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  • Ein Weihnachtsgeschenk - auf Weihnachtsgeschichten.org
    er jetzt bring doch dem ehrlichen Boten bis das Essen kommt einstweilen ein Glas Wein Das wird ihm gut tun denn es ist draußen wirklich grimmig kalt Der Bote nahm den Wein mit Dank an verbat sich aber das Abendessen Er habe sagte er zu Eschenthal Anverwandte und wollte bei diesen den Weihnachtsabend und den heiligen Tag verbringen Auch gut sprach der Förster hieß den Boten austrinken beschenkte ihn reichlich und entließ ihn Nun sprach der Förster setzt euch alle um mich her Da ist des Herrn Riedingers Brief auch noch ein Brief von Anton eingeschlossen den will ich euch vorlesen Luise sagte Ich will nur noch zuvor ein Kerzenlicht holen Wohl sprach der Förster ich kann dann den Brief mit mehr Bequemlichkeit lesen Aber eile Luise brachte die brennende Kerze sogleich auf einem glänzenden Leuchter von Messing Alle saßen bereits begierig im Kreise umher Der Förster las Liebste beste Eltern und Geschwister Sie erhalten hier ein Weihnachtsgeschenk ein Gemälde das ich mit vielem Fleiße gemalt habe Es stellt den neugebornen Heiland in der Krippe vor Mehrere Künstler versicherten mir das Bild sei mir sehr gelungen Ich wünsche dass es Ihnen nur halb so viel Freude machen möchte als mir die Vorstellung des Kindes Jesu in der Krippe machte da ich das erste Mal in Ihr Haus trat Gewiss würden Sie dann keine geringe Freude haben Ach das ich doch mit dem Bilde selbst zu Ihnen reisen und es Ihnen überreichen könnte Es ist zwar dahier ein herrliches Land Jetzt im Monate November da ich dies schreibe ist es bei Ihnen wohl schon längst Winter und Ihr Dach und die Tannen und Eichen umher seufzen unter der Last des Schnees Aber hier prangen die Zitronen und Pomeranzenbäume noch mit silberhellen Blüten und goldenen Früchten Dennoch sehne ich mich unter all diesen Herrlichkeiten nach Ihrem ländlichen Kaminfeuer zurück an dem ich die seligsten Stunden meines Lebens zugebracht habe Ihre Güte habe ich es zu danken dass ich unter dem milden Himmel Italiens lebe dass ich wenn ich je diesen Namen verdiene ein Künstler bin Jene gemütliche Vorstellung der Krippe Jesu für Kinder so unvollkommen sie auch sein mochte weckte mein Talent zuerst Immer steht sie mir noch vor Augen und was ich auch allerdings ohne Vergleich herrlicheres von Kunstwerken sehe so werde ich doch nicht so wie damals davon entzückt Ach die seligen Jahre der Kindheit gehen doch über alles Da erblicken wir alles umher wie verklärt vom goldenen Glanze der Morgenröte Schade dass sie so schnell vorüber sind Jetzt in diesem Augenblicke da Sie diesen Brief lesen und meine Malerei betrachten bin ich im Geiste unter Ihnen zugegen Ich erinnere mich mit gerührtem Herzen wie ich halb erstarrt unter Ihr ländliches Dach kam wie mich die gute Mutter mit warmen Speisen erquickte wie sie mich zu Ihrem Kinde aufnahm wie Christian Katharine und Luise ihre Weihnachtsgeschenke so freudig mit mir teilten O liebster Vater Ich küsse dankbar Ihre und meiner Pflegemutter ehrwürdige Hände Ich umarme alle meine Geschwister Ich freue

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/ein-weihnachtsgeschenk.htm (2016-04-26)
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  • Das schöne Gemälde des Kindes Jesu in der Krippe - auf Weihnachtsgeschichten.org
