auch in anderen europäischen Ländern etabliert würde könnte vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung des Faches als neoimperialer Gestus und als Allmachtsphantasie verstanden werden Ein Anspruch der Kunstgeschichte auf allgemeine Gültigkeit ihrer Begriffe Methoden und Konzepte wurde von allen Beteiligten als sehr problematisch angesehen So fragte Susanne Leeb nach der Möglichkeit eines Universalismus ohne Hegemonie und Christian Kravagna Wien betonte die Unmöglichkeit einer Weltkunstgeschichte als neoimperiales Wissensprojekt Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich dass insbesondere auch fehlende Sprachkenntnisse bzw die Hegemonie der klassisch kunsthistorischen Sprachen Englisch Deutsch Italienisch dazu Spanisch und Niederländisch zur Vertiefung der kulturellen Barrieren führe und die Rezeption von wissenschaftlichen Arbeiten aus anderssprachigen Kulturräumen erschwere Wie viele der hiesigen Kunsthistoriker innen sprechen beispielsweise Türkisch und können die vorhandenen Studien türkischer Kunsthistoriker innen etwa zum Austausch Konstantinopel Venedig in der frühen Neuzeit lesen Vor diesem Hintergrund machten mehrere Vorträge die Relevanz von transkulturellen Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen stark Kravagna postulierte die Betrachtung künstlerischer Kontaktzonen 3 die in eine Kunstgeschichte der Kontakte münden könnte Juneja und Shalem forderten mehr wissenschaftliche Begegnungen in Form einer kooperativen Zusammenarbeit mit Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und Regionen Tobias Wendl Berlin der am Kunsthistorischen Institut der FU den Lehrstuhl für die Kunst Afrikas innehat betonte die Notwendigkeit breiterer methodischer Zugänge Die in der Ethnologie gängige Methode der Feldforschung erachtet er als zentral für die Erforschung der außereuropäischen Kunst und wies darauf hin dass sie in der US amerikanischen Kunstgeschichte bereits in den 1960er Jahre integriert worden sei jedoch in der deutschen Kunstgeschichte bis heute praktisch keine Rolle spiele Margit Kern Berlin machte am Beispiel ihrer Forschung zu Steinkreuzen des 16 Jahrhunderts im heutigen Mexiko deutlich dass lokale Aneignungsprozesse christlicher Ikonografie nur erschlossen werden könnten wenn man das Wissen vor Ort berücksichtige und etwa in Form von Oral Art History erfasse Allerdings reflektierte Kern kaum ihr eigenes methodisches Vorgehen Die Anwendung der an der europäischen Kunstproduktion entwickelten Ikonografie und Ikonologie die klassischerweise auf schriftliche Quellen zurückgreift muss in Kulturen mit wenigen oder einseitig von Kolonisatoren geprägten schriftlichen Zeugnissen notwendigerweise scheitern Nicht allein aber besonders nachdrücklich mahnte Viktoria Schmidt Linsenhoff Frankfurt die Einbeziehung der Postcolonial Studies an und plädierte für die Aufwertung von Fallstudien und der Methode des close reading Mehrfach eingefordert wurde auch die notwendige Selbstpositionierung von Wissenschaftler innen Wer spricht Gleichzeitig wurde jedoch auch darauf hingewiesen dass die Frage nach dem sprechenden Subjekt die Seite der Rezeption vernachlässige Ebenso wichtig sei die Frage so Kravagna in der Abschlussdiskussion wer zuhöre Denn die geforderten transkulturellen

