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  • ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Feminismus Carolee Schneemanns Körperkunst und die Avantgarde Dietrich Reimer Verlag 2002 Reviewed by Petra Reichensperger 03 nov 2003 Kubitza Anette Fluxus Flirt Feminismus Carolee Schneemanns Körperkunst und die Avantgarde Dietrich Reimer Verlag 2002 Reviewed by Petra Reichensperger 03 nov 2003 Raulff Ulrich Wilde Energien Vier Versuche zu Aby Warburg Göttingen Wallstein Verlag 2003 Reviewed by Werner Rappl 03 nov 2003 Beyer Andreas Das Porträt in der Malerei München Hirmer Verlag 2002 Reviewed by Lucas Elmenhorst 30 mag 2003 Stella Frank Verspohl Franz Joachim Hrsg The Writings of Frank Stella anlässlich der Ausstellung des Kunsthistorischen Seminars mit Kustodie der Friedrich Schiller Universität Jena und der Jenoptik AG Jena Heinrich von Kleist by Frank Stella Jena 27 März 4 Juni 2001 Galerie der Jenoptik AG und Ehemalige Arbeiter Jena u a Verlag Walther König 2001 Reviewed by Tobias Vogt 26 mag 2003 Bryson Norman Das Sehen und die Malerei Die Logik des Blicks München Wilhelm Fink Verlag 2001 Reviewed by Anselm Wagner 07 mag 2003 Sörries Reiner Großes Lexikon der Bestattungs und Friedhofskultur Wörterbuch zur Sepulkralkultur Braunschweig Thalacker Medien Reviewed by Christian Fuhrmeister 03 mag 2003 Wolf Armin Hrsg Die Goldene Bulle König Wenzels Handschrift Codex Vindobonensis 338 der Österreichischen Nationalbibliothek Kommentar Graz Akademische Druck u Verlagsanstalt Graz 2002 Reviewed by Christine Beier 29 apr 2003 Lazzarato Maurizio Videophilosophie Zeitwahrnehmung im Postfordismus Berlin b books 2002 Reviewed by Bettina Klix 17 mar 2003 De Vecchi Pierluigi Raffael München Hirmer Verlag 2002 Reviewed by Andreas Henning 08 mar 2003 Rattenbury Kester Hrsg This is not architecture Media constructions London u a Routledge 2002 Reviewed by Meinrad von Engelberg 06 feb 2003 Fried Michael Menzel s realism Art and Embodiment in Nineteenth Century Berlin New Haven Conn u a Yale University Press 2002 Reviewed by Marion Deshmukh 29 gen 2003 Kravagna Christian Hrsg Das

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  • Tannert/Asthoff/McInnes (Hgg.): New German painting - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    ein neues Nachschlagewerk deutscher Malwunder bietet es Angriffsflächen für Kritik Dies gilt erst recht für Leser die das grundsätzliche Interesse der Autoren an zeitgenössischer Malerei teilen So ist die leidenschaftliche Polemik die gerade in Tannerts Essay passagenweise die dominierende Tonlage ist durchaus sympathisch Der Text ist keine kunsthistorische Studie sondern die emphatische Stellungnahme eines Kurators und Vermittlers Die Arbeiten einiger der herangezogenen Protagonisten vermögen allerdings kaum zu tragen was ihnen hier zugeschrieben wird Da hilft auch die Auswahl der 31 katalogähnlich aufgeführten Positionen im zweiten Teil des Buches nur gelegentlich weiter zumal sich die jeweiligen Kurztexte bisweilen wie ein remix gängiger Kunst Phrasen lesen Ein größeres Problem rührt allerdings aus der thematischen Fokussierung des Buches selbst und kann somit eher im Sinne eines Ausblicks als einer Kritik angemerkt werden Die strikte Konzentration auf Malerei aus Deutschland hat gleich auf mehreren Ebenen einen hohen Preis Zum einen und vielleicht ist es müßig das zu erwähnen werden die Qualitäten etlicher der vorgestellten Ansätze und Arbeitsweisen erst in jeweils konkreten Bezügen prägnant Es geht nicht um ein Der malt ja wie als Ordnungskriterium Man sieht nur einfach mehr von dem was zum Beispiel Daniel Richter macht wenn man nebenbei auf dessen implizite Auseinandersetzung mit dem Schotten Peter Doig aufmerksam geworden ist Auch die Rezeption junger Malerei aus Deutschland hatte international einige Tonlagen mehr als das bloße top oder flop euphorisierter Sammler verso diskursbeflissene Kritiker