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  • satt.org: Literatur: Edo Popović: Kalda. Roman.
    nicht weiß wie er ihn verbracht hat besucht Kalda seine Ex Frau Tamara die er nicht verlassen hat Er ist nur weggegangen Tamara die einer armenischen Prinzessin gleicht hegt überraschend wenig Groll gegen unseren Helden Sie bemitleidet ihn sogar weil er seinem Therapeuten Schwierigkeiten bereitet Ach Scheiße sagte Tamara voller Bewunderung bei dir geht auch nichts ohne Komplikationen Erinnerst du dich wie du damals zur Toilette gegangen bist und dieser Schuhschrank aus heiterem Himmel auf dich gekippt ist Das stimmte Oder als du auf dem Flohmarkt dieses Schächtelchen gekauft hast und es war ein lebender Skorpion drin Auch das stimmte Tamara kam richtig in Fahrt Die Klemme in der Kalda steckt bezeichnet Popovi als einfrieren Metaphorisch konstruiert leidet Kalda an der fehlenden Abnabelung zu seinem Vater bedingt durch dessen Davonstehlen Ich war an einem bestimmten Punkt meines Lebens stehen geblieben so richtig total stehen geblieben eingefroren In diesem Moment also fror ich ein als die Hebamme Tamara und mir zeigte wie ein Baby gebadet wird und das Pflaster vom Bauch unseres Sohnes entfernte und ich seinen Nabel sah der noch nicht verheilt war Dreh und Angelpunkt des Romans ist dieses emotionale Erfrieren das schon im letzten Buch des Autors als Motiv durchschien Ausfahrt Zagreb Süd nannte sich dieser Vorgänger Roman Volandt Quist 2006 in dem der delierende Held Baba seine Gegenwart verspielt Inzwischen ist der Ich Erzähler völlig auf sich zurückgeworfen die Geliebte fort die Freunde ebenso Nur der irre Nachbar Igor hält zu Kalda In kompakten Erinnerungsbildern von sanfter Schönheit entführt uns der Autor in eine ferne Kindheit und Jugend erwachende Erotik und führungsarmes Experimentieren mit der Zukunft In beiden Büchern die übrigens äußerst einfühlsam und aufwendig von Alida Bremer übersetzt wurden erzählt Popovi scheinbar lakonisch die Geschichte eines sozialistischen Landes an der Adria das über Nacht zum Kriegsschauplatz

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  • satt.org: Literatur: Mordsmäßig 3: Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
    ausgefüllte Raum zischt wie Nebel in seinen Ohren summt wie eine Neonröhre Landsman hat das Gefühl seine Seele habe Tinnitus Meyer Landsman ist ein Philip Marlowe ein Sam Spade er ist alle PI der Hard boiled Romane zusammen nur halt mit Polizeimarke Er ist der höchst ausgezeichnete Schammes in Distrikt Sitka dem jüdischen Bezirk im kalten Alaska in dem Jiddisch Amts und Umgangssprache ist und der im unterschwelligen Dauerklinsch mit den Tlingit den indianischen Ureinwohnern liegt Und weil die Reversion vor der Tür steht die Wiedereingliederung Sitkas in den Behördenbetrieb der USA will niemand neue Fässer öffnen oder lose Enden hinterlassen schon gar nicht Bina Gelbfish die beauftragt wurde die Polizeibehörde von Sitka abzuwickeln Sie ist die neue Vorgesetzte von Landsman und außerdem seine Exfrau Ein toter Junkie hingerichtet in einer Absteige dazu noch völlig zugedröhnt als er den Tod fand das ist kein Fall der weit oben auf der Prioritätenliste steht das ist eine Akte die einfach zugeklappt wird Doch Landsman verbeißt sich in diesen Mord nicht zuletzt weil hinter dem Toten eine immer ungewöhnlichere Vergangenheit aufscheint Ein ehemaliges Schachwunderkind Sohn des mächtigen Rabbi Heskel Shpilman der seine Gemeinde führt wie ein Mafiaboss und vielleicht gar früher schon heute auch noch der ersehnte Messias seiner Generation Und je tiefer Landsman mit seinem Partner Berko Shemets dem riesige Tlingit mit Jarmulke gräbt umso unglaublicher wird was sie entdecken bis hin zu einer Verschwörung die verstörende Ausmaße annimmt unter anderem durch eine Milchkuh Mit großer Freude am Detail entwirft Michael Chabon in seinem Roman in Hard boiled Tradition eine eigene Welt mit ihren eigenen Begriffen Mobiltelefone heißen hier zum Beispiel Shoyfer nach dem Schofar Polizisten werden Nos genannt Waffen Scholem eine Welt die schillert die stinkt die pulsiert und in der es regnet und schneit dass man beim Lesen eine warme

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  • satt.org: Literatur: Olaf neopan Schwanke: Verse. Voll. Jetzt.
