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  • »Variante. requiem for the world.« von Iqura Sugimoto
    zunächst nicht in der Lage es zu kontrollieren ist ihm hilflos ausgeliefert und muss dabei zusehen wie es blutige Kämpfe führt Dass sie nie wieder in ihre altes Leben zurückkehren kann wird ihr auf grausame Weise bewusst als ihr Arm zunächst den Hund ihrer ehemals besten Freundin zerfleischt und besagte Freundin nur wenige Zeit später selbst von einer anderen Chimäre auseinander gerissen wird So mündet der erste Band in den Zwiespalt Aikos ob sie sich dem Forschungslabor Atheos unterordnen und dort bei der Beseitigung der Chimären aushelfen oder sich als Forschungsobjekt zur Verfügung stellen will was gleichermaßen ihren Tod bedeuten würde Aiko entscheidet sich zu kämpfen und somit zu leben ist sie doch ganz klassisch adoleszenz typisch auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt Es ist dies zugleich ein Topos der den Manga nebst den überaus blutigen fast schon splatter artigen Sequenzen dominiert In Rückblenden zu Aikos Vergangenheit wird permanent darauf verwiesen dass die junge Frau enorm unter dem Leistungsdruck durch ihre Eltern litt und entgegen ihrer eigentlichen Wünsche all das erfüllte was man von ihr erwartete Ich muss stärker werden und anderen nützlich sein Die thematisierten Ängste und der nicht nur schulische Leistungsdruck durch die Eltern die Suche nach der eigenen Identität jenseits der Erwartungen der Gesellschaft ist kein untypisches Thema für den Manga für Jugendliche Dass es sich bei der Amputation von Aikos Arm auch um eine metaphorische Zerstückelung des Körpers handeln könnte verdeutlicht die Fokussierung auf ihre Hände im ersten Band der Reihe Der Druck durch ihre Eltern entstand vor allem in Bezug auf ihr Talent als Klavierspielerin ohne ihre eigene Hand ist dies nun nicht mehr möglich die Ablösung von den Erwartungen der Eltern erfolgt somit nicht nur durch deren Tod sondern zugleich durch die Entmündigung der autonomen Bewegungen ihrer Hände Dies bestätigt sich

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_05_variante.html (2016-02-14)
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  • Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer. Band 1
    das von ihm selbst verfasste Vorwort in welchem er zunächst seine eigene Vergangenheit als Comicleser reflektiert Es vermag daher den ein oder anderen passionierten Menschen der sich schon länger mit graphischer Literatur auseinander setzt zu einem Schmunzeln anregen dass Martin die Begrifflichkeit der Graphic Novel als Terminus begreift der lediglich die wirtschaftlichen kommerziellen Interessen der Verlage durch die Legitimation eines viele Jahre lang und zuweilen bis heute verschmähten Mediums unterstützt Graphic Novel nennt man diese Art Comic Roman heutzutage Eigentlich handelt es sich dabei aber um große schön gemachte Comic Bände im Paperback Format die eher im Buchhandel als in Comic Läden oder Zeitungskiosken zu kaufen sind Es handelt sich somit bei diesem Buch um eine Sammlung der ersten sechs von geplanten 24 Heften wie es bei Panini Tradition ist werden die Cover dieser sechs Hefte die optisch nicht zu verschmähen sind auch innerhalb des Sammelbandes abgedruckt Wer sich bisher wie die Rezensentin selbst ausschließlich mit den englischen Originalfassungen der Reihe beschäftigt hat mag zunächst erstaunt sein über die Eindeutschung verschiedener Namen wie etwa Jon Schnee Theon Graufreud Königsmund oder gruseligerweise Kleinfinger Ob es zwingend notwendig war diese Namen wenngleich der Verlag sich hier sicherlich primär an den deutschen Fassungen der TV Serie und Bücher orientieren wollte oder musste ob ihrer spezifischen Bedeutungen zu übersetzen sei dahingestellt und ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks respektive des Wunsches nach Authentizität Weitaus irritierender vermag zunächst der überaus hohe Anteil an Erzähltext unabhängig der Dialoge der Figuren Monologe existieren an keiner Stelle anzumuten Innerhalb dieser Erzählkästen werden die LeserInnen aufgeklärt über sowohl die teilweise eigentlich