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  • Buchmalerei, Schatzkunst und Skulptur - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Die Rezeption der Reichenauer Bernulphusgruppe in Farfa lässt sich ebenfalls auf eine Schenkung zurückführen Im Zuge liturgischer Reformen wurden Handschriften wegen ihrer Texte gezielt verteilt und fanden dann im eigenen Skriptoriumsbetrieb Nachfolge etwa in der Abtei Pfäfers die ihre liturgische Grundausstattung von der Reichenau erhielt Ebenso ist an kirchenrechtliche Verbindlichkeiten wie den sogenannten Reichenau Zins zu denken der es dem Bodenseekloster zur Auflage machte nach jeder Abtswahl einen Handschriftenornat nach Rom zu liefern Daneben mag der Austausch von Handschriften auch auf das Bildungs bzw Liebhaber Interesse einzelner Persönlichkeiten zurückgegangen sein wie es die Briefe Gerberts von Aurillac eindrucksvoll dokumentieren Die Gebrauchsfunktion von Miniaturen im Verwendungskontext der jeweiligen Handschrift stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Christoph Winterer Die Miniaturenausstattung von Handschriften ist gegenüber dem Text zunächst sekundär da dieser seine Funktion auch ohne Bebilderung besitzt Die Funktion der Bilder erschließt sich demnach erst durch eine eingehende Analyse des Beziehungsgeflechts von Text und Bild Die Ergebnisse zur Erforschung der frühmittelalterlichen Memoria vermochten ein komplexes Handlungsgefüge aufzudecken dem Bildtypen wie Herrscher und Stifterbilder zugeordnet waren Eine weitere Möglichkeit Bildausstattungen ottonischer Handschriften in einen funktionalen Kontext zu setzen bietet ihre Interpretation im Lichte der klösterlichen Praxis von Lectio divina bzw meditatio Aufbauend auf der Studie vom Adam S Cohen zeigte Winterer am Regensburger Uota Evangelistar München BSB Clm 13601 dass die Bildseiten tatsächlich auch Objekte der meditatio waren So enthält der Titulus der Kreuzigungsseite fol 3v die Anweisung der ideale Betrachter solle die Form des Kreuzes zum Anlass der meditatio nehmen Scema crucis typicum meditatur vita bonorum Als ein Vorläufer dieses komplexen Bild Text Bezugs gilt der karolingische Liber de laudibus sanctae crucis des Hrabanus Maurus Gerade dieser Codex mit seinen vielschichtigen Text und Bildebenen fordert eine äußerst intensive Lese und Rezeptionspraktik die etwa durch schriftliche Zeugnisse aus dem Bereich des Klosters Fulda belegt ist Auch das Widmungsbild des Aachener Evangeliars Ottos III lässt sich im Sinn der monastischen meditatio interpretieren Formal ist es an die erste Dedikationsdarstellung im Liber de laudibus angebunden Die inhaltliche Tragweite aber erschließt sich erst durch seine Widmungsverse und ihre textlichen Parallelen mit denen des Herrscherbildes Ludwigs des Frommen in der Hrabanus Handschrift So sind die an den Kaiser gerichteten Aachener Verse möglicherweise als konkrete Aufforderung zu verstehen die Evangelienhandschrift im Sinn der monastischen meditatio zu verwenden Beate Fricke stellte Thesen zur Wiedergeburt von Großskulptur in nachantiker Zeit und ihrer theologischen Rechtfertigung vor Die in frühchristlicher Zeit geltende Tabuisierung monumentaler Skulptur die stets vom Ruch des Götzenhaften begleitet war wurde im 9 Jahrhundert sukzessive aufgebrochen Monumentale Vollplastik hat sich zwar aus dieser Zeit nicht erhalten doch vermitteln Quellen durchaus das Bild einer gewissen Verbreitung Bezeugt sind etwa Großkruzifixe in Conques und Auxerre sowie mehrere Kruzifixe im Petersdom wie die Schenkung eines monumentalen silbernen Kruzifixus durch Karl den Kahlen 877 und die Stiftung des sog Karolingerkreuzes unter Papst Leo III 795 816 oder Leo IV 847 855 Für die theologische Rechtfertigung der Herstellung von dreidimensionalen Bildern im 9 Jahrhundert sind die Worte des Jonas von Orléans repräsentativ der sich zu