Interessant war in dieser Hinsicht zum Beispiel das englische Presseecho auf Saatchis nicht enden wollenden Triumph of Painting seit 2005 in London Die Ausstellungsreihe wuchs auf bislang sechs Staffeln und Werke der so genannten Y G A Young German Artists waren reichlich vertreten unter den Neuerwerbungen des renommierten Großsammlers 2 Sicher so mancher Verriss war vor allem patriotischer Reflex einer Kränkung darüber daß einer überaus erfolgreichen Generation junger britischer Künstler nun drohte von malenden Krauts verdrängt zu werden Interessanter waren jene Kritiken die sehr differenziert ausfielen Ein Gespür für Konsequenz und Qualitäten im Umgang mit dem Medium brachen sich hier an ehrlicher Enttäuschung und aufrichtiger Langeweile angesichts so manches inzwischen hoch gehandelten Gemäldes aus Deutschland 3 Es ist vermutlich kein Zufall daß diese Zwischentöne insbesondere in England zu hören waren Malerei und gerade auch figurative Malerei hat hier wie vielleicht in kaum einem anderen westeuropäischen Land nicht nur all die angesagten Tode irgendwie überlebt sondern ist ein eigenständiger vitaler Strang im kulturellen Gewebe zwischen aktueller Kunst mit ihren heterogenen Medien und Themen künstlerischer Tradition und wissenschaftlicher Forschung Wenn etwa David Hockney im Dialog mit dem Physiker Charles Falco und dem Kunsthistoriker Martin Kemp eine umfassende Studie zum Gebrauch optischer Instrumente durch Maler seit den Frühen Niederländern vorlegt dann ist dies sicher ein besonderer Fall 4 Aber er ist signifikant für die ungebrochene Produktivität einer alten bildnerischen Praxis als Erkenntnisform Angesichts dieses etwas erweiterten Rahmens verschieben sich die Konstellationen Zum einen sind die jüngsten Erfolge deutscher Maler Frauen sind hier die Ausnahme alles andere als eine wunderbare Auferstehung der Malerei Sie sind ein zugegeben auffälliges Phänomen auf der gegenwärtigen Oberfläche

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  • Mauro F. Guillén: The Taylorized beauty of the mechanical - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    neo institutionalistischen Ansatzes möglich So rekurriert Guillén um nur ein Beispiel zu nennen anlässlich seines Vergleichs des anti industriellen britischen Arts and Crafts Movement mit dem Deutschen Werkbund auf die Bedeutung intellektueller Traditionen als Resonanzbedingungen der Kooperation mit der Industrie Das ist aber keine wesentlich neue Herangehensweise sondern in der Architekturgeschichte fest verankerter Konsens Die versprochene Untersuchung der Verknüpfungen von Organisation und Ästhetik 3 und hier offenbart sich die geringe Erklärungskraft des gewählten sozialhistorischen Ansatzes bleibt letztlich aus da sich Guillén mit Fragen der Ästhetik nur oberflächlich auseinandersetzt 29 32 Unklar ist darüber hinaus oft wann er bloße Parallelen zwischen industrieller und architektonischer Ideologie untersucht wann es ihm um die Ästhetisierung industrieller Produktionsformen geht wann um die Adaption von so unterschiedlichen Rationalisierungstechniken wie Zeitstudien Standardisierung oder Arbeitsphysiologie im Bauprozess Der Vorgang der Integration von wissenschaftlicher Betriebsführung und industrieller Ästhetik durch Architekten bleibt black box Gerade eine Deutung der von Guillén eingangs beobachteten ideology of order als taylorized sense of the beautyful 14 hätte Aufmerksamkeitsfelder für ideen und diskursanalytische Studien zu Utopie Ordnungsimperativ und ihrer ästhetischen Überformung erschließen können Hier knüpft ein zweiter Kritikpunkt an Die Konzepte Henry Fords haben vor allem als Sozialtechniken große Dynamik entwickelt Guilléns oft einseitig auf technische Modernisierung abzielende Definition des scientific management als Ensemble von method standardization and planning 123 offenbart wie wenig ihn die Bedeutung der Übertragung gerade fordistischer Sozialstrategien