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  • Cinemania 130: Psychos, Verräter und Kreativlinge
    genügend wirklich teure deutsche Filme wo diese Grundvoraussetzung leider schon ausfällt Ich würde mir jedenfalls auch German Angst 2 anschauen Die Augen des Engels Michael Winterbottom Originaltitel The Face of an Angel UK Italien Spanien 2014 Buch Paul Viragh Buch Vorlage Barbie Latza Nadeau Kamera Hubert Taczanowski Schnitt Marc Richardson Musik Harry Escott mit Daniel Brühl Thomas Lang Kate Beckinsale Simone Ford Cara Delevingne Melanie Genevieve Gaunt Jessica Fuller Ava Acres Bea Rosie Fellner Katherine Peter Sullivan James Pryce Sai Bennett Elizabeth Pryce John Hopkins Joe Alistair Petrie Steve 103 Min Kinostart 21 Mai 2015 The movie you re seeing is the movie we re about to make Mit diesen Worten hat man mal das Handlungsprinzip von Robert Altmans The Player zusammengefasst Es geht um das Erstellen eines Films aber als Zuschauer erlebt man nicht nur diesen Film mit sondern auch seine Vorgeschichte die nämlich gleichzeitig die Geschichte des Films ist So ähnlich funktioniert auch The Face of an Angel Man erlebt wie ein Drehbuchautor Daniel Brühl und eine Journalistin Kate Beckinsale gleichzeitig einen real unterfütterten Mordfall recherchieren und mit unterschiedlichen Mitteln versuchen aus den bekannten Fragmenten und den eigenen und fremden Ermittlungen eine halbwegs zusammenhängende Geschichte zu basteln In vielen Kritiken zu diesem Film wird man wahrscheinlich auf die reale Vorlage des Films Amanda Knox ausgiebig eingehen doch zum einen interessiert mich persönlich die Klatschpresse von vor ein paar Jahren nicht und Michael Winterbottom benutzt diesen Aufhänger auch mehr als Ansatzpunkt und Hintergrund der Finanzierung ganz ähnlich wie sein von Brühl gespieltes alter ego namens Thomas Lang Wer sich tatsächlich für den Kriminalfall hinter dem Film interessiert dürfte hier eher enttäuscht das Kino verlassen selbst David Finchers Zodiac der es quasi darauf angelegt hat sein Publikum zu enttäuschen war da ergiebiger in seinen Erkenntnissen Wer mit einigem Recht erwartet dass es auf eine Liebesgeschichte zwischen Brühl und Beckinsale hinausläuft wird auch mehr Appetithäppchen als Substanz hingeworfen bekommen Der obsessiv verzweifelte Regisseur oder zunächst mal Drehbuchautor ist viel zu beschäftigt mit seinem Filmprojekt um der Nebenhandlung eine Chance zu geben Dass The Face of an Angel ziemlich schwer verdaulicher Kunstkram Prädikat wertvoll ist wird einem schon in der allerersten Einstellung überdeutlich klar in der ein Mädchen unscharf und in Zeitlupe über einen Sandstrand tapert Ungeachtet diverser Kneipengespräche zwischen Journalisten und noch unersprießlicher Planungsgesprächen zwischen Filmproduzenten und Buchverlegern wird der Film wieder zurückkehren zu dieser Schlüsselszene und sie in der Biographie und der von Dante inspirierten Basisidee von Langs Filmprojekt zu verankern versuchen während man nebenbei den Schein aufrechterhält es könne sich beim Film um eine spannende Kriminalgeschichte mit gefährlichen Verdächtigen halten Dummerweise funktioniert das Gruselelement gar nicht trotz eines Overkills an atmosphärischen Inszenierungsmaßnahmen und das literarische Element ist insbesondere für Michael Winterbottom der sich schon auf durchaus ansehnliche Weise mit Tristram Shandy oder mehrfach Thomas Hardy Jude The Claim befasste reichlich verkümmert ausgefallen Bildmaterial 2014 Concorde Filmverleih GmbH Abandon