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  • Kunst und Demokratie - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    zum Teil anschließend durch den Rijksdienst Beeldende Kunsten Kultusministerium weiterbetreut werden mussten Bei jährlichen Einlieferungsraten von bis zu 50 000 Arbeiten diese Höchstzahl wurde 1979 erreicht stand der Aufwand für Lagerung und Verwaltung in keinem Verhältnis zur Qualität Nur ein Bruchteil des Gesamtaufkommens kehrte über Museen oder Ämterausstattungen in die Öffentlichkeit zurück Die Museen selbst sähen sich seit einiger Zeit zur Politik des Entsammelns gezwungen Mit der Abwicklung des Contraprestatie Verfahrens ab 1986 wurde auch der naive Glaube zu Grabe getragen dem zufolge die größtmögliche künstlerische Produktion auch eine größtmögliche positive Wirkung auf die Gesellschaft habe Die aktuelle Förderpraxis erscheint jedoch wie die Umkehrung ins Gegenteil Nach einem normativen und dirigistischen Verfahren das an die Reglementierung in totalitären Regimes erinnert üben die staatlichen Kunstfördergremien in den Niederländen derzeit inhaltlichen Einfluss auf die Kunstproduktion aus Die im Kultusministerium entwickelten Vierjahrespläne machen klare thematische Vorgaben wie etwa Integration in die multikulturelle Gesellschaft an denen sich die Entscheidung über einzelne Fördermaßnahmen zu orientieren hat Hier werden die Künste auf eine in der Bundesrepublik bislang undenkbare Art in den Dienst obrigkeitlicher Interessensetzungen gestellt An die Stelle der autonomen Eigendefinition der Kunst tritt eine Fremddefinition Dorscheid verwies abschließend auf das Studiecentrum voor kunst cultuur en beleid der Boekmanstichting in Amsterdam das als unabhängiges Informations und Forschungszentrum für Recherchen zur kulturpolitischen Dimension von Kunstförderung genutzt werden könne 3 Im Anschluss an die Diskussion dieses anregenden Referats fand die zentrale Gesprächsrunde des Tages statt Thema war die Bundeskunstsammlung 4 und ihre Ankaufsverfahren Unter der Moderation von Sigrid Melchior M A Vorstand Ulmer Verein diskutierten Dr Veit Loers Kurator für die Neuankäufe der Bundeskunstsammlung 2000 2003 Erich Liebert Referat Bildende Kunst bei der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien Prof Dr Klaus Bußmann Sprecher des Kunstbeirates der Bundesregierung 1994 2000 und PD Dr Michael Diers Humboldt Universität zu Berlin Als Mitarbeiter der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien erläuterte Erich Liebert die Zielsetzung der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland sowie die Abläufe die zu den Kunstankäufen führen Die Sammlung entstehe einerseits als Dokumentation des aktuellen Kunstgeschehens in der BRD andererseits als Artothek für herausgehobenen Dienststellen des Bundes Leitungsbereiche der Obersten Bundesbehörden Oberste Gerichte Botschaften etc Als Ankaufetat könnten die ehrenamtlich berufenen Fachleute in der Ankaufskommission derzeit auf jährlich 430 000 EUR zurückgreifen Über diese Mittel haben die bisherigen Kommissionen bzw der Einzelkurator völlig unabhängig verfügen können Ihm sei kein Fall bekannt dass eine Ankaufsentscheidung durch politische Instanzen angezweifelt oder behindert worden sei betonte Liebert Die aktuelle Entscheidung von Christina Weiss vom Kuratorenmodell wieder zu einem Gremium zurückzukehren 4 dürfe nicht als Kritik an der Arbeit von Veit Loers missverstanden werden Es handle sich vielmehr um eine politische Entscheidung Dahinter stehe auch die Annahme eine größere Personenzahl könne bei geringerem Aufwand für die einzelnen Mitglieder leichter einen repräsentativen Überblick über den Kunstmarkt gewährleisten Ausführlich berichtete anschließend Veit Loers von seinen persönlichen Erfahrungen als Kurator für die Neuankäufe der Bundeskunstsammlung Es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen den bereits bestehenden Kontext der Sammlung zu berücksichtigen Seine Ankäufe