auf die Architektur interessiert Tatsächlich war jedoch der Gedanke einer sozialen Befriedung durch rationale Konsumformen für viele Architekten in dieser Phase zentral Was bedeute es wenn Gropius sich als Wohn Ford stilisierte 3 In welchem Zusammenhang stehen Le Corbusiers Taylor Rezeption und seine These Architektur oder Revolution 4 Wie positionierten sich Architekten mittels der Übernahme technischer Idiome und eines Habitus industrieller Rationalität innerhalb des fordistischen Zeitalters 5 Hier hätte eine genauere Analyse des Gebauten einerseits der für diese Periode so kennzeichnenden programmatischen Schriften andererseits weiter führen können Auch ist darauf hinzuweisen dass das Körperbild im Taylorismus in den letzten Jahren zunehmend ausgehend von Foucault schen Paradigmen wie Biopolitik und Normalisierung diskutiert wird 6 Hier sind noch viele Fragen zum Versuch einer Optimierung von Arbeitsleistung und Erholung des Körpers durch das propagierte befreite Wohnen offen Guilléns Verdienst liegt also anders als der Titel suggeriert weniger im Schließen einer Forschungslücke zur kulturhistorischen Bedeutung oder zur Ästhetik des International Style als vielmehr in einer über weite Strecken gelungenen Gesamtschau der Taylorismusbegeisterung der Architekten der Moderne die in international vergleichender Perspektive bisher nicht vorgenommen worden ist Guillén zeigt welche interessanten Forschungsfelder sich für interdisziplinäre Untersuchungen von Transferprozessen zwischen Wissensgebieten von Interrelationen von künstlerischer Praxis technischer Entwicklung und sozialer Dynamik öffnen Dabei überzeugt insbesondere die Darstellung der Modernismen Lateinamerikas ein Schwerpunkt der sich auch in der Gewichtung der rezipierten Literatur abzeichnet deren nicht immer fehlerfreie Zitation angesichts der länderübergreifenden Perspektive verzeihlich ist Zu bedauern ist das eine Einbeziehung der Forschung zu den oft zu unrecht vergessenen skandinavischen Funktionalisten 7 mehr noch aber eine Auseinandersetzung mit den niederländischen Erneuerern um De Stijl Cor van Eesteren J J P Oud Mart

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  • Anke te Heesen: Der Zeitungsausschnitt - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    eine ihm bisher nicht eigene Beständigkeit und Stabilität überführten 95 Dass Zeitungsausschnittsammlungen auch die Grundlage bilden sollten für ganz unterschied liche wissenschaftliche Ansätze erläutert Te Heesen im vierten Kapitel Der Historiker Martin Spahn propagierte die Ausschnitt sammlung als Quelle zur Forschung über hi storische Ereignisse oder Personen Beispiel Bismarck Max Weber wollte eine Zeitungs wissenschaft im engeren Sinne auf sie grün den also Themenauswahl Publikum die Me dienwirkung der Presse oder das Selbstver ständnis der Journalisten untersuchen Im We sentlichen den Standardwerken folgend 3 beschreibt te Heesen wie der Erste Weltkrieg diese Hoffnungen auf eine systematische Zei tungswissenschaft zunächst zunichte machte andererseits aber überall im Land Zeitungs ausschnittsammlungen entstanden die in Aus stellungen herumgereicht wurden siehe auch den Abschnitt zum Kriegsarchiv des Kolonial instituts in Hamburg 245 247 Nach der wissenschafts und kulturhistori schen Einbettung des Phänomens Zeitungs ausschnitt in den ersten beiden Abschnitten bildet die Untersuchung der Ausschnittsammlung des Physikers Ernst Gehrcke den Auftakt der exemplarischen Untersuchungen In den Jahren 1919 1922 kompilierte der Einstein Gegner Gehrcke in Berlin mindestens 21 Klebebände mit Artikeln zu Albert Einstein und seiner Relativitäts theorie von denen 12 im Nachlass Gehrckes in der Bibliothek des Max Planck Institutes für Wissenschaftsgeschichte in Berlin erhalten sind Te Heesen gelingt es in ihrer Untersuchung der Sammlung und des darauf basierenden Buches die Funktion der Ausschnitte für Gehrckes Argumentation