    in schwaches Fleisch und Blut verhüllt Sobald diese Hülle abfällt ist der Engel vollendet wenn anders der Mensch seine Bestimmung auf Erden erfüllt und dem Willen des Schöpfers gemäß gelebt hat Sehr gut hat der Maler außer den größeren Tieren noch ein Lamm und ein Körblein voll Früchte angebracht die man als ein Geschenk für das neugeborne Kind am Fuße der Krippe erblickt Dem Menschen sind alle übrigen Geschöpfe der Erde unterworfen Er bezähmt die stärksten Tiere und sie müssen ihm dienen ihm gibt das Schaf Milch und Wolle ihm bringt die Erde ihre schönsten Früchte hervor Nur ein Weniges hat Gott den Menschen den Engeln nachgesetzt hat ihn mit Ehre und Hoheit gekrönt hat ihn zum Herrn seiner Werke gemacht und alles ihm zu Füßen gelegt Auch der Ort an dem wir dieses Kind und seine Eltern erblicken die arme Kippe und der dürftige Stall sind nicht ohne Bedeutung Der Mensch bedarf keines Palastes um hier auf Erden seine Bestimmung zu erreichen Er kann in der elendsten Strohhütte zufrieden leben und selig sterben Wir erblicken in dem Stalle nur Armut und Mangel Allein und wahrhaftig glücklich aller wahren Ehre würdig und von echtem Menschenadel zu sein braucht der Mensch weder Samt noch Seide weder Gold noch Silber Gerade im wichtigsten hat Gott keinen Unterschied unter den Menschen gemacht Ein armer Stall beherbergt hier die heiligsten die seligsten die ehrwürdigsten Menschen die je auf Erden gelebt haben Doch meine Kinder was ich euch bisher gesagt habe ist für uns wohl sehr erfreulich und tröstlich Allein es gilt nur von dem Menschlichschönen dieser Geschichte Die göttliche Abkunft und die hohe Bestimmung dieses göttlichen Kindes ist erst das Allerwichtigste Denn Jesus Christus der menschgewordene Sohn des Allerhöchsten ist in diese Welt gekommen die Menschen die von Gott und ihrer ursprünglichen Würde abgefallen und deshalb verloren waren zu retten In ihm erschien und die Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar in ihm erblickten wir Gott in Menschengestalt Er ward zwar in tiefster Armut geboren lag als ein Kind in einer Krippe hatte in dieser Welt nicht so viel Eigenes wo er nur sein Haupt hinlegen konnte und starb gleich einem Übeltäter am Kreuze Allein ohne alle irdische Hilfsmittel ohne Reichtümer und bewaffnete Macht hat er durch seine göttliche Weisheit Liebe und Allmacht die Gestalt der Erde verändert das Menschengeschlecht erleuchtet veredelt dem Verderben entrissen und so seine göttliche Abkunft bewährt Darauf wird in diesem Gemälde sowie in der Geschichte sehr schön gedeutet Seht ringsumher ist es Nacht tiefes Dunkel deckt die nächtliche Gegend nur das Licht das von dem göttlichen Kinde ausgeht erhellt alles mit seinem Glanze So bedeckten bei der Geburt Jesu die Finsternisse der Unwissenheit und des Heidentums die Erde in Jesus Christus ist aber der Welt ein Licht aufgegangen das jeden Menschen erleuchtet der in die Welt kommt Die Menschen waren in Sünde und Laster versunken viele glichen an Rohheit den Tieren des Stalles manche hatten sich durch Lasterhaftigkeit sogar unter das Vieh herabgewürdigt allein durch Christus wurden alle die wahrhaft an ihn

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/das-schoene-gemaelde.htm (2016-04-26)
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  • Widerwärtige Schicksale des Försters - auf Weihnachtsgeschichten.org
    obersten Forstmeister der bei dem neuen Fürsten sehr viel galt ganz für sich einzunehmen und war nun gegen den guten Förster noch übermütiger und feindseliger als zuvor Ihr taugt nicht mehr zum Dienste sagte er einmal zu ihm ich werde darauf antragen einen brauchbareren Mann für den schönen Forst zu bekommen Der Förster sagte Herzlich gerne lege ich mein Amt nieder Ich hätte es schon längst getan wenn der hochselige Fürst es zugegeben hätte Es ist also mein Sohn Förster Das wäre sagte Herr von Schilf höhnisch lächelnd Da müsste ich auch etwas davon wissen Der Förster berief sich auf jenes fürstliche Dekret dem zufolge sein Sohn geheiratet hatte Pah rief der Herr von Schilf ich kenne es wohl Er wusste es sehr künstlich auszulegen Es ist sagte er bloß ein Versprechen auf Wohlverhalten nichts weiter Der Junge taugt aber nichts Ich werde meinen Mann besser zu wählen wissen Der alte graue Förster bemühte sich vergebens eine Träne zu verbergen und sagte Seien sie nicht ungerecht Herr Oberförster Sie glaubten sich einmal von mir beleidigt Deshalb sollten Sie sich zweimal in Acht nehmen mir wehe zu tun