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  • Ulrike Bergermann (Hg.): Überdreht - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    auch Reflexions und Verhandlungsoptionen und für weitere Drehmomente Die sich zwischen strenger Logik und freier Assoziation changierend gebende Text Bild Performance von Sigrid Adorf stellt die wohl konsequenteste Übersetzung des Veranstaltungstitels dar In einer Reihe von Bildern und Ausagen deren Gemeinsamkeit vor allem darin besteht dass sie alle aus dem Jahr 1963 stammen stellt Adorf einen nirgendwo je behaupteten Zusammenhang zwischen Politik und Kunst her den sie in der Form des Runden der Figur des Kreisens und in der unendlichen Form des Unteilbaren festmacht Das Zero Manifest die Gründung der us amerikanischen Minimalisten das Attentat auf John F Kennedy sein Begräbnis und dessen mediale Inszenierung Raumfahrt und Weltraumeroberungsphantasien der Kalte Krieg Mode die neuen sozialen Bewegungen Film Kultur und Medientheorie verschalten sich zu einem unendlich kombinierbaren beweglichen Gefüge für das Adorf dann versuchsweise die wandernde Form des Caminhando vorschlägt gefunden von der brasilianischen Künstlerin Lygia Clark 1963 Dem Phänomen der EventKultur als kalkulierbare ökonomisierte Erlebnissteigerung 35 die zur Identitätsmaßnahme für zahlende Auftraggeber jeder Art geworden ist widmet sich der Beitrag von Andrea Sick Am Beispiel von Stadtpolitik beschreibt sie das Ineinandergreifen zweier Überdrehungsfiguren die letztlich mit der Entpolitisierung öffentlicher Räume einhergehen die Festivalisierung von Stadtpolitik macht das Event zum Kollektiv Vehikel für ein so genanntes Standort Marketing die Disneyfizierung der Städte dient einer Eventisierung des Urbanen 40 und findet ihre Vorbilder in Themenparks Erlebniscentern und Shopping Malls In der abschließenden Frage einer möglichen Repolitisierung versucht Sick mit Rückgriff auf die Situationisten der 1960er Jahre und hier insbesondere Guy Debords Gesellschaft des Spektakels den Event selbst als eine mögliche Form von Kritik formulierbar zu machen Sabine Hark Gerburg Treusch Dieter und Beatrice von Bismarck setzen sich sehr unterschiedlich mit Arbeit auseinander Hark diskutiert die Zusammenhänge zwischen Selbstoptimierungstechnologien Gouvernementalität und Geschlecht Sie zeigt wie die derzeit boomenden Programme Techniken und Denkstil Tools das Subjekt als das unternehmerische Selbst einer neoliberalisierten Alltags und Arbeitswelt stützen in der es als beständig zu produzierendes und zu optimierendes 25 existiert Verdreht und verwertet werden dabei auch das Spiel mit Geschlechtsidentität und ein emanzipatorisch feministisches Vokabular Zu Recht betont Hark die gefährliche Eigentordynamik einer institutionalisierten Geschlechterpolitik die diese neoliberal durchökonomisierte Argumentation von den individuell und betrieblich zu erschließenden Potentialen und Chancen auf Kosten einer Analyse der strukturellen Beharrungen und Behinderungen 29 adaptiert Ihre abschließende Frage wie eine Kritik am Neoliberalismus aussehen könnte die nicht zum Vehikel seiner Restrukturierung wird beantwortet sie mit dem vorsichtigen aber plausiblen Vorschlag einer Dezentrierung der Ökonomie und einem Verstehen der ökonomischen Ordnung der Dinge Treusch Dieter nimmt anhand von Grandvilles Illustrationen die Geschichte vom Wettrennen zwischen Hase und Igel als Ausgangspunkt Metapher und Modell für eine fulminante wortspielerisch pointierte Analyse der perversen Logiken und Facetten die die aktuelle Arbeits und Beschäftigungspolitik charakterisieren Nach einem ereignisreichen Lauf durch historische Modelle Ökonomien und Ideologisierungsformen Religion und biblische Geschlechterschöpfung Bio und Informationstechnologien kommt das eigentlich bekannte Fazit Im Wettlauf um Arbeit gewinnt nicht wer sich wie der Hase an die Regeln hält Nicht die Fähigkeit zählt sondern die Bedingungen und das Spiel gewinnt wer die

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/131 (2016-02-12)