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  • et in arcadia ego - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    sie daraus auch politischen Nutzen zog Grand Tour Reisende des 18 Jahrhunderts besichtigten den vermeintlichen Grabbau nicht nur sondern bauten ihn auch in ihren Landschaftsgärten z B in Kassel Wilhelmshöhe nach Auch nördlich der Alpen hatte sich wie Sascha Winter Heidelberg in seinem Beitrag über das Totengedenken im Irrhain des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg zeigen konnte bereits um 1700 eine naturreligiöse Strömung entwickelt die auf eine arkadische Memoria abzielte ohne daß es sich um Gartenbegräbnisse im eigentlichen Sinne handelte Nach dem Vorbild der Fruchtbringenden Gesellschaft wurde der Orden der Pegnitz Schäfer 1644 als Sprach und Literaturgesellschaft gegründet In einem abgetrennten Gedenkbezirk des Irrhains sollten Bäume mit Namensschildern an die verstorbenen Ordensmitglieder erinnern Michael Niedermeier suchte in seinem Beitrag zu belegen wie über die Tradierung des olympischen Pelops Grab Mythos die Anverwandlung der literarischen Vorbilder bei Homer und Vergil sowie die Neubesetzung von vorhandenen frühgeschichtlichen Trojaburgen und Wunderkreisen im 18 Jh die Landschaft durch die Neuinszenierung der alten Totenspiele neu semantisiert wurde Durch die Verbindung von fürstlichem Grabmal und Sportwettkämpfen versuchte Fürst Franz von Anhalt Dessau seit 1777 die Revitalisierung eines Ahnenkultes in Gang zu setzten der sich etwa an die trojanischen genealogischen Abstammungslinien anschloß Mit der Neubesetzung der historischen Landschaft durch die Grablege des Fürsten und ihre Integration in die Gartenlandschaft sollte das Überdauern des fürstlichen Stammes sowohl rückwirkend behauptet als auch prospektiv gesichert werden Michael G Lee Dumbarton Oaks Washington D C zeigte wie sich die Grabsetzung für den ersten Präsidenten der USA George Washington auf seinem Landsitz Mount Vernon in Virginia zum Ausgangspunkt einer neuen Erinnerungsstrategie der jungen Vereinigten Staaten entwickelte Der Landsitz den Washington 1754 erworben hatte wurde von ihm selbst seiner über die Jahrzehnte immer exponierteren öffentlichen Position angepaßt und bis ins Detail geplant und gestaltet Washington der sich in der Tradition der europäischen Husbandry Tradition neben seinem politischen Amt auf Zeit in erster Linie als Landwirt und Gutsbesitzer verstand hatte in seinem Testament verfügt auf seinem Landsitz begraben zu werden Der Tod die Totenprozession und die Beisetzung gestalteten sich vor allem in der nachträglichen medialen Aufbereitung durch Druckgraphik zu einem nationalen Gründungsereignis In seiner Einleitung zu dem Abendvortrag verwies Hartmut Dorgerloh Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg auf den Fakt daß das preußische Königshaus keiner einheitlichen Bestattungstradition folgte obwohl es mit der Gruft im Berliner Dominikanerkloster und deren Nachfolgerin im Berliner Dom seit 1904 in der Hohenzollerngruft des Raschdorf Domneubaus durchaus über eine zentrale Begräbnisstätte verfügte Ausnahmen wurden hier offenbar zur Regel beginnend mit der Grablegung des Soldatenkönigs in der Potsdamer Garnisonkirche über das Mausoleum der Königin Luise im Schloßpark Charlottenburg bis hin zu den Grabstätten in und an der Potsdamer Friedenskirche In seinem anschließenden Beitrag stellte der Musikwissenschaftler Joachim Kremer Stuttgart verschiedene Varianten der musikalischen Memoria vor Mit Musikbeispielen aus der Zeit von ca 1500 bis 1800 wurden Funeral und Gedenkmusiken gegeneinander abgegrenzt und musikalische und literarische Topoi der letzteren beschrieben Sie lassen mit anderen Formen der Musikerehrung etwa Epitaphien für Guillaume Dufay gest 1474 und Conrad Paumann gest 1473 oder