all hope ye who enter here das obligatorische Zitat aus Dantes Inferno könnte auch über dem Eingang zum Kinosaal prangen jedenfalls wirkt das Bestreben des Drehbuchs Kriminalfall Filmhintergrund und Literaturgeschichte miteinander zu verweben reichlich anstrengend Dazu vernimmt man dann vermeintlich clevere Aussagen zum einen oder anderen Aspekt des gewaltigen Konstrukts etwa dass ein Gerichtsverfahren funktioniert wie eine Castingshow wenn sie dein Gesicht mögen gewinnst du Ach wie tiefschürfend Am Rande ganz interessant ist der sprachliche Aspekt So sieht man etwa wie Daniel Brühl die Dante Texte bevorzugt im italienischen Original studiert hört aber dazu seine Stimme mit der englischen Übersetzung Siehe auch die oben erwähnte Pforten Inschrift die man im Italien des Films offensichtlich ganz auf ein internationales Publikum zugeschnitten hat Und noch schlimmer ist es dann wenn man in Schreibmaschinefont gehaltene Worte eingeblendet bekommt die mit einem wirklichen Drehbuch das sie darstellen sollen so gut wie nichts zu tun haben In den frühen Filmen Winterbottoms hat er sein Publikum einfach nicht wie auch cinematographische Analphabeten behandelt An vielen Stellen fasst man sich an den Kopf wie lächerlich und lieblos vieles erzählt ist Etwa wenn die Polizei noch Beweise am Tatort sichert und darüber diskutiert welche Abteilung zuständig ist aber bereits ein englisches Fernsehteam vor Ort ist Aus meiner Sicht noch am interessantesten ist die zweite love story des Films zwischen Lang und der jungen Melanie Cara Delevingne die in einen deutlichen Zusammenhang mit seiner Tochter gebracht wird Aber auch hieraus macht der Film wenig stattdessen ist es offenbar wichtiger dass die Lang Tochter noch der Geliebten Dantes benannt wurde und irgendwie in dem ganzen Filmmorast um den Mordfall zu versinken droht als bestünde der Sandstrand vom Beginn des Films aus Treibsand klingt leider in meiner Zusammenfassung viel spannender als im Film Letztendlich wird im Film der Film im Film auf banale Weise gerettet während dem Publikum zum Abschluss eine trübe Kopfgeburt präsentiert wird mit einer Beerdigungsrede mit Dante und Engeln viel Zeitlupe und Pathos Und abgesehen davon dass dies durchaus etwas über den Geisteszustand des Regisseurs ob Lang oder Winterbottom aussagt ist dies reichlich uninteressant und nervtötend Jedenfalls ganz sicher nicht das was man von diesem Film erwarten könnte Die Gärtnerin von Versailles Alan Rickman United Kingdom 2014 Originaltitel A Little Chaos Buch Jeremy Brock Alison Deegan Alan Rickman Kamera Ellen Kuras Schnitt Nicolas Gaster Musik Peter Gregson Kostüme Joan Bergin Production Design James Merifield Art Direction Kat Law Sarah Stuart Set Decoration Claire Nia Richards mit Kate Winslet Sabine De Barra Matthias Schoenaerts André Le Notre Helen McCrory Madame Le Notre Alan Rickman King Louis XIV Stanley Tucci Philippe Duc d Orleans Jennifer Ehle Madame De Montespan Steven Waddington Thierry Duras Adrian Scarborough Daniel Le Vielle Danny Webb Claude Moulin Paula Paul Madame Princess Palatine Adam James Monsieur De Barra Alistair Petrie De Ville Adrian Schiller Jean Risse Lois Wright Marie Claire Carolina Valdés Queen Marie Therese Phyllida Law 117 Min Kinostart 30 April 2015 Wenn es um Alan Rickman geht denken viele an seinen Severus Snape aus den Harry Potter Filmen oder seinen Hans Gruber aus Die Hard Für den britischen Darsteller selbst scheint aber Ang Lees Sense

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  • Achim Wagners Gedichtband »flugschau«