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  • Carl Georg Heise: Persönliche Erinnerungen an Aby Warburg - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    listen to him scoff at the work of Joseph Gobineau and Alfred Lichtwark Director of Hamburg s Kunsthalle from 1886 to 1914 All of these incidents and utterances are collected in a work of hagiography which presents a highly romanticized image of Warburg Near the beginning of his account Heise states that his mentor s being and actions were enveloped with the magic of the extraordinary 5 Indeed the author writes of Warburg as something of a visionary with the power to foresee the disasters of the First World War and his own death He also understands his mentor s mental illness as intimately bound up with the nature and substance of his scholarship Heise argues for instance that the achievements of the 1920s would not have been possible without the harrowing experiences of mental collapse and recovery The dramatic and contrived account of the circumstances of Warburg s death which was altered in the memoir s second edition is an indication of the degree to which the author s personal reminiscences relies on literary conventions Unfortunately this hagiographic tone has found an echo in much of the Warburg scholarship that has appeared in the years since the publication of Ernst Gombrich s biography in 1971 But in Heise s case we must understand the tendency to idolize Warburg s life and work from the perspective of his experience of Nazism and the particular circumstances in which the book was written For Heise Warburg was representative of the tradition of German humanism that Nazism had attempted to destroy More than an expression of nostalgia for a world that was quite literally reduced to rubble around him the author must have understood his efforts as the beginnings of an attempt to restore to memory and thus to life what the Nazis had attempted to eradicate This would have assumed particular poignancy for someone who was himself forced from his museum directorship in Lübeck at the beginning of 1934 as a result of his penchant for modern art Heise may well have anticipated more severe consequences in early 1945 if the manuscript been had discovered by the Gestapo Given these experiences and under these conditions any distortions of Warburg s life are entirely understandable The editors of this third edition are aware of these facts Their commentary does much to enrich a reading of Heise s memoir Appended to the text is a short biography of the author an account of the memoir s writing publication and reception a discussion of Gertrude Bing s unsuccessful and Ernst Gombrich s successful attempts to publish a biography of Warburg a collection of editorial notes which provide details of the current edition s preparation and an appendix with three short documents from Heise s hand that are related to the principal text In all of this the editors prove themselves to be circumspect they note the author s prejudiced perspective and emphasize that many persons and issues are omitted from his account they indicate Heise

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/130 (2016-02-12)
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  • Karin Orchard/Isabel Schulz (Hgg.): Kurt Schwitters. 1905 - 1922 - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    den Argwohn ja die Feindseligkeit von Kollegen vor allem der Berliner Dadaisten eintrug Lieber nahm Kurt Schwitters in Kauf als petit bourgeois belächelt zu werden als dass er seine Arbeit zum Werkzeug anderer als rein künstlerischer Interessen gemacht hätte lieber wechselte er Phasen rein abstrakten Arbeitens mit solchen naturalistischer Gestaltung ab als dass er sich als radikaler Neuerer allein profilierte Nicht die Naturnachahmung um ihrer selbst willen sondern ein neues sachliches leidenschaftsloses Studium der Natur verbunden mit der Wiedergabe der Resultate im Bilde sei nicht nur erlaubt sondern neben der abstrakten Gestaltung wichtig 8 schrieb er im März 1937 aus Norwegen und malte und zeichnete die Landschaft und die Menschen die ihm dort begegneten wie er gut drei Jahre später in verschiedenen schottischen und