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  • Stil und Funktion im Mittelalter - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    zum Inspecteur des Monuments historiques berufen wurde überließ seinen Posten 1834 dem Literaten Mérimée Dieser erreichte 1837 die Schaffung der Commission des Monuments historiques Mérimées Bemerkungen über die Feinde der Denkmale die Zeit ebenso wie die Reparateure müssen den gegenwärtigen Denkmalpflegern bisweilen bekannt vorgekommen sein während die Debatte um die Umnutzung von Kirchengebäuden Mérimée beklagte Cafés Antiquitätenläden Wein und Kohlelager in den Monumenten heute einen umgekehrten Weg nimmt Mit der provokanten These das mittelalterliche Bild habe seinen sekundären Status nie überwunden leitete Jeffrey Hamburger aus Harvard seit Jahren Suckales Mitstreiter auf dem Gebiet der Frauenklöster und instruktiver Ikonographie Studien seinen Vortrag ein Body vs Book The trope of visibility in images of Christian Jewish Polemics widmete sich dem theologischen Dauerbrenner der menschlichen und göttlichen Natur Christi also Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit seines Bildes und damit auch dem Verhältnis des jüdisch alttestamentarischen deus absconditus im Buch und dem in einem Körper inkarnierten deus novus des neuestamentarischen Christentums Seine wohl prägnanteste Bildformel findet das Thema im Diptychon der Benning Kreuzigung wo das symbolisch zerrissene Fleisch des Gekreuzigten nach einer Stelle des paulinischen Hebräer Briefs mit dem zerrissenen Tempelvorhang gleichgesetzt wird sowie im aus der Bundeslade steigenden Christus in der Jungfrauen Kapelle der Burg Karlstein Hamburger betont das Motiv der das Buch zur Seite legenden Maria in Verkündigungen als piktoriale Erinnerung daran daß sich in diesem Moment die geschriebene Offenbarung erfüllt sowie als Repräsentation des Bildstatus In ein Bild gebracht zeigt dies Gerard David in einer Variante seiner Maria mit Kind wo im Hintergrund Soldaten die Heilige Familie verfolgen im Mittelgrund ein Esel den vorgeblichen jüdischen Starrsinn verkörpern muß und im Vordergrund auf einem Kissen eine geöffnete Handschrift mit der schwarz verhüllten Synagoge und dem Dekalog liegt Zugespitzt auf die Antithese Buch Körper wurde im Mittelalter laut Hamburger im Sinne anti jüdischer Propaganda immer wieder verdeutlicht daß nur der inkarnierte Körper Christi nicht das Buch gen Himmel auffährt Lieselotte Saurma widmete Suckale als stetem Hinterfrager von Stillagen ihren Vortrag zu Matthias Eberler Dieser jüdische Zugereiste dessen größter Schuldner Bischof Johann von Pfählingen war ließ sich als Junker vor 1500 am Rande Basels Schloß Hilterlingen errichten Mit diesem Musenhof mit ausgedehntem Baumgarten eiferte er nicht dem Ritterwesen sondern dem burgundischen Habitus nach Das Haus zum Engel wurde von Ruman Remigius Romely Faesch der seit 1503 Werkmeister des Baseler Münsters war mit einer Engelsfigur auf Eber Konsole versehen und zeigte damit erstmals unübersehbar Eberlers Wappen Mit seinem generellen Verzicht auf Ämter präsentiere sich Eberler laut Saurma als gelehrter Müßiggänger in frühneuzeitlicher Humanistenart Dies zeigt sich auch in der prachtvoll illustrierten deutschen Bibel von 1464 wo nicht nur über dem Initial mit der Erschaffung Evas ein Zweierwappen zu finden ist sondern auf der zweiten Seite formatfüllend das Eber Wappen mit Eberkopf als Zier darüber Sein Repräsentationswollen gipfelt schließlich in der an St Peter angebauten Grabkapelle die er selbst in einer Supplik an Innozenz VIII als sehr aufwendiges Werk lobt wo sich zwischen sehr hohen Fenstern eine Nische mit seinem Wappen findet Mit seinem Schloß als eine Art