überzeugend herauszuarbeiten Analog seinem Wissenschaftsverständnis fasste der Physiker die Papierobjekte als Beweisstücke auf aus denen er durch Reihung und Ordnung objektivierend seine Thesen ganz konkret ableitete Als eigentliches Thema der Sammlung identifiziert te Heesen aber den Personenkult um Einstein dessen übermächtige öffentliche Figur Gehrcke doch gerade zu demontieren suchte Te Heesen spricht von der Papier Persona Einsteins die es so nie gegeben hat die aber durch die Illusion der Unmittelbarkeitswirkung der Zeitung eine papierene handgemachte und do kumentarische Wirklichkeit erhielt 173 Aufgegriffen und in den zeitgenössischen gesellschaftlichen und literarischen Kontext gestellt wird der zentrale Begriff der Papier Persona noch einmal im Schlusskapitel Damit ist ein Charakteristikum der Struktur des Buches beschrieben Te Heesen verhandelt dasselbe Thema häufig an verschiedenen Stellen dies führt zu gelegentlichen Redundanzen und verlangt vom Leser in der Fülle der behandelten Gesichtspunkte selbst den Überblick zu behalten und zu erfassen welche Textstellen zusammenzudenken sind Eine Zusammenlegung und noch konsequenter konsekutive Argumentation hätte den Text an manchen Stellen weiter gestärkt So überzeugen im Kapitel über die Collagen Schwitters jene Passagen besonders welche die künstlerische Verwendung der Zeitungs ausschnitte mit der vorher beschriebenen Tra dition der Wissenschaftspraxis konstrastieren oder parallelisieren Die Dadaisten bedienten sich bewusst der Negativkonnotation der nichts Neues hervorbringenden Klitterung für ihre Collagen um den Topos des schöpfe rischen Künstlers zu unterlaufen 191 Wäh rend die Ausschnittpraxis auf Ordnung und Übersichtlichkeit zielte arbeiteten die Berliner Dadaisten in Collageblättern oder Ausschnitt büchern auf chaotische Unordnung hin um beim Durchblättern des Buches ein Schwin delgefühl zu erzeugen zit Grosz 196 Wäh rend wissenschaftliche Sammler wie Gehrcke vor allem am Inhalt der Artikel interessiert waren operierten Künstler auch mit deren Materialität Ein Vexierspiel zwischen inhalt licher materialer und

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  • Walter S. Gibson: Pieter Bruegel and the art of laughter - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    time that were written to elicit amusement and laughter we may ask if some works of art might have been created for the same purpose 28 Dass im 16 Jahrhundert viel und gerne gelacht wurde und dass es eine reiche Produktion an witzigen literarischen Texten gegeben hat soll hier nicht bestritten werden Auch soll den Bildern Bruegels keineswegs der Humor abgesprochen werden ganz im Gegenteil Was hier aber in Frage gestellt werden muss ist der methodisch unvermittelte Schritt vom Allgemeinen zum Besonderen den Gibson vollzieht wenn er Bruegel umstandslos einer paneuropäischen Lachkultur zuschlägt der es vermeintlich nur ums schiere Amüsement ging Denn so lässt er die konkreten Konturen Bruegels verschwimmen indem er sie nahtlos mit einem hypostasierten Renaissancehorizont verschmilzt In diesem Sinne spricht Gibson wiederholt von Bruegel s contemporaries denen es beim Betrachten von dessen Bildern vor allem ums Gelächter gegangen sei ohne dass dabei deutlich würde wer genau zwischen Boccaccio flämischen Bauern und Robert Burton damit gemeint ist Im Falle der bekannten Bauernbilder Bruegels ist dies anders In den Kernkapiteln seines Buches kann Gibson unter Berufung auf die Forschungen von Luc Smolderen den Erstbesitzer der Gemälde mit großer Wahrscheinlichkeit bestimmen Es handelt sich um den Antwerpener Münzmeister Jean Noirot der nach einem Finanzskandal aus Antwerpen fliehen musste und in dessen Bankrottinventar unter 50 Gemälden auch fünf Werke Bruegels verzeichnet waren eine Winterlandschaft zwei Bauernhochzeiten und zwei Bauernkirmessen Es steht also fest dass die Bauernbilder für einen reichen Auftraggeber