englischen Internierungslagern in großer Zahl Mannschaftsangehörige wie Mitinternierte porträtierte und immer wieder Landschaftsstudien betrieb Auch dieses beständige Wechseln zwischen gegenständlichem und abstraktem Arbeiten dieses Schärfen der Sensibilität fürs eine durch das andere dokumentiert der Catalogue Raisonné eindrucksvoll 1934 dreiundzwanzig Jahre nachdem er zum ersten Mal überhaupt seine Werke hier gezeigt hatte beteiligte sich Kurt Schwitters letztmals an einer Ausstellung des hannoverschen Kunstvereins Von nun an wurden seine Arbeiten in seiner Heimat nur noch anlässlich von Schmähausstellungen gezeigt Viele seiner Werke wurden in deutschen Museen beschlagnahmt vier Arbeiten präsentierte man auf der Münchner Ausstellung des Sommers 1937 als entartete Kunst Fast zeitgleich begann Schwitters fünfzigjährig eine neue Existenz im Exil in Norwegen Als 1941 eines seiner Bilder L Merzbild L 3 Das Merzbild Bd 1 Nr 436 S 219 auf der letzten Station der Wanderausstellung Entartete Kunst gezeigt wurde hatte sich auch dieses Leben als nicht mehr sicher erwiesen Auf der Flucht vor einmarschierenden deutschen Truppen war Schwitters nach der Internierung zunächst nach London und im Juni 1945 dann nach Ambleside in den Lake District Englands gezogen Als er am 8 Januar 1948 im nahe gelegenen Kendal 61jährig starb hatte er mit Ausnahme der in Hannover verbliebenen 1943 anlässlich eines Luftangriffs zerstörten Werke einen großen Teil seiner Arbeiten nach Norwegen retten können Schon bald begann sein Sohn Ernst zu dieser Zeit der beste Kenner des Schwitters schen Oeuvres mit deren Katalogisierung Als er dem Sprengel Museum Hannover 1993 sein Archiv übergab umfasste dies Einträge zu rund 2 000 Arbeiten Den Gesamtumfang schätzte Ernst Schwitters auf 8 000 Werke und 400 Plastiken von denen sich ca 4 500 2 500 abstrakte 2 000 gegenständliche Werke sowie rund 30 Skulpturen erhalten hätten eine Einschätzung die sich für die beiden Herausgeberinnen Isabel Schulz und Karin Orchard heute zwölf Jahre nach Aufnahme ihrer Arbeit als realistisch erwiesen hat Insofern war zunächst der rund 1 000 Werke umfassende Nachlass der sich heute als Leihgabe der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung im Sprengel Museum befindet zu sichten Darüber hinaus waren seit Mitte der 1990er Jahre unzählige öffentliche und private Sammlungen Museen Galerien und Auktionshäuser weltweit zu besuchen um die Kurt Schwitters zugeschriebenen Arbeiten wo immer möglich persönlich in Augenschein zu nehmen Statistisch gesehen brachte jede Woche in den vergangenen fünf Jahren der Arbeit

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/128 (2016-02-12)
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  • Dückers/Roelofs/Bakker (Hgg.): Die Brüder van Limburg - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Limburg drückt sich u a in hohen Bezahlungen und Geschenken in Form von kostbaren Edelsteinen und Schmuckstücken aus Dabei wird Paul am häufigsten mit Gratifikationen bedacht was u a dazu geführt hat dass die Forschung immer wieder in ihm den Werkstattleiter vermutete 3 Tatsächlich konnte bis heute jedoch die Aufgabenverteilung der Brüder untereinander nicht genauer festgestellt werden Den Quellen nach haben Herman und Johan zunächst keine Maler sondern eine Goldschmiedelehre absolviert nur Paul tritt von Anfang an als Buchmaler auf Vor diesem Hintergrund bleibt es eines der großen Rätsel der Kunstgeschichte wie die Zusammenarbeit der Brüder die in den Dokumenten fast immer als Trio auftauchen genau funktionierte Auch der vorliegende Katalog gibt kaum Antworten auf diese Frage Eine detaillierte und kritische Stilanalyse der Miniaturen und Randverzierungen könnte hier möglicherweise mehr Licht ins Dunkel bringen Eine solche Händescheidung wäre unmittelbar mit der Frage nach der Werkstattpraxis d h der künstlerischen wie geschäftlichen Kooperation der Brüder verbunden welche in den letzten Jahren in der Forschung zur spätmittelalterlichen Kunst und Buchmalerei verstärkt in den Blickpunkt geraten ist 4 Unklar bleibt im Katalog auch die Zusammenarbeit mit den anderen an den