    ging mit gesenktem Kopf die Hände auf dem Rücken verschränkt Ich sah die Tauben niedergleiten und sich setzen Ein Gefühl der Ruhe der Trauer und der Endgültigkeit überkam mich Es war ein wunderschöner blauer Frühlingsmorgen und sehr still Das läßt das Gefühl wieder aufleben daß alles an ein Ende gekommen war In diesen Zeilen lebt das Geheimnis einer wundervollen Schreiberin Virginia Woolf verlor ihre Mutter den Mittelpunkt ihres Lebens im Alter von 13 Jahren Dieses Ereignis sollte ihr eigenes Leben überschatten bis zu ihrem Freitod im Jahre 1941 Der Manesse Verlag veröffentlicht nun einen autobiographischen Essay der 1976 erstmalig zusammen mit anderen unveröffentlichten Texten unter dem Titel Moments of Being editiert wurde Das warf Probleme auf Die Arbeit an den Aufzeichnungen war nicht abgeschlossen einige Passagen lagen handschriftlich vor mit Änderungen und Ergänzungen versehen Dass dieses Kleinod in seiner handlichen Form dennoch seinen Weg zum deutschsprachigen Leser findet ist so wunderbar wie ergreifend Virginia Woolf ist in der Skizze der Vergangenheit äußerst persönlich schildert frühe Eindrücke Freuden Erkenntnisse Leid und Tod Die Sommeraufenthalte der Familie in St Ives beschreibt sie ebenso episch wie ihre Schwestern und Brüder oder den seltsamen Charakter des Vaters Farben Gerüche und Gedanken Gespräche Gesten und Spiele alles wird genauestens und liebevoll gemessen gewogen und befunden Besonders wertvoll dürften die Beschreibungen der Autorin sein die Einblick in ihre eigene Werkstatt erlauben Wann beginnt ein schöpferisches Leben Welche Motive prägen schon das Kind wie erweckt der Erwachsene sie wieder zum Leben Ausgelöst durch den frühen Tod der Mutter erfuhr Virginia Woolf eine gewisse Hellsichtigkeit Sie war sensibilisiert und sann in diesem kurz vor ihrem Tod begonnenen Essay darüber nach Zeitlos weise und anmutig gestaltet ersteht eine Innenschau die betroffen macht Die Schwestern Virginia und Nessa gingen einmal in den Kensington Gardens spazieren eine Gedicht Anthologie mit sich

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/08_07_woolf.html (2016-02-14)
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  • satt.org: Literatur: Olaf neopan Schwanke: Verse. Voll. Jetzt.
