archive-org.com » ORG » A » ARTHIST.ORG

Total: 981

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • La théorie des transfers culturels - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Bildern zusammen Ein Großteil der Sammlung wurde an Katharina die Große verkauft und bildet heute den Grundstock der Eremitage In der mit Abgrenzung und Aneignung betitelten Sektion referierte zunächst Jan Werquet Trier über die Baupolitik Friedrich Wilhelms IV im Rheinland In dieser seit dem Wiener Kongress preußischen Provinz musste die monarchische Tradition neu ausgehandelt werden da die historische Legitimation im ehemals französisch beherrschten linksrheinischen Gebiet fehlte Wenn die preußische Krone auch dem Verlangen der Bevölkerung nach einer Verfassung nicht nachkommen wollte so waren zumindest symbolische Zugeständnisse im Bereich der Kunst von Nöten Der erst 1840 seinem Vater nachfolgende Kronprinz hoffte im westlichen Teil Preußens eine gesteigerte persönliche Handlungsfähigkeit zu erlangen durch die Architektur des von ihm geschätzten Baumeisters Schinkel sollte ein sich bewusst von Frankreich distanzierender preußisch rheinischer Baustil favorisiert werden Die Geschichte der Umsetzung dieser Pläne zeigt auf wie komplexe Weise sich die Aushandlung von politischen Kräfteverhältnissen und ästhetischen Konzeptionen im Kunstwerk niederschlägt Danach sprach Tanja Baensch Berlin über Konzepte kulturpolitischer Aneignung von Elsass Lothringen im Kaiserreich am Beispiel des Straßburger Museums Nach 1871 bildete die im Frankfurter Vertrag an das Reich abgetreten Region eine der direkten Verwaltung des Reiches unterstellte Provinz deren Kulturpolitik ein besonderer Symbolwert zuwuchs Die von dem Leiter der königlichen Museen in Berlin Wilhelm von Bode entscheidend mitbestimmte Museumskonzeption versuchte gleichzeitig nationale und regionale Repräsentationspflichten zu erfüllen Die Museumsdirektoren waren zugleich Professoren der Universität was ihren Status aufwertete Von einem enzyklopädischen Anspruch wurde zugunsten eines hohen künstlerischen Wertes und der Erhaltung von holländischer Malerei Renaissance und Cinquecentomalerei abgewichen Nach der Mittagspause folgten zwei Vorträge zum Thema Stadtplanung und Memorialisierung Zunächst berichtete Christian Joschke Université Marc Bloch Straßburg über die Kunstphotographie um 1900 und betrachtete dabei Hamburg London und Paris im Vergleich Die internationale Ausstellung der Amateurphotographien von 1893 diente als Beispiel um die politische Bedeutung der Bilder und ihres Umfeldes herauszustellen In einer Zeit der politischen Umwälzungen schien die Hamburger Oberschicht die Amateurphotographie mit ihrem demokratischen Grundsatz gewählt zu haben um die geteilte Gesellschaft zu beruhigen und ihren eigenen Standpunkt im öffentlichen Raum zu sichern Anhand einer Liste der 59 Preise die bei der Ausstellung vergeben wurden lässt sich nachvollziehen dass die gesamte Gesellschaft der Stadt Hamburg zu den Spendern gehörte Dann präsentierte Elsa Vonau vom Centre Marc Bloch in französischer Sprache ihre Forschungsarbeiten über die Gartenstadt Les débats sur la cité jardin en Europe et leur impact sur la constitution de l urbanisme en France Sie stellte die große Bedeutung der ursprünglich aus England stammenden Idee der Gartenstadt für die französische Stadtplanung von 1901 1914 dar Um den methodologischen Schwierigkeiten im Transfer zu begegnen wurde der Begriff des jeu de miroir eingeführt Durch sehr schnelles Wachstum der Städte bedingt mussten zahlreiche Vorstädte angelegt werden wo auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen meist Wohnungen für die Mittelschicht geschaffen werden mussten Für eine Lösung die ein gesundes Leben mit Grünräumen ermöglichen sollte diente England als Vorbild für schließlich oft utopische Pläne Die Gründung des Musée social und der Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau waren wichtig für die urbanistischen

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/427/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Integrität und Fragment - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Identifizierung und Klassifizierung früher Büsten als Stadtallegorie religiöse Personifikation oder Porträtdarstellung und der Frage nach ihrer Funktion und Aufstellung sprach sich Müller überzeugend für die Einordnung der Gruppe als Bildnisse zeitgenössischer Personen jedoch gegen das von Ronald Lightbown vorgebrachte domestic setting in Anlehnung an die antike Aufstellungspraxis in Atrien aus Vielmehr sei von unterschiedlichen repräsentativen Aufstellungsorten etwa auch im Grabkontext auszugehen In dem Abendvortrag konnte Malcolm Baker London Los Angeles souverän und mit einem breiten Panorama von Bildnisbüsten auf die entscheidenden Traditionslinien und wesentlichen Neuerungen im englischen 18 Jahrhundert hinweisen die auch in der philosophischen und literarischen Diskussion der Zeit ihren Niederschlag fanden Dem Themenkomplex Innen Außen widmete sich die erste Sektion des zweiten Tages mit zwei wichtigen Vorträgen Adrian Randolph Dartmouth übte in seinem Beitrag zu Büsten der Florentiner Frührenaissance zunächst Kritik an Irving Lavins Auffassung von Porträtbüsten als Fragment bei dem Körper und Seele wie etwa im Falle der Büste der verstorbenen Albiera degli Albizzi getrennt werden nicht zuletzt widerspräche es sowohl der philologischen Evidenz der angeführten Gedichte als auch Lavins eigener Annahme des totus homo Gedankens der Gattung mit ihrer tastbaren Vergegenwärtigung der dargestellten Person Randolphs Kritik daran dass Lavin mit seinem totus homo Konzept die weiblichen Protagonisten ausschließe und nicht von tota femina spreche ist jedoch vielleicht nicht ganz berechtigt meint doch homo gemeinhin Mensch und erst in einer weiteren Bedeutung Mann Lavins Gedanken des horizontalen Schnitts der Büste als Mittel des pars pro toto führte Randolph überzeugend im Sinne Sixten Ringboms als sculptural close up weiter Besonderes Augenmerk richtete Randolph neben generellen Fragen der Darstellung von Geschlecht und Alter auf die Rezeption von weiblichen Porträtbüsten in der Dichtung die vor allem rekurrierend auf den göttlichen spiritus sowie auf petrarkistische Topoi die Belebung animatio der Dargestellten betonen Der zunächst paradox anmutende Begriff gesture für die ohne Darstellung der Arme auskommenden Porträtbüsten denen die Möglichkeit einer Kommunikation durch die Sprache der Hände versagt ist führte Randolph für die Dialogfähigkeit und Präsenzhaftigkeit der Büsten ein deren geschlechtsspezifische Darstellung augenfällig wurde Während die sich frontal dem Betrachter zuwendenden männlichen Büsten über einen streng durch Gewandfalten gegliederten Körperbau verfügen der Stärke und Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl repräsentiert werden Frauen meist verinnerlicht dargestellt Der weibliche Körper solle so Randolph den Betrachter nicht mit Respekt erfüllend abstoßen sondern ihn als petrarkistisch Liebenden ansprechen und auf die pygmalionische Verlebendigung des plastischen Fragments hoffen lassen Hannah Baader Florenz interpretierte überzeugend die Bronzebüste eines jungen Mannes aus dem Bargello unter dem platonischen Begriffspaar von soma psyche Ausgehend von dem Medaillon das der Jüngling trägt und das einen Seelenwagen darstellt führte Baader in die Wiederentdeckung und Rezeption der platonischen Schriften im Florentiner Humanismus ein für die vor allem die Übersetzung des Phaidros durch Leonardo Bruni 1424 und der Kommentar von Marsilio Ficino eine wichtige Rolle spielten Der Plakette liegt weder ein direktes Vorbild zugrunde noch ist sie als Illustration von Platons Phaidros zu deuten In der Jünglingsbüste zeigt der unbekannte Künstler das Innere die Seele allegorisch und das Äußere den Körper als Fragment Der Widerstreit der

