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  • Sven Hauschke: Die Grabdenkmäler der Nürnberger Vischer-Werkstatt - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    auf diesen Seiten vor allem der künstlerischen Tradition in der die Nürnberger stehen Nicht zuletzt aber konstatiert er deren quasi monopolartige Stellung für die Herstellung von Grabplatten Die Stellung Nürnbergs als Innovationszentrum wird am Beispiel der Vischer Werkstatt exemplarisch deutlich Das folgende Kapitel behandelt die Organisation der Werkstatt 42 64 die ein reiner Familienbetrieb war und an deren Spitze in den neunzig Jahren ihres Bestehens nur drei Vischers standen Die Fähigkeit Hauschkes kurz und treffend zu formulieren wird etwa bei seinen wichtigen Angaben zu den Signaturen der Werkstatt deutlich Von exemplarischer Bedeutung ist das durch Dokumente unterfütterte Unterkapitel Vom Entwurf zur Ausführung Hauschke liefert hier genaue Definitionen der Begriffe Visierung Modell Guß und Nacharbeit Hinzu kommen Abschnitte zu den Kosten sowie zu Lieferung und Aufstellung Auch in dieser Beziehung sind seine Ausführungen von beispielhafter Bedeutung für die Kunstproduktion des späten Mittelalters und der beginnenden frühen Neuzeit Besonders reizvoll sind die Seiten auf denen sich Hauschke mit stilistischen Fragen auseinandersetzt denn die sichere Materialbasis erlaubte ihm eine sehr genaue Argumentation Nicht zuletzt arbeitet er die wichtigen Beziehungen zu Albrecht Dürer heraus Es folgt ein Kapitel zur Typologie und Ikonographie der Grabdenkmäler in dem sich Hauschke besonders mit den oft kaum beachteten Inschriften beschäftigt Natürlich berücksichtigt er intensiv den Memorialzusammenhang in dem die Grabplatten und Epitaphien stehen Alles ist dabei bestens dokumentiert wie die zahlreichen Verweise auf Archivalien belegen Im Zentrum der Arbeit steht der eindrucksvolle Katalog von 107 Objekten 107 341 vor den Hauschke noch zahlreiche Schemata von Stoffmustern gestellt hat die er direkt von den Grabplatten abgenommen hat Hier zeigt sich sein realienkundliches und ornamentgeschichtliches Interesse Der Katalog ist nach gravierten und reliefierten Grabdenkmälern sowie nach Grabanlagen eingeteilt jeweils chronologisch geordnet Es entsteht so insgesamt ein eindrucksvolles Bild der Entwicklung der Werkstatt Die einzelnen Katalognummern sind nach einem einheitlichen Schema

    Original URL path: http://arthist.org/reviews/145 (2016-02-12)
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  • Dorothea Fischer-Leonhardt (Hg.): Die Gärten des Bauhauses - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Gewerkschaftsbundes ADGB in Bernau auf und integriert ihn bewusst in die märkische Landschaft Für Hannes Meyer war die kollektive Naturrezeption ein wesentlicher Bestandteil seiner Konzeption Die Autorin beschreibt die Formensprache der Außenanlagen detailreich ihre Schlussfolgerungen sind mitunter nicht immer nachzuvollziehen Der Freiraum aber unterliegt dabei deutlich der baulichen Dominanz einer Architektur die ohne diese qualitätsvolle und zurückhaltende Einrahmung womöglich bedeutend weniger Aufmerksamkeit in der Baugeschichte erregt hätte Die beschreibende Annäherung an die Formgestalt des Außenraumes ohne dessen Nutzungskontext zu erwähnen wirkt irritierend Die Beschreibung wird im Buch durch eine Chronik der Bauausführung des Außenraums ergänzt Doch die zitierten Quellen stehen separat Kostenpläne und Stundenaufrechnungen werden nicht kommentiert und lassen den Leser ratlos blättern Bedauerlich denn einige Briefe enthalten Informationen die für die Interpretation der