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  • Die Wiederkehr des Künstlers - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    das diese infrage stellte andererseits einen männlich geprägten Wettbewerb um die Erfindung der Fotocollage und damit doch ein Beharren auf Urheberschaftsfragen Hoffmann Curtius kontrastierte die bedeutungsstiftende Funktion der Montage Technik bei Hanna Höch mit dem autorzentrischen Verfahren der männlichen Dadaisten Die etwa zeitgleich sich artikulierenden Widersprüche im Künstlerrollenbild am Bauhaus untersuchte Wofgang Ruppert Berlin Durch die Analyse des Künstler Habitus der Neugründung der Kunsthochschule sowie des Personaltableaus konnte er überzeugend die ebenso utopische wie programmatische Konzeption eines neuen modernen Künstler Typus am Bauhaus darlegen Die Entstehung und lang anhaltende Wirkung des neuen KünstlerGestalters begründete Ruppert mit der Historizität der politischen Rahmenbedingungen sowie der Überwindung des autonomen Künstlerhabitus am Bauhaus die es ermöglichte zwischen Medien der Gestaltung wechseln zu können Damit wurde das Künstlerbild nicht durch die Arbeitsmedien bestimmt sondern durch psychologische und praktische Aspekte des Arbeitens Die paradoxale Struktur des Autonomiekonzeptes das zugleich überholt und unzerstörbar zu sein scheint Verena Krieger thematisierte Barbara Lange Tübingen an den Beispielen von Daniel García Andújar und AiWei Wei Lange konnte zeigen dass beide Künstler gerade da sie weder klare Autorschaftskonzepte in Anspruch nehmen noch aus der Tradition des eurozentristischen Kunstverständnisses heraus agieren zu einer Funktionsänderung des Autonomiekonzepts beitragen Sie erläuterte wie die Künstler sich das europäische Kunstsystem aneignen um in dem privilegierten Handlungsraum autonomer Kunst mit ihren künstlerisch politischen und durchaus autonomie kritischen Konzepten tätig werden zu können Damit fordern sie das fragile Konstrukt der künstlerischen Autonomie im Kunstbetrieb durch Aspekte kultureller Alterität heraus und generieren es neu Im Anschluss formulierte Rachel Mader Zürich die interessante These von der tief greifenden Rückwirkung des Ineinandergreifens von Kreativität und Unternehmertums auf das künstlerische Selbstverständnis Mader lenkte den Blick auf die Ausformung eines neuen experimentell und prozessorientierten Institutionstypus wie dem ICA London The Arts Catalyst oder Artangel vor allem in Großbritannien Mader untersuchte diese Institutionen als Indikatoren einer gesellschaftlichen Umbruchphase in der die Kräfteverhältnisse neu ausgehandelt würden Sie würden eine Kultur jenseits traditioneller Auftraggeberverhältnisse ermöglichen die auch die Künstler als Produzenten neu positionieren Die Sektion zur Konstruktion künstlerischer Kreativität eröffnete Cordula Grewe New York die mit ihrem Vortrag über die Epigonalität der Kunst der Romantik einen grundlegenden Anstoß zur Neubewertung der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Tradition im ersten Drittel des 19 Jahrhunderts geben konnte Ausgehend von der konzeptionellen Nachahmung der Appropriation Art schlug sie einen Bogen zum Historismus und stellte überzeugend die Vergangenheitsaneignung als positiven schöpferischen Akt heraus Aus dem postmodernen Verständnis der Kopie als Raum in dem das Subjekt sich aus dem kollektiven Gedächtnis heraus konstituiert setzte sich Grewe für eine neue Lesart beispielsweise von Jacob Asmus Carstens erinnerndem Erfahren als historistischen Prozess der Re Kreation ein Im Anschluss erläuterte Bettina Gockel Zürich am Beispiel von W H F Talbot die Durchsetzungsstrategien der frühen Photographie In seiner Publikation The Pencil of Nature von 1840 formuliere Talbot eine neue Bildlogik und fordere ein neues Sehen der Photographie als künstlerisches Produkt ein Im Bewusstsein der permanenten Latenz der Bilder naturalisiere Talbot das Verfahren durch das Ausblenden technischer Aspekte so Gockel und schreibe den Bildern stattdessen eine erinnernde

