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  • Cinemania 98 – Mayday, Mayday
    Kamera wie bei den Brüdern Dardenne Alltagssituationen anstelle von Filmfiguren wie bei Mike Leigh oder Andreas Dresen etwas befremdlich wirkt hier die wenig subtile Herangehensweise Die Schilderung der Feierfreude unter den oberen Zehntausend wirkt eher protzig als satirisch Pelzmantel und Champagner scheinen unabkömmlich als Charakteristika der Hauptfigur Cornelia die sich oft durch extreme Gefühlskälte auszeichnet was schnell einen zynischen Humor entwickelt Dem gegenüber baut der Film überdeutlich auf Emotionen und zwar nicht in europäischen Dosen sondern eher im Overkill wie man ihn von Spielberg und Konsorten kennt Einerseits baut der Film darauf dass der Zuschauer die Ambivalenz des dargestellten erkennt andererseits wird alle überdeutlich betont Als Beispiel ein Dialogauszug Cornelia befolgt nicht immer selbst was sie dem Sohn so predigt und vorzuschreiben versucht Ich paffe nur aber du rauchst dir noch die Lunge kaputt Und dann der an fehlender Subtilität kaum zu überbietende Zusatz Carmen du kannst ruhig rauchen das ist kein Problem Das seltsame Verhältnis zwischen der Mutter und der Geliebten wobei letztere langsam genug hat vom verhaltensgestörten Barbu eröffnete mir die schönsten Momente des Films mit einem eigentümlich unfreiwillig wirkenden Humor Doch dann drängt sich die Geschichte mit dem Autounfall doch in den Vordergrund wobei aber die ansatzweise großartigen Szenen des Aufeinandertreffens mit den Kindseltern durch das inszenatorische Klotzen und allzu augenfällige Beharren auf europäische Kunstgriffe die wie der Sohn im Auto eingesperrte Kamera kann nur hilflos beobachten sehr in ihrem positiven Eindruck geschmälert werden Für mich ist Pozitia copilului ein seltsam zwiespältiger Film ich kann ihn nicht wirklich durchgehend gelungen bezeichnen trotz einiger verunglückter Entscheidungen mag ich aber auch nicht komplett abraten Wer sich generell für das rumänische Kino des letzten Jahrzehnts interessiert kommt auch um diesen Film nicht umhin aber wer noch einen Einstieg in die Nationalfilmographie sucht sollte etwas höher greifen im Anfangsniveau Vom Berlinale Wettbewerb habe ich zu wenig gesehen um darüber zu urteilen ob die Wahl des Goldenen Bären gerechtfertigt war da der Film aber ohne diese Auszeichnung wohl keinen deutschen Kinostart beschert bekommen hätte lassen wir das mal durchgehen Das Weiterleben der Ruth Klüger Renata Schmidtkunz Österreich Deutschland 2011 Buch Renata Schmidtkunz Kamera Avner Shahaf Heribert Senegacnik Oliver Indra Schnitt Gernot Grassl Tanja Lesowsky Musik Norbert Rusz Gerhard Guebel mit Ruth Klüger Percy Angress Dan Angress Laurie Angress Gail Hart Heribert Lehnert Sigrid Löffler Thedel von Wallmoden Eva Geber 82 Min Kinostart 9 Mai 2013 Wien Kalifornien Göttingen und Israel das sind die vier verschiedenen Heimatorte an und zu denen dieser Film seine Titelheldin begleitet Ruth Klüger stammt aus Wien wo sie ihre Kindheit unter den Nationalsozialisten verbrachte ehe ihr über einige unerfreuliche Stationen die Flucht gelang und sie in den USA Literatur studierte zunächst die englischsprachige später mit mehr Distanz auch Germanistik In den USA führte sie eine Ehe der immerhin zwei Söhne entstammten ehe sie als mittlerweile anerkannte Literaturwissenschaftlerin nach Europa zurückkehrte In die verschlafene Universitätsstadt Göttingen