Bauvorgänge und des konzeptionellen Umgangs mit dem Außenraum interessant sind Sie werden jedoch von der Autorin inhaltlich nicht ausgewertet Von den Architekten der klassischen Moderne wurde der Anspruch erhoben dass ein Bauwerk für sich selbst zu stehen habe und von allen Seiten an und einsehbar sein solle Sie verzichteten bewusst auf geschichtliche Bezüge der Architektursprache und traten für ein neues kommunikatives Bezugssystem von Körper und Raum ein Mit dem Festlegen des funktionalen Baukörpers in einem Raum kam der Architekt aber nicht umhin sich zum Außenraum zu äußern Was geschieht mit dem Außenraum des Bauwerkes Was geschieht mit der Leere zwischen zwei Häusern Wenn der Architekt beginnt sich dieses Problems anzunehmen so muss er sich zwangsläufig entscheiden und gestalten 2 Die Reduktion eines Gartens auf Rasen Bäume und Kieswege die mit einer kniehohen Barriere umfasst sind ist eine gestalterische Entscheidung des Architekten Dass die minimalistischen Intentionen von Gropius von den Mietern nicht nachvollzogen wurden beweisen die Abbildungen der Dessauer Meisterhäuser Die Bewohner Kandinsky Klee Feininger und Schlemmer betätigten sich gärtnerisch und legten Rabatten an pflanzten Flieder und Rosen oder bepflanzten Balkonkästen Schuf der Minimalismus der Gestaltung von Gropius einen Freiraum für individuelle gärtnerische Selbstverwirklichung Ist Leere für das Individuum schwer zu ertragen und muss durch Gestaltung gefüllt werden Als gärtnerischer Rückzugsraum wurde die uneinsehbare Dachterrasse genutzt denn die Kiefernlandschaft bot keinen Sichtschutz Ein Dilemma der Moderne Die Bürgermeute heult gewaltig gegen mich schrieb Gropius in Weimar in Dessau wird es nicht anders gewesen sein In Zeiten eher konservativer Gartengestaltung war der moderne Garten von Walter Gropius eine Provokation Die Steinwürfen gegen die Architektur die von Gropius beklagt wurden sind in den Tagebüchern seiner Frau belegt Es waren Angriffe auf das Fremde In der im Anhang gelieferten Chronologie der Bauausführung der Außenanlagen der Bauhausschule erscheint in einem Brief an den Magistrat der Stadt Dessau von 1926 ein interessanter Satz Für die landwirtschaftlichen Kulturarbeiten brauchen wir ein möglichst unbegrenztes Gelände das aus dem Zustand der Wald und Unkultur zu Kulturland umgeschaffen werden soll S 32 Ist das ein Hinweis darauf dass am Bauhaus ein weiteres mal darüber diskutiert wurde die Gartenplanung in den Lehrplan mit aufzunehmen Schon im Gründungsmanifest von 1918 wird die Gartenplanung von Gropius als Gegenstand der Lehre ausgewiesen aber als Lehrfach in Weimar nicht realisiert Zwar

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  • Rainer Kahsnitz/Achim Bunz (Hgg.): Die großen Schnitzaltäre - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Anzahl der zu schnitzenden Figuren die Qualität der zu verwendenden Materialien insbesondere des Goldes und guter Farben aber auch der Qualität der Arbeit 17 Die Anfänge des Flügelaltars werden noch immer kontrovers diskutiert Figurentabernakel sowie Reliquienschränke scheinen auf dessen Entstehung wesentlichen Einfluß ausgeübt zu haben Ein Wandel in der Liturgie um die Wende vom 10 zum 11 Jahrhundert die den Priester bei der Zelebration der Messe westlich des Altars mit dem Gesicht nach Osten Aufstellung nehmen ließ führte zu einem veränderten Bildgebrauch Reliquienschreine wurden nunmehr hinter oder auf dem Altar aufgestellt Diesem folgte im 11 mit Sicherheit aber im 12 Jahrhundert 20 der Brauch auch Skulpturen auf die Altäre zu stellen Sie standen frei erhielten aber ein Tabernakel mit einem