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  • Bewahren und Anfassen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Artefakte vorhanden sind stellen die Sammlungen in der westlichen Welt eine wichtige Möglichkeit für die Naga dar sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinander zu setzen Digitalisierung und Internet Chance und Herausforderung für die Sammlungen Neue Möglichkeiten Archiv und Sammlungsbestände zu bewahren Sichtbar und weltweit nutzbar zu machen bieten Digitalisierung und Veröffentlichung im Internet Diese neuen Technologien tragen zwei zentrale Versprechen in sich die Überwindung des materiellen Verfalls und grenzenlose Zugänglichkeit Dass sich dies in der Praxis nur schwer umsetzen lässt zahlreiche finanzielle rechtliche und technische Fragen noch offen sind ist schnell ersichtlich und den Volontärinnen und Volontären aus der Arbeit in den Sammlungen und Archiven bekannt Annabelle Hornung und Katrin Petersen wiss Volontärinnen Museum für Kommunikation Frankfurt plädierten in ihrem Vortrag ausdrücklich für die virtuelle Öffnung des Depots die zur Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für die Tätigkeiten des Sammelns Bewahrens und Forschens führen kann den Aufgaben des Museums die in wesentlich geringerem Maße als die publikumswirksamen Ausstellungen im öffentlichen Bewusstsein verankert sind Brigitte Reineke Leiterin der Zentralen Dokumentation des Deutschen Historischen Museums Berlin stellte die Datenbank GOS vor die bereits seit 1991 vom DHM genutzt wird Heute umfasst die interne Datenbank über 460 000 Datensätze von denen ein Großteil in der größten Internet Objektdatenbank Deutschlands öffentlich zugänglich ist Die Datenbank dient darüber hinaus als Verwaltungsinstrument für Restauratoren Ausstellungsplaner und Kuratoren Präventive Konservierung Die präventive Konservierung gewinnt seit den 1990er Jahren zunehmend an Bedeutung Wulf Eckermann Referatsleiter in der Abteilung Restaurierung Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg Potsdam skizzierte das relativ junge Arbeitsfeld das durch Maßnahmen zur Verbesserung der Umgebungsbedingungen Schäden an Objekten u a durch Licht Klima und Schadstoffe verhindern soll bevor sie entstehen Neben Fragen der Präsentation und der langfristigen Lagerung von Objekten ist auch der Transport ein zentrales Thema in der präventiven Konservierung dem sich mit Hans Ewald Schneider Geschäftsführer der Firma hasenkamp und Anne Steinbeis wiss Volontärin in der Restaurierung des Doerner Instituts gleich zwei Vorträge widmeten Hans Ewald Schneider erläuterte am Beispiel des Transports der Bernwardsäule in Hildesheim die Regeln und Standards für sichere Kunsttransporte und machte zugleich deutlich dass sich die Einzigartigkeit von Kulturgut mit normierten Parametern meist nicht erfassen lässt Anne Steinbeis stellte den Leihverkehr und seinen Ablauf innerhalb der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor Sie machte sich für eine stärkere Einbindung der Restauratoren im Leihverkehr stark plädierte jedoch vor allem für eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Funktionsträger mit ihrem spezifischen Aufgabenschwerpunkt Nur im Austausch von Kuratoren und Restauratoren ließe sich ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bewahren und Zeigen herstellen Aspekte des komplexen Systems von Kulturgüterschutz die weit über den Alltag eines Volontärs hinausgehen stellte Stefan Simon Direktor des Rathgen Forschungslabors vor Schilderungen von Plünderungen von Ausgrabungsstätten illegalem Kunsthandel und Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen führten den Teilnehmern vor Augen wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen Notfallplanung und Katastrophenschutz sind unter Umständen können damit Schädigungen Verluste und unnötiges Chaos verhindert werden Strategien des richtigen Anfassens Ausstellungs und Vermittlungskonzepte Julia Maria Schramm wiss Volontärin Industriemuseum Elmshorn Philipp Aumann wiss Volontär Museum der Universität Tübingen Katrin Petersen und Annabelle Hornung stellten