    indes scheint mehr eine Folie zu sein Tatsächlich handelt es sich um Gedichte der Begegnung der Liebe auch des Entliebens so im allerersten ballast abwerfen Bleibt das lyrische Ich in der Anonymität haben die Frauen auf die es trifft wirklich oder in Gedanken Namen nur einmal heißt es schlicht ma chère Diese sind aber wohl nicht im Sinne einer je verschiedenen Identität zu verstehen zumal sie sich im Wechsel von Ophélie zu Viviane zu Clarisse zu Noémie Sandrine Cécile Nicolette Fabienne etc wie beim Farbkreisel zu einem Weiß neutralisieren einer Projektionsfläche einem Du Räumlichkeiten Wohnsituationen werden aufgerufen öffentliche Orte flüchtige Bleiben Wände werden gestrichen die fliegerin ein Krankenbesuch gemacht die rolle schön gesehen hier das Bild des mühsamen ventilator s und der einfältige n tischlampe Zeitangaben lassen an Verabredungen denken oder an den Arbeitsplan von Stewardessen Oder sie begleiten ein Erinnern ich fand diesen rock die schuhe um 16 Uhr 37 Gesprächsfetzen Geräusche Beobachtungen im Vorübergehen fügt Wagner kunstvoll zusammen zuweilen erinnern die Gedichte an die poèmes conversations Guillaume Apollinaires in denen dieser die Rastlosigkeit des Lebens in der Metropole Paris und die simultane ungeordnete Wahrnehmung des Dichter Flaneurs wiederzugeben suchte Calligrammes postum 1918 Ticken Summen Knistern Rascheln Rauschen aber

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  • Avengers: Age of Ultron (Joss Whedon)
    in Südafrika wo der durchgedrehte Hulk nur mit Mühe von Iron Man beruhigt werden kann sieht man mal eine Passantin mit staubverkrustetem Gesicht durch das auch zwei blutige Rinnsale laufen Das ist notwendig weil der Hulk fortan sehr besorgt darüber sein soll dass er Passanten verletzen könnte ein Handlungsstrang der später eher unbefriedigend in den Hintergrund rückt Bildmaterial Marvel Walt Disney Studios Ich kann nicht für die Die Hard Marvel Fans sprechen die selbst im Vorfeld der Pressevorführung bereits über die Adaption des nächsten Crossover Events Civil War mutmaßten aber so langsam geht mir die konsequenzlose Aneinanderreihung teurer Filmvehikel wirklich auf die Nerven Guardians of the Galaxy war ja wenigstens sehr amüsant aber der zweite Avengers Film fällt schon etwas ab hinter seinem Vorgänger Die beiden verbalen Running Gags Language bzw You didn t see that coming sind schnell einigermaßen ermüdend und wo Whedon als Drehbuchautor bei den Avengers viele tolle Ideen hatte wird diesmal vor allem die Pflicht absolviert zur Kür kommt es kaum Konkret bedeutet das es gibt zu Beginn des Film sechs Avengers Iron Man mit drei eigenen Filmen hat ein wenig eine handlungsmäßige Vormachtstellung auch weil Robert Downey jr aktuell als veritabler Filmstar gehandelt wird und mit Ausnahme von Gwyneth Paltrow darf so ziemlich jede Figur aus den Iron Man Filmen mal drei Sätze abgeben Paul Bettany der jahrelang die Stimme von Iron Mans Jarvis so was wie die Stimme des Autos bei Knight Rider liefern durfte bekommt diesmal zum Dank sogar etwas mehr zu tun Bei Captain America und Thor jeweils zwei eigene Filme läuft es ganz ähnlich Eine nette Überraschung ist hierbei dass auch Natalie Portman Thors Schmusi frei bekommen hat während Hayley Atwell als Peggy Carter trotz länger zurückliegendem Ableben der Figur einen Auftritt bekommt Aber das hängt natürlich auch mit der Retro Fernsehserie Agent Carter zusammen Gleichzeitig versucht man auch die S H I