Prunkhandschriften beteiligten Künstlern und Handwerkern etwa den Schreibern und Layoutern Mit seinem Themenschwerpunkt auf dem künstlerischen Umfeld gibt der Katalog zwar zahlreiche Anhaltspunkte zur künstlerischen Herkunft und Rezeption der Brüder Limburg besonders in der Region Geldern ihre direkte Arbeitsumgebung wird jedoch kaum behandelt Wo die Kennerschaft scheitert sind technologische Untersuchungsmethoden gefragt Die technologische Analyse von Handschriften steht im Gegensatz zu jener von Gemälden insgesamt noch in den Anfängen 5 Entsprechend wenig Vergleichsdaten gibt es Dies gilt auch für Spitzenwerke wie die Stundenbücher der Gebrüder Limburg Ihre Materialien und Techniken werden im vorliegenden Katalog nur anhand der an den Belles Heures New York Metropolitan Museum um 1408 09 gemachten Analyse durch Margaret Lawson vorgestellt S 149 163 Die Untersuchung mit Mikroskop und Infrarotreflektographie deckte zwei Phasen von Unterzeichnung auf bei der auch verschiedene Zeichenstile deutlich werden S 152ff Die Farbpalette ist auf wenige Grundfarben beschränkt die auch in mittelalterlichen Malereitraktaten etwa De arte illuminandi genannt werden Prinzipiell wichen die Gebrüder Limburg Margaret Lawson zufolge in den Belles Heures in ihren Materialien und Grundtechniken nicht von den Gegebenheiten ihrer Zeit ab Allerdings fällt auf dass sie es mehr als viele ihrer Zeitgenossen verstanden die Grundtöne durch Mischungen und Schattierungen zu variieren und zu differenzieren Es wird eine der künftigen Forschungsaufgaben sein diese an den Belles Heures gemachten Beobachtungen an anderen Handschriften der Limburg Gruppe zu überprüfen Die weiteren Beiträge widmen sich den Innovationen der Limburg Brüder auf dem Gebiet der Landschaftsdarstellung Boudewijn Bakker S 191 207 und ihrer Rolle bei der Rezeption der zeitgenössischen italienischen Kunst in Frankreich Victor M Schmidt S 179 189 Weitere Aufsätze beschäftigen sich mit ihrem Onkel dem burgundischen Hofmaler Jehan Maelwael Pieter Roelofs S 35 53 der Bildhauerkunst Harry Timmers S 55 63 der Buch und Tafelmalerei Rob Dückers S 65 83 sowie der Goldschmiedkunst im Herzogtum Geldern und in Paris um 1400 Jean Pierre van Rijen S 165 177

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/127 (2016-02-12)
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  • Bruno Reudenbach/Gia Toussaint (Hgg.): Reliquiare im Mittelalter - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    justifies reliquaries since it is then the relic that sanctifies the reliquary and not the reverse Written nearly fifty years before Abbot Suger s treatise on Saint Denis Thiofrid s text is an earlier example of an analytical approach to relics than is thought to have existed 5 This claim is significant illuminated by Ferrari s fine analysis Thiofrid s treatise opens new ways of thinking about twelfth century justification of liturgical expense and provides an alternative to the oft cited Dionysian argument of Suger Following on Ferrari s theme of reliquary justification Hedwig Röckelein examines the use of rhetoric to authenticate relics in Die Hüllen der Heiligen Zur Materialität des hagiographischen Mediums Röckelein s essay examines the way that the rhetoric of hagiographic texts wrap relics and relates it to the textiles that physically wrap the holy fragments Using texts such as the eighth century vita of the missionary saint Boniface and looking at metaphors of weaving found in Greek Latin and early medieval rhetoric Röckelein finds similarities in the functions and characteristics of hagiographic texts and textile wrappings Saints biographies vary according to audience or occasion and use rhetorical figures to emphasize the virtues of the saint and authenticate his sanctity In a similar way textiles use precious stones and pearls to authenticate and illustrate the virtue of the relic they enclose Röckelein deftly illuminates the commonalities between texts and textiles most significantly in their shared functions of communication and performance Grounding her claims with deep layers of evidence from primary sources Röckelein s argument