    ist und schon gewesen wenn nahe den Pissoirs und an den Ecken hübsche Jungen stehen Das Altern macht die Jugend zur Sehnsucht Erfülllung und damit auch ein geographisches Provinzentfliehen gibt s nicht Der Bahnhof stellt sich quer ein praller Sarg Man wartet vergeblich dass man Anschluss hat Das Resignative ist den Texten insbesondere den hier veröffentlichten Gedichten Schwankes ebenso typisch wie der skeptisch ironische Blick auf neueste Moden und Kulte Zeige mir ruhig deinen Körperplunder ich flüster dir keinen schönen Vertrag Und doch es steckt viel nackensträubendes Behagen daran und darin Dorfbehagen sozusagen wenn wie im Dorfmärz die Schienen zielen rot auf die entfernte Stadt die von den Dingen keine Ahnung hat Auf dem Land weiss der Bauer schon der selten irrt wie ähnlich dieses Jahr dem letzten ist und wird Man darf die rurale Sicherheit nicht als lächerlich abtun besetzen Begriffe wie Stadtlandschaft doch seit langem und viel länger als neueste herbeigeredete Naturlyriktrends es uns weismachen wollen das Urbane mit Gewachsenem Das Land ist die neue Stadt Und die Dorfjugend weiss ohne dass man ihr sagen muss Der Frühling schaukelt zwar alt aber lüstern Noch November schossen hier die Jungs ihre Bälle in die braunen Büsche heisst es in einer Pause im Park Daneben das Bild eines leeren mit Bäumen umsäumten Rasens Oder ist es ein weibliches Geschlechtsteil Auch das Geile ist sicher Wo es herstammt wird deutlich aus Bildern aus Mythen aus der Poesie Narziss stürzt oder stürzt sich absichtlich in ein Martiniglas die Olive darin das Auge des Dichters Die Gedichte zitieren und spielen an auf einen leidverliebten Benn und den skeptisch ironischen Kästner aber auch der halbe Ranke Graves bevölkert Schwankes Texte Wer das nicht erkennt darf es gern für Schwanke halten Denn ohnedies zitiert der Autor sich selbst wie alle anderen verweist wörtlich wie motivisch auf Eigenes Früheres Dabei bleibt die Haupt Lieblings und Paradoxmythe des Autors neben dem was Olaf neopan Schwankes Mittelname andeutet stets eine nicht mehr greifbare Jugend Mythologie ist unlogisch erklärt Schwanke in einer Glosse es geht darum in der griechischen Antike und deren römischen Surrogaten etwas zu erinnern das man nie erlebt hat Der komplette Gedichtband wenn man so will handelt davon mehr vor sich hingemurmelt Alte Dinge denken heisst es in einem Poem über die Herbstzeitlosen Es ist wie sich in alte Zeiten zu versenken und die Kunst nicht darin stecken zu bleiben Banale Schwärmerei ein Nostalgievergehen Und der Feingeist im Dichter weiss im rechten Moment durchaus deutlich zu werden Für die Länge einer Latextüte wird wer Sau Dieses Bewusstsein das Wissen darum dass auch der geilste Augenblick oft nur für ein Auge ausreicht ist es das ein Lamentieren übers Altern verhindert das aus Mythen mythologics macht und das aus alten teils uralten Schreibformen zeitgenössische pulsierend gegenwärtige Poesie schlägt Schwankes Geheimnis besteht unter anderem darin Terzinen Sonette Idyllen Triolette Ritornelle usw miteinander zu kombinieren sie zu verschmelzen und dadurch in ein harmonisch Neues zu verwandeln Er wird nicht zum Ichhavaristen weder thematisch noch formal weil er es schafft Handwerk

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/08_07_schwanke.html (2016-02-14)
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  • satt.org: Literatur: Jörg Albrecht: Sternstaub, Goldfunk, Silberstreif.