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/429/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Kontinuität und Neubeginn - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Der modernen abstrakten Kunst als erstem Modellfall von Menschheitskultur Werner Haftmann zur documenta 1959 wurde hier universale Wahrheit bescheinigt und als internationales Verständigungsmedium präsentiert in dem jenseits von politischen Streitigkeiten kommuniziert werden könne Die nach der Mittagspause gehaltenen Vorträge beschäftigten sich mit den verschiedenen in und ausländischen Versuchen abstrakte und gegenstandslose Kunst in der Nachkriegszeit in Westdeutschland zu etablieren und mit ihrer Hilfe den Anschluss an die westliche Kunstentwicklung zu finden Dorothee Wimmer Bremen begann mit einem Vortrag über die 1946 in der französischen Besatzungszone gegründete Zeitschrift Das Kunstwerk die zu einem der wichtigsten Publikationsorgane für die Kunst der Moderne und Gegenwart in Westdeutschland werden sollte Als Förderer abstrakter und gegenstandsloser Kunst rezipierte sie nicht nur die Diskurse über dieselbige sondern prägte sie auch entscheidend mit In der Zeitschrift wurde abstrakte Kunst in bewusster Abgrenzung zu der von den Nationalsozialisten propagierten Kunstauffassung als unabhängig von Zeit und Form und als frei von gesellschaftspolitischen Bedingungen betrachtet Die wissenschaftliche Deutung von Kunst die hier als reines Seherlebnis begriffen und in die Nähe physikalischer Erscheinungsformen gerückt wurde wurde somit erschwert und die Freiheit zum höchsten Wert von Kunst emporgehoben Als eine durch die französische Besatzungsmacht lizenzierte Zeitschrift nahm die französische Gegenwartskunst einen großen Teil ein insgesamt fällt eine stark westeuropäische Ausrichtung auf innerhalb derer die deutsche Kunst ihren Platz findet Ab etwa 1950 lässt sich jedoch eine stärkere Konzentration auf föderal regionale Zuschreibungen feststellen innerhalb derer der Versuch unternommen wurde zeitgenössische Kunst in regionale Schulen wie z B Rheinlandpfälzische Kunst zu fassen Der Vortrag von Christoph Zuschlag Berlin Heidelberg thematisierte ebenfalls das Bemühen der ungegenständlichen Kunst in Westdeutschland ein gutes Zeugnis von ausländischen Experten und deutschen Kunstkritikern ausstellen zu lassen wie es in dem bisher von der Forschung noch nicht wahrgenommenen damals aber stark rezipierten Leverkusener Gespräch von 1957 anlässlich einer Ausstellung Malerei und Plastik in Westdeutschland im Museum Morsbroich der Stadt Leverkusen geschah Anders als in dem heute vielbeachteten 1 Darmstädter Gespräch von 1950 ging es in Leverkusen weniger kontrovers zu die renommierten Teilnehmer Künstler Kunsthistoriker und Galeristen aus dem In und Ausland waren größtenteils Befürworter einer ungegenständlichen Kunst Die Ausstellung und das im Rundfunk gesendete Gespräch waren mit der Absicht verbunden die deutsche Kunst nach ersten Erfolgen im Ausland nach 1945 international aufzuwerten und sich insbesondere von ausländischen Fachleuten ihre Qualität bescheinigen zu lassen Das Ergebnis fiel positiv für die deutsche Gegenwartskunst aus Sie habe die durch die NS Zeit bedingte Phase der Isolierung überwunden und Anschluß gefunden an eine internationale Entwicklung einer ungegenständlichen Kunst als Ausdruck einer freien Gesellschaftsordnung so der Tenor des Gespräches Obwohl jedoch der Versuch einer Rehabilitation der deutschen Kunst auf internationaler Ebene durch Angleichung an eine westliche Entwicklung unternommen wurde stand in Leverkusen ebenfalls schon wieder die Frage nach nationalen Charakteristika von Kunst zur Diskussion Der anschließende Vortrag von Martin Schieder Berlin Paris hatte nicht ausländische Gutachter in Deutschland zum Thema sondern umgekehrt das Wirken deutscher Kunsthistoriker im Ausland Besonders groß sei das Interesse in der Nachkriegszeit an einem regen Austausch mit dem ehemaligen Antipoden Frankreich gewesen Schieder verdeutlichte an Beiträgen von namhaften deutschen Kunsthistorikern wie Will Grohmann Werner Haftmann und Franz Roh in den drei Zeitschriften Cahiers d Art Art d aujourd hui und Documents die von ihnen unternommenen Versuche den Vorbehalten der französischen konservativen Bildungselite in Bezug auf die gegenwärtige Kunst in Deutschland zu begegnen und das Bild von einer gleichgeschalteten und nationalistischen Wissenschaft und Kunst in Deutschland zu korrigieren Mit dem Verweis auf einzelne herausgehobene Werke der deutschen Gegenwartskunst wurde die Weiterentwicklung der modernen Kunst in Deutschland von vor 1933 auch unter den erschwerten Bedingungen des Nationalsozialismus behauptet und die Bedeutung Paul Klees und Wassily Kandinskys als Väter der Abstraktion hervorgehoben Der von deutscher Seite initiierte Austausch mit Frankreich der eine Wiedereingliederung Deutschlands in das internationale Kunstgeschehen intendierte und ein modernes international ausgerichtetes und intellektuell geprägtes Bild von Deutschland vermitteln wollte wurde auch von Frankreich gesucht es gab nur wenig französische Kenner der deutschen Gegenwartskunst und zugleich ein starkes Interesse an den nach Frankreich emigrierten Künstlern Klee und Kandinsky Die zwei verbleibenden Beiträge am Donnerstag Abend setzten sich explizit mit zwei nach 1945 erschienenen Aufsätzen auseinander wobei Andreas Zeising Wuppertal das Beharrungsvermögen kulturpessimistischer Deutungsmuster nach 1945 an einem Text von Karl Scheffler Olaf Peters Bonn eine Fort und Umschreibung konservativer Kunstgeschichtsschreibung an einem theoretischen Beitrag des Künstlers Rudolf Schlichter verdeutlichte Zeising veranschaulichte wie der in den 1910er und 1920er Jahren vielgelesene Kunstschriftsteller Karl Scheffler in dem programmatischen Aufsatz Das Phantom Großstadt von 1947 in der Architekturzeitschrift Baumeister an seine frühere Großstadtkritik anknüpfte deren Aktualität er trotz der gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Systemwechsel weiterhin behaupten konnte Die Großstadt wurde darin von Scheffler als Verfallserscheinung und die beiden Weltkriege als zwangsläufige Konsequenzen eines uferlosen kapitalistischen Expansionstriebes und als Selbstzerstörung der Großstädte gedeutet Damit bot er nach 1945 eine begierig aufgenommene Deutung von der Katastrophe des Nationalsozialismus an die sie als den Endpunkt einer langfristigen gesamteuropäischen Dekadenz erschienen ließ und jede tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder die Frage nach der eigenen Verantwortung ausblendete Auch Peters zeigte am Beispiel Rudolf Schlichters Kontinuitäten auf wobei sich bei Schlichter ein bis 1945 aufrechterhaltener antidemokratischer Nationalismus nach Beendigung des Krieges aufgrund der zu integrierenden Erfahrung des Dritten Reiches in einen gemäßigten Konservatismus transformierte Der Maler der seine eigene künstlerische Position der 1920er Jahre zwischen Dada Surrealismus und Neuer Sachlichkeit schon ab den 1930er Jahren scharf zu hinterfragen begann und eine zunehmende Gegnerschaft zur ungegenständlichen Kunst aufbaute lieferte mit seinem 1949 veröffentlichten Essay Das Abenteuer der Kunst einen theoretischen Beitrag zu der Debatten um moderne Kunst in der Nachkriegszeit Peters zeigte am Beispiel Schlichters eine mögliche und bislang wenig beachtete Position innerhalb konservativer Kunstbetrachtungen der Nachtkriegszeit auf die sich zudem vom eigenen Künstlertum geprägt von radikaleren Positionen wie der Sedlmayrs in mehreren Punkten unterscheidet Carsten Fleischhauer Schleswig begann den Samstag Vormittag mit einem Vortrag über das in der Nachkriegszeit regelrecht zu einem Modethema avancierenden Forschungsgebiet der Zisterzienserarchitektur Die dezidiert übernationale Organisation der mittelalterlichen Zisterzienserorden diente der Kunstgeschichtsschreibung der Nachkriegszeit als geradezu ideales Beispiel für eine europäische Kulturtradition Indem Gemeinsamkeiten betont und