is convincing engaging and highly valuable for it overcomes the traditional separation of media showing that texts and textiles are intertwined in their authenticating function Following on the theme of the wrapping of relics Gia Toussaint s Die Sichtbarkeit des Gebeins im Reliquiar eine Folge der Plünderung Konstantinopels reconsiders the major issue of Byzantine influence and the development of reliquaries with visible relics Most twelfth century relics in western Europe were wrapped in textiles and enclosed within reliquaries invisible and hidden In the thirteenth century more and more relics were visible shown within their reliquaries behind rock crystal windows This shift is usually understood as resulting from the influx of reliquaries from the Byzantine Empire after the sack of Constantinople in 1204 Toussaint s essay challenges and complicates this explanation She argues that in the late twelfth century there was an increasing desire to see holy material which was spurred on by the liturgical development of the elevation of the host institutionalized by the Paris synod of 1198 1203 According to Toussaint the importation of Byzantine reliquaries appeased anxieties surrounding the visibility of relics and provided models for new containers but Europeans desire to see the holy fragments was already well established by 1204 Toussaint s essay complicates and challenges deeply held assumptions of Byzantine influence and for this the essay is quite important yet its strength also lies in its careful construction of a more subtle model of change based on the author s careful analysis and wide scope Like Toussaint s reconsideration of the oft assumed Byzantine influence Susanne Wittekind s essay Caput et corpus Die Bedeutung der Sockel von Kopfreliquiaren also addresses an aspect of reliquaries that is often referred to but rarely carefully analyzed the bases of head reliquaries In contrast to many studies that consider the image program of a reliquary separately from the structure of the object Wittekind expands the parameters of her analysis linking the iconographic characteristics of reliquary bases to their ornamental and structural functions Wittekind uses five reliquaries from the twelfth and thirteenth centuries as the basis for her study including the Alexander Reliquary of Stavelot and the Cappenberg head According to Wittekind the head reliquary s base makes the entire object analogous to Christ and the church The base adorned with images of apostles or scenes of a saint s life becomes the body of the mystical church the community of the holy as governed by Christ its head Wittekind s analysis of the imagery of the base in relation to the structure of the entire reliquary is new often these elements of the reliquary are examined as separate entities Wittekind s argument is effective and demonstrates a new method for study that brings together image programs reliquary types and reliquary structures in a search for meaning and function Following on Wittekind s study of reliquary structure is Horst Bredekamp s and Frank Seehausen s study of the reliquary of Isidore of Seville Das Reliquiar als Staatsform Das Reliquiar Isidors von Sevilla und der Beginn der Hofkunst in Léon Commissioned by King Fernando I and Queen Sancha in 1063 the shape of the large casket shrine is often thought to foreshadow the great Rhenish shrines of the twelfth century Rather than seeing it within this chronology however Bredekamp and Seehausen admirably examine the shrine within the context of King Fernando s rule and the political and social aspirations of Spain during the Reconquista Their examination is notable for its subtlety and perhaps more significantly because they do not see the images as a two dimensional program wrapped around the object like a comic strip for which structural shifts or ornamental programs are of lesser importance Instead Bredekamp and Seehausen successfully use the structure and the ornament of the shrine as important parts of their analysis linking these elements to the image program and to the historical context This approach provides a new model for the study of shrines Stylistic structural and ornamental peculiarities they argue are significant through such references Fernando is able to link himself to the great Latin tradition to the emperors of the North to past Visigothic and to local Asturian traditions With a similar concern for rulers and social identity Lisa Victoria Ciresi examines the roles of three shrines in Coronation rituals in Offerings and Kings the Shrine of the Three Kings in Cologne and the Aachen Karlsschrein and Marienschrein in Coronation Ritual Ciresi argues that the Shrine of

