archive-org.com » ORG » S » SATT.ORG

Total: 1440

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • Mordsmäßig Folge 47: »Was mit Kate geschah« von Catherine O’Flynn
    ihr verdächtig erscheinen Denn Kate ist sich sicher Eines Tages wird hier ein Verbrechen geschehen ein großes Dafür will sie gerüstet sein Donnerstag 26 April Heute gesehen wie sich großer Mann mit weißer Hautfarbe in Tropenpflanzenrondell in der Mitte des Hauptatriums versteckte Schien mit einem Blatt zu reden Kein kriminelles Motiv erkennbar also gingen Mickey und ich schnell weiter Freitag 27 April Während Bankenobservierung plötzlich gesehen wie einzelner Mann an mir vorbei und durch die Tür von Barclays ging Hielt es eindeutig für einen Überfall Folgte ihm mit meiner Kamera aber er brüllte nur den Bankangestellten wegen irgendwelcher Bankgebühren an Er benutzte eine Menge vulgärer Wörter war aber unbewaffnet und plante offenbar keinen Bankraub Trotzdem eine gute Übung er hat uns kalt erwischt Doch eines Tages verschwindet Kate spurlos Im Jahr 2003 entdeckt Kurt Wachmann in der Shoppingmall Green Oaks eines Nachts ein kleines Mädchen mit einem Stoffaffen und einem Notizbuch auf einem seiner Überwachungsmonitore Doch er scheint der Einzige zu sein der das Mädchen sehen kann Gemeinsam mit Lisa Managerin vom Dienst im CD Laden der Mall macht er sich auf die Suche nach dem Mädchen denn Lisa hat einen verstaubten Stoffaffen mit weißen Gamaschen in einem der Versorgungsgänge entdeckt Die Suche nach dem Mädchen bringt Lisa und Kurt aber nicht nur einander näher sondern lässt auch ihre Lebenslügen offenkundig werden Und nicht nur ihre Denn das Shoppingcenter Green Oaks wird in Catherine O Flynns Debütroman zum Knotenpunkt zahlreicher Lebensläufe und Gesellschaftsentwicklungen Hier treffen sie aufeinander die Armen die in den Mülltonnen nach Essbaren wühlen die Klebstoffschnüffler die auf dem Dach des Centers nicht mit ihrem Leben zurechtkommen die konsumierfreudigen Angehörigen der unteren Mittelschicht die wie gierige Zombies durch die Gänge wanken die Besessenen die in Green Oaks einen Lebenssinn finden die Angestellten die von diesem riesigen Gebäudekomplex regelrecht

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_05_krimi-47.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive


  • Haimo Kinzler und Leo Leowald: Gustav und ...
    zeichnen Tja aber wenn das Kind dann erst einmal da ist dann war es das schnell mit all den Vorsätzen Und was sollte Dein Vater auch schließlich anderes machen Als Zeichner liegt es nunmal auf der Hand das man seinen Kindern Geschichten nicht nur erzählt sondern sie ihnen auch zeichnet Erzählend oder zeichnend sind schon viele Klassiker für Kinder entstanden Pu der Bär etwa oder auch der Struwwelpeter Es ist sicherlich das bekannteste Bilderbuch hierzulande und das vor allem weil es so schön widersprüchlich ist Nicht einmal Forscher wissen was genau sie davon halten sollen Aber es ist ein großer Spaß es zu lesen und zu betrachten man kann sich nämlich dabei so schön gruseln und darüber freuen dass es gruselt Und darum schreibe ich Dir hier auch davon Dein Vater und sein Freund Haimo Kinzler haben nämlich bereits zwei Bilderbücher gemacht und das zweite es ist ja gerade erschienen ist auch so eins bei dem es einem so richtig schön schauern kann Ob Du es schon gelesen hast weiß ich nicht Du bist ja erst vier schon vier entschuldige Viereinhalb nochmals entschuldige Es steht neben den vielen Bilder ja sehr viel Text darin vielleicht kannst Du es ja zu Deiner Einschulung bekommen Aber so lange möchte ich nicht warten um Dir zu berichten warum mir Gustav und der Professor so heißt das neue Buch gut gefällt Da ist zum einen Gustav von dem handelt die Geschichte Der ist ein netter kleiner Kerl und dauernd passiert ihm irgendwas weil er mit seinen Gedanken immer woanders ist So ist das halt geht uns allen so Aber was Gustav so passiert das ist schon immer sehr verrückt In seinem neuen Abenteuer etwa da wird er gefangen genommen und gerät an einen verrückten Professor der wohl zu viel Frankenstein gelesen hat Ach ja