der Film findet hier fast nur heimatlich beschauliche Bilder wo ihr autobiographischer Bestseller weiter leben entstand und erschien Mittlerweile verbringt sie ihre Zeit aufgeteilt zwischen Kalifornien und Göttingen mehrere Monate im Jahr in Europa der Film dokumentiert aber auch eine Rückkehr nach Wien wo sie gemeinsam mit einem Sohn und dessen Familie ein anderes Wien erlebt weil ihr Buch dort als Aktion der Stadt in hunderttausend Exemplaren verschenkt wurde und sie als verehrter Gast der Stadt gefeiert wird Die stärksten Momente hat der Film dort wo sich Ruth Klüger mit unerbittlicher Wahrheit den Widersprüchen ihrer eigenen Natur stellt Wo sie etwa einerseits vom Stolz spricht den sie empfindet wenn ihre Nachfahren erleben wie die für sie fremde Stadt sie feiert dies aber dennoch nichts daran ändert dass sie das als judenkinderfeindlich erlebte Wien aus offensichtlichen Gründen nicht als Heimatstadt empfindet Wiens Wunde die ich bin und meine Wunde die Wien ist sind unheilbar Ich muss zugeben dass ich mir aufgrund des Film auch das Buch weiter leben anschaffte von dem ich zuvor nie gehört hatte Doch das positive Bild der Filmfigur wurde durch die Bitterkeit und manchmal Borniertheit der Autobiografin geschmälert was sich leicht dadurch erklärt dass das Filmbild der Ruth Klüger durch die inzwischen befreundete Regisseurin Renata Schmidtkunz gesäubert wurde die teilweise schmerzhafte Ehrlichkeit wird im Film mit Bedacht eingesetzt und gerade durch positive Aspekte wie eine neuempfundene Emotionalität gegenüber der Familie in ein anderes Licht gerückt Im Nachhinein scheint teilweise durch wie Ruth Klüger einige Elemente des Films wie Unkraut ausgejätet hätte Gefühlsduseligkeit ist in ihrem Buch so gar nicht ihr Ding Und irgendwie schätze ich den Film dadurch im Nachhinein noch eine Spur mehr Zwar gibt es auch hier die unumgängliche Rückkehr nach Bergen Belsen und den Besuch der Klagemauer in Jerusalem das Klüger mehr als erboste Feministin als als Jüdin erlebt aber die kleinen Zweigespräche zwischen der Titelheldin und der Regisseurin oder auch ihre Freunde in Kalifornien die der Film nebenbei portraitiert ein ehemals überzeugter Nazi und eine amerikanische Germanistin die Klüger lehrte verstaubte Klassiker wie Schiller mit modernem Avantgarde Kino in bezug zu setzen bringen einige Facetten ein die ich im Buch schmerzlich vermisste Manche Geschichten sind zwar beiderseits vorhanden wie das frühlinguistische Amüsement über das Klingelschild des Vaters auch wenn niemand sonst an Doktor Viktor etwas witzig findet aber Film und Buch ergänzen sich trotz meiner Vorbehalte gegenseitig Und hierbei ist es auch interessant dass der deutsche Verleih der den Film von 2011 in die Kinos bringt der Kairo Filmverleih aus Göttingen ist Eine irgendwie versöhnliche Geste der späteren deutschen Heimat die Frau Klüger näher ist als die Stadt ihrer Kindheit To the Wonder Terrence Malick USA 2012 Buch Terrence Malick Kamera Emmanuel Lubezki Schnitt A J Edwards Keith Fraase Shane Hazen Christopher Roldan Mark Yoshikawa Musik Hanan Townshend Production Design Jack Fisk Art Direction David Crank mit Ben Affleck Neil Olga Kurylenko Marina Rachel McAdams Jane Javier Bardem Father Quintana Tatiana Chiline Tatiana Romina Mondello Ann Tony O Gans Sexton Charles Baker Carpenter Marshall Bell Bob 112 Min Kinostart 30 Mai 2013 In vier Jahrzehnten war Terrence Malick wie vor ihm nur Stanley Kubrick der Inbegriff