gemalt wurden So sieht Gibson in diesen Werken freundliche Schilderungen ländlicher Festivitäten die mit großer Sympathie und Einfühlung das lustige Landleben für vermögende Städter festhalten Im Gegensatz zu den Bauernfesten in den Grafiken eines Sebald Beham oder Pieter van der Borcht habe es Bruegel vermieden die Trunkenheit und Gewalttätigkeit der Bauern darzustellen und stattdessen deren anständiges Benehmen betont und sie gar in einem idealisierten Licht erscheinen lassen Ein solches Urteil kann nur fällen wer sich dem anschaulichen Gehalt der Bilder und ihrer narrativen Struktur verschließt Denn Gewalt und Trunkenheit liegen allenthalben in der Luft Bruegel mag deren direkte Darstellung vermeiden doch ein mitdenkender Betrachter muss erkennen dass all das was in der Bauerngrafik explizit gezeigt wird den Bruegelschen Szenen durchaus noch bevorsteht Bruegels Bilder rechnen mit einem Rezipienten der mit dieser Bildtradition vertraut ist und die volle Dimension des Geschehens im Verlauf der Betrachtung selbsttätig erschließt So entfaltet sich auch die derbe mitunter bösartige Komik der Bilder nur schrittweise im Prozess der Bildaneignung wenn man einsehen muss dass die zunächst so unschuldig anmutenden Bauernfeiern im Exzess enden werden Bruegel spielt ein Spiel der Täuschung und Enttäuschung das sich einem aufmerksamen Betrachter ohne hermetische Initiation erschließen kann Man mag diese Deutung bestreiten und kann dies unter Berufung auf die Bilder auch gerne tun Gegenüber Gibson liegt aber gerade hier der gewichtigste Einwand Er versäumt es durchgängig Bruegels Kompositionen als ganze zusammenhängend zu analysieren und ihre bildliche Logik näher zu durchleuchten Dies hat zur Folge dass er den Humor dieser Gemälde ständig postuliert ohne je sagen zu können worin eigentlich der spezifische Spaß

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  • Klaus Jan Philipp: Das Reclam-Buch der Architektur - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    unkanellierte Säulen 203 möchte man dem Autor nicht anlasten zeugen aber von nachlässigem Redigieren Anachronistisch wird es wo hinsichtlich der Bauformen Westwerk und doppelchörige Anlagen 72f die 1968 publizierte These von Friedrich Möbius von der wägenden Gruppierung und der räumlichen Zweipoligkeit von Imperium und Sacerdotium reanimiert wird Gleiches gilt für die Behauptung die Westfassade des Kölner Domes habe in den Grundzügen 126 bereits 1248 festgestanden wo doch mit der jüngst publizierten Arbeit von Marc Steinmann der berühmte Riss F der als Planvorlage für die Westfassade zu betrachten ist mit guten Gründen nicht vor 1283 datiert werden kann Den Ausführungen lässt sich entnehmen dass sich der Autor bereits vor längerer Zeit aus der Forschung zur mittelalterlichen Architekturgeschichte verabschiedet hat Blickt man in die Kapitel über das 19 und 20 Jahrhundert so bietet sich ein ähnliches Bild Es sind wiederum Details an denen sich die teilweise oberflächliche Abarbeitung einzelner Themenbereiche zeigt So werden die gesellschaftlichen Folgen der Industrialisierung kaum herausgestellt und das vermeintlich sozialverantwortliche 312 Engagement der Großindustriellen im paternalistischen Siedlungsbau 312f unkritisch präsentiert ebenso wie der Versuch der Arts and Crafts Bewegung der industriellen Produktion qualitätsloser Güter gegenzusteuern Auch geistert durch Philipps Buch noch immer die Mär von Joseph Monier als dem Erfinder des Stahlbetons 319 358 gebührt diese Ehre doch François Coignet der bereits 1861 also sechs Jahre vor Moniers Patentanmeldung seine Kenntnisse darüber publizierte Ebenso zu widersprechen ist der Behauptung die Breslauer Jahrhunderthalle Max Bergs sei ohne historisches Vorbild 358 Ein Blick auf das System der korrespondierenden Kuppeln der Hagia Sophia in Istanbul beweist das Gegenteil Noch schlagender ist ein Vergleich mit der Frankfurter Festhalle