baldachinartigen Dach als auszeichnende Hoheitsform das von einer festen Rückwand getragen wurde Außer durch die Rückwand konnten sie auch seitlich und von vorn durch bewegliche Flügel geschützt werden 20 Diese Form der Verschließbarkeit läßt sich auch für Reliquienschränke konstatieren Was die Entstehung der frühen Figurenretabel anlangt hat Kahsnitz eine eigene Meinung Aus der Tradition der großen Schrein und Flügel gleichermaßen umfassenden Reliquien Schauwand die ja von Anfang an mit Figuren oder Reliefs durchsetzt war hat sich offenbar noch im 14 Jahrhundert ein Retabeltyp entwickelt der unter Verzicht auf Reliquienfächer eine relativ große Zahl kleiner reliefhafter Bildwerke oder Figurengruppen unter jeweils eigenen Arkaden meist in zwei Reihen übereinander ordnet 24 Die epochemachende Neuentwicklung 26 zum Altarschrein mit Flügeln sieht Kahsnitz für die Zeit des Weichen Stils in Süddeutschland doch sind die Gründungswerke desselben bedenklicherweise nicht erhalten Doch wird die Entwicklung seiner Meinung nach erstmalig greifbar am Hochaltar der Pfarrkirche in Bozen aus den Jahren 1421 24 dessen Schrein ebenfalls nicht erhalten ist So mag seine These recht tönern klingen doch ist sie vorsichtig genug formuliert Vielgestaltig ist die nachfolgende Entwicklung des Flügelretabels Der querrechteckigen Kastenform folgen Varianten mit wimpergartigen oder rechteckigen Auszügen im Schreincorpus Die Steigerung des Figurenmaßstabes hat auch Bedeutung für die innere Komposition des Altarschreines 28 Die kompositorische und architektonische Betonung der Mittelnische setzt sich durch ohne daß Kahsnitz eine Entwicklung zu Einheitsräumen konstatieren kann Auch die Gesamtform des Flügelretabels folgt zeitlichen Umbrüchen Die hohen Gesprengetürme drei fünf oder sogar sieben mit eingestellten Baldachinen und Figuren sollten noch eine große Zukunft haben und die Gesamtform der spätmittelalterlichen Altaraufsätze nachdrücklich prägen 34 Weniger eine Sonderform als vielmehr einen Wandel im Kunstverständnis dokumentieren die holzsichtigen Altäre Abgesehen von den horrenden Kosten die für deren Polychromierung aufzuwenden waren und die häufig teuerer kam als das gesamte Retabel zeichnet sich in der ästhetischen Bewertung von Skulptur 39 ein quellenmäßig faßbarer Wandel ab Augenfällig wird dies in den Anweisungen des Dr Andreas Stoß für ein von seinem Vater Veit Stoß für das Nürnberger Karmeliterkloster 1523 25 geschnitztes Altarretabel Die reine plastische Form der Schnitzarbeit hatte in den Augen ihres Urhebers und der Zeitgenossen eine neue eigenständige Wertigkeit erlangt 39 Der Einleitung folgen 22 Altarstudien nach einheitlichem Schema und mit jeweils angehängtem Tafelteil Einer kurzen Würdigung werden Ausführungen zur Geschichte und den Quellen des jeweiligen

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  • Regina Göckede: Adolf Rading (1888 - 1957) - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    durch die Einlösung eben dieser methodologischen Vorgabe Nachdem in dem gleichnamigen Kapitel das Vorleben des Exilanten 103ff dargestellt wird Radings institutionelle und publizistische Einbindung in den Diskurs des Neuen Bauens aber auch die zunehmenden kulturpolitischen Widerstände auf die sein Engagement trifft begleitet der eigentliche monografische Hauptteil den Weimarer Architekten in das französische palästinensisch israelische und englische Exil Dieser permanente Übergangs und Ausnahmezustand beginnt 1936 mit dem vollständigen Verlust der Architektur S 171 bevor sich Rading seit 1939 als Privatarchitekt und Städteplaner in der von Krieg und innenpolitischen