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/431/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Deutsch-tschechisch-slowakische Kulturkontakte - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Diskussion anmerkte sollte die gesamte Tagung begleiten und letztlich kennzeichnen Eine erste Sektion war der Auslotung politischer Dimensionen in verschiedenen Bereichen der Künste gewidmet von den bildenden Künsten über das Theater bis zum Kino Die Fragen galten sowohl Themen und Modi der Künste sowie ihren politisch ikonographischen Funktionen als auch Institutionen bzw Interessengruppen und der politischen Tragweite ihrer Aktivitäten Auf ein nahezu unbearbeitetes Feld führte gleich das erste Referat Birgit Jooss München formulierte aus dem Kontext eines anlaufenden Forschungsprojekts eine Fülle bislang nie gestellter Fragen in Bezug auf die Kolonie tschechischer Kunststudenten an der Münchner Akademie in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts München als Schauplatz einerseits eines multi und internationalen Kunstgeschehens andererseits mit wechselnden politischen Konjunkturen und Entwicklungen auf dem Kunstmarkt immer wieder auch als Stätte einer spezifisch deutschen Kunst bedarf selbst noch vertiefender Untersuchungen War München für angehende Künstler aus Böhmen anscheinend eine nahezu selbstverständliche Station in ihrem Werdegang so sind Informationen über Motive Umstände und Wirkungen dieser Horizonterweiterung über die Ausbildung an der Prager Akademie hinaus bis heute kaum verfügbar Lässt sich der Wunsch nach Auslandserfahrung überhaupt sinnvoll in einen Zusammenhang mit dem Prozess der nationalen Ausdifferenzierung innerhalb der böhmischen Länder bringen Solange nicht hinreichend geklärt ist inwieweit die böhmische Künstlerkolonie in München nationale Orientierungen entwickelte und etwa die Rolle als Repräsentanz einer noch zu formierenden und zu verfechtenden tschechischen Nationalkultur annahm bleiben auch Fragen nach dem Stellenwert Münchens als womöglich unterschwellig politisch ausgespielte Alternative zu Wien oder nach der Bedeutung von im Ausland erworbener Anerkennung für die Etablierung einer nationalen Kunst im eigenen Land offen Ebenso spekulativ ist vorderhand auch die von Jooss zur Diskussion gestellte Relevanz der Münchner Erfahrungen für die internationale Aufgeschlossenheit der tschechischen Secessionsbewegung Dass diese keineswegs die Überwindung der nationalen Kategorie in der Kunst bedeutete zeigte Roman Prahl Prag in seinem Beitrag über die auswärtige Politik böhmischer Künstlervereine um 1900 Vertraten etliche der modernistischen Vereine die traditionelle Auffassung von Kunst als authentischer Äußerung nationaler Identität wenn auch die einzelnen Künstler in der Berufspraxis eine professionelle Haltung über die nationale stellten und diese letztere vor allem zur Wahrung ihrer Marktinteressen ins Feld führten so gewann eben dieses Selbstverständnis eine entscheidende Bedeutung im Rahmen der staatlichen Kunstpolitik in der Habsburgermonarchie Die Regierung nutzte die Kunstförderung für nationalpolitische Zugeständnisse die auf offener politischer Bühne nicht opportun erschienen Umgekehrt trug die in Vereinen organisierte Künstlerschaft wiewohl nicht durchgehend intentional wesentlich dazu bei über den Bereich der Kunst hinaus reichende nationale Ansprüche zu artikulieren und diesen durch internationale Aktivitäten Nachdruck zu verleihen Ein anschauliches Beispiel hierfür bieten die dichten Kontakte des tschechischen Künstlervereins Manes nach Paris welche die Stadt Prag energisch unterstützte und damit zugleich für ihre eigenmächtige der staatsoffiziellen Außenpolitik zuwider laufende Allianzbildung instrumentalisierte Mit Recht machte Prahl jedoch darauf aufmerksam dass die auswärtige Repräsentation einer fortschrittlichen tschechischen Kunst wie auch der Import spektakulärer Ausstellungen besonders aus Paris keineswegs in erster Linie als symbolisch praktizierte Politik gemeint war sondern zuallererst durch Möglichkeiten der Verständigung über künstlerische Ziele gesteuert wurde und dazu diente Märkte zu erschließen und moderner Kunst im eigenen dem tendenziell konservativen Prager Milieu Respekt zu verschaffen Ein Feld auf dem explizite Politik durch die symbolische Politik der Kunst sekundiert wurde beleuchtete Werner Telesko Wien Er nahm den Kult um Kaiser Joseph II in Augenschein mit dem seit den 1880er Jahren vor allem im deutschsprachigen Nordböhmen die deutschnationale Bewegung bekräftigt und popularisiert wurde Die Aufstellung der zahlreichen Denkmäler die vielfach aus serieller Produktion stammten wurde in den Einweihungsreden und Festschriften stets auf ein kollektives authentisches Bedürfnis der jeweiligen örtlichen Bevölkerung zurückgeführt Joseph II als letzten Schutzherrn des nunmehr als bedroht propagierten Deutschtums in den böhmischen Ländern zu ehren Die Vielzahl der einander ähnlichen Denkmäler erweckte den Anschein eines gemeinsamen politischen Willens in der deutschböhmischen Bevölkerung und verstärkte so den Appell an das Kaiserhaus der sich darin artikulierte Dieser wurde mit ikonographischen Mitteln zusätzlich konkretisiert So wählte man für die Denkmäler und mehr noch in der in diesem Zusammenhang massenhaft produzierten Druckgraphik und panegyrischen Dichtung vorzugsweise Attribute bzw Episoden aus der Vita Josephs II die ihn als väterlich sorgenden Herrscher sowie als Garanten von Freiheit und Wohlstand kennzeichneten Ein Auseinanderklaffen von Identitätskonstruktionen entlang konfessioneller und damit verbundener politischer Linien innerhalb der deutsch sprechenden Bevölkerung im nordwestböhmischen Grenzland um 1900 führte Kristina Kaiserova Usti nad Labem vor Insbesondere die deutschnationale Los von Rom Bewegung und die Altkatholiken definierten ihre Positionen nicht nur inhaltlich sondern auch mit Mitteln der Stilwahl vor allem in ihrer literarischen und publizistischen Produktion sowie in der Kirchenarchitektur und kunst Moderne und universale bzw traditions und gattungsgebundene Stilmittel transportierten über den konfessionellen Rahmen hinaus reichende Komponenten der unterschiedlichen Identifikationsangebote und diese flossen auch in die symbolische Besetzung von Orten mit politisch konfessionellen landmarks ein Eine zu den Denkmalssetzungen parallele jedoch eher lokal wirksame Persuasions und Konkurrenzstrategie beleuchtete Zdenek Hojda Prag anhand von Aussichtstürmen und Berghütten in den deutsch tschechischen Grenzregionen Böhmens Vor dem Hintergrund aktueller Forschungen über symbolische Vereinnahmungen von urbanen Örtlichkeiten u a Peter Stachel wie auch via Tourismus von Landschaften Hermann Bausinger Pieter M Judson im Rahmen insbesondere nationaler Konfliktlagen zeigte er für die Regionen entlang der tschechisch deutschen Sprachgrenze den Forschungsbedarf und die möglichen methodischen Ansätze auf darunter die Analyse von Quellen wie Ansichtskarten Gästebüchern von Gasthäusern oder Kennzeichnungen von Wanderwegen vor allem aber Untersuchungen der Aktivitäten und der konkurrierenden Interaktion von touristischen