von Friedrich von Thiersch begonnen 1906 Diese nahm die technische Lösung der Jahrhunderthalle in einer Eisenkonstruktion vorweg und war Berg aufgrund seiner Frankfurter Jahre 1900 1909 bekannt Weiterhin muss Henry van de Velde das Haus Schröder in Hagen abgeschrieben werden 342 welches bekanntlich von Peter Behrens errichtet wurde Gleiches gilt für die Ausstellungshalle der Kölner Werkbundausstellung von 1914 370 die nicht von Erich Mendelsohn stammt Es gab sogar zwei Hallen Die Festhalle baute Peter Behrens die Haupthalle Mendelsohns Lehrer Theodor Fischer Im Gegensatz zu diesen Kapiteln stehen die Abschnitte von der Renaissance bis zum Klassizismus oder der Gegenwartsarchitektur die eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie erkennen lassen Insbesondere die Abschnitte zur Architektur der Gegenwart zeugen von großer Kenntnis der aktuellen Strömungen und deren Hauptvertreter Auch die jahrelange Beschäftigung Philipps im Bereich der Architekturtheorie sind unbestritten wie die aufgeführten Beispiele u a zur Revolutionsarchitektur zeigen Insgesamt ist jedoch zu sagen dass die Bebilderung dieses architekturhistorischen Überblicks viel zu Wünschen übrig lässt Gerade eine so spezifisch dreidimensionale Gattung wie die Architektur die über Fotos nur schwierig zu präsentieren und zu begreifen ist wird nur in sehr bescheidenen Abbildungen von fragwürdiger Qualität wiedergegeben Dies betrifft sowohl die Größe der Fotos als auch die der Stadtpläne und Grundrisse So schrumpft die Akropolis in Athen auf die Größe eines Fingernagels die Hagia Sophia in Istanbul und der Dom in Speyer bringen es immerhin auf Briefmarkengröße Der Ankündigung Den Darstellungsformen

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  • Beat Wyss: Vom Bild zum Kunstsystem - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    mische sie mit Luhmanns Kunst der Gesellschaft und beobachte was dabei herauskommt 12 Es versteht sich dass diese Ermunterung nicht an den Leser gerichtet sondern eine Selbstaufforderung des Autors ist Bleibt die Klassifikation der Bildepochen nach Peirce in den folgenden Ausführungen aber eher im Dunkeln eröffnet der systemtheoretische Blick auf den Prozess der Befreiung von Bildern aus Fremdreferenz in den geschlossenen Bereich der Selbstreferenz Autonomie eine weite Sicht auf die Entwicklung dessen was spätestens seit Anfang des 19 Jahrhunderts Kunst heißt Der entscheidende Schritt der notwendige Bedingung jeder weiteren eigenständigen Entwicklung von Bildern ist heißt nach Wyss Luhmann zweite Beobachtung Als die Beobachtung der Beobachtung ist ihr Wahrnehmungsinteresse nicht auf das was gerichtet sondern auf das wie Auf Bilder übertragen bedeutet das die Abkehr von einer magischen Bildwahrnehmung die das Bild nicht von dem unterscheidet was es darstellt hin zu einer reflektierten Wahrnehmung die eben diese Unterscheidung trifft und auf die Art und Weise der Darstellung achtet Dieser mühsame Prozess der Wahrnehmungsänderung der gleichermaßen auf Seiten der Bildschöpfer wie der Betrachter erfolgt markiert den Anfang der Evolution von Bildern zu Kunstwerken Während Luhmann den Zeitpunkt dieses Übergangs etwas vage im Spätmittelalter und in der Frührenaissance sucht 4 setzt Wyss ein präzises Datum Zweite Beobachtung habe erstmals mit der Adaption byzantinischer Bildformulare im Westen nach der Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204 stattgefunden Der Schritt von der Byzantinik zum Byzantinismus eröffnete die Sicht Bilder als Bilder wahrzunehmen 125 Ob die Nennung genauer Zeitangaben für die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse sinnvoll ist mag bezweifelt werden Ein gut gewähltes Beispiel ist es allemal Zu Recht wird betont dass dieser Prozess der mit der bis heute fortlaufenden Ausdifferenzierung des Kunstsystems noch längst kein Ende gefunden hat ein singulär europäisches Phänomen ist Die Begründung erfolgt