anhand der Panels sichtbaren Handlungen über die Gefühle und Gedanken der Figuren aber auch externe Informationen über die Charaktere ihre Beziehungen zueinander und ihre Hintergründe Jon Schnee war sieben Jahre älter als Bran und ein alter Hase was Hinrichtungen anging Sicherlich sind derart viele Hintergrundinformationen für mit der Geschichte noch nicht konfrontierte LeserInnen hilfreich und nützlich zum besseren Verständnis doch muten sie im Medium Comic in einer derart hohen Frequenz eher befremdlich und fehl am Platze an Dass sie zuweilen vor Pathos triefen vermag diesen Eindruck nicht zu mildern Die Angst wand sich in ihr wie eine Schlange doch sie lächelte für den Mann den sie liebte Ein guter Comic vermag auch eine solche innere Zerrissenheit lediglich anhand der bildlichen Ebene zu vermitteln die textuelle Ebene wäre somit obsolet In seinem Vorwort spricht Martin konkret die Problematik von Medientransformationen an es ist gerade das Problem der visuellen Adaptionen seiner epischen Buchreihe dass verschiedene Stilmittel wie etwa die der unzuverlässigen ErzählerInnenstimmen aber auch innere Monologe nicht in der gleichen Art und Weise umzusetzen sind wie es der Romanform möglich ist Dass dies für den Comic als Medium per se nicht konstitutiv ist mögen zwar zahlreiche Beispiele etwa aus dem Bereich des Manga zu widerlegen wissen doch ist es vielmehr der Umfang der Vorlage der die visuellen Umsetzungen vor ein Problem stellt Bereits die TV Serie hat dies gelöst indem einige Figuren und Handlungsstränge gänzlich aus der Geschichte gestrichen

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_05_got.html (2016-02-14)
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  • Topolino e il doppio segreto di Macchia Nera (1955)
    in die falsche Schublade des Disney Universum verirrt hat Dieser Knabe namens Thomas Topper Alliteration plus Hutreferenz führt einen Hutladen ohne die geringste Produktpalette No one wears hand made hats these days just caps and scarves Why should I waste my time stocking the shelves und das einzige was beim vermeintlichen Einbruch verlustig ging ist des Hutmachers eigene Kopfbedeckung eigentlich auch kaum der Rede wert Die übliche Kriminalgeschichte wird gleich auf zwei Arten auf den Kopf gestellt zum einen verleitet der Verbrecher den Ermittler zu kriminellen Aktionen und zum anderen führen die Ermittlungen schnell zu komplett wahnwitzigen Indizien aber keinem ernstzunehmenden Verbrechen Doch schnell gibt es dann einige Autodiebstähle um das Momentum beizubehalten und dann den absoluten Klassiker aller Kriminalgeschichten Ein Geheimnis in einem verschlossenen Raum Doch weitaus interessanter ist es wie Autor Guido Martina lauter Puzzlestücke der Geschichte nimmt und sie dermaßen falsch zusammenfügt dass nicht nur Micky Goofy und Kommissar Hunter im Dunkeln tappen auch der Leser ist auf eine Art und Weise aufgefordert mitzudenken wie man es nicht unbedingt von Micky Maus Comics erwarten würde Nebenbei bleibt aber auch viel Zeit für plain sillyness wenn Goofy etwa fragt ob er sich die Zeit mit etwas Schnitzen vertreiben kann Und auf dem nächsten Panel der gesamte Boden des Raumes mit einer etwa 20 cm hohen Schicht von Holzabfällen belegt ist Das wirklich gelungene an der Geschichte ist die Kombination dieses Unfugs wie er in den italienischen Disney Comics durch Figuren wie Dussel Duck quasi als Fahne hochgehalten wird mit einer durchaus spannenden Geschichte Da versucht Micky im Hypnosezustand nachts Kommissar Hunter zu erstechen Goofy wird beinahe ertränkt und zu der Atmosphäre eines typischen Spukhauses mit versteckten Gängen und allerlei Geheimnissen gesellt sich im Mittelteil der Geschichte auch noch Mickys alter Freund Gamma hier ist der englische Name Eega Beeva natürlich um Klassen hübscher mit einem kleinen Haustier das im Grunde genommen einen Großteil des Falls aufklärt weil es sich nicht gänzlich auf seine Augen verlässt Die perfiden Tricks des Schwarzen Phantom sind auch außergewöhnlich Sein Umhang hat für die Tarnung im Schnee eine weiße Wendeseite und seine Gimmicks findet man in ähnlicher