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  • Playoff (Eran Riklis) | Die Lebenden (Barbara Albert)
    wie der Presserummel um den Trainer Max Stoller der fast ausschließlich nach seinem politisch historischem Hintergrund befragt wird wo er doch lieber über seinen Sport dozieren würde dreht sich auch der Film eher wenig um Basketball sondern vor allem um ein traumatisches Ereignis in Max Jugend das mit seinem verstorbenen Vater zusammenhängt Bei der Prämisse des Basketball Trainers stützt sich das Buch auf die reale Figur des 2008 verstorbenen Ralph Klein ob dieser 1982 gleich in zwei Fällen so etwas wie ein Ersatzvater war für zwei Jugendliche die unterschiedliche Aspekte seiner eigenen Jugend symbolisieren darf man anzweifeln Zum einen gibt es da den abweisenden Basketballspieler Thomas Max Riemelt der der Meinung ist sein verstorbener Vater würde als ehemaliger Kriegsheld nicht die angemessene Beachtung finden während um den neuen Trainer der zweimal seinem Land den Rücken kehrte erst Deutschland dann bei der Rückkehr Israel viel Aufhebens gemacht wird obwohl sowohl Thomas als auch der Zuschauer an seinen vielgelobten Trainer Fähigkeiten durchaus zweifeln kann Etwas stärker gewichtet ist die Verbindung zu einem jungen Mädchen namens Sema Selen Savas das in der exakt selben Wohnung wie einst Max lebt im Alter das er seinerzeit hatte Zusammen mit ihrer Mutter Deniz Amira Casar die von Semas Vater verlassen wurde Im Zusammenspiel der drei ungleichen Figuren die eigentlich nur eine teilweise ehemalige Wohnung teilen sich aber schnell in Richtung Ersatzfamilie entwickeln steckt die große Stärke des Films der dem Zuschauer die Zeit lässt vage ähnliche Verhältnisse Judenverfolgung Migrantenunterdrückung miteinander zu vergleichen Doch verzettelt sich der Film zunehmend in einer großen Anzahl von Nebenhandlungen wobei gerade im letzten Viertel des Films durch einige überflüssige Klischees einiges an zuvor gewonnenem Respekt wieder verspielt wird Immerhin ist die Darstellung der frühen 1980er dem Ende des deutschen Herbstes Polizeistaat gegen Hausbesetzer usw recht detailfreudig gelungen auch wenn ein Übermaß an Plakaten und Transparenten oder argwöhnischen türkischen Nachbarn auch diese Bemühungen manchmal der Lächerlichkeit preisgeben Einerseits labt man sich als Zuschauer an verspielten kleinen Details wie einer Handcreme Tube andererseits schlägt man die Hand vor Augen wenn der Film zur genauen historischen Einordnung mit Boulevard Überschriften wie Helmut Kohl wird Bundeskanzler geradezu den Beweis antritt dass Subtilität eben nicht alles ist Bei Die Lebenden indes entfernt man sich von der Subtilität Riklis mit stampfenden Siebenmeilenstiefeln Der ach so vielsagende Titel findet in den ersten zwanzig Minuten dermaßen viele Entsprechungen dass man es schnell leid ist Die 25jährige Sita Anna Fischer hat österreichische und rumänische Wurzeln arbeitet aber in Berlin für Das Super Talent Gleich zu Beginn des Films singt ein bedingt talentierter junger Mann das Lied das er auch der Jury vortragen möchte Einige Songzeilen daraus I want you to see me when I die I want you to be me when I die Gleich im Anschluss sieht man Sita joggen die Musik die man dazu hört stammt vermutlich aus ihrem Kopfhörer und sie addiert sich zur Schar der textlichen Anspielungen die ich den Lesern in vollständiger Form ersparen möchte Die Geschichte wie die Herangehensweise des Films überzeugen eigentlich aber