Kämpfen destabilisierten Hafenstadt Haifa etablieren kann Als sich mit der israelischen Staatsgründung zum wiederholten Male die baupolitischen Rahmenbedingungen verändern und ein ernsthaftes Angebot zur Rückkehr nach Deutschland ebenfalls ausbleibt geht der Architekt 1950 nach England wo er versucht im Schatten öffentlicher Wideraufbauprogramme beruflich zu überleben Beeindruckend erarbeitet die Autorin häufig gegen konkurrierende Architekturgeschichten die unmittelbaren Voraussetzungen konkreter Bauten und Projekte ohne dass die präzise Analyse konstruktiver Verfahren sowie die Darstellung von Grund und Aufrisslösungen zu kurz kämen Gleichzeitig wird das Exilwerk quellenkundlich gedeutet indem Radings literarische Arbeiten und theoretische Schriften einbezogen und deren inter textuelle Referenzen benannt werden In der Summe entsteht das mosaikhafte Gebilde einer architektonischen Karriere die sich keineswegs im Verweis auf ihren Weimarer Hintergrund erschöpft oder sich mit dem International Style Begriff fassen lässt Ein neuer Rading erscheint hier Ein Architekt der die Unordnungserfahrung des Exils in den eigenen Arbeitsmodus integriert eine Baukunst die sich rigoros gegen die rationalistische Orthodoxie der Moderne und den Formalismus ihrer kodifizierten Architektursprachen wendet eine Urbanistik die sich jenseits des dominanten CIAM Funktionalismus als koordinierendes Medium demokratischer Partizipation begreift In ihrem Resümee misst die Autorin diesem nicht leicht in das bestehende System der Architekturgeschichtsschreibung einzuordnenden Exilphänomen das Attribut transversal bei Der Wolfgang Welschs Vernunftskritik entliehene Begriff erklärt Radings Exil Arbeiten als Architektur der Überschreitung des Bruchs und der Pluralität S 470 die anstatt Diskontinuitäten zu leugnen oder zu synthetisieren dieselben ausdrücklich hervorhebt Das uneinheitliche Exilwerk wird hier nicht auf einen kontextfreien modernen Prinzipiensatz oder auf ein konsistentes Formengesetz zurückgeführt Was die Untersuchung der Bauten Projekte und Schriften stattdessen sichtbar macht ist eine andere Regelhaftigkeit der Exilarchitektur Die Kontinuität des Wandels ebd Die Studie ist deutlich mehr als eine herkömmliche Monografie Der Autorin gelingt nicht nur für die Person Radings sondern für die Beschreibung der Exilarchitektur insgesamt eine Revision unilinearer Erzählmuster Ihre differenzierte Rezeptionskritik aber vor allem ihre interdisziplinäre Herleitung einer poststrukturalistischen Methode bietet endlich jene konzeptionelle bzw theoretische Grundlage für eine breit angelegte und koordinierte Erforschung des Architekturexils deren Abwesenheit immer wieder von Fachwissenschaftlern beklagt wird 2 Durch den fortschreitend vergleichenden Blick auf die Konfigurationen anderer Exilschicksale wird außerdem die zersplitterte Struktur eines 1933 unwiderruflich zerstörten Netzwerkes modernen Bauens dargestellt die nichts desto weniger entscheidenden Anteil an der keineswegs gleichgerichteten Transformation der Moderne in den 30er 40er und 50er Jahren des 20 Jahrhunderts hatte Die Arbeit bietet damit eine wichtige Vorarbeit für die noch ausstehende Abfassung einer komparativen Wirkungsgeschichte des deutschsprachigen Architektenexils Dank des Namensregisters kann die Studie durchaus als Nachschlagewerk genutzt werden Über die