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  • Fachwerk und Fachdokumentation - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    setzen dagegen neue Maßstäbe in Sachen Design Benutzerführung Funktionsfülle Zielgruppenorientierung inhaltlicher Dichte und technischer Ausführung was sie zu einem Vorbild für alle zukünftigen Ausstellungs und Museumswebsites macht Begleitet wurde das Projekt zudem durch eine ausführliche Evaluation des Nutzerverhaltens Ein virtuelles Museum baut auch die Gipsabgusssammlung antiker Skulpturen in Göttingen 11 auf welches von Daniel Graepler vorgestellt und in Zusammenarbeit mit der Firma Duehrkoph Radicke 12 erstellt wurde Hier wurde besonders auf niedrige technische Anforderungen auf der Nutzerseite geachtet da die Hauptzielgruppen Schulen und Universitäten in ihrer technischen Ausstattung meist einige Jahre der aktuellen Entwicklung hinterherhinken Nichtsdestotrotz werden die Skulpturen teilweise mit einer innovativen Lasertechnik aufgenommen die deutlich macht welche Ergebnisse zur Zeit auf dem Bereich der 3D Erfassung von Kunstobjekten erzielt werden können Allgemein ist der Trend zur Erzeugung von Synergieeffekten zu konstatieren Sind in den letzten Jahren viele einzelne Digitalisierungsprojekte gefördert worden liegt nun das Hauptaugenmerk der Förderer auf die Erzeugung von Netzwerken und Materialkonsolidierungen Das bereits oben erwähnte Kompetenznetzwerk Langzeiterhaltung ist eines der Vorhaben die diesem Trend verpflichtet sind Ein weiteres ist das teilweise EU finanzierte Projekt mit dem etwas sperrigen Namen DigiCult Museen Schleswig Holstein Neben der Förderung der Dokumentationsbasisarbeit der Museen in Schleswig Holstein wird hier vor allem ein Datenbank Verbund angestrebt Es geht dabei nicht nur um die digitale Abbildung und Verknüpfung der Museumsobjekte die auch wirtschaftlich genutzt werden sollen sondern auch um gemeinsame Adresslisten sowie Veranstaltungsankündigungen und Terminkalender für den Tourismus Erstes Ergebnis aus der Vorbereitungsphase dieses ehrgeizigen Projekts dass auf einer selbst programmierten Infrastruktur basiert ist die gemeinsame Website der Museen Schleswig Holstein 13 Bereits eine Schritt in die Selbstständigkeit getan hat das ehemals aus eine Förderprojekt entstandene Göttinger Digitalisierungszentrum 14 das sich unter anderem für die Faksimile Ausgabe der Luther Bibel 15 verantwortlich zeigt und von Andrea Rapp vorgestellt wurde Das Zentrum hat sich auf die Digitalisierung von Texten aller Art spezialisiert Ziel beim Scanvorgang ist hier nicht die Erzeugung originalgetreuer Abbilder sondern ein besonders lesbares und damit benutzerfreundliches Ergebnis was durch zahlreiche grafische Ausgleichsverfahren erreicht wird Dabei werden die teils sehr kostbaren Vorlagen möglichst schonend und berührungsarm abgelichtet Der Einsatz von Optical Character Recognition 16 nimmt dabei immer mehr zu was sich auch im Angebot eines kostenpflichtigen Zeitschriftenvolltextportals 17 niederschlägt So innovativ und ehrgeizig die einzelnen Projekte auch sind muss für alle noch die Frage beantwortet werden was nach Ablauf der öffentlichen Förderung mit dem gesammelten Know how und der aufgebauten Infrastruktur geschehen soll Hier liegt eines der größten Probleme Die Türkenbeute ist abgeschlossen und wird voraussichtlich nicht