Vereinen beider Nationalitäten Nicht nur offen provokative Anspielungen wie Kaiser Wilhelm und Bismarcktürme auf böhmischem Territorium verdienten Beachtung sondern ebenso sehr subtilere Mittel symbolischer Politik wie Bauinitiativen und Besitz augenscheinlich neutraler Aussichtstürme und Berghütten mitsamt ihrem visuellen Radius oder auch periodische Aktionen wie ostentative Ausflüge in bereits andersnational vereinnahmte Gebiete Eine herausragende Bedeutung als Plattform auf der sich die innerböhmische nationale Konkurrenz kristallisiert hatte und auf die sie im Verlauf der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts immer wieder aus dem offiziellen Politikbereich verwiesen wurde kam dem Theater zu Jitka Ludvova Prag zeichnete aber die Entwicklung des deutschsprachigen Theaters in Prag von seiner Glanzzeit als Landesinstitution bis zu Überlebenskämpfen am Ende des 19 Jahrhunderts als Geschichte eines Niedergangs der deutschsprachigen Theaterkultur die zwangsläufig aus der innenpolitischen Liberalisierung nach 1860 und der dadurch möglich gewordenen Entfaltung tschechischer Kultur resultierte Ludvova schilderte insbesondere die Schwierigkeiten des 1882 gegründeten deutschen Theaterbauvereins den ambitiösen Neubau zusätzlich zum bestehenden Theatergebäude kostendeckend zu bespielen Diese führte sie auf eine stark abnehmende Bereitschaft der um 1900 nur mehr wenige Zehntausend Personen zählenden deutsch sprechenden Bevölkerungsgruppe in Prag zurück Flagge zu zeigen Die Frage wie eine derartige Initiative noch im ausgehenden 19 Jahrhundert politische Formen der Auseinandersetzung ersetzen konnte blieb ebenso unberührt wie für die Jahrzehnte zuvor Fragen nach sozialgeschichtlichen Aspekten des Theaterbesuchs welche als Teil des nationalen Differenzierungsprozesses zu sehen sind Sie könnten die Emanzipation des tschechischen Theaters auch als anerkanntes gesellschaftliches Forum erhellen helfen und ebenso Hinweise etwa darauf geben in welchem Maße die Prager deutsch sprechende Oberschicht Fühlung mit dem Kulturleben in der Hauptstadt Wien suchte Aufschlussreich hätte auch ein genauerer Blick auf die Wahrnehmungen und Wirkungen der Richard Wagner Inszenierungen des Prager Theaterdirektors Angelo Neumann ausfallen können der worauf Ludvova hinwies mit erfolgreichen Gastspielen innerhalb der Habsburgermonarchie aber auch im Deutschen Reich immerhin die Finanzlage des Prager Neuen Deutschen Theaters zu sanieren vermochte Fragen solcher Art richtete Ines Koeltzsch Berlin an tschechisch und deutschsprachige Kinowelten im Prag der Zwischenkriegszeit und leuchtete damit einen Bereich aus in dem über und internationale Kulturproduktion konfliktfrei konsumiert werden konnte solange sie nicht zwischen die Räder tagespolitischer nationaler Reibungen geriet Im Jahr 1930 eskalierten in der so genannten Tonfilmaffäre Proteste gegen die Vorführung deutschsprachiger und deutscher Filme in Prager Kinos Proteste freilich die ohne eigentlich politischen Anlass in Gang gekommen waren und sich dann irrational bis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen auswuchsen Zuvor aber auch bereits bald danach wieder dominierten in den überdurchschnittlich zahlreichen Prager Kinos mit Untertiteln versehene deutsche und einheimische deutschsprachige Filmproduktionen dicht gefolgt von englischsprachigen während tschechische Filme nur einen Bruchteil der Programme ausmachten Die Filmunternehmer überwiegend jüdisch und deutsch sprechend bzw zweisprachig bildeten mitsamt dem gesamten Personal bis hin zu den Schauspielern eine international vernetzte Gesellschaft die eben darauf ihren Erfolg gründete Im Alltag des Unterhaltungs aber auch des anspruchsvolleren Kinos spielten sprach nationale Präferenzen keine Rolle so dass dieses selbstverständliche Hinnehmen der Differenz so Koeltzsch für alle sozialen Schichten und Gruppen gleichermaßen zu konstatieren sei und ebenso für alle politischen Richtungen Protektionistische Maßnahmen zur Förderung der einheimischen Filmwirtschaft waren so zugeschnitten dass sie deren Boom nicht empfindlich störten und selbst erklärtermaßen nationalistisch eingestellte tschechische Politiker wie das Prager Stadtoberhaupt Karel Baxa unterstützten die Vielfalt der Sprachen der Inhalte und der Ideentendenzen mit Blick auf die wirtschaftlichen Vorteile aber auch auf das Image eines kulturell toleranten Volkes und Staates Ein Ende bereitete diesem Phänomen das von der Warte der politischen Historiographie aus überraschend erscheinen mag nicht so freilich angesichts der Erkenntnisse der Wirtschaftsgeschichte erst die nationalsozialistische Politik in der Tschechoslowakei An den Referaten zu Themen der Literatur der Publizistik und der Presse zeigten sich eindrücklich die Schwierigkeiten des Brückenschlags zwischen den Fächern d h zwischen der Politikgeschichte und den anderen Interessenfeldern historischer Forschung wie ihn die Fragestellung der Tagung einforderte A priori gesetzte Differenzen standen schon der Verständigung über den Begriff des Politischen bzw dessen Konkretisierung im gegebenen Zusammenhang im Weg darüber etwa ob Dialogen über innere Sprachgrenzen hinweg per se eine politische Relevanz zukomme auch ohne dass Motivationen ausgeleuchtet und Wirkungen bewertet werden So illustrierte Milan Zemko Bratislava anhand statistischer Daten die vielsprachige Presselandschaft in Pressburg Bratislava vor und nach dem Ersten Weltkrieg und wies darauf hin dass die Einbindung der Stadt in das neue Staatsgebilde der Tschechoslowakei weder im einschlägigen Markt noch im Leseverhalten der verschiedenen Nationalitäten angehörenden Konsumenten unmittelbare Veränderungen nach sich gezogen hat Er schloss aus der Multiethnizität auf eine Multikulturalität verzichtete aber darauf diese weiter reichenden Fragen zu unterwerfen etwa nach dem wechselseitigen Verhältnis dieser keineswegs für Pressburg Bratislava allein charakteristischen Normalität zu politischen Einstellungen sei es bei Entscheidungsträgern in Politik und Pressewirtschaft oder in der Bevölkerung selbst nach einer Differenzierung von Publikumsgruppen usw Die Existenz sprachlich sowie in der weltanschaulichen und politischen Ausrichtung differenter Zeitungen im Prag der Jahre um 1918 machte Sibylle Schönborn Düsseldorf zum Ausgangspunkt ihrer Reflexionen über einzelne exemplarisch aufgefasste Beiträge in deren Feuilletons Sie ging davon aus dass das Feuilleton prinzipiell als geschützter Raum eines allein auf kulturelle Anliegen konzentrierten gegenüber allem Politischen autonomen Diskurses zu verstehen sei der sich durchaus in verschiedenen Sprachen gleichwohl ohne nationale oder gar nationalpolitische Schranken vollziehe Daher sei speziell das Feuilleton in der Prager Presselandschaft in der Zeit des Ersten Weltkrieges und danach mit Foucaults Begriff der Heterotopie zu qualifizieren In thematisch wie auch ihrer Stoßrichtung nach verschiedenartigen Beiträgen von Alfred Lemm in dem jüdischen Wochenblatt Selbstwehr Hans Liebstöckl in der Prager deutschen Tageszeitung Bohemia und Arne Novak in der tschechischen in deutscher Sprache herausgegebenen Prager Presse machte Schönborn eine übereinstimmende Tendenz zur Beschwörung einer labyrinthisch aber integral konstruierten Idealwelt aus welche man dem zeitgenössischen Zwang zur Spaltung der Identitäten entgegen gestellt habe Hier sei die eigentliche Kultur zu lokalisieren nicht in ihren nationalisierten und der Politisierung zugänglichen Bereichen Ähnlich argumentierte auch Marek Nekula Regensburg der nochmals seine Auslegung der Zweisprachigkeit Franz Kafkas als Exempel für die zwar schwierige doch jedenfalls von der maßgeblichen