E L D Storyline von den Filmen zu trennen vermutlich weil Samuel L Jackson einfach zu teuer ist für ein Fernseh Budget und die Autoren sich so nicht unnötig absprechen müssen Bildmaterial Marvel Walt Disney Studios Hawkeye und Black Widow haben bisher noch keinen eigenen Film bekommen und während Scarlett Johansson als einzige Frau im Team immer etwas mehr Beachtung geschenkt wird bekommt auch Hawkeye einen Handlungsstrang der ihn fast zur heimlichen Hauptfigur des Films macht das ist so ein Aufblitzen dessen wofür man Joss Whedon mag aber das fragile Gleichgewicht eines Teamfilms darf dafür zu keinem Zeitpunkt gefährdet werden Interessant wird es aber beim Hulk der diesmal ein kleines Beinahe Techtelmechtel mit Black Widow angedichtet bekommt und dafür vergessen die Filmemacher einfach dass der Hulk als Bruce Banner noch wie Edward Norton aussah The Incredible Hulk eigentlich das filmische Marvel Universum begründet hat zumindest was Gastauftritte den Aufbau des Avengers Teams und die mittlerweile etwas nervige Angewohnheit der Nachspann Szenen angeht Und Banners feste Freundin in den Comics hat er sie sogar mal geheiratet wird hier mit keinem Wort erwähnt Die Art und Weise wie man sich

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  • Big Eyes (Tim Burton)
    erkennt hier dass Burton weitaus geeigneter als andere Regisseure ist Depp in diesen spleenigen Auftritten wirklich erstrahlen zu lassen In Big Eyes spielt Johnny nicht mit aber Christoph Waltz übernimmt hier die Rolle des amüsanten Possenreißers allerdings mit dem deutlich erkennbaren Unterschied dass sein Walter Keane kein Künstler ist sondern mehr ein Verkaufsgenie das aber keinen sehnlicheren Wunsch hat als als Künstler gelten zu dürfen Mit hautengen schwarzgestreiften Outfits oder einer kecken Baskenmütze wirkt er fast wie eine Parodie eines französischen Malers und man hat schnell das Gefühl dass sein Auftreten eher dem damaligen Hollywood Abbild von Paris geschuldet ist als etwas mit einem wirklichen Europa Aufenthalt zu tun zu haben Jedenfalls sehen seine Pariser Straßenszenen fast genauso aus wie die von Gene Kelly in Vincente Minnellis An American in Paris 1951 und seine Garderobe scheint aus den existenzialistischen Beat Schuppen in Stanley Donens Funny Face 1957 übernommen In solchen Momenten erkennt man mal wieder dass Tim Burton gleich neben Wes Anderson einer der Regisseure ist bei denen der Look eines Films fast noch wichtiger ist als die Geschichte oder die Figuren Die mit einem Golden Globe ausgezeichnete Hauptrolle des Films spielt aber Amy Adams als tatsächliche Malerin Margaret Keane deren großäugige Portraits von Straßenkindern sich durch Plakatvermarktung zum kitschigen Kassenschlager entwickelten Was Burton und seinen Drehbuchautoren ausreichend Möglichkeiten gibt auf Andy Warhol obligatorisch Tomatensuppe oder Walter Benjamin schon im Vorspann quasi visualisiert Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit anzuspielen Und das Spiel ist sehr wichtig für diesen Film denn er wird seinen Reiz nur für die Zuschauer entfalten die sich auf dieses Spiel einlassen Denn das traurige Ehe Drama die Emanzipation einer Künstlerin und der völlig überdrehte Christoph Waltz der schließlich bei einer Gerichtsverhandlung sich selbst vertritt und es irgendwie schafft einen bis zur letzten Minute hervorragend zu

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  • The F-Word – Von wegen nur gute Freunde! (Michael Dowse)