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/126 (2016-02-12)
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  • Valentin Kockel/Brigitte Sölch (Hgg.): Francesco Bianchini (1662 - 1729) - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    und Gestirne unter anderem genaue Vorausberechnungen des Osterdatums bis etwa 2100 ablesbar waren Der Anspruch auf absolute Autorität in Fragen christlicher Chronologie wurde mit der Linea Clementina in seiner kosmologischen Dimension in Szene gesetzt und zugleich in das topografische Gefüge Roms eingetragen Dabei war der päpstliche Hof keineswegs in sich politisch homogen und sein wissenschaftliches Engagement war nicht zuletzt Teil einer Abwehrstrategie gegenüber starken Säkularisierungstendenzen Als charakteristisch für diesen doppelten Balanceakt im engeren Umfeld Bianchinis können die Kardinäle Giovanni Antonio Davia 1660 1740 und Melchior de Polignac 1661 1741 gelten Als umfassend gebildete und insbesondere antiquarisch interessierte Würdenträger setzten sie sich wie Bianchini für eine Stabilisierung der geistlichen und kulturellen Autorität der katholischen Kirche ein François de Polignac Einerseits war man den modernen Naturwissenschaften gegenüber sehr aufgeschlossen Bianchini selbst war vermutlich der Erste der südlich der Alpen Newtons Experimente zur Lichtbrechung durchführte Andererseits gab es durchaus tiefes Misstrauen und offene Opposition etwa gegenüber dem Atomismus der als Einfallstor materialistischer Philosophien beargwöhnt wurde Eine ähnliche Doppelstrategie findet sich auch in dem großen Bereich antiquarisch historischer Studien Hohe Kennerschaft und eine Professionalisierung archäologischer Methoden stehen hier einer gewissen Distanz gegenüber den Anfängen einer Geschichte als kritischer Wissenschaft etwa mit Pierre Bayles Dictionnaire 1697 gegenüber da in deren Konsequenz auch die Autorität der kanonisierten Texte nicht mehr unantastbar war Und auch diese Allianz gelehrter Kleriker war nicht unberührt von den Frontverläufen der politischen Konflikte So waren die Kardinäle Davia und Polignac lebenslänglich erbitterte Opponenten und agierten teilweise als direkte Gegenspieler in diplomatischer Mission für jeweils andere Seiten im großen europäischen Machtspiel Ein anderer thematischer Schwerpunkt des Bandes ist der Umgang Bianchinis mit bildnerischen Artefakten als Medium der Überlieferung und als Instrument des Wissens Dabei ist der Stellenwert von Bildern wiederum verbunden mit dem Status des Sehens und Konzepten von Erkenntnis Als Archäologe hat Bianchini auf innovative Weise Konventionen professioneller Architektenpläne in die bildliche Erfassung und Wiedergabe antiker Bauten übertragen Valentin Kockel Die neue Komplexität und Dichte exakter Informationen in der visuellen Darstellung steht jedoch einer anderen Tendenz gegenüber wie sie sich etwa in der 1738 posthum erschienen phantastisch anmutenden Rekonstruktion des Palazzo de Cesari manifestiert Gleichwohl ist auch diese Rekonstruktion keineswegs bloß willkürliches Konstrukt sondern ein Gedankenexperiment mit klaren Regeln Grabungsbefunde wurden hier in obsessiver Anwendung der von Vitruv überlieferten Forderung nach symmetria zu einer idealen Gesamtanlage ergänzt Das Bild wird somit zum Medium einer nach strikten Regeln entfalteten visuellen Argumentation die sehr wohl weiß daß sie lediglich einen hypothetischen Status für sich in Anspruch nehmen kann Meinrad von Engelberg Gerade diese eigene Produktivität des Bildes wurde von Bianchini vielleicht nirgendwo sonst in so erstaunlicher Weise freigesetzt wie in seinen universalgeschichtlichen Werken die als publizistisches Großprojekt allerdings Torso blieben sowie in den Plänen für das erwähnte Museo Ecclesiastico Die Arbeit mit Bildern beruhte hier zum einen auf der Prämisse daß materielle Artefakte vergangener Zeiten zuverlässigere Zeugnisse der Vergangenheit seien als bloße sprachliche Überlieferungen Diese hohe Dignität des sichtbaren Zeugnisses spiegelt sich wieder in aufwendigen Bildpublikationen So erschien 1752 nach den detailliert ausgearbeiteten Entwürfen