intellektuellen Elite allen nationalpolitischen Festlegungen zum Trotz gelebte kulturelle Einheit Prags erläuterte Demgegenüber zeigte Jaroslav Med Prag am Beispiel des im mährischen Altreisch Stara Rise ansässigen der Katholischen Moderne verpflichteten Verlegers Josef Florian und dessen Engagements für die Dichtung des Expressionismus wie kultureller Austausch oder vielmehr wiederum Unteilbarkeit der Kultur nur in einer geographischen und geistigen Enklave gedeihen konnte Zwei weitere literaturwissenschaftliche Vorträge untersuchten mit der literarischen Produktion im deutschböhmischen und sudetendeutschen Milieu vermeintlich bekannte Bereiche in denen Literatur in den Dienst politischer Propaganda gestellt wurde Ernst Rohmer Regensburg Erlangen analysierte das als Monatsschrift für das geistige Leben der Sudetendeutschen zwischen 1933 und 1938 von Hans Watzlik herausgegebene Blatt Der Ackermann aus Böhmen Anhand von ausgewählten überwiegend programmatischen Beiträgen aus allen Jahrgängen vielfach von dem Prager Universitätsprofessor für Germanistik Herbert Cysarz argumentierte Rohmer dass es den Initiatoren von Anfang an darum gegangen sei mittels eines dem Boden und dem Volk verbundenen Literaturverständnisses eine sudetendeutsche Volksgemeinschaft in Opposition zu den Tschechen zu schmieden diese ihrer historisch politischen Gebundenheit zu entheben und sie als Teil des gesamten Deutschtums auszuweisen dass also die Zeitschrift bereits bei ihrer Gründung als ein Organ des sudetendeutschen Volkstumskampfes fungierte und somit als ein Motor der nationalsozialistischen Ideologie im deutschsprachigen Böhmen zu werten sei Die Frage allerdings ob bzw in welcher Weise sie mit der Sudetendeutschen Heimatfront und später der DNSAP Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei verflochten war bleibe noch zu klären Speziell Hans Watzliks Wandel von einem Heimatdichter zu einem deutschnationalen Schriftsteller und DNSAP Aktivisten zeichnete Václav Maidl Prag als frühe Wendung in einem langfristigen Entwicklungsprozess nach An Werken von Josef Rank Georg Leopold Weisel und Karel Klostermann illustrierte Maidl zunächst wie in der Dichtung und Literatur der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts die Verbundenheit mit der engeren Heimat gegen die unmittelbaren Wirkungen der Modernisierungsprozesse und insbesondere gegen die Spaltung der Nationalitäten in Böhmen aufgeboten wurde Bei Watzlik der zunächst aus dieser Tradition hervorgegangen war erkannte Maidl die Wendung zur Inszenierung des nationalen Antagonismus die dessen Entwicklung zu einem einflussreichen Verfechter von Volkstums Interessen einleitete bereits in dem frühen Grenzlandroman O Böhmen von 1917 Auf wissenschaftliche Deutungen der Geschichte tschechischer und deutscher Literatur in Böhmen richtete unter dem Gesichtspunkt ihrer politischen Implikationen Michael Wögerbauer Wien einen kritisch analysierenden Blick An unterschiedlichen literarhistorischen Abhandlungen speziell zur nationalsprachlichen Entwicklungsphase in der Zeit der Aufklärung aus tschechischer wie aus deutscher Feder seit dem 19 Jahrhundert bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges zeigte er einerseits wie die wechselnden historischen Konstellationen immer wieder nationale Legitimationsstrategien in der wissenschaftlichen Literaturgeschichtsschreibung der deutschböhmischen bzw sudetendeutschen gleichermaßen wie der tschechischen hervorbrachten Anderseits wurde deutlich dass Ansätze sei es zu einer integrierten territorial determinierten Betrachtung der literarischen Entwicklung in Böhmen wie bei Arnost Kraus oder zu einer komparatistischen Perspektive zum Scheitern verurteilt waren weil sie nationalen Interessen zuwider liefen oder diese gar in Frage gestellt hätten Hier trat das Erkenntnispotential eines kombinierten in diesem Fall literatur und politikgeschichtlichen Ansatzes nochmals besonders anschaulich zu Tage und es war sicher kein Zufall dass sich gerade in diesem Zusammenhang eine Stimme zur Verteidigung der wissenschaftlichen Würdigung von Literatur unabhängig von äußeren Bedingtheiten erhob Als Kunst könne Literatur nur dann wahrgenommen werden wenn man alle außerkünstlerischen Faktoren wie historisch politischen Kontext Akteure und ihre Interessen usw die sie zum Bestandteil eines Sozialsystems degradierten ausblende An der Schnittstelle zwischen Politik und nationalkulturellen Prägungen bzw Interessen in der Gesellschaft waren im Programm der Tagung das Schulwesen und die Wissenschaft als soziales Milieu angesiedelt Zdenek Benes Prag und Mirek Nemec Freiburg beleuchteten die Auswirkungen der liberalen tschechoslowakischen Schulgesetzgebung auf die allgemeinbildenden und besonders die Mittelschulen War auf der Grundlage des Vertrages von Saint Germain die Gleichberechtigung aller in der Tschechoslowakei gebräuchlichen Sprachen auch im Schulwesen garantiert so hatte jedoch die Freiheit zur inhaltlichen Ausgestaltung des Schulunterrichts die im Zuge der Übernahme des gesamten Rechtssystems aus der Monarchie bereits 1918 festgeschrieben worden war vielfältiges Problem und Konfliktpotential zur Folge Benes wies besonders auf die Situation in der Slowakei hin Hier stellte Alphabetisierung nach wie vor ein Desiderat dar und vorhandene Schulen mussten zugleich sprachlich slowakisiert und hinsichtlich der staatsbürgerlichen Erziehung tschechoslowakisiert werden was freilich beides notgedrungen durch Entsendung von Lehrern aus den böhmischen Ländern geschah Fragen nach der faktischen Problematik dieses Umstellungsprozesses lassen sich so Benes wegen Mangels an überliefertem Dokumentenmaterial nicht mehr beantworten Eindrücklich konnte Benes aber zeigen dass die großzügigen Rahmenbedingungen des Schulrechts Konfliktpotentiale nicht etwa aufhoben sondern von der staatlichen Ebene auf die lokale verlagerten Dies betraf vor allem die Regelungen zum Minderheitsschulwesen Kämpfe habe es vor allem in deutschsprachigen Gebieten gegeben die in aller Regel mit dem Wegzug jüngerer Familien endeten Auf diese Weise habe das an sich auf Minimierung der Nationalitätenproblematik ausgelegte Schulrecht letztlich zur Desintegration beigetragen Mirek Nemec bestätigte diesen Befund auf anderem Wege Trotz Richtlinien für den Unterricht in Geschichte und Geographie die auf eine Erziehung zu staatsbürgerlichem Bewusstsein abzielten erlassen 1928 29 als regulierender Eingriff ermöglichten die dennoch weit reichenden Autonomierechte dem deutschen Schulwesen in der Tschechoslowakei selbst die Produktion und Verwendung von Schulbüchern welche diesen Vorgaben unverhüllt widersprachen Gleichzeitig aber nutzte die tschechoslowakische Regierung eben diese Konsequenz der Unterrichtsfreiheit in ihrer Außenpolitik gegenüber dem Deutschen Reich Ähnlich divergente Tendenzen konstatierte Jiri Pesek Prag in einem gemeinsam mit Alena Miskova Prag vorbereiteten Beitrag auch für das universitäre Milieu und die Gesellschaft zur Förderung der deutschen Wissenschaft Literatur und Kunst in Böhmen seit dem ausgehenden 19 Jahrhundert Anhand ausgewählter Persönlichkeiten aus den Geisteswissenschaften zeigte er dass die Prager deutsche Universität wie auch die Gesellschaft als ihr in die Öffentlichkeit wirkendes Pendant für die Propagierung eines segregativen deutschnationalen Selbstverständnisses ebenso genutzt wurden wie für Bemühungen um Selbstbehauptung auf der Basis von Kooperation Vor allem die Universität fand aber zumal wegen des hohen Anteils jüdischer Professoren und Studenten keine ungeteilte Akzeptanz in der Prager und böhmischen deutschen Bevölkerung so dass sie für die nationale Gruppe nicht als