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  • Mapping the studio - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    der Künstlerwerkstatt in erster Linie an ein bestimmtes Bild vom Künstler und an dessen soziale Verortung gebunden ist spielt neben der historischen vor allem die kultursoziologische Einbettung für das Verständnis des Themas eine Rolle Mit dieser Prämisse lässt sich der Atelierbegriff erweitern und auf jüngere künstlerische Entwicklungen anwenden Der Fokus der zweiten Sektion Outsourcing Dislocation lag demzufolge nicht mehr auf der Darstellung der Künstlerwerkstatt sondern auf dem sie konstituierenden kreativen Schaffensprozess Während Ann Sophie Lehmann Utrecht den handwerklichen Charakter künstlerischer Tätigkeit hervorhob auf die semantischen Bezüge zwischen Material und Objekt verwies und für eine stärkere Berücksichtigung der Materialikonographie plädierte widmete sich Kassandra Nakas Berlin der Auslagerung künstlerischer Produktion Durch die Trennung von Konzeption und Ausführung die Künstler wie Jeff Koons Artwork Producern überlassen stellt sich nicht nur die Frage nach der Autorschaft sondern auch nach einem möglichen Relevanzverlust des Ateliers als Produktionsstätte Nakas machte jedoch deutlich dass das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Künstler und Produktionsfirmen zu fruchtbaren Kooperationen gleichberechtigter Partner führe und dies eine Erweiterung des Erfahrungs und Handlungsfeldes des Künstlers bedeute Doch was passiert wenn man den Atelierbegriff nicht nur erweitert sondern ihn gleich dem Kunstbegriff gänzlich in Frage stellt Ina Conzen Stuttgart schilderte unter diesem Gesichtspunkt den Umgang der Fluxus und Happeningkünstler mit dem Atelier welcher im Umfeld von Daniel Burens Überlegungen verortet werden kann 3 Beabsichtigten die Künstler der sechziger Jahre generell eine Überwindung der Grenzen von Kunst und Leben so schlug sich dies auch in ihrem Atelierverständnis nieder Der Aufenthaltsort des Künstlers bestimmte den Entstehungsort der Kunst und war somit ebenso offen angelegt wie der Kunstbegriff selbst Interessant ist wie Martin Schieder in der Diskussion hervorhob dass dabei auch die Rolle des Rezipienten als eigentlichem Vollender des Kunstwerks in den Vordergrund tritt Er wird somit wichtiger Teil des Gefüges von Atelier Künstler und Werk welches keineswegs bedeutungslos geworden ist sondern lediglich eine Umdeutung erfahren hat Angesichts dieser Beobachtungen verwundert es auch nicht dass Raum Ort so der Titel der dritten Sektion für den Schaffensprozess nach wie vor relevant sind Welche Rolle die ihn umgebende Architektur für den Künstler und sein Wirken spielt und welche Möglichkeiten die Auseinandersetzung mit dem Atelier Raum bietet wurde in vier Vorträgen erarbeitet Zunächst gab Matthias Noell Leipzig einen Überblick über die diversen Formen der Atelierarchitektur wobei sein Schwerpunkt auf den Atelierneubauten der Nachkriegszeit lag Dabei stellte er eine Typologie des Atelierbaus vor die eher der konzeptuellen Ausrichtung der Architekten entsprang als der individuellen Nutzbarmachung von Raum durch den einzelnen Künstler Diese nüchterne funktionale Auffassung die eher dem sozialen Wohnungsbau entspricht relativierte zum einen das idealisierte romantische Bild der Künstlerwerkstatt das man nach wie vor mit ihr in Verbindung bringt ließ aber im gleichen Zug Skepsis aufkommen inwiefern diese Neubauten tatsächlich von Künstlern angenommen wurden Vielmehr entsprach das Beispiel Stefan Gronerts Bonn den stereotypen Erwartungen die man an das Künstleratelier stellt Das Atelierhaus Hansaallee in Düsseldorf wird von Andreas Gursky und Thomas Ruff als Wohn und Arbeitsstätte genutzt nachdem es vom Architekturbüro Herzog de Meuron nach den Wünschen der Künstler umgestaltet wurde Nicht