in drei Abschnitten welche das Stammsystem Herrschaft und die Anlehnungskontexte Wissenschaft und Ökonomie des Kunstsystems beschreiben Anlehnungskontexte sind bei Luhmann wenige bestimmte Umweltbeziehungen durch die viele andere Beziehungen mit dem Ziel der System Autonomie irrelevant werden Wyss Verwendung des Anlehnungskontextes ist dagegen mehrdeutig Er definiert sie als wahlverwandte Systeme 180 wobei oft nicht klar ist ob sie aufeinander folgende Entwicklungsstufen des Kunstsystems oder gleichzeitig stabilisierende Umweltfaktoren sind Spricht er im Anlehnungskontext Wissenschaft davon dass Text und Bild seit je verbunden sind 194 heißt es im Anlehnungskontext Ökonomie Erst in Anlehnung an das Marktsystem wird Kunst zu dem was sie heute ist 228 5 So scheint es dass die Rede von Stammsystem und Anlehnungskontexten eher dazu dient möglichst viele kunsthistorische Etappen und Aspekte unter ihren Überschriften unterzubringen als aus ihnen heraus die Präzisierung und Stabilisierung des Systems zu erläutern Mal mehr mal weniger bekannte Kunstgeschichten von der Entdeckung des Bildes als Herrschaftsinstrument im Mittelalter über die versuchte Engführung von Kunst und Wissen bei Alberti zu Martin Warnkes Thesen zum Hofkünstler werden in lockerer Reihung nebeneinander gestellt Zwischen methodischem Weg und stets interessantem kunsthistorischem Exkurs kann man oft nicht unterscheiden auch wenn der Autor in regelmäßigen Abständen das Dargelegte an die Grundüberlegungen Luhmanns rückzubinden versucht Freilich wäre es unredlich würde man

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  • Konstanze Beelitz/Niclas Förster (Hgg.): Breslau/Wrocław - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Bogenkonstruktion im Inneren Das wohl bekannteste Werk des neuen Bauens in Breslau dürfte die 1913 von Max Berg errichtete Jahrhunderthalle sein Ihre Stahlbetonkonstruktion gehört zu den ersten Europas und fasziniert durch ihre klare Gestalt Die fünf Fensterbänder bilden ihr einziges Dekor und werden überdacht von einer Kuppel mit der enormen Spannweite von 67 Metern An die schiffsförmigen Bauten von Josef Paul Kleihues oder an Hans Scharouns Tankerarchitektur erinnert Max Tauberts Vereinsheim von 1929 das dem Leser gleich auf der Titelseite entgegensteuert Breslau Wroclaw Die Architektur der Moderne ist der erste Architekturführer zur Moderne in Breslau Die Autoren Konstanze Beelitz und Niclas Förster wecken mit diesem Reisebegleiter zu 60 Schätzen der Moderne große Lust eine Reise in die schlesische Stadt zu unternehmen Diesen Reisedrang und Forschergeist provozieren nicht zuletzt die aussagekräftigen Architekturfotografien von Niclas Förster die mit großer Sensibilität für Details die markanten Züge der Bauten herausarbeiten Die Entscheidung die Objekte vornehmlich in reduzierter Winterlandschaft zu dokumentieren wirft die Architektur noch einmal mehr auf sich selbst zurück und akzentuiert die klare Ästhetik des neuen Bauens Formal überzeugt der Band durch sein handliches A5 Format und die klare Struktur von einer Doppelseite pro Objekt die konsequent mit zwei Abbildungen eröffnet wird denen eine Kurzbeschreibung von Baubeginn bis zum heutigen Zustand des Bauwerks folgt Das ausführliche Inhaltsverzeichnis das neben den Namen von Gebäuden und Bauherrn auch das Entstehungsjahr angibt liefert bereits einen Überblick über die topografische Struktur des Buches die es auch zu einem nützlichen Wegweiser zu den Bauten macht So werden im ersten Kapitel 20 Bauten des Stadtzentrums vorgestellt und ein Innenstadtplan vorausgeschickt Ebenso wird dem Architekturinteressierten in weiteren fünf Kapiteln ein Plan der übrigen Stadtteile mit an die Hand gegeben Die Numerierung der Objekte im Inhaltsverzeichnis kann in Konkurrenz zu den Seitenzahlen Verwirrung stiften Die Texte der beiden Autoren informieren kurz

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