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  • Siegfried J. Schmidt (Hg.): Medien und Emotionen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    die emotionalen Bewegungen die ihnen einmal zugesprochen gewesen sind Kein Innehalten bei der Frage wie das Melodramatische zum Tragischen sich verhält Und natürlich keine Kenntnis der Literatur die Filme zu Korpora des Tragischen zusammenführen die Figuren wie den Gangster als tragische Figuren thematisieren oder am Einzelfall einen Film wie L ARMEE DES HOMBRES von Jean Pierre Melville als moderne Tragödie untersuchen Diesen wie viele andere Man kann an anderen Kapiteln fortsetzen Die mediale Inszenierung des Krieges findet sich auch dies ein modisches Thema viel zu viel ist zu schnell geschrieben worden Die Autorinnen wollen Kriege und Konflikte gleichermaßen als Formen von Krisen behandeln wobei nicht vergessen werden darf dass Krisen beobachterabhängig und kontingent sind 138 Es erscheint ihnen im folgenden sinnvoll zwischen Kriegsfilmen und Antikriegsfilmen zu unterscheiden 143 Auch gesetzt die paradoxale Tatsache dass auch Kriegsfilme Krieg zeigen müssen und diesen dabei ästhetisieren stimmt diese Behauptung eigentlich die man nicht nur hier findet Die Traditionen des Kriegsfilms werden nicht in die historischen Kontexte von Propaganda und Pazifismus von Dokumentarismus Existenzialismus und Surrealismus untersucht Feinere Erzählmuster und Argumentationsstrukturen die Frage von Heroisierung und Opferperspektive die Dramatisierung von Widerstand im Krieg alles Dinge die die emotionalen Prozesse die Kriegsfilme ansteuern und ermöglichen können kein Wort darüber Es ist überaus deutlich dass die Seminare auf zwischen Systemtheorie und Konstruktivismus orientierten Annahmen Schmidts aufbauen dass hier der Lieferant von Terminologien und Beschreibungsmodellen zu vermuten ist Die studentischen Texte modulieren das Ausgangsmaterial aber in einer oft nur für Insider nachvollziehbaren Art und Weise Moral funktioniert als operative Fiktion die allgemeine Kontingenz durch spezifische Kontingenz bearbeitet 157 Es folgt im unmittelbaren Anschluss die Behauptung dass die moralischen Ordnungs und Orientierungsrahmen im Verlauf der Sozialisation gelernt würden Und dass sie nie feststünden sondern in jeder moralischen Bewertung neu wieder aktualisiert und aktiviert werden müßten und erst dann dem Urteilenden Stabilität und Sicherheit verliehen ebd Welche Einsicht Moralische Bewertung auch im Kino Angesichts einer Figur wie Hannibal Lecter Die grundlegende Unterscheidung mit der Moral operiert ist die Dichotomie gut böse Die Einheit der Differenz von gut böse konstituiert folglich Moral ebd Was hat das mit der Emotionalität von Medienrezeption zu tun Oder mit der Darstellung emotional folgenreicher Figurenkonstellationen Intrigen und Handlungsverwicklungen im Film oder Fernsehen Wird der Zuschauer in diversen Genres nicht gerade dazu eingeladen sich auf moralisch höchst schwer zu beurteilende Dilemmasituationen auf Widersprüche Paradoxien und Komplikationen einzulassen Zu sehen und zu fühlen dass manche Konstellationen moralisch ambivalent bleiben dass die Handlungsfähigkeit der Akteure eingeschränkt bleibt dass das Aufrechtsein und die praktischen Kontexte des Alltags in kaum auflösbaren Konflikt geraten Dass gut und böse sich kaum noch bestimmen lassen Da ist in allen Beiträgen gelegentlich ein Schematismus zu spüren der komplizierte emotionale Bewegungen rigoros vereinfacht Ist Scham wirklich ausreichend als eine affektive Reaktion bestimmt die bei Verstoß gegen die moralischen Grundsätze der Gemeinschaft ausgelöst wird 157 Schmidt leitet den Band mit einer knappen aber auch sehr unspezifischen die besondere Problematik der durch Medien induzierten und der in ihnen dargestellten Emotionen kaum beachtenden Überblicksdarstellung ein Die Beiträge des