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  • Gesichter – Faces - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    von Jean Cocteaus Persiflierung des Todes im Kontext der Photohistorie ausgelotet Mit den Beiträgen von Sigrid Weigel ZfL Tränen im Gesicht Albrecht Koschorke Konstanz Zur Kulturgeschichte der Nase und Helmut Lethen Wien Das Lächeln der Höflichkeit waren Themen angesprochen die in der Bildkultur mit mimischen Zeichen einhergehen Als Pathosformel im Warburgschen Sinn als Zeichen der Humanität und zugleich als Artefakt interpretierte Weigel die Tränen die sie als einzig nicht tabuisierte Körperflüssigkeit bezeichnete Dies erstaunt in Anbetracht ihrer Feststellung dass Aby Warburg die Tränen die sogar in den für seinen Mnemosyne Atlas ausgewählten Werken präsent sind nicht beachtete Warburgs Interesse an extremen Ausdrucksformen allein kann diese Fehlleistung erklären Mit Beispielen aus der Malerei und Plastik des 13 bis 15 Jahrhunderts die Tränen und verschiedene Gesten des Weinens als Spektrum alternativer und simultaner Möglichkeiten vorführten korrigierte Weigel den berühmten Aufsatz Moshe Baraschs der 1987 einen linearen Prozess von der Wiederentdeckung antiker Trauerformeln zur direkten Darstellung von Tränen aufgezeichnet hatte Nicht alle Tränen rühren von Trauer her dennoch unerwähnt blieben die neun verschiedenen Ursachen des Weinens die Leonardo in seinem Malereitraktat beschrieben hatte Als vermeintlich vernichtenden Einwand gegen Darwins Expression of the Emotions verwies Weigel stattdessen auf biologische Forschungen die in der Tränenflüssigkeit emotionsspezifische Hormone nachweisen Überzeugender war die an Joseph Roths Hiob gewonnene Differenzierung der Funktionen von Tränen in der jüdischen Tradition Dass die Tränen in der Sprache der jüdischen Trauer aufgehoben seien wie Heine bemerkte erkläre auch weshalb sich die Psychoanalyse nur der Stimme nicht aber dem Gesicht zugewandt habe Koschorkes Ausführungen zur Nase basierten auf der Dreiteilung der Seele in der griechischen Philosophie die in die Scholastik und die frühen Physiognomie Traktate eingegangen war In Entsprechung zum Körper teilte man das Gesicht in drei unterschiedlich bewertete Zonen eine Vorstellung die zugleich mit dem Säftemodell von der Medizin der Aufklärung verabschiedete wurde Mit dieser Zerstörung der Codes habe auch die Nase ihre Lesbarkeit verloren Zuvor schon hob das Lachen indem es vom Zwerchfell ausgeht welches die Körperhöhlen trennt die Grenzen zwischen Animalität und Geistigkeit auf und musste bei Frauen durch die Korsettmode unterbunden werden Ausgespart blieb bei Koschorke die Mimik der Nase die bei dem mehrfach zitierten Lavater aber auch in der Kunst des 18 Jahrhunderts eine signifikante Rolle spielt indem sie mit dem Lachen besonders aber den virulenten Affekten des Ekels und der Verachtung assoziiert ist Vermisst wurde ebenso die poetische Dimension der Nase etwa bei Gogol oder Giacometti Keine affektive Bedeutung kam auch bei Lethen dem Lächeln der Höflichkeit zu durchaus in Übereinstimmung mit Ekman Lethen stellte Walter Benjamins zeitdiagnostischen Aphorismus Höflichkeit von 1926 und Helmuth Plessners Verhaltenslehre der Kälte in den Mittelpunkt Ist das höfliche Lächeln bei Benjamin ein Kompromiss zwischen Sittlichkeit und Überlebenskampf der als schöner Schein über die Grausamkeit des Kampfs gelegt wird so sieht Plessner die Verstellung als impliziten Teil des Ausdrucksvermögens an Das Lächeln zeuge vom gemeinsamen Wissen um die Getrenntheit Nur illustrativ blieb dabei der Hinweis auf Desmond Morris der das höfliche Lächeln morphologisch als asymmetrische Kompromissform bestimmte Lethens häufiger Kommentar schön wär