    ebenso gut einen Essay nennen denn bei aller fiktionaler Kreativität beinhaltet er statt einer nachvollziehbaren Handlung vor allem die spielerische Betrachtung einer geistigen Haltung der Begeisterung für das Weltall und für die Zukunft Eben jene Geisteshaltung mit der Jörg Albrecht offenbar aufgewachsen ist und an die sich zu erinnern dem Leser dank der Geistesblitze des Autors zum Vergnügen wird Vom Jahr 1988 aus unternimmt der Text Zeitreisen zu den ersten Flugversuchen Otto Lilienthals zu den Raketentest von Peenemünde zu Fritz Langs Babelsberger Filmarbeiten zur Frau im Mond und sodann mit dem Raumschiff Orion und höchst interessanter Besatzung durch die ganze Palette deutscher Weltraumbegeisterung bis in unsere Gegenwart und auf nostalgische Weise auch darüber hinaus Eine vergnügliche Reise zugleich durch die Möglichkeiten die ein literarischer Text in den Zeiten von Computerpop und Internet Trash zu bieten hat Auf den Saturnringen kreisen wir mit der Raumfähre DISCO VERY zu Atariklängen und Spielkonsolesounds wir erfahren einiges über das musikalische Erbgut in der DNA Ziggy Stardusts des Sandmännchens und Neuigkeiten über die Ängste von Kosmo und Astronauten wie Siegmund und Ulf Indem uns Albrecht an die abgelegten Weltraumhelden und mythen unserer jüngsten Vergangenheit erinnert und sie in Zusammenhang bringt weckt er das Kind in uns und beschwört ganz im Sinne des Pop mit kluger und ernsthafter Ironie starke bunte und eindeutige Gefühle herauf die uns die Abgeklärtheit differenzierterer Weltbetrachtung so gerne vorenthält Populär im Sinne von leicht zu lesen ist dieses Buch sicher nicht am ehesten erinnert es an Klaus Theweleits essayistische Spaziergänge durch unsere neuere Kulturgeschichte wenngleich Albrecht eher ein ironisches Spiel mit seinem Material treibt das dem Thema angemessen mit viel Phantasie und Enthusiasmus dem unterhaltsam Fiktiven näher steht als nonkonformistischer Kulturreflektion Thematisch originell ist der Ansatz konsequent allein die populären deutschen Vorstellungen von Zukunft und Welltraum zu betrachten regelrecht neuartig jedoch

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  • satt.org: Literatur: Alexander Graeff: Gedanken aus Schwerkraftland
    Graeff hinter das vermeintlich Normale das heißt er schaut etwa nach wie der Kognitionsbiologe Walter Stalter Ladenbeck an einem Spalt einer geöffneten Tür seiner eigenen Wohnungstür verrückt wird Andere Prosastücke gehen in eine geradezu poetische Richtung das heißt sie verlieren etwas von der Stringenz eines nachvollziehbaren Handlungsverlaufs und Graeff delektiert sich vorzüglich an minutiösen Beobachtungen der Umgebung seiner Protagonisten so etwa in dem Stück Die Flöte geschehen Dieses Mal aber war es anders Die Flüssigkeit in die ich tauche wurde zum unbekannten Gewässer Ich tauche weiter kann nicht mehr zurück Ich tauche auf atme schwer Ich tauche auf in einem Garten scharfe Beete strenge Hecken Bäume ein demütiger Teich Gartenstühle eine Hollywoodschaukel Der Autor verläßt die stringent verlaufenden Gleise der Handlung und findet sich in Gedanken wieder Diesen Gedankengängen zu folgen hat etwas Leicht Luftiges an sich denn die Reflexionen halten sich nicht länger als nötig an den einzelnen Dingen und Personen auf sie streifen nur kurz und gehen dann weiter Es fällt manchmal im Verlauf dieses kleinen Buches schwer den Faden nicht zu verlieren und sich selbst in gedankenloser Schwerelosigkeit wiederzufinden Die einzelnen Stücke hängen nicht unweigerlich zusammen sondern ergänzen sich wie Zahnräder einer poetisierten Wahrnehmung von Welt d

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/08_06_graeff.html (2016-02-14)