Was rief Herr von Schilf und seine Augen funkelten vor Zorn Ihr selbst erinnert mich an Eure Grobheiten Ihr selbst mahnt mich daran dass Ihr mir mein einziges Jugendvergnügen geraubt und mich bei Hofe angeschwärzt habt Ihr seid ein ungeschliffener übermütiger Kerl Von je her hattet Ihr keine Achtung für höhere Stände und hieltet Euch nur an Bettelgesindel Eurem Sohn habt Ihr gestattet ein Mädchen ohne Heller und Pfennig eine wahre Bettlerin zum Weibe zu nehmen Euer hübsches Vermögen habt Ihr an den Bettelbuben den Anton weggeworfen Ihr wusstet Euer eigenes Vermögen nicht zu verwalten wie solltet Ihr fremdes Eigentum und das Interesse des Fürsten gut besorgen Geht geht mit Euch ist nichts anzufangen Ich hoffe wir werden bald wenig mehr miteinander zu tun haben und Ihr sollet mir bald gar nicht mehr unter die Augen kommen Der Förster ging Hm dachte er auf dem Heimwege der Oberförster mag sagen was er will Meine Waldungen sind in der besten Ordnung Er kann so abgeneigt er mir ist mir doch nichts anhaben Ich lasse es darauf ankommen Er sagte indessen zu Hause den Seinigen von allem was der Oberförster gesagt hatte nichts um sie nicht ohne Not zu betrüben Allein bald darauf da der alte Mann eben aus dem Walde zurückgekommen war und in seinem Lehnsessel ausruhte trat ein Bote in die Stube und überreichte ihm ein Schreiben vom Oberforstamte In dem Schreiben stand Der bisherige Förster Grünewald sei vermöge höchsten Befehls wegen Altersschwäche und davon herrührender Unfähigkeit seines Dienstes entlassen und der Forst bis zur Wiederbesetzung einstweilen dem benachbarten Förster zu Waldenbruch zur Verwaltung übergeben worden Von einem Ruhegehalt für den verdienten alten Mann von einer andern Anstellung seines Sohnes war keine Rede Nur wurde noch bemerkt der abgekommene Förster solle sich von dem Augenblicke an da er dieses Schreiben erhalte nicht mehr unterstehen im Walde einen Schuss zu tun oder sich auch

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/widerwaertige-schicksale.htm (2016-04-26)
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  • Wie es dem Förster weiter ergangen - auf Weihnachtsgeschichten.org
    kommen werde von denen wir wenig Gutes zu erwarten haben Doch diese Gespräche machen uns zu traurig und heute Abend sollten alle Menschen in der ganzen Christenheit fröhlich sein Es ist ja der heilige Weihnachtsabend wir wollen der Geburt unsers Erlösers gedenken Das wird unsern trüben Sinn erheitern Er richtete seine Blicke auf das Gemälde von der Geburt Jesu das Anton einst geschickt hatte Es hing in der Stube an jener Stelle wo vorher der Spiegel gehangen und war damit es nicht Schaden nehme mit einem feinen weißen Flor verhüllt Die kleinen Enkel des alten Försters zwei liebliche Kinder Franz und Klara hatten sich schon seit mehreren Wochen auf die Feier des heiligen Weihnachtsabends gefreut Sie sprangen auf und trockneten sich schnell die Tränen von ihren erheiterten Gesichtchen Großmutter sagte der kleine Franz nimm den Flor weg von dem Bilde und zünde wie im vorigen Jahr die Kerzen an damit man es auch recht sehe Und du Großvater sagte die kleine Klara hole deine Harfe wir wollen unser Weihnachtsfestliedchen singen das uns die Mutter gelehrt hat Nun wohl sprach der Förster wir wollen ein Weihnachtslied singen Doch sagt zuvor noch hat sich während wir fort waren nichts besonderes ereignet Nichts sagte die alte Försterin nur ist leider bald nach eurer Abreise wieder ein Schreiben von dem Oberforstamt angekommen Was es wohl sein mag Sie reichte ihm das Schreiben verschlossen hin Er öffnete es erblasste und sagte mit einem Blick zum Himmel Nun Herr dein Wille geschehe Alle schauten erschrocken und erwartungsvoll auf ihn Was ist es denn fragte die Großmutter Wir sollen aus diesem Hause fort sagte er ja wir sollten schon fort sein Der Oberförster befiehlt in diesem Schreiben das Försterhaus müsse längstens bis zum Weihnachtsabende