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  • Fremde in der Stadt - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    späte 15 Jahrhundert verfolgte Waren die Neuchristen zunächst weiterhin als Juden behandelt worden forderte ein Mandat Roberts I ihre Umsiedelung innerhalb der Städte um die räumliche Kontinuität der alten Riten zu brechen In Trani wurden die Konvertierten 1413 den Stadtbürgern gleichgestellt allerdings weiterhin als eigener Stand behandelt 1493 dann aus der Stadt vertrieben Es sind hier politische und physische Akte der Inklusion bzw Exklusion zu beobachten die sich auch im sozialen Netzwerk der Konvertierten abzeichnen in der Wahl ihrer Ehepartner und den Geschäftsverbindungen Mit der Funktion der Fondaci schließlich beschäftigte sich Uwe Israel Venedig Seit der zweiten Hälfte des 14 Jahrhunderts entstand am Rialto der Fondaco dei Tedeschi der nicht allein eine erste Anlaufstelle für die in Venedig tätigen Händler aus dem europäischen Norden war Ihre Organisation im Fondaco der sich unter venezianischer Leitung zu einer Stadt in der Stadt entwickelte erlaubte es die fremden Händler zu kontrollieren Freizügigkeit innerhalb Venedigs war für sie nicht vorgesehen Von der Unterkunft über den Handelshof bis zur Mensa fanden sie alles Nötige im Fondaco ihre Kontakte waren reglementiert und ihren geschäftlichen Aktivitäten ebenso strikte Regeln auferlegt Der während der Nacht auch im wörtlichen Sinne geschlossene Raum des Fondaco erlaubte es die Fremden innerhalb der Stadt gleichwohl vom städtischen Leben der Venezianer auszuschließen Für den öffentlichen Abendvortrag konnten die Organisatoren mit Arnold Esch Rom einen der besten Kenner der italienischen Geschichte gewinnen Auf ebenso geistreiche wie eloquente Weise erläuterte er vor welche Schwierigkeiten die Quellen den Historiker stellen will er sich mit Fremden in italienischen Städten des Mittelalters beschäftigen Grund hierfür sei das längst nicht klar umrissene Profil der Fremdheit Es ist zwischen fernen und nahen Fremden zwischen Christen und Heiden zwischen jenen die für eine bestimmte Zeit kommen und jenen die bleiben zu unterscheiden Für manche wird es erstrebenswert sein sich zu integrieren Andere werden ihre Fremdheit bewusst bewahren wie die in Rom ansässigen Florentiner Juristen die ihre Dienste den in der Fremde sich bewegenden Landsleuten anbieten und folglich als Florentiner erkennbar bleiben müssen Die soziale Stellung spielt eine Rolle dies vor allem weil das Fremdsein in den Quellen nicht für jeden gleichermaßen berichtenswert erscheint Hier sind die Findigkeit des Historikers und seine Kenntnisse der sozialen wie gesellschaftlichen Netzwerke gefordert um die Fremden in den Städten zuerst einmal aufzuspüren Peter Bell Trier eröffnete mit der Frage nach der visuellen Kennzeichnung von Fremdheit den zweiten Tag Dabei ging es in erster Linie um Fremdmarkierungen Diese werden dann wichtig wenn von der Mehrheitsgesellschaft als fremd empfundene Personen oder Gruppen äußerlich nicht als Fremde zu erkennen sind Gerade die Gruppe der Juden eignet sich für eine solche Untersuchung wird doch ihre Kennzeichnung oft damit erklärt sicherzustellen dass Nicht Juden nicht für Juden gehalten würden Es ist mithin die Formung der eigenen Identität die eine Abgrenzung der Anderen notwendig macht Gelbe Flecken auf der Kleidung Judenhüte und heraldische Zeichen werden in den Bildern zur Festschreibung der Fremdenrolle eingesetzt dem Körper ein oder ihm symbolisch zugeschrieben Auch der gelbe Lederstrumpf der sich von der Tracht der zu Konzilszeiten

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/312/mode=conferences (2016-02-12)