    das noch nicht ganz Umso erfreulicher dass sie nun die Hauptrolle in einer lupenreinen RomCom bekam die ungeachtet des kanadischen Independent Looks schon durch den Darsteller an ihrer Seite Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe einiges an Aufmerksamkeit zuteil werden wird What if ist so eine hippe kleine Komödie von dem Typ wofür Zach Braff meines Erachtens maßlos überschätzt zumindest als Regisseur seinen linken Arm hergeben würde Im Bereich RomCom etwas wirklich Neues zustande zu bringen ist ja fast ein herkulianischer Akt und man kommt auch nicht um die Feststellung herum dass es schon vor What if Rob Reiners When Harry met Sally gab von dessen Grundkonstellation man sich einen großen Teil angeeignet hat aber Regisseur Michael Dowse Fubar verneigt sich nicht nur vor seinem Vorbild es gibt mal eine hübsche Kinoszene bei der The Princess Bride läuft sondern probiert auch neue Dinge Die Intro von Daniel Radcliffe als Wallace besteht etwa daraus dass dieser erstmal ein gutes Jahr braucht bis er die letzte Nachricht seiner Exfreundin Sarah Gadon in einem Kurzauftritt auf seinem Handy löscht Ums nicht immer passende Timing geht es hier nämlich verstärkt Und um die Probleme bei der Paarbildung Laut Wallaces Freund Allan Adam Driver aus Tracks und Inside Llewyn Davis ist es ja ganz einfach auf einer Party eine neue Freundin zu finden Sagt s und bändelt sofort mit Nicole an Mackenzie Davis die mir schon in dem größtenteils misslungenen That Awkward Moment positiv auffiel mit der er dann auch bis zum Ende des Films liiert bleibt ganz so wie bei When Harry met Sally Carrie Fisher und Bruno Kirby Für Wallace indes ist vieles kompliziert Immerhin trifft er bei der Party die ebenso adrette wie witzige Chantry Zoe Kazan und neben einigen eine Spur zu cleveren Dialogen kommunizieren sie vor allem über Kühlschrankmagneten Aber den Zettel mit ihrer Nummer lässt Wallace dann von seinem Dach aus wo er sich gerne herumtreibt weg fliegen Und weil Chantry eine aufstrebende Animationskünstlerin ist setzt man diesen romantischen Moment im Film schmeißt niemand einen Zettel zerknüllt in den Papierkorb er muss immer wegfliegen oder verbrannt werden mit einer hübschen Animation um die somit die Verbindung zwischen den beiden Figuren zeigt auch wenn sie noch lange darum kämpfen müssen Ein Moment des Films hat mich auch ganz persönlich angesprochen denn Chantry erzählt Wallace zwar noch am Abend des zufälligen Partytreffens dass sie einen Freund hat aber Wallace nimmt das nicht so richtig ernst Erinnerte mich stark an eine Szene aus meinem Leben als ich eine junge Frau kennenlernte die mindestens so entzückend wie Zoe Kazan war und mir so nebenbei erklärte Eigentlich habe ich einen Freund Und als basisneurotischer Literaturwissenschaftler habe ich dann erstmal wochenlang alle möglichen Implikationen des Wortes eigentlich analysiert Aber zurück zum Film RomComs funktionieren ja selbst in den gelungensten Variationen immer nach bestimmten Regeln Es ist zum Beispiel so dass es immer noch wie bei den alten Shakespeare Merkmalen einer Komödie läuft Wenn die beiden sich am Schluss kriegen ist es eine Komödie selbst The Tempest

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  • Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex (Josh Lawson)