geräumt und gereinigt sein damit der neue Förster auf die Weihnachtsfeiertage einziehen könne Er droht wenn wir ihm nicht gehorchen würden und durch die Amtsdiener abführen zu lassen Mich wundert dass sie noch nicht da sind wir sind keinen Augenblick sicher dass sie uns aus dem Hause werfen Ach Gott rief die junge Försterin jetzt in dieser fürchterlichen stürmischen Nacht Hört ihr wie draußen der Sturmwind braust Wie es regnet Wo werden wir gegen Sturm und Regen ein Obdach finden Sie sank auf einen Sessel und umfasste ihre zwei Kinder Guter Gott seufzte sie ach erbarme du dich dieser unschuldigen Kinder Der junge Förster stand mit gefalteten Händen sprachlos vor ihr und blickte sie und seine zwei Kinder mit Augen voll Tränen an O du mein Gott sagte die Großmutter schluchzend und die Hände ringend in unsern alten Tagen mit Kindern und Enkeln aus dem Hause vertrieben zu werden in dem ich geboren bin in dem mein Vater und Großvater lebten ach es ist schrecklich Guter Gott lass mich in diesem Hause in dem ich geboren ward vollends absterben Katharine weinte stille Tränen Luise stand zitternd und bebend da wie ein Lamm das man schlachten will Der alte Förster aber mit seinem ehrwürdigen Angesichte der hohen kahlen Stirne und den grauen Seitenlocken blickte

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/wie-es-dem-foerster-weiter-ergangen.htm (2016-04-26)
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  • Ein unerwarteter Besuch - auf Weihnachtsgeschichten.org
    das ist ja ganz vortrefflich Er gab sogleich Befehl dass die Bilder ausgepackt und aufgestellt würden Ich half auch mit Alle waren vollkommen unbeschädigt Der Fürst war in seinem größten Vergnügen Denn er ist nicht nur ein Liebhaber sondern auch ein Kenner von Gemälden Ich überreichte ihm die Quittungen für die bezahlten Gemälde Die Summe sprach er beträgt ja ein Merkliches weniger als ich Ihnen gestattete Ich sagte Euer Durchlaucht wollen befehlen wo ich das übrige Geld abzugeben habe Ach sagte er sehr gnädig davon kann keine Rede sein Ich bin Ihnen Dank schuldig Wenn Sie mit mir zufrieden sind so bin ich es mit Ihnen noch viel mehr Doch Sie sind müde von der Reise und haben sich mit Auspacken noch mehr abgemattet Sie bedürfen der Ruhe Er befahl mir ein Zimmer in der Residenz anzuweisen Als ich abends in meinem Zimmer saß fiel mir plötzlich ein den alten Forstrat Müller zu besuchen Er war ja außer dem Fürsten der einzige Mann den ich in der Residenz kannte und ich erinnerte mich sehr wohl wie er ehemals als Oberförster Sie bester Vater öfter besuchte und mit Ihnen in der herzlichsten Freundschaft lebte Er fragte mich wie ich hierher komme Ich sagte es ihm Sie kommen zur glücklichsten Stunde Sprach er und fing nun sogleich an mir zu erzählen wie es Ihnen liebster Vater gehe wie viel Verdruss Ihnen der Oberförster mache wie Sie deshalb selbst in die Residenz gekommen wie Sie aber einige Tage vor meiner Ankunft unverrichteter Sache wieder abgereist waren Ich wollte sogleich wieder zum Fürsten Nicht doch Sagte der Forstrat das geht nicht Morgen frühe müssen Sie um eine besondere Audienz bitten Ich werde Sie begleiten Die Sache ist jetzt schon so vorbereitet dass wir ein geneigtes Gehör finden werden Wir wurden am folgenden Morgen sehr bald vorgelassen Ich fing sogleich von Ihnen an und redete mit großem Eifer Ich erzählte wie ich in Ihr Haus gekommen und was Sie alles an mir getan haben Ich war sehr ausführlich Der Forstrat sagte einige Male Zur Sache zur Sache Der Fürst aber lächelte nur und sagte Lassen Sie ihn immerhin reden Die Dankbarkeit des guten Sohnes gegen seinen Pflegevater gefällt mir Wir werden ja am Ende finden wo das alles hinaus will Ich kam nun auf den Herrn von Schilf und sagte es geradezu warum er Ihnen so aufsässig sei und dass er als ein Wilddieb in das Zuchthaus gekommen wäre wenn der hochselige Fürst nicht zu gnädig gewesen wäre Nicht doch sagte der Forstrat ernsthaft zu mir Sie vergessen den schuldigen Respekt Fürsten können kaum zu gnädig sein Der Oberförster war damals ein junger Mensch und es konnte deshalb immer einige Schonung eintreten Nur weiter nur weiter Sagte der Fürst zu mir Ich zeigte ihm nun die Briefe die Sie liebster Vater mir nach Italien geschrieben haben Ich hatte sie noch in der Nacht aus meinem Koffer hervor gesucht Da ist auch nicht ein einziger darunter in dem nicht für den Durchlauchtigen Erbprinzen der mit mir