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_04_gustav.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • satt.org: Comic: Leo Leowald: Raues Sitten – Das Babybuch
    das Plötzlich Doch Ein Kind haben Ein Glück ist es dass Leowald sich in aller Öffentlichkeit untreu geworden ist Seit 2004 betreibt er Zwarwald sein Comic Blog Fast jeden Tag ein neuer Cartoon oder Mini Comic teilweise absurd teilweise autobiographisch Aber stets skurill nicht zwingend auf eine offensichtliche Pointe hinauslaufend aber auch nicht das was man im Liedermacherdeutsch hintersinnig nennt Graphisch deutlich an Trondheim angelehnt aber doch eigen genug um Leowald nicht zum puren Epigonen zu machen Raues Sitten sammelt all die täglichen Strips aus dem Blog die sich irgendwie mit Leowalds Kinderkriegen und Elterndasein beschäftigen Das überrascht insgesamt wenig die Themen kennt man selbst als Nicht Elter Urin und Sabber Kinderbücher Kinderlieder durchgemachte Nächte Umstellung des Alltags auf den Tagesablauf des Kindes In seinem Comicroman Little Star hatte Andi Watson zuletzt ähnliches beschrieben dort aber deutlich ernsthafter und als geschlossene Erzählung Leowalds Einsichten und Schilderungen bleiben punktuell ohne unbedingt ein Gesamtbild zu ergeben Hier zeigt sich wieder der Nachteil des Blogs was täglich als kleiner Happen hervorragend goutierbar ist wirkt gesammelt am Stück oft seltsam verrannt Mit einem ähnlichen Problem hat ja auch Flix Comictagebuch Heldentage zu kämpfen Raues Sitten ist voller schöner Ideen und charmanter Beobachtungen Aber das

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/08_04_raues-sitten.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • Kersten Flenter: Glückselige Waisen der Verwirrung
    mittlerweile von der Bildfläche verschwunden man liest und hört nichts mehr von ihnen nur wenige sind noch wirklich aktiv produktiv und präsent unter ihnen Kersten Flenter Neben zahllosen Beiträgen in Zeitschriften Anthologien und Rundfunk und extremer Bühnenpräsenz solo aber auch als Mitglied von Hannovers erster Lesebühne Oral sowie als Initiator des Projektes Urban Electronic Poetry veröffentlichte er seit seinem Debüt im Jahre 1993 Zappen im Kaltland TV in schönster Regelmäßigkeit Einzelbände wechselweise Gedichte und Prosa Kersten Flenter aufgrund der Tatsache dass ihm der kommerzielle Erfolg bislang nicht beschieden war als Underground Schriftsteller zu bezeichnen erscheint mir fragwürdig Und auch ihn ob seiner beinahe 20 Jahre im Wort Zirkus als Urgestein zu betiteln ist vielleicht übertrieben da gibt es ganz andere Doch Fleiß hinterlässt nicht selten seine Spuren und so hat er sich abseits der großen Verlage und Literaturpreise ein Stammpublikum erschrieben und auf der Bühne erarbeitet Flenters aktueller Gedichtband heißt Glückselige Waisen der Verwirrung und versammelt 14 zumeist längere Gedichte Ohne in die Verlegenheit zu kommen sich selbst kopieren zu müssen arbeitet er sich noch immer an seinen zeitlosen und unerschöpflichen Themen ab melancholisch gespickt mit Doppeldeutigkeiten und einem eigenen Witz sind Flenters Gedichte das was sie schon immer waren der in Wörter geflossene Blues der Alltag von Annalena der nüchtern nicht nur schwer zu ertragen sondern vor allem von Hässlichkeit geprägt ist lähmende Nächte Liebesglück und selbstverständlich Liebesleid Augenaufschlag in Moll dazu der Soundtrack des ewigen Regens der bis in die Herzen tropft die verlorenen Spiele die sich irgendwann im Tabellenstand niederschlagen im Hintergrund The Köln Concert von Keith Jarrett Weil unser Krieg nicht mehr das Spiel ist das er Einmal war sondern tägliche Bitternis und Keine rettende Turmuhr mehr zum Abendbrot ruft Jetzt sehen wir die Zeit im Spiegel unserer Pupillen Jetzt schauen wir nicht nur in das