    einen Partners zur beiderseitigen Befriedigung einzuarbeiten Noch schlimmer und missverständlicher wird es wenn einer der beiden versucht ohne das konkrete Wissen des anderen dies umzusetzen Dies trifft etwa auf Rowena zu die fortan Anlässe findet ihren Gatten Richard in Tränen ausbrechen zu lassen zum Beispiel indem sie den Hund kidnappt Aber in noch schlimmeren Ausmaß auf Phil der zunächst unabsichtlich seine Maureen betäubt aufgrund seiner Somnophilie plötzlich ein erfülltes Sexual leben hat und sich immer stärker in einen Teufelskreis begibt bei dem er sie betäubt dann aber auf der Arbeit einschläft weil er selbst nicht zum Schlafen kommt Hier und da sind diese Geschichten schon extrem grenzwertig etwa bei den Komplikationen die dadurch entstehen dass Paul sich Szenarien ausdenkt die dazu führen könnten dass er die Fantasie seiner Frau Maeve erfüllt die gerne mal vergewaltigt werden will Aber nur von Paul und irgendwie auch so dass sie es nicht weiß dass es Paul ist Da kommt man sehr schnell in Gefahr die Gefilde einer Komödie zu verlassen und eher in einem Almodóvar Film zu landen Nicht besonders hilfreich ist hierbei auch Steve der alleinstehend ebenfalls neu zur Nachbarschaft gehört und sich bei seinen neuen Nachbarn jeweils vorstellt Mit einer fast vergessenen lokalen Köstlichkeit namens Gollywogs und der gerichtlichen Verfügung sein Umfeld von bestimmten Details in Kenntnis zu setzen also I m required by federal law to inform you that I am a convicted sex offender Steve hat hierbei Glück dass alle von ihm besuchten Pärchen selbst ihre eigenen Probleme haben und ganz nach seinem Plan bestimmte Ausführungen gar nicht wahrnehmen Mich beschlich ja bei dem Film irgendwann der Verdacht dass Steve und Maeve irgendwie aufeinandertreffen würden und es dem Film dadurch nicht leichter fallen würde die Kurve zu kriegen Aber ganz so jenseitig wird es dann doch nicht ganz der

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  • Mordsmäßig Folge 72: »Killer« von Dave Zeltserman
    dem Gefängnis entlassen wird versucht Mafiakiller Leonard March wieder Fuß zu fassen Das fällt nicht gerade einfach wenn man weiß dass der ehemalige Auftraggeber sowie die Familien der 28 Todesopfer einem nach dem Leben trachten Dazu kommt die Presse aber auch Ghostwriter und Anwaltskanzleien die in der Story des Killers und den Verwertungsrechten daran ein gutes Geschäft wittern Immer wieder wird March mit seiner Vergangenheit konfrontiert offener Hass und unverhohlene Verachtung schlagen ihm entgegen ebenso Angst und Profitgier nicht selten gleichzeitig Abwechselnd wird Marchs Werdegang zum Killer aufgerollt und sein Leben in der Gegenwart geschildert seine Versuche mit seinen erwachsenen Kindern wieder Kontakt aufzunehmen wie auch sein Umgang mit seinen Lebenslügen Die Morde an 28 Männern versucht er seinem Sohn gegenüber zum Beispiel damit zu rechtfertigen dass sie selbst Dreck am Stecken hatten Sie waren Teil des Ganzen murmelte ich Und dann lauter Sie kannten die Risiken und Gefahren genau wie ich Wenn ich sie nicht umgelegt hätte hätte Lombard jemand anderen angeheuert Ich habe einen Job gemacht mehr nicht Du benutzt die alte Ausrede der Nazis du hättest nur Befehle ausgeführt Großmutter wäre stolz auf dich nicht wahr Düster schnörkellos und unaufgeregt Die Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart geschieht

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  • »Walter Benjamin – A Critical Life« von Howard Eiland und Michael W. Jennings