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/ein-unerwarteter-besuch.htm (2016-04-26)
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  • Der Weihnachtsbaum - auf Weihnachtsgeschichten.org
    lieb und bereitet ihr Herz vor an der höhern Festfreude an dem Heile das uns allen geworden teilzunehmen Von nun an soll diesem Hause an jedem Weihnachtsfeste den lieben Kleinen immer ein Weihnachtsbaum grünen Wenn er auch nicht so prächtig geziert sein sollte wie dieser so wird er ihnen doch nicht weniger Freude machen Es braucht wenig Kinder zu erfreuen einige Äpfel Birnen vergoldete Nüsse reichen schon hin wenn man etwas nichts besseres hat Auch wird wohl niemand knickern wollen wenn es darauf ankommt Kindern eine schuldlose und heilsame Freude zu machen Ich denke auch der Weihnachtsbaum kann uns bei der Kinderzucht große Dienste leisten er kann uns wenigstens sehr oft die Rute ersparen Kinder die einmal einen Weihnachtsbaum gesehen haben freuen sich gewiss das ganze Jahr wieder darauf und werden gewiss mehr auf die Worte achten Wenn ihr nicht gehorcht bekommt ihr keinen Weihnachtsbaum als wenn man ihnen mit Schlägen drohte Die Eltern und Großeltern dankten nun dem Anton für die viele Freude die er ihren Kindern und Enkeln gemacht hatte Es ist eine Kleinigkeit sagte er die nicht der Rede wert ist Indes muss ich Sie bitten dass auch Sie einige kleine Weihnachtsgeschenke von mir nicht verschmähen Er schloss seinen Koffer auf der in einer Ecke der Stube stand Diesen Koffer sagte er haben sie mir einst reichlich gefüllt mit auf die Reise gegeben es ist nicht mehr als billig dass Sie ihn nicht ganz leer wieder zurück erhalten Er überreichte der alten Försterin kostbares Pelzwerk und Seidenzeug Es ist ja die Pflicht guter Kinder sagte er ihre alten Eltern bei der rauen Jahreszeit warm zu halten Der jungen Frau und den zwei Jungfrauen gab er grünen Taffet zu Kleidern seidene Halstücher aus Mailand und andern Putz Der junge Förster bekam eine vortreffliche Doppelflinte deren Schaft von Nussholz sehr schön mit Silber eingelegt war Sie liebster Vater sagte Anton zu dem alten Förster müssen nun nicht mehr auf die Jagd gehen Sie müssen nun von Ihren vielen Beschwerden ausruhen Sie brauchen Stärkung in Ihren alten Tagen Der Korb dort ist mit Flaschen vom besten alten Rheinwein gefüllt Und hier ist ein Becher dazu Anton überreichte ihm einen silbernen Becher der innen prächtig vergoldet war Außen auf dem Becher waren in einem Kranze von Eichenlaub die Worte eingegraben Meinem lieben Vater Friedrich Grünewald zur Erinnerung an den Weihnachtsabend 1740 überreicht am Weihnachtsfeste 1768 von dessen dankbarem Sohne Anton Kroner Der alte Förster umarmte Anton mit Tränen in den Augen Allein Anton übergab ihm überdies noch eine Rolle Gold Sie liebster Vater sagte er haben große Summen auf mich verwendet Es wäre nicht recht wenn Ihre übrigen Kinder und Ihre Enkel dadurch sollten verkürzt werden Der edle Greis erstaunte und wollte das Geschenk nicht nehmen Allein Anton sagte Es ist nichts weniger als ein Geschenk von mir Der gnädigste Fürst hat mich so reichlich beschenkt und sein Geschenk freute mich zweifach weil ich dadurch in den Stand gesetzt wurde Ihnen an einer alten Schuld die ich nie werde ganz bezahlen

    Original URL path: http://www.weihnachtsgeschichten.org/der-weihnachtsbaum.htm (2016-04-26)
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