einheitliche Elitenplattform fungieren konnte In der Ersten Republik war sie nicht zuletzt dank ihrer engen personellen Verflechtung mit dem Parlament und ab 1926 auch der Regierung in den tschechoslowakischen Staat eingebunden und somit letztlich auf die staatsoffiziellen Strukturen nationalpolitischer Auseinandersetzung verwiesen Gleiches galt bedingt auch durch Subventionierung für die Gesellschaft Die Fragwürdigkeit der nationalen Kategorie als Integrationsfaktor und politisches Argument im Prag der Jahre um 1900 illustrierte Christopher Dowe Tübingen eindrucksvoll am Beispiel studentischer Rituale in der städtischen Öffentlichkeit Der Bummel Farben tragender deutscher Studenten wurde in Prag als Demonstration deutscher kultureller Vorherrschaft inszeniert und von Studenten der tschechischen Universität mit gleichen Mitteln beantwortet Diese imitierten in variierter Form den Wichs und konkurrierten mit den deutschen Studenten um die symbolische Besetzung des städtischen Raumes bis hin zu gewalttätigen Ausschreitungen ohne aber tatsächlich den Burschenschaften entsprechende Zusammenschlüsse zu bilden Unter den deutschen Studenten führte diese national zugespitzte Polarisierung jedoch keineswegs dazu dass Differenzen auf anderen Feldern in der nationalen Identifikation aufgehoben worden wären Vielmehr erwiesen sich soziale und vor allem religiöse Unterschiede als weitaus stärker wirksam so dass innerhalb der

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/433/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Stil als Bedeutung - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Günther Zürich Gotik in der römischen Hochrenaissance Daraus folgte für die Diskussionsrunde daß unsere heutige Kategorisierung in Stilen nicht unbedingt der zeitgenössischen folgen muß Man baute modern oder deutsch nicht aber gotisch Deutschland stellte sich mit seiner Architektur als modern dar Es habe sich im Gegensatz zu Italien auf der Höhe der Entwicklung gesehen Nördlich der Alpen habe es kein kulturelles Tief mit einem anschließenden Neuaufstieg gegeben Auch die auffallende Häufung von Walddarstellungen in der Malerei Süddeutschlands und Österreichs um 1500 Donaustil bezieht sich auf antike Autoren die Germanien als Wald charakterisiert hätten Gerade die häufige Darstellung von Flechten in der Malerei die die antiken Autoren nannten läßt diesen Schluß zu Edgar Bierende Bern Der Donaustil eine Antwort deutscher Humanisten und Künstler auf die zeitgleiche italienische und burgundische Kultur In einen ähnlichen Zusammenhang können auch Cranachs antikische Aktdarstellung gestellt werden Hier mangelt es an pastoralen Hintergrundslandschaften die Bewegungsabläufe der Figuren sind gebrochen eine Interaktion mit den nordisch deutschen Landschaften fehlt Es handelt sich um einen betonten Antirealismus Matthias Müller Greifswald Von der allegorischen Historia zur Historisierung eines germanischen Mythos Die Bedeutung eines italienischen Bildkonzepts für Cranachs Schlafende Quellnymphe Doch lassen Cranachs Aktdarstellungen eindeutig die Diskussionen Italiens erkennen Die klassische Ruhelage wird aber zum verkrampft spannungsgeladenen Körper umgewandelt Diese deutsche Alternative zur italienischen Auffassung sei inhaltlich begründet An die Stelle der Verführbarkeit des Augensinns trete die Warnung vor der Sünde Zugleich werde mit der Unfähigkeit der Interaktion der Figur mit dem Bildraum auch eine negative Beeinflussung des Betrachters ausgeschlossen Der Akt begebe sich seiner Materialität Müller Hinzu käme im konkreten Fallbeispiel der Bezug zu einer lokalen Sage Ein anderer Aspekt des Kolloquiums betraf Form und Status So habe Kaiser Maximilian I um 1500 offenbar einen Stil der auf Alter und Tradition des Kaisertums verwies bevorzugt Zumindest lassen das die Darstellungen im Weisskunig vermuten Wolfgang Lippmann Bonn Der Kaiserstil Architekturstil als Zeichensprache in der deutschen Renaissance Stilistisch sind diese Elemente dabei nicht eindeutig zuzuordnen sie entsprechen jedoch formal weder der Gotik noch der Renaissance Ein derartiges Mittelalterrevival Lippmann kann im deutschen Südwesten auch anderwärts festgestellt werden Dieser äußerte sich auch in der Architektur In Wellenburg bei Augsburg ließ sich Maximilian I zusammen mit Matthäus Lang von Wellenburg ein Schloß 1507 20 erbauen das zum einen Stammsitz Langs zum anderen Jagdschloß des Kaisers werden sollte Und während Maximilian I traditionelle Raumaufteilungsschemata bevorzugte entschied sich Lang für ein modernes Korridorschema Nicole Riegel Bonn Würzburg romerstein und wellisch kindell Fragen der Stilwahl in der Bautätigkeit Kardinals Matthäus Lang von Wellenburg Der Außenbau offenbarte keine moderne Formgebung sondern hob mit einem gotischen Chor der Schloßkapelle traditionelle Elemente hervor Besonders deutlich stellt sich das Phänomen von Status und gewählter Form in der Provinz Utrecht dar Nachdem der Adel seine Stammsitze anfänglich in den Formen der italienischen Renaissance bzw des niederländischen Klassizismus gebaut hatte ging er später dazu über sich traditioneller mittelalterlicher Formen zu bedienen Anlaß war das Bemühen sich baulich vom aufstrebenden Bürgertum etwa Amsterdams und dessen Villenbauten optisch abzusetzen Doch auch dieser Wandel des Adels wurde

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/434/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Großstadtfotografie - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    dekorativer Ansicht vorgestellt würden Folgerichtig handele es sich bei diesen Fotografien weniger um Straßenschnappschüsse als vielmehr um sorgfältig arrangierte Aufnahmen Ferner verweise z B das Motiv des Plakatklebers im Gegensatz zum eingangs erwähnten Zeitungsleser zeitlich in die Zukunft Zugleich hätten die Fotos für den heutigen Betrachter wiederum musealen Charakter indem sie durch den nunmehr gleichzeitigen Verweis auf Zukunft damalige Rezeption und Vergangenheit heutige Rezeption die Zeit zum Stillstand brächten In der vierten Kategorie Postkartenmotive machte Starl am Beispiel des Hausmeisters von Otto Schmidt auf die eventuelle Statistenrolle des Dargestellten aufmerksam Demzufolge spiegelten diese Fotos dem Betrachter eine irreführende Gegenwart vor Dies gelte auch für die Straßenbilder Serien wie z B Venedig in Wien Die fünfte Kategorie betitelte Starl mit Passanten Hier würden Schaulustige ihrerseits als Akteure abgebildet Sie lesen Veranstaltungsplakate oder betrachten Schaufensterauslagen Auch hier bemerkte Starl ein zweifaches Heraustreten aus der Zeit zum einen das des Passanten der sich aus der Masse der betriebsamen Stadtbevölkerung löst und inne hält und zum anderen das des gealterten Fotos selbst Auch im sechsten Themenkomplex Momentaufnahmen den Starl u a an Fotos vom modernen städtischen Verkehrsmittel der Pferdestraßenbahn oder auch von der jüngst fertiggestellten Wiener Votivkirche 1879 exemplifizierte rückten die Bilder das Historische in die Gegenwart Damit mache die Fotografie die Stadt zu einem Museum ihrer selbst und könne so Starl einem Museumskatalog vergleichbar als Bildführer zur Stadtgeschichte dienen Das Tempo der Großstadt hingegen werde in Nahaufnahmen festgehalten wie z B in der Fotografie von einer überfüllten Tramplattform 1910 womit sie der ruhigen Betrachtung preisgegeben sei In den Aufnahmen von historischen Bauten die das siebte Thema der Großstadtfotografie darstellten stehe die Architektur allein im Zentrum Michael Frankenstein Carlskirche oder werde im Vordergrund von der Natur im Wandel der Jahreszeiten umrahmt Bis 1939 seien hier indes keine neuen Sichtweisen auszumachen erst unter den