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/125 (2016-02-12)
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  • Sammelrezension: Selbstporträt - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    dass die in dem Text zu Gaddi von Pfisterer angesprochenen Stichpunkte geradezu musterhaft die Frage der Porträts in der Assistenz erörtern und so einen glücklichen Einstieg in das Thema bieten Bei den folgenden Bildern beschleicht einen zudem ein wenig der Verdacht die Herausgeber hätten Ludwig Goldscheiders Klassiker 500 Selbstporträts 6 einerseits und die maßstabsetzende Untersuchung von Joanna Woods Marsden über das Selbstporträt in der Renaissanc 7 andererseits durchgeblättert und mehr oder minder nach Lust und Laune ihre Auswahl getroffen Vor allem im 17 Jahrhundert sind sich die Autoren beider Bände in der Auswahl einig Es fehlen weder Annibale Carracci Artemisia Gentileschi Peter Paul Rubens Antonis van Dyck und Rembrandt noch Diego Velázquez Gerade bei letzerem erweist sich die durch die Ausstellung nötige Beschränkung als Vorteil Das Selbstverständnis und die Ambitionen des spanischen Malers lassen sich bei dem Selbstporträt der Uffizien prägnanter fassen als bei den ungleich komplexeren Meninas Dasselbe gilt für Rubens der in dem Londoner Katalog mit dem vom Künstler selbst zur Publikation bestimmten ursprünglich für Karl I gemalten Bildnis vertreten ist während bei Pfisterer und von Rosen das New Yorker Familienporträt erscheint das gerade was das Selbstporträt angeht malerisch eher unglücklich ausfällt Auffällig erscheint die Zurückhaltung gegenüber den niederländischen Künstlerporträts stammt doch aus ihrem Kreis eine Fülle von Selbstbildnissen die sich einerseits an Geist und Witz zu überbieten suchten andererseits aber auch eine Art Darstellungskanon entwickelten der in der Iconologia van Dyck ein viel beachtetes Referenzwerk besaß 8 Gab es bislang einen relativen Gleichklang der Auswahl unterscheiden sich die Zusammenstellungen ab dem 18 Jahrhundert deutlich Dabei dürfte die Fülle des zur Verfügung stehenden Materials eine wichtigere Rolle gespielt haben als nationale Präferenzen auch wenn entsprechende Akzentsetzungen deutlich werden Manche Entscheidungen nimmt man auch amüsiert zur Kenntnis wenn etwa Frieda Kahlo die im Londoner Katalog vertreten ist und die man in diesem Zusammenhang für unvermeidlich gehalten hätte in der deutschen Publikation fehlt und stattdessen Margit Kern die eine Generation ältere mexikanische Malerin Guadalupe Carpio mit einem Familienporträt vorstellt Nur am Rande sei bemerkt dass der Anteil der Künstlerinnen in dem Ausstellungskatalog mit zwölf von 59 Gemälden bei ca 20 liegt während er bei Pfisterer von Rosen mit sieben von 95 Werken etwa 7 beträgt 9 Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Publikationen besteht jedoch in der Gestaltung der den Bildern beigegebenen Texte Der Ausstellungskatalog setzt auf knappe solide Information und Verständlichkeit Angaben zur Biographie des Künstlers und die Entstehungsumstände klären den Kontext in dem die Bilder entstanden Dann folgen Überlegungen zur Interpretation und zu bestimmten Problemstellungen Fußnoten sparsam verwendet und Literaturhinweise ermöglichen es dem Leser Fragen zu vertiefen und Hypothesen zu überprüfen Pfisterer und von Rosen baten eine ganze Reihe Autoren um Texte die sich bereits einschlägig zu den Künstlern bzw zu Fragen der Bildnismalerei geäußert hatten So liegt ein besonderer Reiz ihrer Publikation auch in der Gelegenheit unterschiedliche Forschungsansätze kennen zu lernen Werner Busch komprimiert in seinen Ausführungen zu Hogarth Selbstbildnis mit Hund eindrucksvoll biographische sozialgeschichtliche und kunsttheoretische Aspekte Rudolf Preimesberger zeigt in seine Ausführungen über Caravaggios David und