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  • Evil Dead (Fede Alvarez)
    hätte ich gewusst dass sie nur ohne Credit einige Dialoge amerikanisiert hat hätte mich das wohl eher abgeschreckt Aber meine Erwartungen waren so oder so immens gering es war eher ein Fall von Schaunmermal Der Film beginnt mit einem Prolog der offenbar die Überleitung zum Originalfilm bietet ehe dann fünf potentielle Opfer bei der üblichen Hütte im Wald landen im Gegensatz zum Originalfilm wahrscheinlich etwas älter so etwa Mitte Zwanzig und weniger darauf aus sich ohne Erziehungsberechtigte zu berauschen sondern ganz im Gegenteil denn Mia Jane Levy hat die verlassene Waldhütte in der sie einst mit der Familie Sommerurlaube verbrachte dazu auserkoren einen von den vier Freunden unterstützten Drogenentzug zu machen Einigermaßen clever ist dabei dass das Drehbuch klarmacht dass sie bereits schon so eine Aktion durchgeführt hat mit nur eingeschränktem Erfolg Die anderen vier und ihre Verbindungen zueinander könnte man jetzt vorstellen aber da ohnehin klar ist dass es sich um Kanonenfutter oder Dämonenfutter handelt erwähne ich nur kurz dass der ältere Bruder David Shiloh Fernandez dabei ist der mal so was wie ein Ersatzvater für Mia war sich dann aber mit 18 aus dem Staub machte Man geht schnell davon aus dass die wahnsinnige Mutter oder der nicht weiter erläuterte Vater später noch eine Rolle spielen könnten aber um ausgefeilte Logik geht es in dem Film nicht unbedingt Ganz im Gegentum denn nachdem man mit einer kleinen Verspätung der Geruchssinn eines mitgebrachten Hundes schlägt nicht sofort an einen nach Blut und Verwesung stinkenden Keller entdeckt hat in dem ein mit Stacheldraht und schwarzer Folie verpacktes Buch gefunden wird hat Eric Lou Taylor Pucci nichts dringenderes zu tun als das Buch auszupacken sich nicht weiter davon stören zu lassen dass es wohl mit vernarbter Menschenhaut eingebunden scheint und während er schon auf den ersten Seiten unmissverständliche Warnhinweise wie Don t read it oder Don t say it findet ignoriert er diese ohne irgendwelche Gründe und intoniert inbrünstig die in einer fremden Sprache gehaltenen Eintragungen woraufhin in alter Raimi Manier eine hurtige Kamera durch den Wald eilt wahrscheinlich auf dem Weg zur Hütte Während die Bleistiftszene kein für mich erkennbares Äquivalent bekam folgt dann die Vergewaltigungsszene wobei es diesmal recht klar ist dass ein Dämon vom Opfer Mia ausgebrütet werden soll Wie schon früh anzunehmen war spielt der Film also mit einer Analogie von Teufelsaustreibung und Drogenentzug auch wenn diese nette Idee sich größtenteils in der zweimal vorkommenden Dialogzeile This time the only way is the hard way erschöpft Wer Evil Dead unbedingt in der Filmgeschichte verorten möchte der kann mit einem Anfangspunkt wie The Exorcist eine Liste von auf ein Massenpublikum zielende Horrorfilme zusammenstellen die jeweils mit zeitgemäßen neuen Schocks das immer abgehärtetere Publikum zu überwältigen versucht Einer der Produzenten formuliert das im Presseheft so The genre is always evolving and what you saw as a kid is no longer that scary Ob dies eine wirkliche Evolution ist das mag man bezweifeln Der Sandalenfilm hat durch immer bombastischere Massenszenen die tausend CGI Schiffe in Troy auch nicht dazugewonnen der

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  • Now you don't.