Nationalsozialisten sei z B die Karlskirche als Phantasie der Stadt Rom verstanden worden Starls achtes Motiv waren die Straßen und Gassen die den Blick in die Bildtiefe verengten und das Pittoreske thematisierten Charakteristisch hierfür seien Effekte wie Unschärfe Franz Holluber Blick auf den Wiener Stephansdom 1911 oder Reflexionen auf regennassen Straßen die zur Romantisierung des Sujets dienten Den Höhepunkt bildeten hier die Fotografien von Grete Migl die ihre Traumlandschaften zugleich mit dem Aufdruck von passenden Volksliedern versah Thematisch ausgeklammert worden sei in der Wiener Fotografie dagegen die großstädtische Verelendung bzw die Wohnungsmisere Der neunte Themenkomplex Randbezirke der Großstadt sollte buchstäblich das Bild von der Vorstadt bis in die 1930er Jahre prägen wurde nach Starl fotografisch aber wenig anspruchsvoll ausgeführt Demonstrationen und Kundgebungen stellten als Thema der Pressefotografie schließlich das zehnte und letzte Motiv dar exemplarisch und seinen Vortrag thematisch abrundend zeigte Starl u a eine Aufnahme von einem Wiener Caféhaus das unter der Okkupation mit der Aufschrift Jude versehen und geschlossen worden war Von einer genauen Definition des Begriffs Großstadtfotografie sah Starl in seinem Vortrag aber ab und beschränkte sich auf die Aussage daß diese Kategorie lediglich den Ort beschreibe Im Anschluß referierte Susanne Pastor die Untersuchung von Pavel Scheufler Nationales Fotografiemuseum Prag über die Großstadtfotografie in Prag Scheufler verfolgte nach eigenen Angaben den methodischen Ansatz die Fotografie als historische Quelle zu lesen konstatierte für das 20 Jahrhundert aber auch deren künstlerischen Wert Im Prag der 1890er Jahre seien insbesondere die technischen Neuerungen dokumentiert worden wie die elektrische Straßenbahn die elektrische Straßenbeleuchtung und das Auto aber auch Ereignisse wie das große Hochwasser von 1890 das die Karlsbrücke zum Einsturz brachte Das Sanierungsgesetz das Baueingriffe in die Stadt vorsah habe um die Jahrhundertwende jedoch einen regelrechten Fotografie Boom ausgelöst durch den die verschwindenden Stadtteile dokumentiert werden sollten So nahm R Bruner Dvorak 1889 zum Abriß freigegebene leerstehende Gebäude auf und J Petrak fotografierte z B das jüdische Getto 1902 oder auch einen Bauplatz im Stadtzentrum ca 1904 Bilder des Prager Alltags fehlten in den 1880er 90er Jahren dagegen ganz Erst 1911 erschien die Mappe Aus den Hinterhöfen Prags von Frantisek Drtikol die 50 Öldrucke enthielt und die Schönheit der anonymen Winkel verdeutlichen sollte Hier ist nach Scheufler auch der Übergang von der Beschreibungs zur Stimmungsfotografie anzusiedeln in der es vorrangig um das Spiel mit Lichteffekten ging Nun wurden ferner kolorierte Abzüge hergestellt wie von J Vanek in den 1910er Jahren Als der tschechoslowakische Staat selbständig wurde wurden auch politische Motive wie Militärparaden fotorelevant In den 1920er Jahren seien pittoreske Themen schließlich ganz aufgegeben worden Parallel dazu sei die Unschärfe zum fotografischen Stilmittel geworden sowie eine Tendenz zur indirekten Fotografie zum Beispiel durch Spiegelungen des Motivs in Schaufenstern Jan Lauschmann Arnold Schneeberger Daneben könne ein Interesse an sozialen Aspekten festgestellt werden die aber mit Ironie betrachtet würden so auf einem Bild des bekannten Fotografen und Dichters J Styrsky von 1934 das eine Engelstatue mit einer Materialista Banderole zeigt In den 1930er Jahren hätten schließlich Bildexperimente dominiert J Ehm nahm um 1935 die Leuchtreklame auf L A Berka projizierte ein Architekturmotiv doppelt übereinander und L Sitensky hielt 1939 den Blick in ein Militärfahrzeug bei Schneetreiben fest Am Nachmittag sprach Anneke van Veen Fotografische Sammlung Gemeindearchiv Amsterdam über die Großstadtfotografie in Amsterdam 1890 1939 also zeitlich um ein Jahr verschoben die sie am Beispiel von sechs ausgewählten Fotografen und deren spezifischer Sicht der Stadt vorstellte 2 Dieser doppelsträngige Ansatz Persönlichkeit und Motivwahl der Fotografen parallel zu betrachten erwies sich als besonders sinnvoll Einführend machte van Veen darauf aufmerksam daß Amsterdam gegen Ende des 19 Jahrhunderts im Vergleich zu anderen europäischen Städten kaum als Metropole bezeichnet werden könne Auch sei die Struktur der Amsterdamer Innenstadt von 1890 1935 nahezu unverändert erhalten geblieben Zu Beginn stellte sie G H Heinen vor der die Stadt als Netzwerk gesehen habe Er erstellte 1894 zu geschäftlichen Zwecken eine Mappe von Amsterdamer Panorama Ansichten mit dem Bürgertum als Zielgruppe das sich mit den Fotoinhalten identifizieren sollte Diese Fotos zeigten Neubauten wie die Verbreiterung der Damrak oder das vor kurzem eröffnete Rijksmuseum Dabei bleibe Heinens Blick distanziert so daß der Betrachter die Stadt von Außen sehe wodurch sich der angesprochene Netzwerkcharakter ergebe Jacob Olie dagegen habe die Stadt als Gewebe begriffen und

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/435/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Vom Umgang mit Schätzen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    un panorama des représentations des trésors dans la littérature narrative allemande décrits sans précision on parle tout au plus de richesses orientales ou d objets singuliers notamment magiques les trésors servent la représentation des seigneurs sont impliqués dans des histoires de trésors cachés et de gardiens monstrueux histoires morales de trésors rêvés révélés par de pauvres paysans mourants où l avarice s oppose au don C est que dans le discours de l Eglise l image du trésor est fortement moralisée l historien Helmut Hundsbichler Krems montre qu elle repose vers 1500 sur le fondement biblique situant côté vices la recherche de valeurs séculières et côté vertus la voie qui mène au salut via le trésor de l église composé des grâces accumulées par le Christ et les saints mais aussi des objets matériels servant la liturgie ce qui ne va pas sans contradiction L historien Gerhard Jaritz Krems explore plus avant le thème de la mauvaise prière dirigée vers les trésors de ce monde à travers une série de textes et d images dont certaines au 15e siècle relient d un trait rouge la bouche d un pauvre aux plaies du Christ tandis que le faisceau sortant de celle d un riche rejoint ses richesses domestiques Mais ce discours n est pas univoque puisque la possession de biens de prestige permettant de tenir un rang peut aussi être légitime aux yeux de Dieu l opposition entre trésor positif et négatif ne se réduit donc pas à celle entre trésor spirituel et matériel Dans un aperçu large mais rapide l historien de l économie Markus Mayr Kufstein 6 situe les reliques au cour des trésors matériels indiquant leur présence naturelle auprès des métaux et des gemmes leur lien étroit avec l idée du trésor des mérites des saints et le problème de leur circulation et de leur prix impossible à fixer sans être accusé de simonie La conférence de Michael Toch Jérusalem sur les trésors médiévaux et les juifs n a pu avoir lieu Le motif de la découverte des trésors est exploré par la germaniste Christa Tuczay Vienne sous deux aspects qui dans sa présentation apparaissent comme se succédant l un à l autre mais doivent en fait être considérés simultanément Le trésor étant attribut du pouvoir le fait que chacun puisse en trouver un par hasard pose problème Le premier aspect est donc la réglementation juridique de ces découvertes présente dans le droit romain depuis Hadrien et dans le droit germanique et qui jusqu à aujourd hui il faut l ajouter donne lieu à des définitions officielles du mot trésor et fait