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  • Boomerang Effect - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    disegno bezeichnet Nicolas Valazza beleuchtete den eigentümlichen Begriff des Disegno zwischen Linie Zeichnung Entwurf und einem visuellen Analogon zur platonischen Idee und verfolgte seine Geschichte über die figura serpentinata Federico Zuccaris bis ins 19 Jahrhundert Legten die Klassizisten höchsten Wert auf klare Konturen so war für Eugène Delacroix alles Rationalisierbare und Objektivierbare an der klassischen Theorie des Disegno der Entwurf die Proportionslehre die ideale Form bestenfalls eine Vorstufe schlimmstenfalls geradezu ein Hindernis auf dem Weg zur Kunst Mit der Ruine und der Linie waren zwei zentrale Topoi der abendländischen Kultur und Mediengeschichte angesprochen eine spezifisch europäische Geschichte wie etwa der Vergleich mit China verdeutlicht wo das Paradigma der Tuschzeichnung auf vollkommen andere Weise die Wahrnehmung strukturiert In den folgenden beiden Vorträgen ging es um gegensätzliche Reaktionen auf das italienische Modell in verschiedenen europäischen Regionen Maria Lluisa Faxedas Brujats zeigte wie sich die katalanische Kunst im 19 Jahrhundert von einer rein kirchlichen Auftragskunst ausgehend auf dem Umweg über Italien zur Eigenständigkeit entwickelte Owen Jones der Erbauer des Londoner Kristallpalasts suchte dagegen nach einer Antithese zu den Vorgaben der Renaissance wie Ariane Varela Braga erläuterte In seiner Grammar of Ornament einer wesentlichen Anregung für die Arts and Crafts Bewegung machte er diese interessanter Weise in der islamischen Ornamentik ausfindig Ganz entgegengesetzte Blickrichtungen wurden auch in den beiden folgenden Vorträgen zur Fotografie sichtbar Antonietta Angelica Zucconi untersuchte den Fall der römischen Fotografenbrüder Giuseppe und Luigi Primoli Mütterlicherseits von Napoleon abstammend verloren die Lieblinge der High Society Roms nach der italienischen Einigung ihren sozialen Status Zwischen Italien und Frankreich hin und hergerissen wurden beide Pioniere der Fotografie Den Fotorealismus und die ethnografische Fotografie vorwegnehmend warfen sie einen unverstellten Blick auf die niedrigen Stände die Bettler und Hirten die Randgebiete den Alltag der Ewigen Stadt Dieser neugierige Blick auf Bereiche die zuvor nie im Bild festgehalten worden waren entstammt aber gerade nicht einem provinziellen Lokalpatriotismus sondern im Gegenteil einem weltoffenen wenn auch melancholisch gefärbten Kosmopolitismus Eng und rückwärtsgewandt war dagegen nach Susana Martins das Image Portugals das Fotografen im Einklang mit der nationalen Politik in den 1950er Jahren konstruierten Fischer und Bauern bestimmten das Bild einer vermeintlich ursprünglichen in Realität eher zurückgebliebenen Welt Wie dieser letzte Fall zeigt steckt im Begriff des Retour neben der räumlichen immer auch eine zeitliche Komponente Grundsätzlich misstrauisch gegenüber der Möglichkeit einer solchen Rückkehr zur Vergangenheit gab sich Christophe Marchand Kiss in einem poetischen Text der philosophische Fragen mit eigenen Erfahrungen der Rückkehr von Japan nach Berlin verband Bestenfalls Tautologie sei eine identische Wiederkehr real niemals möglich wie er unter anderem am Beispiel Kurt Schwitters aufzeigte Schwitters kehrte niemals nach Deutschland zurück der Merzbau blieb unvollendet und wurde zerstört ebenso wie seine Repliken die gleichwohl nicht als Kopie sondern als Fortsetzung der Arbeit gedacht waren in Norwegen und England Jeder Rückweg war durch die historischen Ereignisse verstellt L éternel retour lautet die französische Übersetzung von Nietzsches Begriff einer ewigen Wiederkunft Gustavo Chataignier Gadelha da Costa versuchte diesen Gedanken aus Also sprach Zarathustra der auf eine unvermeidliche Zirkularität der historischen Ereignisse

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/313/mode=conferences (2016-02-12)
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