    Œuvres Für den Verlag Harvard University Press fungierten sie über Jahre als Herausgeber und Übersetzer der Schriften Benjamins und auch des Passagenwerks an dem Benjamin seit Mitte der 1920er Jahre bis zu seinem Tod gearbeitet hatte ohne es vollenden zu können Ihnen gelingt mit ihrem Buch das seltene Meisterstück sowohl den Intellektuellen Benjamin auf seinen Wanderungen durch die historischen Landschaften des untergehenden Europas mit seiner komplexen Tiefe zu beleuchten als auch den Menschen Benjamin zu porträtieren der hinter den gängigen hagiografischen Porträts des einsamen Gelehrten in dunklen Zeiten verschwand Eiland und Jennings erzählen ihre Geschichte nicht in grobkörnigen Schwarzweißbildern sondern verweben verschiedene Perspektiven und entwickeln auf diese Weise ein vielschichtiges Bild Benjamins ohne je ihren Protagonisten zu desavouieren Obwohl Benjamin 1892 in eine jüdische Großbürgerfamilie in Berlin geboren wurde hatte er keineswegs einen leichten Lebensweg Schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges nahmen sich Freunde das Leben und seitdem blieb für Benjamin der Suizid stets ein Motiv in seiner Biografie auch wenn es in depressiven Momenten seines Lebens zunächst nur im Bereich der Fantasie blieb Mit der finanziellen Unterstützung seiner Familie konnte er zunächst eine akademische Karriere verfolgen doch schließlich konnte er in keiner Universität Fuß fassen da seine Dissertation Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik als zu unverständlich begriffen wurde Stattdessen forcierte Benjamin seine Position als unabhängiger Kritiker und Publizist wobei er jedoch nie die prekäre Existenz des Intellektuellen abstreifen konnte Zugleich war Benjamin von den deutschnationalen und faschistischen Strömungen umgeben welche die Weimarer Republik seit ihrer Gründung maßgeblich beeinflussten Wie Lion Feuchtwanger im ersten Teil seiner Wartesaal Trilogie die den ironischen Titel Erfolg trug schrieb projizierten die Wahrhaft Deutschen die Schuld für das eigene Unvermögen auf die Juden Bereits in den 1920er Jahren erwog Benjamin Europa zu verlassen und nach Palästina auszuwandern doch sein Freund Scholem riet ihm davon entschieden ab denn Jerusalem biete sich als intellektueller Ort nur jenen an die sich mit dem Land und dem Judentum vorbehaltlos identifizierten Angesichts von Benjamins Wendung zum Marxismus und zur politischen Linken hielt ihn Scholem für eine Emigration nach Palästina für ungeeignet Nach dem Scheitern seiner akademischen Ambitionen konnte Benjamin durch seine Publikationen und seine publizistische Tätigkeit für die Frankfurter Zeitung und die Literarische Welt zwar als maßgeblicher Intellektueller der Weimarer Republik reüssieren doch ließen sich viele Projekte wie etwa die Zeitschrift Krisis und Kritik aufgrund der instabilen politischen und ökonomischen Lage in Deutschland nicht realisieren Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme verlor Benjamin nicht allein seine umfangreiche Bibliothek sondern sah sich im französischen Exil auf eine prekäre Existenz zurückgeworfen Bis zu seinem Lebensende war er auf Zuwendungen anderer angewiesen woraus sich Abhängigkeiten ergaben Das von Max Horkheimer geleitete Frankfurter Institut für Sozialforschung dessen Hauptsitz 1934 nach New York verlegt worden war gewährte Benjamin eine Art Stipendium das in erster Linie dazu diente seine Forschungen zum Pariser Passagenwerk zu finanzieren Daraus entstandene Studien wie der Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit oder Charles Baudelaire Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus wurden jedoch wie Eiland und Jennings in ihrer

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