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_04_flenter.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • Mordsmäßig Folge 46: »Die Dramaturgie des Tötens von Jincy Willett
    Jahren hat Schriftstellerin Amy Gallup keinen Roman mehr veröffentlicht Um sich über Wasser zu halten gibt sie Abendkurse im kreativen Schreiben Unter den Schülern ihrer neuen Klasse aber befindet sich jemand der die Sache deutlich zu ernst nimmt Anonym terrorisiert er Lehrerin wie Teilnehmer gleichermaßen Die eingereichten Leseproben werden verhöhnt die Kursmitglieder bös verunglimpft eine Schülerin wird fast zu Tode erschreckt Amy erhält nachts Anrufe bei denen ein Tonband stets wiederholt was sie wenige Stunden zuvor im Unterricht gesagt hat Lag in den Taten anfangs noch ein boshafter Witz werden sie im Laufe der Zeit immer gemeiner und tückischer Schließlich kommt gar der erste Kursteilnehmer ums Leben Jincy Willetts Buch Die Dramaturgie des Tötens im Original The Writing Class lässt sich zunächst gut an es ist ansprechend geschrieben und sehr gut übersetzt Die Hauptfigur nimmt viel Raum ein und ist liebevoll ausgestaltet als grummelige ältliche Eigenbrötlerin gesegnet mit einer spitzen Zunge der sie zumindest in privaten Äußerungen zum Glück wenig Einhalt gebietet So finden sich recht amüsante und zielsichere Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb und die Selbst und Fremdfindung in Abendkursen der Erwachsenenbildung Es kommen sogar ein paar sehr nützliche Tipps zum Verfassen von belletristischen Texten zusammen Doch während Amy Gallup aus ihren Taten Gedanken und Worten heraus charakterisiert wird bestehen die meisten übrigen Figuren nur aus Zuschreibungen So bleiben sie blass und verwechselbar Auch die Handlung die anfangs einen erfreulichen Sog entwickelt gerät nach und nach ins Stocken Das liegt unter anderem an einem unentschiedenen Serientäter Im Grunde passt das sogar zu den Personen Denn Hauptfigur Amy betont mehrfach dass sie nicht am Wie interessiert ist und tatsächlich bleiben die Fragen wie denn nun der Täter vorging weitgehend ungeklärt Auch das unentschlossene Vorgehen des Serientäters ist der Figur durchaus angemessen entspricht es doch seinem Schreibstil überwiegend ohne Spannungsbogen Doch ein

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_04_krimi-46.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • STROBO: Der Blog, das Buch, Airens erster Roman
    redigiert umgestellt ergänzt und gekürzt wurde Und das in einem langwierigen mehrere Monate dauernden Prozess sehr zum Leidwesen des Autors Airens Debütroman Strobo hat einen Anfang und ein Ende und zeigt eine Entwicklung Weshalb veröffentlicht man Blogs als Buch Marc Degens Es gibt viele Arten und Gründe Blogs zu schreiben insbesondere für Literatur mit einem stark autobiographischen Hintergrund Einerseits simuliert das Publizieren im Internet Gleichzeitigkeit das war sicherlich ein wichtiger Grund für die beiden Internetschreibprojekte von Rainald Goetz Hey gestern war ich da und dort und das ist mir dabei passiert Das macht es ja auch für die Blog Leser so spannend man ist quasi live dabei Und live heißt ja auch Airens Blog Andererseits kann das kontinuierliche Veröffentlichen im Internet auch eine Disziplinierungsmaßnahme sein das war beispielsweise ein wichtiger Grund für Jens Friebe dessen Buch 52 Wochenenden auch zunächst als Blog veröffentlicht wurde Disziplinierung spielt auch eine wichtige Rolle für Jochen Schmidt und sein Blog Buch Schmidt liest Proust Ein anonymisierter Blog wie der von Airen bietet weiterhin gleichzeitig Schutz und Öffentlichkeit Man bekommt Feedback und Reaktionen Das alles macht das Blog Schreiben so attraktiv Letztlich ist das Medium für den Verfasser aber wichtiger als für den Verlag wir