Form später in den Phantomias Comics wieder nur dort mit Blödsinnswissenschaft à la Daniel Düsentrieb als Q Ersatz und hier mit dem mysteriösen Touch einer Gothic Novel wo eben nicht alle eigentümlichen Vorgänge im Detail erklärt werden In Mickey and Donald 6 gibt es sogar ein kleines Interview mit Scarpa wo er etwa über den Einfluss des Film Noir auf seine Geschichte befragt wird sehr ausweichende Antwort oder auch folgende Frage gestellt bekommt Q What do you think about the Italian production of Disney comics Scarpa Well let me say I do not have a great opinion on what is being published in Europe and South America these days To me most of these stories have little in common with the American classics they lack what I call the Disney spirit They may be good because they sell well but that is all They cannot be

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_04_topolino.html (2016-02-14)
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  • Coming of Age: »Vakuum« von Lukas Jüliger
    Comicdebüt Vakuum des Hamburger Zeichners und Illustrations Absolventen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Lukas Jüliger in einem namenlosen amerikanischen Städtchen gegenseitig findet bleibt nicht viel mehr als die Illusion an diesen Ort nur noch für kurze Zeit gefesselt zu sein Die haben sie auch bitter nötig Innerhalb der erzählten Spätsommerwoche entfesselt Jüliger ein ganzes Arsenal devianter Erscheinungsformen die sich zweifellos als Abbild der passiven Aggression der Erwachsenen artikulieren Wo einerseits ein Familienfreund beim Spieleabend lüstern und unter verschämter Duldung aller anderen der Tochter des Gastgebers hinterherglotzt da vergewaltigt andererseits ein introvertierter Junge während des privaten Nachhilfeunterrichts die Schulschönheit bevor er sich mit einer Tablettenüberdosis umbringt Weil er lieber noch etwas Schönes erleben und allein sterben wollte anstatt auf die Apokalypse zu warten wird später die kryptische Erklärung seines Bruders lauten Die Apokalypse ist längst eingetreten nur hat sie hier niemand bemerkt Die Schüler verabreden sich nachts um heimlich Bilder von der Leiche des Selbstmörders in der Kühlzelle zu machen Es geht weder um Abschied noch Nervenkitzel eher um die Bestätigung dass selbst der Tod dem Leben keine sensationellen Aspekte hinzuzufügen weiß Am traurigsten ist die stoische Teilnahmslosigkeit mit der alle das Geschehen hinnehmen Vakuum ist eine Sammlung ausdrucksloser Mienen die von langen schmalen Körpern mit nadeldünnen Armen und Beinen durch eine von allen Primärfarben bereinigten ausgewaschenen Welt navigiert werden und weil keine Speedlines und Geschwindigkeit suggerierende Schnitttechniken die Figuren stützen wirkt auch jedwede Bewegung eigentümlich eingefroren Das junge Paar von den beiden nimmt er als gleichzeitiger Ich Erzähler eine prononciertere Rolle ein bewegt sich auf die alterstypischen biografischen Bruchstellen zu und weil sie wissen dass das nichts Gutes verheißt verwässern sie die Gewissheit mit Alkohol und Drogen Zu ihnen gehört auch irgendwie Sho einst der einzige Freund des Jungen den allerdings ein gemeinsames Drogenexperiment der beiden in ein bizarres Phlegma

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_04_vakuum.html (2016-02-14)
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  • Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern
    eine drogengesättigte Partykultur Und wenn Claus Protagonist von einer Unbekannten in der Disko einen Zettel mit der Aufforderung Folge der weißen Linie zusteckt dann klingt das nicht aus Zufall sehr nach Alice im Wunderland Dann was am Ende der weißen Linie folgt ist kaum absurder als was Alice im Wunderland erlebt Mordende Fischfrauen untreue Katzenfrauen und sechsbusige Krabbenfrauen treiben ihre undurchsichtigen Spiele mit dem Mann Wenn dieser am Ende der Handlung schließlich wieder am Ausgangspunkt steht dann ist dem Zeichner eine runde Geschichte gelungen Einziger Wermutstropfen an diesem gewohnt souverän gezeichnetem Comic sind die zahlreichen freudianischen Versatzstücke Der junge Mann wird als armes