mehr weiter gepflegt gewonnenen Erkenntnisse verschwinden im Aktenschrank Ähnlich sieht es bei einer Vielzahl der Projekte aus diesem Sektor aus doch das ist kein Vorwurf an die Macher Geisteswissenschafter sehen sich auf einmal in die Rolle eines Betriebswirts und oder Firmenleiters versetzt und müssen bei der Arbeit an den eigentlichen Projektinhalten quasi nebenher ein tragfähiges Geschäftsmodell für die Folgezeit entwickeln Selbst gestandene Unternehmensberater würden sich wohl an einem solchen Modell nicht nur in Zeiten der Kürzung von Mitteln im Kultursektor schwer tun Von

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  • Nation, Style and Modernism - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    authentischen von der tragischen Geschichte Polens unberührten Bauernkultur geradezu kontrastierten Darin schien eine deutliche Parallele zur ungarischen Nationalkunstdebatte auf Éva Forgács Los Angeles verfolgte das spannungsreiche Zusammentreffen der Bestrebungen nach nationaler Identität und Revolutionierung der rückständigen Gesellschaft auf die ungarischen Avantgarde Zirkel um die charismatischen Gestalten Georgy Lucács und Lajos Fuelep zurück Im Galileo Zirkel und im Sonntagskreis schufen Poesie Literatur Philosophie und Psychoanalyse ein geistiges Klima das die bildende Kunst außerordentlich befruchtete und die Politisierung von Künstlern und Intellektuellen im Ersten Weltkrieg vorbereitete Die theoretischen Diskurse wollte Forgács als Entsprechung zu nationalen und internationalen Ausdrucksformen verstanden wissen die in der ungarischen bildenden Kunst noch bis in die 90er Jahre greifbar seien Ging es in der Konstruktion einer ungarischen Nationalkunst um Abgrenzung innerhalb der Doppelmonarchie und Distanzierung von der Internationalisierung Budapests so galt es ab 1918 in Polen und der Tschechoslowakei die Kultur eines neuen Staates zu schaffen Dass die Architektur den weitaus größten Raum innerhalb der Tagungsthemen einnahm war nicht nur den Interessen der Veranstalter geschuldet In the construct of the nation as in Czech modern architectural practise architectural history gave palpable reality to an otherwise imaginary community Similarly the notion of architecture as a creative act was the quintessential Masarykian metaphor for the building of a modern nation Dirk de Meyer Montreal Eine subversive Vertiefung fand diese mit Benedict Andersons Nationalismus Konzept 1 argumentierende Darstellung einer sympathischen Nationalkunstgeschichte durch Rostislav Svácha Prag der den Metamorphosen und Bedeutungsverschiebungen der Dorischen Ordnung nachspürte Ihrer expressiven Verformung im Prager Kubismus und in der Betonarchitektur Hans Poelzigs ging eine veränderte Sichtweise in der deutschen französischen und tschechischen Kunsttheorie voraus die sie zum Paradigma eines anti historistischen Stils prädestinierte Es war eine glückliche Fügung dass das Exkursionsprogramm zuvor in Breslau die Wahrnehmung solcher Konnotationen des Maskulinen und des gewaltsamen Formkonfliktes an Poelzigs Vierkuppelpavillon für die Jahrhundertausstellung von 1913 gestattet hatte Ob der von Françoise Forster Hahn Riverside California empfundene germanische Charakter der Jahrhunderthalle Max Bergs auf Affinitäten zwischen der Weite und Transparenz dieses Betonbaus und Ansprüchen der völkischen Bewegung sowie dem Expansionsdrang des Wilheminischen Kaiserreichs beruht erscheint zwar mehr als fraglich Jedoch verwies Forster Hahn damit zu Recht auf die Tatsache dass die bereits von Muthesius kritisierte Feier der Moderne von deren Ambivalenzen abzulenken vermag Zweifellos haben die fortschrittseuphorischen und in ihrer Rhetorik internationalistischen Projekte