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  • Udo Liebelt/Volker Metzger (Hgg.): Vom Geist der Dinge - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    viele Aspekte von der Entstehungsgeschichte des Museums bis zu den implizit religiösen Potentialen des Museums ein wie z B den Ritualen beim Betreten des Baus das Ablegen der Mäntel und Taschen und den Aufenthalt im Verkaufsbereichs des Foyers Hier sieht sie eine Einstimmung auf die Begegnung mit dem Allerheiligsten eine Art religiöses Reinigungsritual Sie lenkt dann den Blick auf ein spezielles Milieu um ihre Argumentation zu untermauern und zwar auf das Selbstverwirklichungsmilieu Schulze der Urbanen Jüngeren und Gebildeten angeblich vornehmlich in schwarz gekleidet und mit einer Ich Zentrierung ausgestattet Aufschlussreich ist ihre Anmerkung zur Museumspädagogik im Anschluss des Textes Hier kritisiert die Autorin dass der Aspekt der Kunstreligion in der museumspädagogischen Literatur nahezu unbeachtet bliebe die sich ganz auf die Vermittlung von kunsthistorischem Wissen konzentriere um Kunstwerke verständlich zu machen Natrup fordert hier eine Methodik des Befremdens um von dieser gefühlten Befremdlichkeit ausgehend sich mit den ausgestellten Objekten auseinander zu setzen Mit diesem Appell erinnert sie an Peter J Bräunlein der auch von der Gestaltung des Museums als Ort des Befremdens spricht 6 In Anlehnung an Michael Parmentier weist Natrup darauf hin dass die Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst oft ein quasireligiöses Geschehen darstelle Wie könnte Museumspädagogik angemessen darauf reagieren wenn sie dies anerkennen würde Offen bleibt allerdings bei Natrup die ethische Frage ob sie Möglichkeiten sieht der von ihr geschilderten Entwicklung gegenzusteuern und die Inklusion anderer sozialer Klassen bzw Milieus zu fördern Auch wäre es interessant zu diskutieren ob die Gleichsetzung von Sinnfragen mit religiösen Fragen tatsächlich hilfreich ist Herbert Schnädelbach hat jüngst auf elementare Unterschiede zwischen dem was früher als existentielle Fragen galt und dem was heute unter religiöse Beschäftigung verstanden wird hingewiesen 7 Udo Liebelt zusammen mit Folker Metzger Herausgeber des Bandes Theologe und Kunsthistoriker stellt in seinem bebilderten Beitrag anhand zahlreicher Beispiele einen besonderen Veranstaltungstypus vor der seit den 1980er Jahren in einigen westdeutschen Kunstmuseen praktiziert wird nämlich den christlichen Gottesdienst Liebelt sieht hinter der Aura eines Werkes oft eine religiöse Dimension und bezieht sich damit auf Wieland Schmieds universalisierende und stark kritisierte Behauptung dass sich Religion in Kunst ausdrücke bzw moderne Kunst insgesamt von religiösen Einflüssen durchdrungen sei Liebelt weist den Kunstgottesdienst als ein erfolgreiches Unterfangen aus und argumentiert dass dieses Vermittlungskonzept die zeitgenössische Kunst in ihrer Bedeutungsvielfalt ernster nimmt Dabei ist er sich aller Einwände gegen gewaltsame Vereinnahmung der künstlerischen Positionen bewusst und verweist zuversichtlich auf die kritischen Geistlichen die dies berücksichtigen könnten Im Rahmen der Tagung gab dieser Beitrag Anlass für einigeDiskussion verwehrten sich doch einige TeilnehmerInnen ganz allgemein gegen eine Vereinnahmung öffentlicher Räume durch Ideologien jeglicher Art Hier tauchte die ethische Frage auf ob derlei Bedürfnisse im Museum überhaupt befriedigt werden sollten Interessant ist hier dass sich Verbindungslinien zur Frage der Ersatzreligion ziehen lassen wie sie von Susanne Natrup aufgeworfen werden Gleichzeitig wird an dieser Stelle ein Manko der gesamten Publikation deutlich nämlich die geringe Aufmerksamkeit für andere Religionsgemeinschaften bei dieser Thematik Hier hätte es sich angeboten den Fokus zu erweitern und auch RepräsentantInnen anderer Museen und ihren Erfahrungen mit der Vermittlung ethischer und