    Enthusiast wird sich wohl nicht übermäßig daran stören dass hier statt Scarlett Johansson Isla Fisher die Assistentin des Zauberers spielt ich bin mir sicher dass ich ihre Rolle hier marginalisiere man möge mir verzeihen Und anstelle der Oscar Gewinnerin Marion Cotillard gibt es in einer weiteren weiblichen Rolle the next best new sensation aus frankophilen Landen Mélanie Laurent die ja immerhin aus Inglourious Basterds ein Begriff ist In meinem Fall gibt es da leider das Problem dass ich mit Chris Nolan nach Inception relativ abgeschlossen habe und The Dark Knight Rises konnte nicht einmal meine immens geringen Erwartungen erfüllen Und David Fincher naja der hat seine besten Werke auch schon hinter sich Doch erstaunlicherweise wird im Trailer gar nicht überdeutlich betont wer regiemäßig dahinter steht Kein vom Regisseur von Amistad oder ähnliches Und so muss man sich aufraffen und bei imdb nachschauen Louis Leterrier Kein Name den man kennen oder sich merken muss Von ihm stammen die ersten beiden Transporter Filme das Remake von Clash of the Titans und jener Hulk Film der zwar mit Edward Norton den vielleicht besten Bruce Banner hatte ohne jetzt Mark Ruffalo dissen zu wollen der aber nur solange erträglich war wie Edward Norton nicht vom Hulk abgelöst wurde ein Problem das Joss Whedon und Mark Ruffalo später bei The Avengers mit dem bewährten Gollum Trick in den Griff bekamen Die Sache ist die einerseits macht mich dieser Trailer immens neugierig aber andererseits ist der Hype Faktor unübersehbar Die CGI Effekte bei den Zaubertricks sehen schon in Sekundenbruchteilen eher billig aus das muss man dem Nolan lassen eine Stadt aufrollen wie einen Teppich das kann er besser als die meisten und warum Jesse Eisenberg plötzlich aussehen muss wie Ethan Hawke das will sich mir auch nicht erschließen Aber immerhin ist der deutsche Verleih Concorde und

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  • Stoker - Die Unschuld endet (Park Chan-wook)
    englischsprachigen Arbeit Kritiken zu seinen sechs koreanischen Langfilmen dieses Jahrtausends findet man auf satt org die Geschichte erzählt und inszeniert so gelungen dass man über die eigentliche Story auch gerne wohlwollend hinwegsieht Visuell und atmosphärisch ist Stoker nämlich ein Kleinod das vor allem auch davon lebt dass man in jeder Sekunde des Films geradezu atmen kann wie viel Freude Herrn Park sein Job gemacht haben muss Das beginnt schon beim etwas mysteriösen Vorspann der bei Filmende eine Neubewertung verlangt die nicht immer positiv ausfallen wird der aber in seiner Kunstfertigkeit noch dem ärgsten Kritiker des Films Respekt abringen wird Die junge Hauptdarstellerin Mia Wasikowska wurde als Alice in Wonderland einem riesigen Weltpublikum vorgestellt danach folgten bereits Jane Eyre und Gus Van Sants Restless in Sachen cleverer Filmauswahl sticht sie damit selbst Chloë Grace Moretz aus und Frau Wasikowska kann sich auch neben Veteranen wie Matthew Goode und Nicole Kidman ohne Probleme behaupten Hier spielt sie das jüngste Mitglied der Familie Stoker kein erkennbarer Bezug zu Bram Stoker aber der evoziierende Titel ist clever gewählt die 18jährige India bei der das Erreichen der Volljährigkeit gleich einen doppelten Einschnitt bedeutet denn ihr Vater nur in ein paar Rückblenden Dermot Mulroney starb an selbigen Tag durch einen Autounfall Somit stellt der Film von Beginn Tod und Erwachsenwerden nebeneinander mal sieht man wie India auf dem großen Grundstück der Garten ist ein Meisterstück des Production Design das väterliche Geburtstagsgeschenk sucht sozusagen posthum übermittelt dann wieder steht sie gemeinsam mit der Mutter Nicole Kidman auf der Beerdigung und irgendwo am Horizont taucht ein geheimnisvoller Mann auf der sich später als ihr Onkel Charlie herausstellt Spätestens bei einer Nichte mit einem Onkel namens Charlie läuten bei einem Hitchcock Fan sämtliche Alarmglocken vgl Shadow of a Doubt wo die Nichte auch noch den selben Namen wie der