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  • Ulrike Steiner (Hg.): Die Anfänge der Archäologie in Folio und Oktav - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    jedoch ihrerseits einem Großteil der deutschen Interessenten unzugänglich Hinzu kam eine Sprachbarriere besonders gegenüber englischen Büchern S 17 Diese machten zwar den größten Anteil aus waren aber anders als heute für den durchschnittlichen Leser schwer entschlüsselbar Deswegen setzte eine umfangreiche Übersetzungstätigkeit ein die diese Werke nun auch dem deutschen Leser erschloß S 17 22 Verleger und Übersetzer sahen sich mit der nahezu unlösbaren Aufgabe konfrontiert zu entscheiden welche Teile der oft blumigen fremdsprachigen Berichte dem deutschen Leser überhaupt zuzumuten seien welche Teile weggelassen werden konnten Eine höhere Auflage war zudem fast zwangsläufig mit einem Qualitätsverlust der Abbildungen wenn nicht gar deren völligem Wegfall sowie der Entscheidung über das Format Mit oder ohne Bild Folio oder Oktav S 22 verbunden Diese Themenstellung focussiert den eingangs erwähnten Komplex der Zugänglichkeit der Denkmäler für das mitteleuropäische Publikum und verspricht einen Einblick in die Mechanismen des Buchmarktes des 18 und 19 Jahrhunderts ebenso wie in die fortschreitenden Kenntnisse des östlichen Mittelmeerraumes und seiner archäologischen Hinterlassenschaften Parallel hierzu läßt sich und das ist einer der zentralen Punkte die Etablierung einer formal sauberen Bauaufnahme beobachten wie sie etwa von James Stewart und Nicholas Revett Antiquities of Athens 1762 1816 hier Kat Nr 239 vorgenommen wurde Als Ergebnis einer organisierten archäologischen Expedition erforderte sie einen hohen auch zeitlichen Arbeitsaufwand Während die beiden englischen Architekten noch mit der akribischen Dokumentation ihrer Bauaufnahmen befaßt waren gelang dem Konkurrenten Julien David Le Roy bereits 1758 mit Les Ruines des plus beaux monuments de la Grèce Kat nr 139 eine zügige Publikation die Ungenauigkeiten der Darstellung billigend in Kauf nahm Seine malerisch dramatischen Veduten entsprachen den Sehgewohnheiten der Leser noch viel mehr sodaß er die Sensation der Erstpublikation der Denkmäler Athens ganz für sich verbuchen konnte Ulrike Steiner legt genau an diesen Punkten sehr anschaulich dar wie durch solche Konkurrenzen eine Lawine von Veröffentlichungen Plagiaten und Übersetzungen losbrach die zu einer veränderten Sicht auf die klassische Antike führte Die Einleitung S 9 28 ist insgesamt kurz aber prägnant Als Einleitung eines Ausstellungs Begleitbandes ist der Text zu Recht allgemein verständlich gehalten Darüber hinaus bietet er aber eine hohe Informationsdichte Substanz erhält die Einleitung dann durch den Katalogteil S 33 310 der Publikationen des 17 19 Jahrhunderts umfaßt die archäologische Kenntnisse zur Antike vermitteln vor allem aber deren deutschsprachige Übersetzungen Reisebeschreibungen soweit sie archäologisch relevant sind machen hierbei mehr als die Hälfte aus hinzu kommen die zentralen Grabungs und Sammlungspublikationen der Epoche z B Kat nr 1 Le antichità di Ercolano esposte 1757 1792 Kat nr 120 Sir William Hamilton Collection of Engravings from antique Vases 1791 95 Zu jedem Eintrag finden sich in alphabetischer Reihenfolge der Autoren jeweils eine Aufstellung der fremdsprachigen Mutterexemplare und ein Stammbaum an Kindern ihrer deutschen Übersetzungen Ausgaben und Adaptionen Erläuterungen zur Entstehung und Geschichte ergänzen diese Angaben Die jeweilige Dokumentation ist erschöpfend vollständig und reicht von der bibliographischen Referenz über eine kurze Beschreibung Namen von Autor Zeichner und Stecher Angaben zu Auflage und Vertrieb bis hin zur wichtigsten Sekundärliteratur Charakteristische Gegenüberstellungen von Titelblättern und zentralen Illustrationen

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