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_03_strobo.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • Ulrike Almut Sandig: Flamingos
    seinem Haus und stirbt vor sich hin erzählt wird diese Geschichte von einem der Kinder dem Sohn der seinerseits bereits Familie hat Diese Art von Geschichte kennt man wenn nicht aus dem eigenen Umfeld so doch aus einigen Lektüren der letzten Jahre man könnte fast behaupten es hat sich da ein eigenes Genre gebildet als gelungenes Beispiel gebe ich Eins minus Eins von Colm Tóibín an zu finden in Mütter und Söhne Hanser Sandigs Geschichte fügt diesem Genre allerdings nichts Neues hinzu Erzählhaltung und Erzähltes bleiben zu sehr im Rahmen Auch Mutabor leider so etwas wie die zentral gelegene Geschichte dieses Buchs ist mindestens Geschmackssache Erzählt wird die Geschichte einer jungen Streichergruppe speziell die einer blinden Cellistin namens Anja und ihrer Freundin Iris die erste Geige spielt Erzählt wird in einem naiven Tonfall der Nähe suggerieren möchte die Namen der Protagonisten fallen ständig Leider kommt die Geschichte dadurch nicht wirklich von der Stelle auch weil der Konflikt zwischen den Protagonisten zu unterschwellig bleibt und zu konstruiert Aber es gibt auch sehr starke Geschichten in diesem Buch Sandig hat ein Faible dafür Familiengeschichten und um diese geht es in Flamingos anhand von Randfiguren von Außenseitern zu erzählen und sie bedient sich leichthändig bei Musik und Vogelkunde um Atmosphäre um unterstreichende Bilderwelten zu schaffen Hush Little Baby ist die ausgezeichnete Geschichte eines Jungen der seinen vermeintlichen Zwillingsbruder bei der Geburt oder vorher verloren bzw sich einverleibt hat und fortan eine andere Art Schizophrenie durchmacht die mit körperlichen und sozialen Sonderbarkeiten einhergeht und einer großen Liebe zur Musik speziell zum Jazz Und das bis zum Abitur Samt bizarren Ende auf einer Fußgängerbrücke Sehr gut ist dieses Erzählen auch wenn Sandig Zeitkolorit und Geschichte mitschwingen und auftreten lässt von Kindheiten und Familien in der DDR oder dem abseitigen halbbewussten Erleben von Wende und Wiedervereinigung

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_03_flamingos.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive

  • Susanne Messmer: Chinageschichten
    auch zu Umkehr oder zum Weitermachen animierte Natürlich bleiben es durch mündlichen Vortrag entstandene Autobiographien Die Damen und Herren aus Peking haben sicher nicht vor mit ihren Vorträgen Literatur zu erschaffen wenn auch mitunter Leute zu Wort kommen die über eine literarische Bildung verfügen wie zum Beispiel Niu Xinci die eine berühmte Schauspiellehrerin ist oder Li Fuchun der bis heute als Schauspieler und Sänger in der Pekingoper arbeitet Das große historische Ereignis die kommunistische Machtübernahme und die Aktionen gegen Feinde der Volksrepublik übte auf die Menschen des Buches Chinageschichten unterschiedlichen Einfluß aus Manche von Messmers Gesprächspartnern sahen in der kommunistischen Erhebung eine Chance in der Provinz an einer besseren Welt im Sinne des Sozialismus zu arbeiten andere gerieten in die Mühlen des Machtapparats da ihre Eltern im Kampf gegen die Sache verstrickt waren und die Nationale Volkspartei Kuomintang unterstützt haben persönliches wie familiäres Glück und Unglück wird in erstaunlich offener Weise geschildert Mein Vater war ein kluger gebildeter und aufgeklärter Mann Ursprünglich war er nur Bauer gewesen doch hat er es irgendwie geschafft zu studieren Drei Jahre lang war er der Klassenbeste Er nahm westliches Wissen an Und er legte großen Wert auf unsere Bildung In dieser Hinsicht war er streng Er lud einen Privatlehrer ein der uns einfache Mathematik beibrachte und uns mit den Schriften von Konfuzius bekannt machte noch bevor wir zur Schule gingen Und mein ältester Bruder hasste das Lernen Er lernte nicht genug Mein Vater wurde böse auf ihn und schlug ihn Mein Bruder konnte das nicht ertragen folglich lief er eines Tages von zuhause weg und ist erst Jahre später wieder aufgetaucht Ke Jingyuan 1918 studiert später Bergbau und Englisch wird Dolmetscher 2008 und 2009 hat er die meisten Vokabeln der westlichen Fremdsprache vergessen Messmer unterhält sich mit ihrer Dolmetscherin Man auf Chinesisch mit ihm

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/10_03_china.html (2016-02-14)
    Open archived version from archive



  •