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  • Saiten des Lebens (Yaron Zilberman)
    Dauer Musik Darbietung zu konfrontieren würde ich als Kritiker und Freund des experimentierfreudigen Kinos applaudieren Das Problem an der Sache Beethovens Streichquartett hat nur eine Dauer von ca 40 Minuten man mag dem Autor verzeihen dass er im ersten Absatz so tat als hätte er einen Schimmer von klassischer Musik und um es vorwegzunehmen Der Film zeigt das Quartett keinesfalls non stop die Aufführung wird durch eine Flashback Konstruktion immer wieder unterbrochen es geht in A Late Quartet nicht vorrangig um das Konzert an sich sondern um die auf das Leben der Musiker übertragenen Probleme denn das berühmte New Yorker Fugue String Quartet die fiktive Zusammenstellung der Filmfiguren spielt seit 25 Jahren zusammen und es geht eher darum wie sich während dieses Zeitraums die Musiker analog zu den Instrumenten verstimmen Immerhin nach wie vor ein interessantes Problem Peter Christopher Walken der älteste im Quartett bekommt als Knackpunkt die ärztliche Prognose sich im Anfangsstadium der Parkinson schen Krankheit zu befinden weshalb er seine Karriere beenden möchte bevor seine musikalischen Fähigkeiten leiden und das Ansehen das er über ein Vierteljahrhundert in der Musikszene genoss ramponiert wird Robert und Juliette Philip Seymour Hoffman und Catherine Keener die sich schon in Capote aufs Vorzüglichste ergänzten sind ein Ehepaar das sich schon länger auseinandergelebt hat schon für sich genommen ein interessantes Thema Die Probleme die daraus entstehen können wenn emotionale und berufliche Bindung sich beeinflussen Der vierte im Quartett ist Daniel Mark Ivanir ein Perfektionist was vor allem Robert und Juliettes Tochter Alexandra Imogen Poots immer wieder erfahren muss denn er unterrichtet sie Imogen Poots ist eine nicht nur wunderschöne sondern auch talentierte Nachwuchsschauspielerin die man aus Fright Night oder den Berlinale Beiträgen Comes a Bright Day und The Look of Love kennen könnte Leider erinnert ihre Rolle in A Late Quartet sehr an ihre

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  • Wie Film Geschichte anders schreibt: Frieda Grafe – 30 Filme
    parat die er per Filmmaking ohne Scheu oder Scham vermittelt Gerade mit dem geschulten Blick des heutigen Zuschauers offenbaren sich unzählige Tricks und narrative Abkürzungen doch selbst die Klischees wirken selbst heute noch charmant Wie Alyosha und Masha sich immer wieder angrinsen als hätten sie gerade zusammen den Super Jackpot geknackt wie Yussuf gegen die schlechten Vorzeichen ankämpft sich aber wie sein Freund eine gewisse Ehrenhaftigkeit bewahrt das fordert den Betrachter weder intellektuell noch emotional doch selbst die propagandistischen Elemente wie Treue als höchstes Ideal gegenüber dem Vaterland wirken hier liebenswert Und dann gibt es die kleinen filmischen Momente die wirklich verzücken Etwa das Zerspringen einer Halskette in Zeitlupe mit munter klimpernder Geräuschkulisse dazu Oder die auffällig sexuell konnotierte Handbewegung mit der der vermeintliche Gentleman mehrfach einen Blumenstrauß in eine Vase stopft dass man annehmen muss es gehe ihm ausschließlich um eine platonische Verehrung Licht des Kommunismus so heißt die Kolchose so könnte auch ihre von allen auf die gleiche Art geliebte