le quotidien des archéologues et surtout de leurs concurrents ces chercheurs amateurs à détecteurs de métal 7 Le second aspect est celui de la fascination exercée par ces découvertes que l historien peut apprécier outre via la littérature du fait de la condamnation à partir la fin du Moyen Age de pratiques désormais considérées comme hérétiques mais qui préexistaient certainement Spécialiste de la magie au Moyen Age 8 Christa Tuczay expose que la recherche des trésors qui apparaît notamment à la marge des procès de sorcellerie de l époque moderne était souvent menée par des professionnels bien payés connaissant les rituels éloignant esprits des morts et démons les gardiens des trésors une prière à leur patron saint Christophe pouvait y aider Des archives judiciaires ont passe avec l historienne de l art Heide Klinkhammer Aix la Chapelle 9 aux images de la recherche du trésor qui figurent entre le 14e et le 18e siècle tout ce savoir occulte le motif ayant été utilisé pour représenter la quête alchimique elle souligne que la magie des trésors était aussi noire que blanche et qu on la trouve au 15e siècle à la cour des papes On remarquera que la fascination pour les trésors continue aujourd hui ce qui rend délicate la position des archéologues et responsables de musées qui à la fois s en démarquent pour affirmer la scientificité de leurs travaux et l utilisent dans une perspective de vulgarisation efficace il faut savoir orienter ses passions et celles de ceux à qui l on s adresse ce qui exige une analyse approfondie Un dernier groupe d interventions explore les composantes matérielles et narratives des dispositifs d objets mis en place par divers détenteurs de pouvoir Cette entreprise de contextualisation connue sous le nom d histoire des collections pourrait permettre de repérer et de décrire le moment où un fait de langue constitue un ensemble d objets en trésor et ainsi d articuler étroitement l étude des objets singuliers et celle de l image à travers laquelle ils sont globalement donnés à voir ou appréhendés dans une situation donnée Dans le champ des trésors d églises l historien de l art Pierre Alain Mariaux Neuchâtel expose le principe selon lequel des noms de saints ou de personnages illustres sont collectionnés par une communauté via des objets réputés provenir physiquement de ces individus les reliques ou avoir été donnés par eux objets en lesquels ces individus se concrétisent et deviennent manipulables ce que l on repère en particulier au 12e siècle lorsque la réforme dite grégorienne s accompagne pour de nombreuses communautés d une réforme du passé Outre les instruments liturgiques les sacristies également apparues au 12e siècle conservent une troisième catégorie d objets ceux que l on appelle aujourd hui les curiosités naturelles plus difficiles à appréhender du fait de la rareté des sources si au 13e siècle les oufs d autruche pouvaient ainsi dans les églises être le support d exempla on sait qu ils y étaient présents plus tôt avec une fonction probablement autre que les rares spécimens conservés dont les montures sont toutes postérieures ne permettent pas de reconstituer Cherchant à différencier les stratégies commémoratives des fondateurs des différentes universités d Oxford et de Cambridge à travers leurs dons d objets selon qu ils vivaient au 13e ou au 16e siècle qu ils étaient rois ou clercs hommes ou femmes Marian Campbell Victoria Albert Museum

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/437/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive

  • Visuelle Erinnerungskulturen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Ereignisse zunehmend unter der Maßgabe der konkreten politischen Situation politisiert und in nationale Erinnerungsorte umgestaltet wurden Der Vergleich zwischen dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und der Jahrhunderthalle in Breslau den Maximilian Eiden vorstellte sowie die Analyse der Funktion und der Nutzung insbesondere als Austragungsorte der Jahrhundertfeiern 1913 mündeten in der Rekonstruktion zweier unterschiedlicher Denkmalskonzepte die beim Völkerschlachtdenkmal einen völkisch nationalen bei der Jahrhunderthalle einen liberalen Charakter tragen würden Mit der vierten Sektion Kunstgewerbe Fest und Alltagskultur wurde der traditionelle Rahmen der Kunstgeschichte fruchtbringend überschritten Die Beliebtheit der sogenannten Danziger Möbel im 19 und 20 Jahrhundert könne nicht allein aus einer modischen Strömung heraus verstanden werden vielmehr seien sie Kristallisationspunkt eines geteilten Erinnerungsortes Während sich in den Möbeln aus polnischer Sicht die Blütezeit der Stadt zur Zeit der Zugehörigkeit zum polnischen Königreich widerspiegelte so Piotr Korduba galten sie auf der deutschen Seite zunächst als Ausdruck regionaler Identität Am Ende des 19 Jahrhunderts avancierten sie nunmehr mit einer deutschnationalen Konnotation zum typischen Ausstattungsstil für öffentliche Einrichtungen Roger Pilachowski widmete sich der Polnischen Nationalikonographie zwischen historischer Legitimation und politischer Konsensstiftung auf Medaillen Abzeichen und Plaketten in Galizien 1914 1918 Diese industriell herstellbaren Gegenstände dienten einer massenwirksamen Visualisierung politisch nationaler Symbolik Sie wurden im Laufe des Ersten Weltkrieges mittels visueller Zitate und historischen Verweise zu patriotischen Bildkondensaten die zum Kampf für einen souveränen polnischen Staat aktivieren sollten Darüber hinaus lenkte Konrad Vanja die Aufmerksamkeit auf ein in Vergessenheit geratenes Genre die Vivatbänder und Susanne Peters Schlidgen stellte Kultur und Traditionsgut polnischer Zuwanderer in der sich entwickelnden Industriegesellschaft des Ruhrgebietes vor In der Sektion Stadtbilder und Stadt Bilder stand zunächst die architektonische Formung des Stadtbildes von Posen im Mittelpunkt Das Fazit des Vortrages Ein neues Gesicht für die wilhelminische Stadt Die Posener Architektur und ihre Gestalter in der Zeit der Zweiten Republik Polen 1918 1939 von Szymon Piotr Kubiak lautete dass es mit Hilfe der Architektur nicht gelang im Posener Stadtbild das Polnische zu manifestieren Lediglich in der bewussten stilistischen Andersartigkeit der in neobarocken und neoklassizistischen Formen gehaltenen Bauten gegenüber dem neoromanischen wilhelminischen Schloss würde der intendierte Bruch mit der wilhelminischen respektive deutschen Geschichte der Stadt deutlich Hanna Grzeszczuk Brendel gelangte mit ihrer Untersuchung zum Wohnungsbauwesen in Posen zwischen 1914 und 1918 zu der Erkenntnis dass eine einfache Dichotomie heimisch fremd und preußisch polnisch keinen ausreichenden Erklärungsrahmen für die Posener Architektur bilde In den folgenden Vorträgen wurden Formen und Intentionen der medialen Vermittlung von Stadtbildern thematisiert Birte Pusback zeigte am Beispiel der Freien Stadt Danzig wie deutschen Architekturbildbände auf die Inszenierung der Historizität der Stadt abzielten Diese sollte in stimmungshaften und von zeitlichen Bezügen zur Gegenwart freien Bilder eingefangen werden Die polnische Seite bediente sich einer anderen Bildstrategie indem sie konkrete zeichenhafte Hinweise auf die polnische Geschichte Wappen usw als Beweis des polnischen Charakters der Stadt nutzte Marina Dimitrieva untersuchte in ihrem Vortrag Drei Gesichter der Stadt Wilna in der ersten Hälfte des 20 Jahrhundert anhand von Bildbänden und literarischen Quellen wie ein und dieselbe Stadt aus dem Blickwinkel der in ihr lebenden unterschiedlichen nationalen Gruppen

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/438/mode=conferences (2016-02-12)
    Open archived version from archive



  •