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  • Sebastian Bock: Ova struthionis - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    un jeune homme trouvé à Quseir au bord de la mer rouge en Egypte 4 Bock rejette comme infondées plusieurs autres interprétations régulièrement avancées On ne pourra plus affirmer désormais que l œuf d autruche ait été employé comme reliquaire ou objet de vaisselle pour des raisons symboliques ou magiques l auteur préfère parler d un émerveillement et d un exotisme diffus p 79 80 Beaucoup d objets de l époque moderne considérés jusqu ici comme des objets de curiosité gardaient en fait potentiellement leur fonction première de vase à boire et appartenaient à des ensembles d argenterie Le processus de formation des cabinets de curiosité par séparation des objets exotiques naturels est sans doute plus progressif qu on l a pensé Seuls quelques objets inhabituels et virtuoses sans fonction pratique furent spécifiquement créés au XVIIe siècle pour les cabinets de curiosité Viennent ensuite des œufs sans monture souvent gravés qui se multiplient de la seconde moitié du XVIIe à la fin du XVIIIe siècle et entrent dans les cabinets réservés aux objets naturels p 86 88 Les œufs africains gravés en Asie du Sud Est à destination de l Europe au XVIIIe siècle sont des témoignages particulièrement intéressants p 113 116 et 154 L auteur n est pas à l aise avec les sources médiévales qui exigent pourtant une attention très fine Il les cite trop souvent d après des travaux anciens sans vérifications Deux exemples La source A 47 prétend être tirée d un inventaire de la cathédrale de Bayeux du XVe siècle Un œuf d autruche qu on exposait sur l autel en certaines solennités Pâques et peut être Noël Ce texte improbable apparaît dans la discussion sur l interprétation des œufs comme symboles de la résurrection p 158 note 859 Mais le texte cité en référence p 330 du Bulletin monumental de 1844 est bien plus mesuré Bock emprunte cette interprétation forcée sans l avouer à Louis Charbonneau Lassay 5 dont il critique pourtant les affirmations non fondées Or cet inventaire de 1476 est édité et indique très clairement que l œuf était suspendu mis en parement environ le grand autel 6 Si Bock n avait pas confondu le De proprietatibus rerum de Barthélémy l Anglais vers 1230 1240 avec sa traduction française par Jean Corbechon 1372 il aurait vu que la suspension des œufs d autruche dans les églises d Occident est attestée plus d un demi siècle avant le Rationale divinorum officiorum de Guillaume Durand de Mende 1291 1295 7 On pourrait multiplier les exemples de telles incertitudes Elles ne sont jamais dramatiques car l auteur en parait conscient fait un usage adapté du conditionnel et reste fin dans ses analyses mais il n a pas épuisé son sujet On passera sur les fautes de frappe assez nombreuses notamment dans les citations en français p 63 n 430 cinq coquilles sur quatre lignes L origine des œufs n 195 196 mérite une dernière précision Leur technique que Bock n identifie pas précisément est le

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  • Stefan Majetschak (Hg.): Bild-Zeichen - ArtHist: H-Net Information Network for Art History / Recensioni