Geschöpf dargestellt dass sich sowohl in der Realität als auch im Wunderland bösen und intriganten Frauen ausgesetzt sieht wobei eine unsympathischer ist als die andere Das ist alles inhaltlich wenig motiviert und stört den ansonsten gelungenen Comic Anke Feuchtenberger Die Spaziergängerin Berlin Reprodukt 2012 80 Seiten Euro 20 00 Verlag amazon Anke Feuchtenberger Die Spaziergängerin Nachdem Anke Feuchtenberger die Grande Dame des deutschen Comics in den letzten Jahren lediglich in ihrem eigenen Verlag veröffentlicht hat liegt mit Die Spaziergängerin wieder ein breit zugänglicher Titel vor Es handelt sich jedoch nicht um eine durchgängige Erzählung die Spaziergängerin ist nicht nur Figur viel eher ist es die Zeichnerin selbst Obwohl auch das vermutlich zu ungenau ist viel eher beschreibt das Spaziergängerische eine zeichnerische Haltung von Feuchtenberger die ihre Umgebung genau beobachtet und mit dem Stift festhält Diese Festhalten ist natürlich kein exakt dokumentarisches es ist die subjektiv poetisch gefilterte Wiedergabe eines erlebten Moments Die hier versammelten Geschichten sind allesamt zu knapp und skizzenhaft um als Erzählungen zu gelten Es sind fragmentarisches Alltagsminiaturen und vignetten die einzeln und unvollständig hintereinander oder durcheinander gelesen werden können Und wer weiß wenn man lange genug durch die Seiten spaziert kommt man der Zeichnerin

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_03_d2.html (2016-02-14)
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  • Another (»Die verfluchte Klasse 3-3«?)
    kommt sie fällt eine Treppe herunter und spießt sich dabei mit ihrem eigenen Regenschirm auf und schließlich auch eine mit ihm befreundete Krankenschwester auf bizarre Weise stirbt glauben die Schüler aus der Klasse 3 3 an einen neuen Todes Zyklus und verweigern auch Koichi ihre Aufmerksamkeit So erfährt der Junge dass Mei durchaus existiert doch in der Klasse zur Nichtexistierenden auserkoren wurde Um die Anwesenheit des unbekannten Toten in der Klasse der selbst laut Legende nicht um sein Dasein als Toter weiß auszugleichen ist es notwendig einen existierenden Mitschüler so zu behandeln als wäre er oder sie nicht da Mit dieser Prämisse und Meis Warnung an Koichi Nimm dich in Acht Wenn es einmal begonnen hat hört es nicht mehr auf endet schließlich der zweite Band der Reihe und lässt die Leserin mit vielen Rätseln zurück Allen voran stellt sich die Frage Handelt es sich tatsächlich um einen Fluch sind die mysteriösen Todesfälle auf den angeblichen Toten im Dorf zurückzuführen oder handelt es sich nicht vielleicht doch um eine Form der self fulfilling prophecy ausgelöst durch die Imagination der abergläubischen Dorfbewohner Und wenn wirklich ein Toter unter den Schülern weilt Ist es vielleicht sogar der Protagonist Koichi selbst oder handelt es sich auch hier nur um eine allzu offensichtliche falsche Fährte Und was hat es eigentlich mit der Augenbinde von Mei auf sich unter der sich ein Puppenauge befindet mit dem sie angeblich Dinge sehen kann die sie nicht sehen sollte Der vielversprechende Klappentext von Another hält somit tatsächlich das was er proklamiert Eine spannende und zuweilen gar fesselnde Geschichte inszeniert in einer überaus düsteren Atmosphäre die mit jeder neuen Antwort sogleich mindestens zwei neue Fragen aufwirft Die detaillierten und stilvollen Zeichnungen von Hiro Kiyohara im Horror Genre auch in Deutschland bereits bekannt geworden durch KIZU 2009 Holiday 2008 und

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_02_another.html (2016-02-14)
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  • Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern
    historische Fakten kulturelle Gepflogenheiten und das Schicksal einer mexikanischen Großfamilie miteinander verflicht Dreh und Angelpunkt der Erzählung die als Briefroman eines engen Freundes der Familie aufgebaut ist ist immer wieder der Día de los Muertos An diesem wird sich traditionell der Verstorbenen erinnert was durch die Generationen hinweg natürlich eine ganze Menge Schicksale werden Eusebio der Familienfreund erinnert sich nun in seinem Schreiben einer ganzen Reihe Todesursachen was bilderzählerisch durch unterschiedliche Farbgebung gelöst wurde Die Gegenwart ist genauso bunt wie die Blumen und die Süßigkeiten am Tag der Toten die Berichte von den Verstorbenen hingegen sind in Schwarz auf Sepiapapier gehalten Das Briefbericht und Bilder sich dabei häufig stark unterscheiden scheint die Position der Verstorbenen einzunehmen die ihre letzten Geheimnisse wohl niemals preisgeben wollen Entsprechend gibt es in Staub der Ahnen auch noch eine dritte Ebene eben die der Toten Diese feiern ebenfalls den Día de los Muertos als Feier für sich Verknüpft sind die Ebenen von Diesseits und Jenseits in der traditionelle Auffassung durch die Masken der Toten Diese unterstützen nicht nur die Erinnerung an die Verstorbenen sondern halten diese auch im Nachleben Vergeht die Maske stirbt die Erinnerung und der Tote verschwindet endgültig Felix Pestemer setzt die Bilder und Vorstellung des mexikanischen Kultes prächtig in Szene und hat damit eins der schönsten Debuts im letzten Jahr vorgelegt Reineke F Spring 9 Hamburg 2012 210 Seiten 16 Verlag amazon Spring Nr 9 Reineke F Graphisch noch auffälliger und abwechslungsreicher ist die nunmehr neunte Veröffentlichung des Springerinnen Kollektivs Wie gewohnt unter ein thematisches Thema gestellt geht man diesmal jedoch gänzlich ungewohnt den Weg einer zusammenhängenden Erzählung Ganz dem Trend der Literaturadaptionen wird hier frei nach Goethe Reineke Fuchs in ein Bildgeschichtenformat transformiert Dabei findet die graphische Umsetzung im Fall von Spring keineswegs aus Distinktionsgründen statt die einzelnen Künstlerinnen haben dergleichen

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_01_d1.html (2016-02-14)
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  • Bibliotheca Mystica. Band 1 und 2
    Bibliotheca Mystica de Dantalian und übernimmt die Rolle des sogenannten Schlüsselwächters In der Bibliothek trifft er auf ein junges Mädchen namens Dalian die als Schwarze Bücherprinzessin bezeichnet wird Die Aufgabe der beiden ist es von nun an gefährliche dämonische und vor allem mörderische Bücher deren Kräfte von Menschen mit bösartigen Intentionen missbraucht werden zu suchen und zu bannen sodass sie kein Unheil mehr anrichten können Während die Geschichte zunächst nicht allzu kreativ anmutet so ist das Besondere an Bibliotheca Mystica sicherlich das Setting und dessen visuelle Umsetzung Abeno versteht es mit Hilfe ihrer detaillierten Zeichnungen von viktorianisch anmutenden riesigen Villen und Schlössern Friedhöfen und Schädeln Raben und grausamen Morden mit blutigen Sequenzen eine dunkle Atmosphäre zu inszenieren die ihr Werk als eine Art visuelle gothic novel erscheinen lassen Dalian ist gleichermaßen stets in klassischer Gothic Lolita Kleidung mit pompösen detailliert ausgearbeiteten Kleider zu sehen Vor allem Abenos Zeichenstil sowohl in Bezug auf ihre Figuren als auch die Hintergründe ist einer der wohl positivsten Aspekte des Mangas Dass der Klappentext eine Stephen King Atmosphäre verspricht ist sicherlich keine zufällig gewählte Analogie Erinnert doch das erste Kapitel in welchem ein Autor von einem manischen Fan gefangen gehalten und immer wieder getötet und wieder zum Leben erweckt wird weil er nicht das für sie perfekte Ende für seine Romanreihe schreibt sehr eindeutig an Kings Misery Gleichermaßen schlägt Abeno mit dem Ausgang der Geschichte eine eindeutige Parallele zur gegenwärtigen Fanfiction und insbesondere der Boys Love bzw Slash Community indem sie sowohl dem wahnsinnigen weiblichen Fan als auch Dalian selbst die Präferenz für ein gleichgeschlechtliches männliches Paar zuschreibt und Dalian sich schließlich gar dazu entschließt ihr eigenes gewünschtes Ende zu verfassen Die Bücherliebe und die zahlreichen intertextuellen Anspielungen so etwa die aus den Aufklappbüchern herausspringenden Figuren im zweiten Band innerhalb der verschiedenen Kapitel sind ebenfalls

    Original URL path: http://www.satt.org/comic/13_01_mystica.html (2016-02-14)
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