Anführerin Yelena Kuzmina heißen und als Metapher für den Film an sich bietet sich das Licht auch immer gerne an Freude am Leben an der sozialistischen Arbeit und an der Kunstform verbreitet dieses historisch wahrscheinlich unbedeutende Werk auf das auch eines der schönsten Zitate des Filmjournalismus überhaupt passt die weisen Worte des seinerzeit noch minderjährigen C D Gerstner der den Kern der Disney Version von The Hunchback of Notre Dame in einem Satz zusammenfasste Und am Ende sind alle gute Freunde Ostalgie die das Herz erwärmt D O A Rudolph Maté Dt Titel Opfer der Unterwelt USA 1950 Buch Russell Rouse Clarence Greene Kamera Ernest Laszlo Schnitt Arthur H Nadel Musik Dimitri Tiomkin mit Edmond O Brien Frank Bigelow Pamela Britton Paula Gibson Luther Adler Majak Beverly Campbell Miss Foster Lynn Baggett Mrs Philips William Ching Halliday Henry Hart Stanley Philips Neville Brand Chester Laurette Luez Marla Rakubian Jess Kirkpatrick Sam Cay Forrester Sue Fred Jaquet Dr Matson Larry Dobkin Dr Schaefer Frank Gerstle Dr MacDonald Carol Hughes Kitty Donna Sanborn Nurse Virginia Lee Jeanie Teddy Bruckner Trompeter 71 Min In einer den beschämend wenigen Pressevertretern vorbehaltenen Einführung der Grafe Filmreihe von Kuratorin Annett Busch erfuhr man auch dass einige der roten Fäden in Grafes Filmauswahl etwa die starken Frauenfiguren aus dem Arbeitermilieu seien derwohl gleichzeitig keiner der Filme von einer Regisseurin stammt und das ferner Grafes Vorliebe für derben Witz und Frivolitäten sich mehrfach in der Filmauswahl manifestierte Davon kann man sich auch in D O A versichern einem einerseits erstaunlich harten und geradlinigen Vertreter des Film Noir der sich aber auch Zeit nimmt für humoristische Ausflüge Von Beruf ist Frank Bigelow Edmond O Brien Notar doch er benimmt sich wie ein hard boiled detective par excellence Wie marlowe oder Spade hat er eine eigentlich sogar zwei bezaubernde Vorzimmerdame Pamela Britton die ihm nicht nur ewige Treue schwören würde bei einem harmlos erscheinenden Wochenendausflug erteilt sie ihm sogar einen verbalen Freibrief What I wanna say is that there s nothing you can do that you ever have

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  • Das hält kein Jahr..! (Dan Mazer)
    verliebt Noch auf der Hochzeit geben Freunde den beiden höchstens ein Jahr Wo andere Filme abblenden Hochzeit mit Happy End setzt hier die Handlung erst ein Nat Rose Byrne Tochter aus bestem Hause verfolgt zielstrebig eine Karriere als Geschäftsfrau Zu Hause wartet Josh Rafe Spall verträumter Schluffi und minderproduktiver Schriftsteller auf eine Frau mit der er herumalbern kann Immer öfter findet man nicht zueinander Sollten die Auffassungen tatsächlich zu verschieden sein Dann ist da noch Chloe Anna Faris Joshs Exfreundin die ihn nun wo er frisch verheiratet ist eigentlich wieder ganz attraktiv findet Und Guy Simon Baker der stinkreiche amerikanische Geschäftsmann der Nat jeden Wunsch erfüllen will Und schließlich Danny Stephen Merchant Adams bester Freund und Trauzeuge der wirklich keine Gelegenheit auslässt Peinlichkeit zu verbreiten der grobe Witze erzählt dem Höflichkeitslügen fremd sind und dessen soziale Sensorik die meiste Zeit über ausfällt Mit diesem Setting kann es losgehen Mit einer fröhlichen Mischung aus Slapstick und Wortwitz Stephen Merchant scheint der Weg des Paares den düsteren Prophezeiungen zu folgen Schon auf der Hochzeit kommt der Pfarrer Alex Macqueen nur mit Mühe über erkläre ich euch hinaus Danny reißt zweideutige Witze lustig und lehrreich fornication for an occasion like this Guy fliegen

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