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  • satt.org: Literatur: Mordsmäßig 2: Perspektivenwechsel, Serienmord und Swing-Jugend
    schält sich nach und nach die Wahrheit heraus die eine vertrackte Intrige verzweifelte Einsamkeit und tiefe Rachegefühle offenbart Frauen die alles wissen ist Frutteros erster Krimi ohne sein Alter Ego Franco Lucentini Der nahm sich im Jahr 2002 das Leben Über zwanzig wunderbare Romane haben die beiden zusammen verfasst Nun möchte Fruttero also unerforschte Solo Wege gehen Das Ergebnis Ein schöner Roman der aber seinem Innovationsanspruch nicht gerecht wird Einen Kriminalfall und dessen Aufklärung aus der Sicht verschiedener Personen zu schildern ist nicht gerade neu Auch das Setting das sich zunächst bietet ist altbekannt Und auf den ersten Blick wirkt die Geschichte langweilig banal außerdem sind die Zusammenhänge ziemlich schnell zu durchschauen Wer einen spannenden Krimi erwartet der wird also enttäuscht Aber schließlich ist es ein Roman von Fruttero da sind die Maßstäbe andere Es mag nichts wirklich überraschend sein aber es ist wirklich gut In leichtfüßiger Sprache werden Lügen enttarnt Heuchler demaskiert Täuschungsmanöver ausgebremst und die aufgewühlte Seelenlandschaft hinter der kühlen Fassade offengelegt Das geht besonders schön durch die wechselnden Erzählperspektiven und jeweils eigene Stimme über die jede berichtende Frau verfügt Und was im ersten Moment so durchschaubar schien offenbart beim zweiten Blick ein weiteres Kellergeschoss Gut auch das ist letztlich nicht neu Aber es ist schön es ist charmant und elegant es ist halt ein Roman von Carlo Fruttero Simone Buchholz Revolverherz Der Kiezkrimi so die Zusatzkategorisierung des Verlags spielt wie kann es anders sein in St Pauli und bietet die entsprechende Atmosphäre Ein Serienmörder meuchelt und skalpiert junge Tänzerinnen aus dem Rotlichtmilieu In die Ermittlungen mischt sich verkatert aber tatkräftig die Hauptfigur des Buches ein Staatsanwältin Chastity Riley fast vierzig trinkfreudig Single aktiver Fan des FC St Pauli Großes Plus des Buches ist das Figurenensemble klischeelastig aber herzlich gezeichnet allen voran die Staatsanwältin endlich mal ein adäquates

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/08_06_krimi-2.html (2016-02-14)
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  • satt.org: Literatur: Antje Damm: Räuberkinder
    benehmen sich so gar nicht wie das die Mütter und Väter von PISA und Kopfnoten wahrscheinlich gerne hätten Ihr Ziel heißt Lust und das Ergebnis ist Anarchie Da wird das Badezimmer verwüstet das Frühstück mit Händen und Füßen verputzt und auch der Hund kommt nicht sonderlich gut weg bei ihren Aktionen Dabei folgt die Autorin einem denkbar einfachen Gestaltungsprinzip Eine Seite der Text und auf der anderen Seite das Bild Die Schrift natürlich schief und krumm die Bilder wie von Kinderhand Dabei tritt der Text hinter den Bildern zurück er kommentiert lediglich oder verweist auf Einzelheiten So wird der Betrachter zum genauen Hinschauen eingeladen und kann vielleicht auch herausbekommen was es mit dem gelben Fisch der in allen Bildern auftaucht auf sich hat Das leicht Krakelige im Strich unterstützt die Wildheit der beiden Räuber nur noch und durch die Einfachheit der Figuren kann mehr Gewicht in den Ausdruck und die Handlung gelegt werden So wirken die Bilder rasant und behalten auch nach mehrmaligem Betrachten ihre Wirkung Das es sich hier um zwei böse Räuberkinder handelt wird dem Betrachter vermutlich auch so klar Wer so zerzaust in Angesicht der Tat vor so eine blümeranten Tapete steht der kann nur böse sein

    Original URL path: http://www.satt.org/literatur/08_06_raeuberkinder.html (2016-02-14)
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