der künstlerischen Avantgarde auch Impulse des Nationalismus aufgenommen Wie die Plattform internationaler Avantgarde Zeitschriften von Bestrebungen mit nationalistischen Implikationen genutzt werden konnten verdeutlichte An Paenhuyse Leiden indem sie das wechselnde Verhältnis der belgischen Expressionisten zum flämischen Nationalismus und den Bedeutungswandel Antwerpens von einer Kulisse des Futurismus zur Provinz in bemerkenswerter Dichte nachzeichnete Hingegen unternahm der zunächst provokant nationalistisch auftretende Futurismus mehrere Versuche einer Internationalisierung Maria Elena Versari Paris Im Verlauf der Tagung wurden immer wieder komplexe Verschränkungen zwischen den theoretischen und formalen Ursprüngen von Stilparadigmen und den Orten ihrer nationalen Inanspruchnahme sichtbar Freilich hätte die Beziehung zwischen dem Konzept des Nationalstils und den von Forgács differenzierten Begriffen Nationalismus und Nationalbewusstsein noch einer Klärung bedurft Während die Veranstalter als

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/426/mode=conferences (2016-02-12)
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  • André Malraux et l'Inventaire général - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    histoire du ministère de la culture a animé les débats de la matinée en rappelant notamment l esprit de la création du Service de l inventaire en 1964 Xavier LAURENT auteur d une thèse soutenue à l école des Chartes sur la politique du patrimoine monumental d André Malraux à Jacques Duhamel est entré dans le détail historique et administratif de cette création Isabelle BALSAMO conservateur général du patrimoine a insisté à partir d archives orales recueillies par le comité d histoire sur la ferveur passionnée et même spirituelle qui habitait les pionniers de ce service Christian PATTYN inspecteur général honoraire de l inspection de l administration des affaires culturelles et vice président du comité d histoire du ministère de la culture a animé la séance de l après midi Alexandra KOWALSKI HODGES chercheuse et enseignante à la New York University et à l EHESS Paris a démontré à quel point le service de l inventaire général avait servi d instrument fédérateur d une politique nationale du patrimoine Jean Pierre ZARADER philosophe a analysé la philosophie de l art d André Malraux en montrant notamment comment pouvait s articuler les notions d inventaire des richessesartistiques et du Musée imaginaire Michel MELOT sous directeur de l inventaire à la direction de l architecture et du patrimoine du ministère de la culture a dressé un bilan du service de l inventaire depuis sa création en avançant notamment l idée que hier comme aujourd hui l inventaire est un des moyens d écrire l histoire de l art de demain dans une période où la notion d art connaît une forte mutation Les séances de la matinée comme de l après midi ont été suivies d un débat riche et animé avec la salle Il a également été fait une présentation de la

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/424/mode=conferences (2016-02-12)
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  • Strategien medialer Geschichtsvermittlung - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    sich Faszination und Gewalt an filmischen Erzählformen die dem Interesse und der Lektürefähigkeit speziell von Jugendlichen und jungen Erwachsenen entgegenkomme Die innerhalb eines zweistündigen Besuches weitgehend nachvollziehbare narrativ strukturierte und medial aufbereitete Dokumentation zur deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 schaffe zudem lediglich eine Grundlage für die weiterführende didaktische Betreuung im Studienforum Für die notwendige