    Ähnlichkeit oder Abbilden bedeuten Auch der Bildbegriff von Charles S Peirce gründe auf dieser Vorstellung des Bildes Anhand der Beispiele des byzantinischen Ikonoklasmus und des Abendmahlstreits der Lutherzeit thematisiert Belting die seit mindestens Anfang des ersten Jahrtausends existierende Unvereinbarkeit von Bild und Zeichen im theologischen Diskurs Wo ein Bild war konnte kein Zeichen sein und umgekehrt S 35 4 Der zweite Abschnitt des Bandes verhandelt unter dem Titel Ikonizität Entstehungsprozesse bildlichen Sinns unterschiedliche Themen In dem ersten Aufsatz plädiert Axel Müller für eine andere Bildgeschichte S 77 Wie erzeugen Bilder Sinn was ist ikonischer Sinn und wie sind hieraus Thesen für die Bildwissenschaft ableitbar das sind die leitenden Fragen dieses Beitrags Dies zu bestimmen erscheint dem Autor zunächst als eine nur schwer zu bewältigende Aufgabe im Hinblick auf die rasante Entwicklung bilderzeugender Maschinen und der gigantischen nicht zu überschauenden Vielfalt an Bildern Diese sei von einer erheblichen Tragweite für das Selbstverständnis einer sich globalisierenden Gesellschaft S 80 Doch alle noch so unterschiedlichen Bilder besäßen eine bildspezifische Eigenart die sie von anderen Dingen grundsätzlich unterscheidet S 80f Diese liege in der Differenz zwischen der Materialität von Bildern und der den Bildern eigenen Immaterialität sowie ihrer Selbstreferentialität Hier schließt Müller an die von Gottfried Boehm beschriebene Theorie der ikonischen Differenz an S 83 Die dem Bild eigene ikonische Dopplung sei von entscheidender bildwissenschaftlicher Bedeutung Aufgrund dieser allen Bildern zukommenden Eigenschaft würden Bilder vergleichbar auch über stilistische und zeitliche Grenzen hinweg Bei aller Vergleichbarkeit existierten jedoch gravierende Unterschiede zwischen Kunst und der Massenware Bild Kunstwerke eigneten sich zur Bildreflexion deswegen besonders gut weil an ihnen die Grundlagen bildlicher Gestaltung in Erscheinung treten S 81 Anm 10 Somit würden beispielsweise René Magrittes La condition humaine 1933 und das Selbstporträt Dürers von 1500 diese innere Doppelung des Bildes vor Augen führen Magrittes Bild für bildwissenschaftliche Themen übrigens auffallend häufig herangezogenes Werk 5 thematisiere die ikonische Differenz explizit im Bild Dürer in seinem auf Christus verweisenden Selbstporträt hingegen nur implizit Es stellt sich die Frage zu welchen weiterreichenden Erkenntnissen eine solche Analyse der ikonischen Differenz führen kann wenn am Ende der Gegenüberstellung und kunstgeschichtlichen Herleitung der Spezifik dieses Künstler Selbstporträts das Ergebnis lautet Dürers Selbstbildnis repräsentiert nicht etwas anderes als den Maler nämlich Christus sondern es präsentiert uns etwas gleichzeitig simultan als etwas anderes sein Bild zeigt eigentlich nichts anderes als sich selbst S 95 Die Verflechtung verschiedener Bildkonzepte und die dadurch erzeugte Ambivalenz dieses Selbstporträts haben verschiedene Studien schon aufzuzeigen versucht die aber bedauerlicherweise nicht angeführt werden Michael Wetzel lässt sich in seinem Beitrag nicht von der in Mode gekommenen Überschätzung eines pictorial iconic oder visual turn irreführen sondern widmet sich einzig dem Aspekt der Unterscheidung zwischen Bild und Visualität Den Gegensatz zwischen Bild und Visuellem formulierten neben Didi Huberman auch der Filmtheoretiker Serge Daney und Walter Benjamin Gemeinsam sei ihnen dass das Visuelle als etwas kritisch Gefährliches angesehen wird weil es daran hindert zu Sehen und zu Erkennen Das dialektische Bild hingegen fordere heraus seine Aussage mit anderen zu verknüpfen es habe wie die

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