Ergänzung und Aktualisierung sorgten zahlreiche Sonderveranstaltungen wie Vorträge Filme oder Diskussionen Im weiteren Verlauf des Workshops wurden drei Aspekte der Nürnberger Dauerausstellung durch ergänzende Referate erschlossen und zur Diskussion gestellt Zur Kontextualisierung der zahlreichen in den Ausstellungsrundgang integrierten filmischen Dokumente stellte Judith Keilbach FU Berlin die Muster des Umgangs mit historischem Filmmaterial vor die sich in den neueren TV Dokumentationen zu vergleichbaren Themen etabliert haben In einer konzentrierten Analyse unterschied sie den Modus der Illustration von jenem der Reflexion Die illustrative Nutzung der fraglichen filmischen und fotografischen Bilder gehe in der Regel von einer Authentizitätsprämisse aus die dem Material das Potenzial eines transparenten Blicks auf die Wirklichkeit unterstelle Konträr dazu sei ein Verständnis der Bilder als historische Objekte zu beobachten die durch die Zeit ihrer Entstehung geprägt wurden und somit keineswegs frei sind von ideologischen Signaturen Dem Faktum dass viele Bilder seinerzeit nicht zweckfrei sondern als Träger propagandistischer Botschaften produziert wurden könne durch Strategien wie der kontrapunktischen Montage der Thematisierung von Produktionszusammenhängen oder der direkten Problematisierung der Bilder im Begleittext Rechnung getragen werden Der weitgehend illustrative Umgang mit dem historischen Bildmaterial in der Nürnberger Ausstellung wurde anschließend kontrovers diskutiert In diesem Zusammenhang kamen auch die musikalischen Elemente der Ausstellung zur Sprache Wie in zahlreichen vergleichbaren TV Features so Keilbachs erhellender Hinweis werde auch im Dokumentationszentrum die Musik signifizierend d h als Mittel zur Steuerung der Rezeptionshaltung der BesucherInnen eingesetzt Ein mehrfach verwendeter Soundtrack erzeuge eine elegische Stimmung und könne somit ein Verständnis der NS Geschichte als einer mahnenden Tragödie nahe legen Ingmar Reither KPZ Nürnberg setzte sich mit dem baulichen Eingriff Günther Domenigs auseinander der sich als spektakuläre Geste als Speer im Speer Domenig aggressiv gegen die monumentale Überwältigungsarchitektur der Kongresshalle richtet und schnell zum Markenzeichen des Dokumentationszentrums geworden ist Im Spiegel der journalistischen und architekturkritischen Rezeption Keil Blitz etc beschrieb Reither die Bedeutungspotenziale dieses symbolträchtigen Aktes einer Wiederaneignung durch Dekonstruktion Stahl und Glas stünden im scharfen Gegensatz zur Massivität des mit Granit verkleideten Veranstaltungsbaus Domenigs Eingriff so Reithers These könne dabei durchaus als eigenständiges Environment begriffen werden Insgesamt zeige sich dass Architektur und Ausstellung sinnvoll miteinander verzahnt worden seien Die Abfolge kleiner und großer hoher und niedriger Räume sei für den Ausstellungsrundgang insofern gut genutzt worden als die Videoprojektionen Terminals und Bildschirme jene Fenster eröffneten die realiter nicht vorhanden seien Die Diskussion erörterte insbesondere das Spannungsverhältnis von Architektur und Ausstellung Letztere so der Vorwurf sei einerseits durch mangelndes Störungspotenzial gekennzeichnet und nutze andererseits zu selten die Möglichkeit die Besucher mit der Ruine der Kongresshalle zu konfrontieren um mit zeichenhaften Brechungen ein nachhaltiges Besuchserlebnis zu evozieren Die von Judith Keilbach bereits vorbereitete Problematik einer Verwendung filmischer und fotografischer Bilder als historisch dokumentarischer Texte war stand

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/420/mode=conferences (2016-02-12)
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  • Dialoge zur Bildfrage - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    der Betrachtung getreten und hätte die kunsthistorische Forschung verändert Vergleichbarkeit durch Gleichmacherei im Format hätten Umgang und Herangehensweise an das Bild und die Kunstwerke verändert Schneider resümierte dass die fotografische Abbildung kunsthistorischer Inhalte zwar die Arbeitsweisen veränderte dabei aber das Bild als Objekt nicht hinterfragte Dieser interessante Gedanke verglühte leider in der Sphäre der stark philosophisch und medientheoretisch aufgeladenen Diskussion Neue Bilder neuer Blick Schneider schlug vor die Fragestellung nach dem Bild zu differenzieren Der Weg zur Erkenntnis könne über zwei Pfade führen einerseits durch die Frage nach einer historischen Bildwissenschaft andererseits nach einer historischen Motivwissenschaft Diese Fragestellung ermögliche es in einer bildwissenschaftlichen Herangehensweise die Rolle des Bildes und nicht der Abbildung zu analysieren Bilder könnten zerstört Motive nur abgelöst werden Schneider Hans Ulrich Reck ergänzte in seiner Replik den iconic turn um den digital turn Er konstatierte dass Bilder von Informatikern als Diagramme bezeichnet und behandelt würden Kunst und Kunstgeschichte seien ein Fundus der in den entsprechenden Formaten abgespeichert und auch so verarbeitet würde In dem Bild als Phänomen von bildlichen Montagen d h in den Manipulationstechniken bestünde die eigentliche Brisanz Die Universalitätsansprüche einer Bildwissenschaft müssten reflektiert werden Auch sei die Geschichte der Visualisierung von Denkmodellen interessant um von Anschaulichkeitsmodellen auszugehen Betrachte man die Rhetorik von Piktogrammen stelle man fest dass sie einen Kontext benötigten z B den Ort an dem sie sich befänden Dies stehe entgegen der hermetischen Selbstoffenbarung der Rhetorik der Absichten der Bilder Am 12 Februar 2003 war der Philosoph Dieter Mersch unter dem Titel Ermöglichung und Begrenztheit zum Gespräch eingeladen Grube legte dar dass die Frage Was ist ein Bild ein Desiderat offen gelegt habe Die Frage ebenfalls der Titel des 1994 zum Thema erschienen und von Gottfried Boehm herausgegebenen Sammelbandes hätte die Forderung nach einer Bildwissenschaft zur Folge gehabt da die Frage nach dem Bild nicht wie die Frage Was ist Sprache systematisch untersucht worden wäre Grube zeigte drei mögliche Herangehensweisen an diese Frage auf 1 eine Bildwissenschaft analog zu einer Sprachwissenschaft zu konzipieren 2 das Bild in Abgrenzung zur Sprache zu bestimmen und 3 einem Ansatz von Boehm zu folgen dem die Annahme einer Logik des Bildes zugrunde liegt Grube verwies im Anschluss daran auf den Philosophen Oliver Scholz 3 der einen Fragenkatalog zum Thema Was ist ein Bild skizziert hat 4 in welchem einerseits in Anlehnung an und andererseits in Abgrenzung von sprachphilosophischen Ansätzen die Frage nach dem Bild gestellt wird Boehm wiederum sprach von der Logik des Bildes die traditionell an die Sprache gebunden sei Das Bild entspreche eher dem Unbestimmten Daher stand in Grubes Beitrag die Überlegung im Vordergrund die Ausgangsfrage Was ist ein Bild umzuformulieren in Wie kommt es zur ikonischen Sinnerzeugung oder Wie kommt es zu dem Überschuss des Imaginären Denn an diesem Überschuss hänge die Unterscheidung zur sprachbezogenen Logik des Bestimmten des Eindeutigen Diesen Gedanken nahm Schneider in seinem Referat unter dem Titel Bildumgang und Motivmacht auf Ziel des anschaulichen Vortrags bestand darin die historische Rückbindung der Frage nach dem Bild im Kult aufzuzeigen Ausgangspunkt war die

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/418/mode=conferences (2016-02-12)
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